Boom Blox Smash Party
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 17.06.2009
Die Kugel trifft den Turm mit zerschmetternder Härte. Blöcke bersten auseinander und reißen andere noch mit in die Tiefe. Grüne Chemikalien rinnen herunter und laufen aufeinander zu. Als sie sich treffen gibt es eine Explosion und vom Turm ist endgültig kein Stein mehr übrig – wenn Steven Spielberg etwas anfasst ist Action garantiert: selbst wenn es sich dabei um ein Geschicklichkeitsspiel handelt.
Abwechslungsreiche Zerstörung
Steven Spielberg hat schon mit dem Erstling bewiesen, dass er nicht nur gute Filme hat, sondern auch unterhaltsame Videospiele machen kann. Am Spielprinzip von „Boom Blox“ hat sich nichts geändert. Immer noch dreht sich alles um Blöcke, die ihr auf viele verschiedene Art und Weisen beseitigen müsst. Der große Trumpf ist des Spiels ist dabei die Abwechslung. In den mehr als 400 Levels werdet ihr nämlich mit unzähligen Spielmechaniken, Hindernissen und Umständen konfrontiert, welche die einfache Kernidee in immer neue Richtungen treiben und den Spielspaß damit bis zum letzten Level aufrechterhalten.
Allein die Art der Steuerung wechselt von Abschnitt zu Abschnitt. Mal zielt ihr mit der Wii-Remote auf eine Stelle, auf die ihr dann mit einer Wurfbewegung eine Bowlingkugel schleudert. An anderer Stelle färbt ihr dann wieder Blöcke ein, damit sich drei gleichfarbige berühren und auflösen. Gerade bei diesen beiden Mechaniken funktioniert die Steuerung wirklich tadellos. Es gibt aber auch Aufgaben, bei denen die Bedienung ein klein bisschen ungenau ist. So müsst ihr manchmal im Jenga-Stil Blöcke aus Türmen ziehen, ohne dass die Türme einstürzen, was sich nicht ganz intuitiv anfühlt und dadurch nicht immer ganz leicht ist. Und auch wenn die Schleuder zum Einsatz kommt, mit der Gegenstände zurückgezogen und in Blöcke geschleudert werden, müsst ihr ein bisschen rumprobieren, bis ihr den gewünschten Winkel für den Abschuss hinbekommt.
Meistens funktioniert die Steuerung aber sehr gut und Frustmomente gibt es eh nicht. Dafür aber jede Menge Spaß. Wenn ihr nicht gerade Blöcke einfärbt oder vorsichtig aus Türmen zieht, geht es darum sie zu Boden zu schleudern. Dabei gilt es entweder möglichst viele Blöcke mit einer bestimmten Anzahl von Versuchen zu beseitigen oder eine bestimmte Anzahl an Blöcken mit möglichst wenig Versuchen abzuräumen. Für beides müsst ihr ein gutes Auge beweisen und die Stellen finden, an denen ein Treffer die verheerendsten Folgen hat. Wer jeden Block einzeln abräumt, schafft die Herausforderungen sicherlich nicht und Goldmedaillen sind mit dieser Methode erst recht nicht zu erhaschen. Sucht also möglichst instabile Stellen, damit gleich mehrere Blöcke herunterfallen und am besten auch noch eine Kettenreaktion auslösen.
Eine Kettenreaktion gibt es schon, wenn die physikalisch zumeist korrekt herunterfallenden Blöcke andere durch Berührung mitreißen. Für größere Effekte sorgen allerdings die zahlreichen Spezialblöcke. Kennern des Vorgängers sollten die Bombenblöcke im Gedächtnis geblieben sein. Schließlich sprengen diese ihre gesamte Umgebung weg, wenn ihr sie trefft. Und auch die Chemikalienblöcke lösen praktische Explosionen aus, wenn sich zwei davon berühren. Natürlich haben die Entwickler das Repertoire des Erstlings aber auch aufgestockt. So gibt es nun unter anderem auch Virus-Blöcke, der bei ihrer Explosion alle Blöcke, die sie berühren, infizieren. Dadurch können sich beeindruckende Kettenreaktionen ergeben, die ein breites Grinsen auf das Gesicht jedes Highscore-Jägers zaubern. Übrigens gibt es im Vergleich zum Vorgänger auch ein paar neue Spielzeuge, wobei vor allem die Kanone mit einem explosiven Actionfeuerwerk für unterhaltsame Momente sorgt.
Block-Wahnsinn ohne Ende
In Sachen Gameplay kann „Boom Blox“ kaum etwas vorgeworfen werden. Das Spielprinzip ist so einfach wie erfrischend und wird durch die extrem abwechslungsreichen Aufgaben nicht so schnell langweilig. Das Ganze hätte ruhig nur noch ein Stück knackiger sein dürfen. Oft lassen sich Level auch ohne genaues Hingucken und Überlegen schaffen, indem ihr Kugel einfach mit voller Wucht in einen Turm schleudert und zufällig eine Kettenreaktion auslöst. Richtig schwierig wird es selten. Doch wer es anspruchsvoll mag, kann auch einfach auf Goldmedaillen-Jagd gehen, die eine ganze Zeit lang beschäftigen kann.
Jede Menge Zeit werdet ihr aber auf jeden Fall mit der „Smash Party“ verbringen. Schließlich warten allein im Solo-Modus 400 Level auf euch, die unterschiedlichen Schauplätzen zugeordnet sind. So bilden unter anderem Piratenschiffe, ein Jahrmarkt und der Weltraum die Kulisse für die Blöckchensprengungen. Besonders interessant mögen diese Schauplätze zwar nicht sein, dafür ergeben sich zumindest im Weltraum nette Aufgaben in der Schwerelosigkeit. Einzelspieler werden dabei nicht nur durch Medaillen und Highscores motiviert, sondern auch durch eine ganze Reihe von Extras.
Außerdem gibt es dieses Mal sogar zwei Mehrspieler-Modi: „Wettstreit“ und „Koop“. Die Namen sagen dabei alles. Beim Wettstreit versucht ihr natürlich bis zu dreiFreunde bei mehr als 20 Aufgabenstellungen zu übertrumpfen, während ihr euch im „Koop“ mit einem Mitspieler zusammenschließt. Vier Augen sehen schließlich mehr empfindliche Stellen in den Blockgebilden, die bei einem Treffer für jede Menge Punkte sorgen. Hier können sogar verschiedene Spielzeuge kombiniert werden, was wieder ganz neue Möglichkeiten eröffnet. Einziger Wertmutstropfen: Die Mehrspieler-Modi lassen sich alle nur offline bestreiten.
Das heißt aber nicht, dass es gar keine Online-Funktionen gibt. „Boom Blox Smash Party“ bietet schließlich einen umfangreichen Editor, mit dem ihr eigene Herausforderungen zusammenbasteln und dann auf den EA-Server laden dürft. Mittels einer ID-Nummer lassen sich diese dann aufrufen und damit Freunden zugänglich machen. Sollten eure Bastelkünste den Moderatoren gefallen, werden eure Kreationen vielleicht sogar der ganzen Fangemeinde zugänglich gemacht. Schließlich lassen sich ausgewählte Herausforderungen ganz einfach herunterladen, was die eh schon hohe Zahl von 400 Level noch einmal erhöht.
„Boom Blox Smash Party“ glänzt also bei Spielspaß und Umfang – dafür haben die Entwickler aber bei der Technik gespart. Der Stil ist zwar herrlich abgedreht, was vor allem an den lustigen Blockkreaturen liegt, die durch die Levels rennen. Die Schauplätze bieten aber kaum Details, die Texturen sind verwaschen und die inhaltsleeren Zwischensequenzen sind auch nicht gerade ein Fest für die Augen. Natürlich spielt die Grafik bei Geschicklichkeitsspielen keine große Rolle, sie hätte das Spielerlebnis aber noch abrunden können. Das Gleiche gilt für den Sound. Denn während die Soundeffekte ganz nett sind, dudelt die Musik im Hintergrund recht einseitig vor sich hin. Der Inhalt von „Boom Blox Smash Party“ stimmt, bei einem eventuellen dritten Teil sollten die Entwickler aber noch einmal an der Präsentation feilen.
Sascha Geldermann meint...
Schon als Kind hatte ich Spaß daran, meine gebauten Bauklotztürme einstürzen zu lassen. Mit „Boom Blox“ kann ich meinen spielerischen Zerstörungstrieb nun virtuell ausleben – und das auch noch in beeindruckend vielen Varianten, für die ich Steven Spielberg meinen höchsten Respekt zolle. Ich fühle mich auf jeden Fall bestens unterhalten als Gast seiner actionreichen „Smash Party“, bei der kein Block auf dem anderen bleibt.
Schon als Kind hatte ich Spaß daran, meine gebauten Bauklotztürme einstürzen zu lassen. Mit „Boom Blox“ kann ich meinen spielerischen Zerstörungstrieb nun virtuell ausleben – und das auch noch in beeindruckend vielen Varianten, für die ich Steven Spielberg meinen höchsten Respekt zolle. Ich fühle mich auf jeden Fall bestens unterhalten als Gast seiner actionreichen „Smash Party“, bei der kein Block auf dem anderen bleibt.

GRAFIK
Der abgedrehte Stil mit den Blockkreaturen ist klasse, auch wenn die verwaschenen Texturen das Gesamtbild schmälern.
Der abgedrehte Stil mit den Blockkreaturen ist klasse, auch wenn die verwaschenen Texturen das Gesamtbild schmälern.

SOUND
Die Soundeffekte unterstreichen das Geschehen passend, während die Musik vor sich hin dudelt.
Die Soundeffekte unterstreichen das Geschehen passend, während die Musik vor sich hin dudelt.

BEDIENUNG
Die Steuerung funktioniert abgesehen von der Schleuder und dem Blöckeziehen sehr intuitiv.
Die Steuerung funktioniert abgesehen von der Schleuder und dem Blöckeziehen sehr intuitiv.

UMFANG
Bei 400 Leveln, vielen Modi und einem Editor kann man den fehlenden Online-Modus verschmerzen.
Bei 400 Leveln, vielen Modi und einem Editor kann man den fehlenden Online-Modus verschmerzen.
SPIELSPASS
Actionreiche Geschicklichkeitsprüfungen voller Abwechslung.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Actionreiche Geschicklichkeitsprüfungen voller Abwechslung.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel