Metropolis Crimes
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 14.10.2009
Als Privatdetektiv hättet ihr euch keinen härteren Arbeitsplatz aussuchen können als Metropolis. Korruption und Gewalt herrschen in der Stadt, die Polizei steht dem Verbrechen machtlos gegenüber. Dennoch seid ihr fest entschlossen, fünf knifflige Fälle zu lösen und Metropolis sicherer zu machen.
Ermittlungen voller Rätsel
Euer Name ist Red Johnson. Ihr seid Privatdetektiv und arbeitet allein. Viel Unterstützung braucht ihr euch von der örtlichen Polizei eh nicht erhoffen, die längst vor dem Verbrechen kapituliert hat. Ihr trefft zwar immer wieder auf den Polizisten Inspector Robert, doch dieser hat schon längst keine Lust auf seine Arbeit mehr und überlässt sie lieber Red. Immerhin taucht immer wieder ein geheimnisvoller Informant auf, der Red mit Hinweisen versorgt. Damit schlägt sich Red durch insgesamt fünf Fälle. Das sind nicht besonders viele Ermittlungen, aber immerhin ist Johnson bei jedem Fall ein bis zwei Stunden beschäftigt, in denen jede Menge Rätsel auf ihn warten.
Rätsel machen einen großen Teil der Detektiv-Arbeit aus. Red muss sie lösen, wenn er die Tatorte untersucht oder Beweismittel im Labor analysiert. Sein wichtigstes Hilfsmittel ist eine Lupe, die durch das Zeichnen eines Kreises auf dem Touchscreen erscheint. Mit dem Stylus lässt sich die Lupe dann über die starren Hintergründe ziehen, um dort nach verdächtigen Hinweisen zu suchen, die deutlich markiert sind. Das Finden der Hinweise ist simpel, doch wenn ihr sie antippt beginnen auch erst die eigentlichen Rätsel.
Die Rätsel selbst sind durchwachsen. Das fängt an bei absolut idiotensicheren Aufgaben an, bei denen Red gute Fotos von unscharfen und überbelichteten Bildern unterscheiden muss. Dann gibt es noch recht belanglose Rätsel, bei denen beispielsweise zwei Bilder nebeneinander gestellt werden und es fünf Unterschiede zu finden gilt. Aber das Spiel stellt euch oft auch vor wirklich netten Aufgaben, bei denen Objekte mit dem Stylus untersucht werden. Dabei lässt sich zwischen per Knopfdruck zwischen den Aktionen „Betrachten“ und „Benutzen“ wechseln, sodass Red Objekte drehen und vergrößern, aber eben auch Schalter drücken, Fingerabdrücke nehmen oder Deckel entfernen kann.
In seinem ersten Fall untersucht Red eine Kasse. Als erstes wird der Kassenhebel mit dem Stylus betätigt, bis Johnson einen Kassenbon in den Händen hält. Dieser zeigt, welche Summe sich in der Kasse befinden sollte. Durch das Drehen der Kasse findet Red dann den Schalter zum Öffnen, sodass er das Geld nachzählen kann. Dabei sind viele Scheine so gefaltet, dass sich ihr Wert nur anhand ihrer Farbe festmachen lässt. Um das Rätsel zu lösen, muss Red letztendlich beantworten, ob und wie viel Geld aus der Kasse genommen wurde. Stimmt das Ergebnis, schreiten eure Ermittlungen voran. Liegt Johnson falsch, muss er das Rätsel noch einmal lösen.
Unnötig umständlich
Über 80 Rätsel warten auf Red Johnson, die meistens Spaß machen, zu oft aber auch einfach nur langweilen. Neben diesen Untersuchungen stehen außerdem noch Zeugenbefragungen und Verhöre auf dem Programm. Bei den Zeugenbefragungen geht es noch locker zu Sache. Red hört sich die einzelnen Versionen des Tathergangs an und treibt das Gespräch vorwärts, indem er aus leicht zu durchschauenden Antwortmöglichkeiten, die richtige auswählt.
Bei den Verhören wird es kniffliger. Hier muss Red die richtigen Beweisstücke präsentieren und sich vielen Fragen stellen, die seine Auffassungsgabe und sein Gedächtnis testen. Nur wenn sich Johnson geschickt anstellt und keine Fehler macht, kann er seine Verdächtigen einschüchtern und den Täter ein Geständnis abzwingen. Jedes Verhör ist in drei Runden aufgeteilt, von denen mindestens zwei gewonnen werden müssen, um den Fall zu lösen.
Eigentlich sind die Verhöre ganz nett – wenn da nicht die katastrophale Steuerung wäre. Red darf nämlich nicht einfach eine Antwort wählen, indem diese mit dem Stylus angeklickt wird. Stattdessen ist jede Antwort mit einem Zeichen versehen. Will Red die richtige Antwort geben, muss also das entsprechende Zeichen auf den Touchscreen gemalt werden. Das ist nicht nur schrecklich umständlich und absolut unnötig, sondern funktioniert zu allem Überfluss nicht einmal besonders gut. Oft will das Spiel die einfachsten Zeichen nicht erkennen, während das Zeitlimit für die Beantwortung der Frage erbarmungslos abläuft. Selbst simple Häkchen müssen wieder und wieder gemalt werden, bis das Spiel sie endlich annimmt. „Metropolis Crimes“ ist ein Paradebeispiel dafür, wie eine unnötig aufgesetzte Touchscreen-Einbindung ein Spiel ruinieren kann.
In Sachen Stil macht der Rätselkrimi dagegen wieder allerhand richtig. Der Comic-Look spielt geschickt mit düsteren Farben, die Hintergründe sind detailliert und vor allem die 3D-Onjekte in den Rätseln sehen gut aus. Die zweidimensionalen Charaktere sind dagegen etwas zu einfach geraten. Außerdem hätte dem dialogreichen Spiel eine Sprachausgabe gut getan, die aber leider komplett fehlt. So ist nur ruhige Jazz-Musik zu hören, die einen großen Teil zur gelungenen Krimi-Atmosphäre beträgt.
Sascha Geldermann meint...
In Sachen Stil und Atmosphäre ist „Metropolis Crimes“ eine runde Sache, doch bei den Ermittlungen fühlte ich mich ständig hin- und hergerissen zwischen Herausforderung und Langeweile, zwischen Spaß und Frust. Wer sich als Privatdetektiv Red Johnson durch diesen Krimi rätselt, erlebt viele Höhen – muss dafür aber auch immer wieder Tiefen in Kauf nehmen.
In Sachen Stil und Atmosphäre ist „Metropolis Crimes“ eine runde Sache, doch bei den Ermittlungen fühlte ich mich ständig hin- und hergerissen zwischen Herausforderung und Langeweile, zwischen Spaß und Frust. Wer sich als Privatdetektiv Red Johnson durch diesen Krimi rätselt, erlebt viele Höhen – muss dafür aber auch immer wieder Tiefen in Kauf nehmen.

GRAFIK
Der Stil ist sehr gelungen. Den Charaktermodellen fehlt aber Feinschliff.
Der Stil ist sehr gelungen. Den Charaktermodellen fehlt aber Feinschliff.

SOUND
Die Jazz-Musik passt zum Spiel. Schade, dass es keine Sprachausgabe gibt.
Die Jazz-Musik passt zum Spiel. Schade, dass es keine Sprachausgabe gibt.

BEDIENUNG
Die Steuerung funktioniert bei den Rätseln, die Zeichenerkennung ist aber katastrophal.
Die Steuerung funktioniert bei den Rätseln, die Zeichenerkennung ist aber katastrophal.

UMFANG
Es gibt nur fünf Fälle, die aber über 80 Rätsel beinhalten.
Es gibt nur fünf Fälle, die aber über 80 Rätsel beinhalten.
SPIELSPASS
Netter Rätselkrimi mit unnötigen Steuerungsproblemen.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Netter Rätselkrimi mit unnötigen Steuerungsproblemen.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel