Oktoberfest: The Official Game
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 09.10.2009
Seit 1810 wird das Oktoberfest auf der Theresienwiese in München gefeiert. Jedes Jahr zieht das international bekannte Volksfest rund sechs Millionen Besucher an, die zwischen Bier und Brezeln feiern. Solltet ihr es bisher nicht zu d’Wiesn geschafft haben, könnt ihr das Oktoberfest nun einfach auf dem Nintendo DS nachholen.
Kein schöner Ausflug
Bei „Oktoberfest: The Official Game“ handelt es sich um eine Minispielsammlung. Das Menü präsentiert sie trotz grafischen Game Boy Color-Niveau recht nett. Jedes Minispiel wird nämlich als Bude auf einem virtuellen Festplatz dargestellt. Euer Streifzug durch die Minispiele gestaltet sich somit als Bummel über das Oktoberfest. Stutzig macht allerdings die Anzahl der Buden. Gibt es wirklich nur zehn Minispiele? Es kommt sogar noch härter! An drei Buden könnt ihr nämlich nichts anderes machen, als ein Bier, eine Brezel und eine Wurst anzutippen. Das ist komplett sinnlos und sollte wohl einfach über die magere Anzahl an wirklichen Aufgaben hinwegtäuschen. Neben diesen Platzhaltern gibt es nämlich nur noch sieben Buden, womit auch nur noch sieben Minispiele übrig bleiben. Alle Minispiele dauern nicht länger als zwei bis drei Minuten, sodass ihr nach einer Viertelstunde schon alles gesehen habt. Da es auch keine weiteren Modi oder gar einen Mehrspieler-Part gibt, könnte die Oktoberfest-Versoftung durchaus das bisher magerste NDS-Spiel sein.
Von großem Wiederspielwert kann leider auch nicht die Rede sein. Zwar gibt es bei jeder Aufgabe drei verschiedene Schwierigkeitsgrade und es lassen sich Punkte abstauben, mit denen ihr vom „Tourist“ bis zum „Wiesn-Gott“ aufsteigt. Aber die Spiele selbst sind furchtbar simpel und einfallslos. Am besten gefällt noch das Quiz, das euch einige Fragen zum Oktoberfest stellt. Ansonsten müsst ihr Symbole nachzeichnen, bei „Hau den Lukas“ durch Reiben mit dem Stylus eine Kraftanzeige füllen oder Brezeln einkreisen. Das alles ist in deutlich besseren und komplexeren Formen schon in Dutzenden anderen Spielen aufgetaucht und macht spätestens nach der ersten Runde schon keinen Spaß mehr. Der virtuelle Ausflug auf das Oktoberfest ist somit alles andere als unterhaltsam.
Das Spiel macht nichts wirklich richtig. Selbst die Steuerung zickt immer wieder herum. Bei einem Servierspiel, bei dem Kunden mit Bier versorgt werden wollen, läuft die Kellnerin wie auf einer Eisfläche. Eingaben auf dem Touchscreen werden immer wieder nicht erkannt, was vor allem beim Zeichnen von Symbolen stark auffällt. Es ist unfassbar, dass die Bedienung trotz so einfacher Aktionen in den Sand gesetzt wurde und den Spielspaß bei einigen Spielen noch zusätzlich trübt.
Der Höhepunkt dieser Minispielsammlung ist der Sound, der aber auch nicht mehr als solide ist. Die recht monotone Musik wird hier zumindest durch eine nette Geräuschkulisse ausgeglichen. Wie Bierkrüge beim Anstoßen klingen, wussten die Entwickler zumindest. Die Grafik geht dagegen wieder in Richtung Totalausfall. Die meisten Minispiele würden nicht einmal auf dem Game Boy Advance als ansehnlich gelten. Alle Darstellungen sind erbärmlich einfach gehalten. Hier wurde wie bei allen anderen Bereichen des Spiels nicht mehr als das Nötigste gemacht.
Sascha Geldermann meint...
Diese Oktoberfest-Versoftung wirkt auf mich, als wären die simpelsten aller Minispiele in ein Dirndl gesteckt geworden, um sich vom erträglichen Oktoberfest-Kuchen ohne viel Aufwand ein Stückchen abzuschneiden. Egal ob Gameplay, Umfang oder Grafik– „Oktoberfest: The Official Game“ ist in jeder Hinsicht eine Frechheit, die nicht einmal im Vollsuff Spaß macht.
Diese Oktoberfest-Versoftung wirkt auf mich, als wären die simpelsten aller Minispiele in ein Dirndl gesteckt geworden, um sich vom erträglichen Oktoberfest-Kuchen ohne viel Aufwand ein Stückchen abzuschneiden. Egal ob Gameplay, Umfang oder Grafik– „Oktoberfest: The Official Game“ ist in jeder Hinsicht eine Frechheit, die nicht einmal im Vollsuff Spaß macht.

GRAFIK
Das Festplatz-Menü ist zwar nett, die Grafik aber einfach nur erbärmlich.
Das Festplatz-Menü ist zwar nett, die Grafik aber einfach nur erbärmlich.

SOUND
Eine gute Geräuschkulisse vermischt sich hier mit eintöniger Musik.
Eine gute Geräuschkulisse vermischt sich hier mit eintöniger Musik.

BEDIENUNG
Die Steuerung funktioniert bei einigen Minispielen ganz gut, bei anderen macht sie Probleme.
Die Steuerung funktioniert bei einigen Minispielen ganz gut, bei anderen macht sie Probleme.

UMFANG
Sieben Minispiele sind auch bei drei Schwierigkeitsstufen nicht mehr als ein schlechter Witz.
Sieben Minispiele sind auch bei drei Schwierigkeitsstufen nicht mehr als ein schlechter Witz.
SPIELSPASS
Dieser Schmarrn lässt sich nicht einmal schöntrinken.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Dieser Schmarrn lässt sich nicht einmal schöntrinken.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel