Chronicles of Mystery
Artikel verfasst von Aljoscha Reuther am 21.10.2009
Irgendwo auf Malta liegt ein alter Tempel, in dem ein schreckliches Geheimnis lauert, dass die gesamte Menschheit gefährdet. Und ein uralter Geheimbund ist doch glatt auf der Suche nach diesem Geheimnis, um es auf besagte Menschheit loszulassen. Und an wem liegt es, diese Menschen davon abzuhalten? Richtig, einzig und allein an uns, und zwar in der Gestalt der Archäologin Sylvie Leroux, die eigentlich nur auf der Suche nach ihrem Professor war...
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Professor Layton hat momentan Hochkonjunktur, und das sehr erfolgreich. Der vierte Teil wird momentan in Japan entwickelt, der zweite erschien vor kurzem in Europa. Kein wunder also, dass sich auch andere Firmen an der Idee versuchen wollen, ein Adventure mit Puzzle- und Rätseleinlagen zu spicken. So ist es auch, wie man im ersten Moment denken könnte, bei Chronicles of Mystery der Fall. Doch wenn man das Spiel spielt, wird man schnell eines besseren belehrt. Doch gehen wir das Ganze einmal durch.Der Inhalt der Story ist schnell und einfach erklärt. Während der Kreuzzüge wurde auf der Insel Malta ein mächtiges Artefakt versteckt. Ein ebenso lange existierender Geheimbund will nun dieses Artefakt finden, um mit seiner Hilfe wieder zu großer Macht zu gelangen. Moment - ein Adventure um einen Geheimbund, mit einer französischen Hauptdarstellerin und einem geheimen Artefakt? Irgendwie müssten da die Worte "Baphomets" und "Fluch" durch das Gehirn springen. Doch bleiben wir erst einmal beim Sachlichen.
Wie schon gesagt, ist unsere Hauptdarstellerin im Spiel (die gleichzeitig unsere Spielfigur ist) ist die französische Archäologin Sylvie Leroux. Eines Tages, als sie gerade von einer Reise zurückkehrt, erhält sie einen Brief von ihrem Professor, in dem sie gebeten wird, ihn auf Malta anzurufen. Natürlich folgt sie der Bitte und spricht mit ihrem Mentor. Doch kurz darauf: Funkstille. Und wie man das normalerweise immer tut, reist Sylvie sofort nach Malta um den Prof zu suchen - und deckt dabei eine alte Verschwörung auf.
Die Story selbst ist also wie aus einem Handbuch abgetippt, was dem Spiel jedoch nicht schadet. Altbewährtes funktioniert meistens ja gut. Viel mehr stört die allgemeine Spielmechanik des Titels, denn die Versprechungen, die uns auf der Verpackung gemacht werden, werden einfach nicht eingehalten.
Beginnen wir einmal mit dem, was uns am häufigsten begegnet: die Suchbilder. Diese folgen eigentlich schlag auf schlag, das ganze Spiel durch, und werden nur selten von anderen Inhalten verdrängt. Vor uns sehen wir eine Szenerie auf dem unteren Bildschirm. Auf dem oberen Screen sehen wir eine Liste mit Dingen, die es zu finden gilt, zum Beispiel "Autoschlüssel", "Schuhe" oder "Briefe". Jetzt müssen wir nur auf dem Bildschirm herumtippen und besagte Gegenstände suchen, bis die Liste abgearbeitet ist, dann geht es weiter. Sind wir einmal Blind, hilft uns dabei ein kleiner Button in der rechten oberen Ecke, der uns sagt, wo wir zu klicken haben.
Zum einen ist dieses "Rätsel" viel zu oft im Spiel vorhanden, zum anderen fehlt komplett der Logische Zusammenhang zu den Gegenständen in vielen Rätseln. Warum sollte ich eine Tasse bei einer Ruine aufheben? Oder warum sollte ich bestimmte Briefe suchen, wo ich doch gar nicht weiß, dass es sie gibt?
Diese Art von Logikfehlern begleitet uns durch das ganze Spiel, auch außerhalb der Suchbilder. So finden wir zum Beispiel ein Glasgemälde an einer der Wände. Ohne zu zögern startet ein Rätsel, in dem wir einfach 2 gleiche Farben antippen müssen, damit sie verschwinden. Dahinter versteckt sich dann eine Karte. Woher wusste Sylvie das nur?
Auf der Packung ist von mehr als hundert Rätseln die Rede, doch dieser Eindruck täuscht. Tatsächlich könnten es wirklich über 100 Rätsel sein, jedoch wiederholen sich viele der Rätsel einfach mehrmals, während der Story bis zu 10 mal. Zusätzlich sind mehrere Abwandlungen davon noch einmal in einem speziellen Modus außerhalb der Story spielbar. Effektiv beläuft sich die Zahl verschiedener Rätsel aber höchstens auf 15-20. Die Herausforderung beläuft sich aber meistens auf Null.
Langeweile auf Malta
Auch außerhalb der Rätsel macht das Spiel eher einen Langweiligen Eindruck. Eine wirkliche Charakterentwicklung findet während der 2-3 Stunden Spielzeit leider absolut nicht Statt. Die Naive Sylvie weiß alles besser und ignoriert komplett alles, was gegen ihren Professor spricht. Zudem findet sie immer sofort die richtigen Leute, mit denen sie sprechen muss - und die tauchen dann zufällig gerade in dem Moment auf, wo sie gebraucht werden. Von der spannenden Story mit vielen überraschenden Wendungen, wie auf der Packung angegeben, fehlt hier jede Spur, vielmehr ist das komplette Abenteuer bereits nach der ersten Viertelstunde durchschaut und folgt einer roten Linie, die perfekt mit dem Lineal gezogen wurde und kein bisschen vom absoluten Standard abweicht.Lob verdienen hingegen die Hintergründe, die für das Spiel gezeichnet/gerendert wurden. Zwar sind vorgerenderte Hintergründe im Grunde nichts besonderes, aber die Motive sind allesamt recht schön und bieten zumindest in der Optik einen Lichtschimmer, auch wenn alles nur aus statischen Bildern besteht.
Der Sound ist auf die Hintergrundmusik und einige wenige Geräusche beschränkt, das ganze klingt "eigentlich" ganz gut, nervt aber zum Ende hin doch etwas.
Apropos Ende, das kommt genau so langsam und lahm, wie das gesamte Spielgeschehen, nach dem lösen eines weiteren, nicht fordernden Rätsels, dass nicht einmal ansatzweise etwas mit einem Ende zu tun hätte, folgt eine Videosequenz mit weiteren Standbildern, und das Spiel ist vorbei - wie gesagt, nach 2-3 Stunden.
Die Steuerung funktioniert gut, allerdings müssen wir uns beim spielen vor allem auf das Abgrasen von Pixeln einstellen. Nur ein Pixel neben den Hotspots, also die Punkte, wo wir mit dem Stylus interagieren können, und die Aktion schlägt fehl. Glücklicherweise haben wir genug zeit, um alles auszuprobieren, ein Zeitlimit gibt es im Spiel nur bei den Rätseln außerhalb der Suchbilder.
Aljoscha Reuther meint...
Chronicles of Mystery könnte man glatt als Mogelpackung bezeichnen, denn womit auf der Packung geworben wird, kann das Spiel nur mit zwei zugedrückten Augen aufwarten. Es gibt keine hundert Rätsel, keine Wendungen in der Geschichte und die Story würde nicht einmal einen Kolibri vor Spannung bibbern lassen. Dennoch ist das Spiel kein komplett schlechtes, immerhin funktioniert es mit seiner simplen Mechanik und bietet für eine sehr kurze Zeit auch Unterhaltung im Adventure-Stil. Allerdings sind 2-3 Stunden Spielzeit einfach viel zu wenig.
Chronicles of Mystery könnte man glatt als Mogelpackung bezeichnen, denn womit auf der Packung geworben wird, kann das Spiel nur mit zwei zugedrückten Augen aufwarten. Es gibt keine hundert Rätsel, keine Wendungen in der Geschichte und die Story würde nicht einmal einen Kolibri vor Spannung bibbern lassen. Dennoch ist das Spiel kein komplett schlechtes, immerhin funktioniert es mit seiner simplen Mechanik und bietet für eine sehr kurze Zeit auch Unterhaltung im Adventure-Stil. Allerdings sind 2-3 Stunden Spielzeit einfach viel zu wenig.

GRAFIK
Nette Hintergründe, die allerdings nur aus stillen Bildern bestehen.
Nette Hintergründe, die allerdings nur aus stillen Bildern bestehen.

SOUND
Mehr als Hintergrundmusik gibt es eigentlich nicht - und die nervt.
Mehr als Hintergrundmusik gibt es eigentlich nicht - und die nervt.

BEDIENUNG
es funktioniert, immerhin. Nichts besonderes.
es funktioniert, immerhin. Nichts besonderes.

UMFANG
Mit mehr als 2-3 Stunden Spielzeit darf nicht gerechnet werden
Mit mehr als 2-3 Stunden Spielzeit darf nicht gerechnet werden
SPIELSPASS
Langweiliges Standardadventure aus dem Baukasten
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Langweiliges Standardadventure aus dem Baukasten
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel