Mario & Luigi: Abenteuer Bowser
Artikel verfasst von Heiko Ellinger am 08.11.2009
Mario gegen Bowser – dieses Duell bestimmte in den letzten Jahrzehnten die Sichtweise aller Nintendo-Jünger, wenn es um neue Abenteuer des Klempners mit der unverkennbar gleichen Arbeitskleidung angeht. Auch im neusten Spiel scheint sich die Situation zunächst nicht zu ändern, als Bowser wieder einmal wild entschlossen in das Schloss von Prinzessin Peach einmarschiert und plötzlich alle unsere Helden völlig humorlos einsaugt. Einsaugen? Bowser? Fangen wir lieber ganz von vorne an…
Im Körper des Feindes
Im Pilz-Königreich ist die Hölle los. Alle Toads wachsen plötzlich in ungekannte Dimensionen und das strahlende Reich von Prinzessin Peach droht an „über-toad-ung“ zu Grunde zu gehen. Zur gleichen Zeit begegnet Bowser, immerhin auf Normalgröße, einem mysteriösen Fremden und nimmt von ihm noch mysteriösere Pilze entgegen. Ein Schelm, wer böses dabei denkt – doch bald schon fühlt sich Bowser gar nicht wohl. Trotz allem setzt er seinen Weg fort und im Schloss angekommen entfalten die Pilze ihre Wirkung und Bowser saugt alle Insassen des prachtvollen Gebäudes, unter ihnen die Brüder-Connection Mario und Luigi, ein. Die schwer verdaulichen Geschöpfe lassen Bowser ohnmächtig werden und in der nächsten Szene finden wir uns als Mario in einer merkwürdigen Umgebung wieder…
So beginnt „Mario & Luigi: Abenteuer Bowser“, der dritte Teil der Rollenspiel-Reihe von Alphadream, die sich dank immer neuen Ideen und verrückten Geschichten mittlerweile größter Beliebtheit erfreut. Die Einleitung macht es dabei schon klar: der dritte Teil ist an Skurrilität und Wahnwitz nicht zu übertreffen. Als Mario wachen wir also in Bowsers Körper auf und machen uns leicht benommen auf die Suche nach Prinzessin Peach, den Toads und natürlich Luigi. Letzteren finden wir recht schnell und so sind zumindest die Brüder wieder vereint. In der folgenden Spielzeit wechseln wir des Öfteren zwischen Bowser, der sich nach wie vor im Pilz-Königreich befindet und nicht nur mit unserem neuen Widersacher, sondern auch mit seinem Ego zu kämpfen hat, und den Klempner-Brüdern hin und her. In mancherlei Situation unterstützen Mario und Luigi Bowser dabei von innen heraus. So gilt es in einem Minispiel etwa, Bowsers Muskeln zu Höchstleistungen zu treiben, damit dieser eine schwimmende Insel an Land ziehen kann. Wo wir grade bei Muskeln sind: Die Geschichte des Spiels ist so herrlich abgedreht und die Slapstick-Einlagen, vor allem von Tollpatsch Luigi, mal wieder absolut passend, so dass eure Lachmuskeln ein ums andere Mal strapaziert werden. Alphadream versteht es, aus einer interessanten Idee eine ebenso interessante Geschichte zu formen. Doch nun zurück zum Spiel.
Während sich Bowser also in alle Richtungen bewegen kann, sind Mario und Luigi in der Zweidimensionalität gefangen. So einfältig wie der Geist des Erzfeindes teils im Spiel zu sein scheint, so gestaltet sich auch seine Innenarchitektur. Die Geschichte des Spiels, in der die beiden Parteien unfreiwillig zusammenarbeiten müssen, gibt zumeist vor, wann wer zu steuern ist. Trotzdem bleibt der Wechsel per einfachem Knopfdruck immer dem Spieler überlassen. Rätsel und kleinere Einlagen, die eure Geschicklichkeit überprüfen sind sowohl im Königreich als auch in Bowsers Innerem vorhanden.
Altbewährtes weiterhin gut
Das Gameplay des Titels gleicht weitestgehend den Vorgängern. Während wir im letzten Teil die Brüder in der alternden und Baby-Generation spielen durften, müssen wir uns nun bei Bowser darauf einstellen, dass dieser ein bodenständiger Geselle ist. Mit anderen Worten: Springen ist bei der riesigen Echse tabu, stattdessen schlägt er gerne kraftvoll zu. Mario und Luigi werden dagegen wieder einmal parallel gesteuert. Für jeden der Brüder gibt es eine Taste, mit der entweder gesprungen oder eine Spezialaktion wie die Benutzung des Hammers durchgeführt wird. Dank der praktischen Übersichtskarte hat man das aktuelle Gebiet immer im Blick, das Menü zeigt dagegen die aktuellen Statuswerte, verfügbare Items, die Ausrüstung der Helden und alle erhaltenen Spezialangriffe.
Die Kämpfe folgen der Tradition der Reihe und laufen rundenbasiert ab. Dabei ist aber Knöpfchen-Einsatz gefragt, denn eigene Angriffe können häufig mit gutem Timing verstärkt und gegnerische Attacken durch Konter abgefangen werden. Im Spielverlauf kann Bowser seine Gegner einsaugen und sie damit ebenfalls in seinen Körper befördern. Hier bekommen sie es dann mit Mario und Luigi zu tun und so kann man die Stärken des ungleichen Trios passend einsetzen. Bekannte Spezialattacken wie der Hammer oder die Wirbelattacke sind natürlich auch wieder mit dabei. Das zunächst simpel anmutende Kampfsystem kann auch dieses Mal wieder voll motivieren. Die Gegner üben ihre Angriffe immer nach einem gleichen Muster aus und dieses gilt es zunächst zu durchschauen. Ein erfolgreicher Kampf verleiht dem Trio Erfahrungspunkte, durch Levelaufstiege können Statuswerte wie die Angriffskraft gesteigert werden.
Hübsch verpackt, grandios inszeniert
Wie bereits eingangs erwähnt, ist die Geschichte sehr gelungen und stellt den bisherigen Höhepunkt der Reihe dar. Grafisch hat sich dagegen im Vergleich zu den Vorgängern nur wenig getan. Dennoch kann die Comicgrafik auch weiterhin gefallen, einige neue Effekte und die bunte abwechslungsreiche Welt dank des Wechsels zwischen Pilz-Königreich und Bowsers Körper entschädigen umso mehr. Die Vorgänger muss man übrigens nicht zwingend gespielt haben. Zum einen ist die Storyline in sich geschlossen, zum anderen kann das umfangreiche und behutsam aufbauende Tutorial wahlweise als Starthilfe genutzt werden.
Musikalisch kann der Titel das hohe Niveau halten. Einige klassische Melodien erfreuen Retro-Fans, aber auch die neuen Stücke passen gut ins Spiel. Gespeichert wird dieses übrigens weiterhin über großzügig verteilte Speicherpunkte.
„Mario & Luigi: Abenteuer Bowser“ gehört, wie bereits die Vorgänger, in jede Sammlung von Rollenspiel- oder Mario-Fans. Die abgedrehte Story unterhält bis zum Spielende, das nahezu fehlerfreie Gameplay geht locker von der Hand. Es wird spannend, wie Alphadream sich vor allem beim Geschichtenerzählen noch steigern will.
Heiko Ellinger meint...
Auch dieses Mal war ich mir sicher, dass Alphadream mit dem neusten Teil der Mario & Luigi-Reihe einen Hit abliefern wird. Erstaunlich wie schnell sich das Team diesen Status bei mir erarbeitet hat. Und das Spiel bestätigt das in jeder Sekunde - die perfekte Spielbarkeit, die verrückte Story, Alphadream hat es einfach drauf und darf sich gerne mal einem Wii-Titel versuchen, wenn es nach mir geht - ein Hit wird der bestimmt auch!
Auch dieses Mal war ich mir sicher, dass Alphadream mit dem neusten Teil der Mario & Luigi-Reihe einen Hit abliefern wird. Erstaunlich wie schnell sich das Team diesen Status bei mir erarbeitet hat. Und das Spiel bestätigt das in jeder Sekunde - die perfekte Spielbarkeit, die verrückte Story, Alphadream hat es einfach drauf und darf sich gerne mal einem Wii-Titel versuchen, wenn es nach mir geht - ein Hit wird der bestimmt auch!

GRAFIK
hübsche 2D-Optik
hübsche 2D-Optik

SOUND
lustige Soundeffekte, tolle Mario-Melodien
lustige Soundeffekte, tolle Mario-Melodien

BEDIENUNG
Problemloser Wechsel zwischen den Welten
Problemloser Wechsel zwischen den Welten

UMFANG
gelungene Story
gelungene Story
SPIELSPASS
So verrückt waren die Klempner noch nie!
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
So verrückt waren die Klempner noch nie!
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel