Star Wars: The Clone Wars - Republic Heroes
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 29.10.2009
Darth Vader, das Galaktische Imperium, der Untergang des Jedi-Ordens – all diese Ereignisse liegen bei “The Clone Wars” noch in der Zukunft. Stattdessen kämpfen hier noch Jedi-Ritter und Klonkrieger gemeinsam gegen die Separatisten. Auf dem Nintendo DS stürzt ihr euch nun selbst in den Krieg, um die Alte Republik zu verteidigen.
Lichtschwerter und Lasersalven
Das Spiel hält sich eng an die Animationsserie „The Clone Wars“, in der die Ereignisse zwischen Episode II und III näher beleuchtet werden. Es verschlägt euch an viele Schauplätze der Serie, an denen ihr mit allen wichtigen Protagonisten gegen den Feind kämpft. Dabei werden die Jedis von den Gerüchten verunsichert, dass der Separatisten-General Grievous nach der Macht strebt. Eine besonders große Rolle spielt die Geschichte aber eigentlich nicht. Die Missionsziele sind simpel: Den Feind töten und seine Stützpunkte ausnahmslos zerstören.
Mit wem ihr die Missionen bestreitet, wird euch immer fest vorgegeben. Dabei zeigt das Spiel den Klonkrieg aus vielen Perspektiven, sodass ihr mit Anakin Skywalker und dessen Padawan Ahsoka Tano genauso das Lichtschwert schwingt, wie mit den großen Jedi-Meistern Obi-Wan Kenobi und Mace Windu. Außerdem übernehmt ihr auch immer wieder Klonkrieger, die auf reine Feuerkraft setzen. Fast immer wird euch dabei ein Duo unterstellt. So ballert ihr euch mit zwei Klonkriegern den Weg frei, räumt mit einem Jedi-Doppelpack kräftig auf oder führt ein gemischtes Team zum Sieg. Dabei könnt ihr fast immer per Knopfdruck zwischen den beiden Charakteren wechseln, was an viele Stellen auch überlebenswichtig ist.
Keine der Missionen ist besonders lang. Dafür gibt es aber sehr viele Aufgaben auf zahlreichen Planeten, die euch einige Zeit beschäftigen sollten. Auf dem Programm stehen nicht nur Kämpfe, ihr müsst mit den Jedi-Rittern auch immer wieder Sprungpassagen überwinden. Absolvierte Missionen lassen sich jederzeit erneut spielen, wobei ihr euch mit Kombos in den Kämpfen und Geschick in den Sprungpassagen immer bessere Plätze in den Bestenlisten sichert.
Tipp dich durch den Krieg!
Als Jedi-Ritter stürzt ihr euch ohne große Überlegungen in den Kampf. Die Steuerung ist dabei simpel gehalten. Ihr tippt mit dem Stylus einfach auf Gegner, um diese anzugreifen. Schafft ihr Kombos, dürft ihr besonders verheerende Schläge ausführen – zumindest wenn ihr es schafft, unter Zeitdruck Linien nachzuzeichnen. Bei den Sprungpassagen ist der Stylus ebenfalls im Dauereinsatz. Ihr müsst einfach leuchtende Markierungen auf Plattformen antippen und schon springt euer Jedi dorthin. Bewegen sich die Pattformen, müsst ihr allerdings noch auf das richtige Timing achten. Ihr dürft nur springen, wenn die Markierung grün ist. Leuchtet sie dagegen rot, würde ein Antippen der Markierung nur einen Sturz in den Abgrund nach sich ziehen. Bei Grün darfst du gehen, bei Rot musst du stehen – Jediakrobatik funktioniert eben genau wie der Straßenverkehr.
Steuert ihr einen Klonkrieger, ändert sich an der Steuerung nicht viel. Tippt ihr einen Gegner an, stürzt ihr euch allerdings nicht mit einem Lichtschwert auf ihn, sondern pfeffert ihm ein paar ordentliche Lasersalven entgegen. Anders als die Jedi-Ritter könnt ihr als Klonkrieger auch keine feindlichen Schüsse abwehren, sodass ihr immer wieder hinter Mauern Deckung suchen müsst. Seid ihr geschützt, füllt sich praktischerweise nicht nur die Gesundheitsanzeige eures Klons auf, er lädt auch gleich seine Waffe nach. Wollt ihr euch hinter einer Mauer verschanzen, müsst sie einfach nur antippen.
Gerade beim Verschanzen zeigen sich aber auch die Tücken der Steuerung. Sie ist zwar denkbar einfach, aber auch furchtbar ungenau. Immer wieder ignoriert es euer Klonkrieger, dass ihr eine Mauer angetippt habt. Stattdessen stellt es sich einfach gemütlich daneben und macht erst einmal Pause, während eine Lasersalve nach der nächsten in seine Rüstung einschlägt. Und auch bei den Angriffen gestaltet sich die Bedienung zu ungenau. Dass das Geschehen stets aus einer viel zu weiten Entfernung gezeigt wird und Kämpfer sowie Feinde unnötig klein sind, macht die ganze Sache nicht gerade besser. Die Jedi-Ritter sollen gut ausgebildet sein? Wenn sie beim Laufen in einer Wand hängen bleiben oder es einfach nicht schaffen ein Hindernis zu umrunden, werdet ihr das nicht glauben wollen. Solche Ausfälle treten zwar nicht ständig auf, aber doch so oft, dass sie euch in jeder Mission ärgern werden.
Abgesehen davon schadet die Antipp-Steuerung auch der Abwechslung und dem Anspruch. Ihr macht schließlich nicht viel anderes, als Gegner oder Markierungen anzutippen, damit eure Kämpfer dann ganz automatisch Angriffe starten oder punktgenau auf Plattformen landen. Bei den Sprungpassagen ist zwar manchmal Timing gefragt, aber auch das mach die Missionen nicht viel interessanter. Immerhin könnt ihr aber per Knopfdruck die Macht einsetzen – meistens um Objekte schweben zu lassen oder zu Fall zu bringen. Außerdem warten immer wieder kleine Rätsel auf euch, die zwar nicht besonders einfallsreich sind, das Spielprinzip aber wenigstens etwas auflockern.
Teamwork ohne Sinn
Da ihr meistens mit zwei Charakteren unterwegs seid, ist immer wieder Teamwork angesagt. So müsst ihr in Schalterrätseln immer wieder zwischen euren Kämpfern wechseln, die auf verschiedenen Ebenen unterwegs sind. Durch das Umlegen von Hebeln öffnen sie sich dann meistens gegenseitig Türen und arbeiten sich somit zum Ziel vor. In den Kämpfen sind die Partner ebenfalls immer wieder getrennt auf verschiedenen Wegen unterwegs, um dann am Ende wieder aufeinanderzutreffen und in der Regel irgendetwas gemeinsam in die Luft zu jagen. Für richtig interessante Rätsel oder besondere Angriffe wird das Teamwork leider nicht genutzt, weswegen schnell die Frage aufkommt, warum die Krieger überhaupt im Duo unterwegs sind.
Eine Antwort auf diese Frage wäre besonders deswegen interessant, weil der zweite Charakter auch nicht von einem Freund übernommen werden kann. Obwohl ein kooperativer Modus hier eigentlich Pflicht gewesen wäre, fehlt dieser komplett. Immerhin können zwei Spieler ihre Bestenlisten abgleichen lassen – das kurioserweise aber nur offline. Der Mehrspieler-Part, soweit er überhaupt so genannt werden kann, hat weder Hand noch Fuß. Hier wird deutlich, dass „Republic Heroes“ eben nur ein Spiel zu einer TV-Serie ist, das von seiner Lizenz zu leben versucht. Star Wars-Fans werden aber immerhin durch zahlreiche freischaltbare Hintergrundinfos zu Charakteren und Schauplätzen ein bisschen besänftig.
Grund zur Freude haben Fans auch bei der Musikwahl. Bekannte „Star Wars“-Melodien stimmen gleich auf den Klonkrieg ein. Dass der Sound dennoch nicht komplett überzeugen kann, liegt vor allem an der Sprachausgabe. Zwar ist es schön, dass es eine deutsche gibt – deren Qualität ist aber eine Frechheit. Die Worte sind so leise und undeutlich, dass es so klingt, als würden Jedi-Ritter und Klonkrieger hoffnungslos Nuscheln. Die Optik leidet dagegen überwiegend unter der Kameraperspektive, die viel zu weit aus dem Geschehen rauszoomt. Während die Hintergründe dabei noch richtig gut aussehen und auch die Effekte einen guten Eindruck hinterlassen, sind die Charaktermodelle zu grob und verpixelt. Oder anders gesagt: Die Jedis sind einfach hässlich.
Sascha Geldermann meint...
Sie sind hässlich, nuscheln und schaffen es oft nicht einmal, um eine Mauer zu gehen – die Jedis kommen bei diesem Spiel einfach nicht gut weg. „Republic Heroes“ ist auf dem Nintendo DS vielleicht wegen der vielen spielbaren Charaktere und der zahlreichen Hintergrundinfos für Fans einen Blick wert, aber bestimmt nicht wegen des Gameplays. Die meiste Zeit habe ich schließlich nichts anderes gemacht, als Gegner oder Markierungen anzutippen, während meine Krieger den Rest dann ganz automatisch erledigten – oder es zumindest versucht haben.
Sie sind hässlich, nuscheln und schaffen es oft nicht einmal, um eine Mauer zu gehen – die Jedis kommen bei diesem Spiel einfach nicht gut weg. „Republic Heroes“ ist auf dem Nintendo DS vielleicht wegen der vielen spielbaren Charaktere und der zahlreichen Hintergrundinfos für Fans einen Blick wert, aber bestimmt nicht wegen des Gameplays. Die meiste Zeit habe ich schließlich nichts anderes gemacht, als Gegner oder Markierungen anzutippen, während meine Krieger den Rest dann ganz automatisch erledigten – oder es zumindest versucht haben.

GRAFIK
Grobe Charaktermodelle kämpfen sich durch hübsche Levels.
Grobe Charaktermodelle kämpfen sich durch hübsche Levels.

SOUND
Die bekannten Melodien lassen Fan-Herzen höher schlagen. Die Qualität der Sprachausgabe lässt aber zu Wünschen übrig.
Die bekannten Melodien lassen Fan-Herzen höher schlagen. Die Qualität der Sprachausgabe lässt aber zu Wünschen übrig.

BEDIENUNG
Die Bedienung ist leicht zu handhaben, funktioniert aber viel zu ungenau.
Die Bedienung ist leicht zu handhaben, funktioniert aber viel zu ungenau.

UMFANG
Einzelspieler bekommen viele Missionen serviert. Ein richtigen Mehrspieler-Part gibt es aber nicht.
Einzelspieler bekommen viele Missionen serviert. Ein richtigen Mehrspieler-Part gibt es aber nicht.
SPIELSPASS
Die Jedi haben mehr verdient.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Die Jedi haben mehr verdient.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel