Dementium: Die Anstalt
Artikel verfasst von Heiko Ellinger am 06.08.2009
Als wir aufwachen, finden wir uns in einem alten und dreckigen Krankenzimmer wieder. Wie kommen wir hier hin? Was ist in diesem Krankenhaus vorgefallen? Wir wissen es nicht, aber was wir wissen, ist, dass wir noch nie so viel Blut an den Wänden eines Hospitals gesehen haben… Das Erstlingswerk der Texaner von Entwickler Renegade Kid „Dementium: Die Anstalt“ nimmt uns mit auf ein Horror-Abenteuer im Hosentaschenformat. Wir nehmen die Herausforderung an…
Ein kurzes Abenteuer…
Unser Horror-Trip entpuppt sich als lupenreiner Ego-Shooter. Während wir uns mit dem Steuerkreuz bewegen, können wir über den Touchscreen unser Sichtfeld bewegen. In den zumeist dunklen Gängen wird neben durchschlagskräftigen Waffen die Taschenlampe zu unserem besten Freund, die uns ein ums andere Mal frühzeitig vor untoten Widersachern warnt. Gemeinerweise müssen wir uns entscheiden: Entweder leuchten wir uns den Weg oder nehmen eine Waffe in die Hand. Beides gleichzeitig funktioniert dagegen nicht. Die Etagen des Krankenhauses sind weitläufig, so dass wir uns schnell darüber freuen, eine Karte des Gebiets zu bekommen. Damit fällt die Orientierung deutlich leichter, auch wenn wir für jeden Abschnitt, also jede Etage, erst eine eigene Karte finden müssen.
Während wir auf leichteren Schwierigkeitsstufen häufig mit frischer Gesundheit bedacht werden, müssen wir mit der Munition durchgehend sparsam umgehen. Leider gingen die Entwickler mit der Geschichte des Spiels ebenso sparsam um. Abgesehen von einigen, durchaus interessanten, Zwischensequenzen wird leider nicht viel geboten. Ab und an finden wir Notizen, so dass wir über einige ehemalige Patienten weitere Hintergründe erfahren. Als wir uns schlussendlich noch mittendrin wähnen im Geschehen, ist es auch schon vorbei: Nach etwa vier Stunden haben wir das Spiel gemeistert, doch immerhin fühlen wir uns den Großteil dieser Zeit gut unterhalten.
…mit bleibendem Eindruck!
Dies liegt nicht zuletzt an der hervorragenden Technik. Die beeindruckende 3D-Engine von Renegade Kid zaubert schaurige Räumlichkeiten flüssig auf den Nintendo DS. Somit gehört „Dementium: Die Anstalt“ zu den grafisch besten Spielen auf Nintendos Handheld, für ein Debütprojekt wahrlich nicht das schlechteste. Zwei Jahre hat der Titel mittlerweile auf dem Buckel, auch wenn sich der Release in Europa deutlich verzögerte. Renegade Kid arbeitet mittlerweile am zweiten Teil und dort dürfte grafisch noch einiges mehr möglich sein. Dennoch gibt es bereits an der visuellen Darstellung des Erstlings einen großen Kritikpunkt anzumerken. Die Gänge und Räume im Krankenhaus sehen fast alle gleich aus, es mangelt an Abwechslung. So kann man nur froh sein, im Spiel eine Karte zu besitzen, da man sich ansonsten durchaus verlaufen könnte.
Die Steuerung hingegen funktioniert tadellos. Das Umsehen mit dem Stylus ist unkompliziert, lediglich das doppelte Drücken des Steuerkreuzes nach oben, um zu sprinten, kann in der Hektik manchmal schief gehen. Der bereits angesprochene Munitionsmangel resultiert daraus, dass viele Gegner in bereits besuchten Räumen wieder auftauchen. Da hilft dann nur Vorbeilaufen, um dieses altbackene Feature zu umgehen. Sehr praktisch ist das Notizbuch, in dem jederzeit kleine Erinnerungshilfen aufgeschrieben werden können. Dies hätte man aber sicherlich noch besser nutzen können. Das rätselhafteste am Spiel sind übrigens nicht die kleinen Rätseleinlagen, die wir ab und an lösen müssen, sondern das Speichersystem. Das Spiel gibt uns mit einer Einblendung zu verstehen, dass es bei jedem Raumwechsel speichert. Leider funktioniert dies nicht und so wird nur an deutlich weniger Punkten gesichert. Wird man von den Zombies überwältigt, müssen so einige Räume erneut besucht werden.
„Dementium: Die Anstalt“ ist ein technisch gelungener, spielerisch solider Horror-Actiontitel. Die leistungsstarke Grafikengine käme allerdings durch abwechslungsreichere Umgebungen noch besser zur Geltung. Lernt Renegade Kid aus den Fehlern dieses Spiels, könnte mit „Dementium 2“ ein richtiger Kracher ins Haus stehen. Bis dahin lohnt sich eine Investition für Horror-Action-Fans aber auf jeden Fall.
Heiko Ellinger meint...
Mir persönlich fehlen im Spiel richtige Schockelemente. Natürlich, das Setting sorgt alleine schon dafür, dass ich von einem Horrorspiel rede, so richtig packen kann es mich aber nicht. Zombies hat man eben schon einmal gesehen. Warum aber spiele ich Dementium trotzdem sehr gerne? Weil die Mühen eines jungen Entwicklerteams belohnt werden müssen und weil diese Jungs den etablierten Kräften direkt einmal zeigen, wie eine gute 3D-Engine auf dem DS auszusehen hat. Und die Steuerung bekommen sie nebenher auch noch gut hin. Sehr gut gemacht Renegade Kid. Beim nächsten Mal bitte noch mit Tiefgang und mehr Abwechslung bei den Texturen und ich verzichte auch freiwillig auf Schockelemente.
Mir persönlich fehlen im Spiel richtige Schockelemente. Natürlich, das Setting sorgt alleine schon dafür, dass ich von einem Horrorspiel rede, so richtig packen kann es mich aber nicht. Zombies hat man eben schon einmal gesehen. Warum aber spiele ich Dementium trotzdem sehr gerne? Weil die Mühen eines jungen Entwicklerteams belohnt werden müssen und weil diese Jungs den etablierten Kräften direkt einmal zeigen, wie eine gute 3D-Engine auf dem DS auszusehen hat. Und die Steuerung bekommen sie nebenher auch noch gut hin. Sehr gut gemacht Renegade Kid. Beim nächsten Mal bitte noch mit Tiefgang und mehr Abwechslung bei den Texturen und ich verzichte auch freiwillig auf Schockelemente.

GRAFIK
Sehr flüssige 3D-Engine, unschön sind nur die sich ständig wiederholenden Texturen.
Sehr flüssige 3D-Engine, unschön sind nur die sich ständig wiederholenden Texturen.

SOUND
Passende Sounduntermalung, die manchmal etwas kratzig durch die DS-Boxen erklingt.
Passende Sounduntermalung, die manchmal etwas kratzig durch die DS-Boxen erklingt.

BEDIENUNG
Gelungene Steuerung, abgesehen von der Sprintfunktion.
Gelungene Steuerung, abgesehen von der Sprintfunktion.

UMFANG
Leider ist der Grusel-Trip sehr schnell vorbei.
Leider ist der Grusel-Trip sehr schnell vorbei.
SPIELSPASS
Gutes Erstlingswerk mit toller Technik!
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Gutes Erstlingswerk mit toller Technik!
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel

Genre
Ego-Shooter
Entwickler
Renegade Kid
Publisher
SouthPeak Games
Releasedatum
10.07.2009
USK-Freigabe

» Weitere Infos zum Titel
Ego-Shooter
Entwickler
Renegade Kid
Publisher
SouthPeak Games
Releasedatum
10.07.2009
USK-Freigabe

» Weitere Infos zum Titel