Onechanbara: Bikini Zombie Slayers
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 16.05.2009
Es landen immer mehr Wii-Spiele auf dem Markt, die sich speziell an Frauen richten. Ein Trend, dem die „Bikini Zombie Slayers“ nun tapfer entgegentreten. Denn bei diesem Spiel wird alles geboten, was sich ein echter Mann nur wünschen kann: leichtbekleidete Heldinnen, scharfe Schwerter, Horden von Zombies und literweise Blut.
Sex und Gewalt
Die Story wird langweilig serviert. Die Rahmenhandlung wird von ellenlangen englischen Texten erzählt, die von japanischer Sprachausgabe begleitet werden. Aber eigentlich ist das eh egal. Die Geschichte ist nämlich nicht nur verdammt dünn, sondern auch absolut schwachsinnig. Letztendlich soll es einfach nur halbwegs plausibel klingen, dass zwei leichtbekleidete Mädchen in den Kampf gegen Horden von Zombies ziehen. Hier sollte schon klar werden was euch bei so einer Mischung aus Sex und Gewalt erwartet: Trash.
Also Schwert gezückt und rein in das Geschehen. Kaum habt ihr den ersten Schauplatz, eine U-Bahn-Station, betreten, erscheinen auch schon dutzende Zombies. Gemächlich wie Untote bekanntlich sind, greifen diese euch aber nur sehr halbherzig an. Selbst auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad muss die Initiative also von euch ausgehen. Und so geht´s: Rennt auf eure Gegner zu, visiert sie an und haut sie in Stücke bis von ihnen nichts mehr übrig ist außer übertrieben viel Blut.
Damit ist das gesamte Spielprinzip von „Onechanbara“ auch schon geklärt. Ihr metzelt euch vom Anfang bis zum Ende mit einer von drei leichtkleideten Damen durch einseitige Schauplätze und haut sich ständig wiederholende Gegner in Stücke, während ihr Blut meterweit durch die Gegend spritzt. Abwechslung, neue Spielelemente oder gar Rätsel sucht ihr dabei vergebens. Für Trash-Freunde ist das natürlich ein Freudenfest. Klar, selbst diese können sich nicht länger als eine halbe Stunde am Stück mit diesem monotonen Titel beschäftigen, für die volle Dosis Trash kur vor dem Schlafengehen ist er aber genau die richtige Wahl.
Wer nicht auf Trash steht, wird dieses Spiel nach spätestens fünf Minuten aber wieder ins Regal stellen. Monotonie pur auf der einen Seite und komplett fehlender Anspruch auf der anderen sorgen nämlich schnell für Langeweile. Das ändert sich auch dadurch nicht, dass ihr gelegentlich das Blut von eurer Klinge wischen müsst und dass die Heldinnen in einen Blutrausch geraten können. In der Theorie versprechen zwar noch verbesserbare Fähigkeiten eine Prise Tiefgang, doch in der Praxis hat die Erhöhung der Schlagkraft einfach keine spürbaren Auswirkungen. So stellen freischaltbare Kostüme den einzigen Motivationsanreiz dar – eines knapper als das andere. Hier setzen die Entwickler wohl darauf, dass die optischen Reize der Heldinnen die männlichen Zocker trotz Trash-Gameplay an den Bildschirm fesseln.
Training für die Arme
Alle Angriffe werden durch das Schwingen von Wii-Remote und Nunchuk ausgeführt. Dabei hat es natürlich keinerlei Auswirkungen, welche Bewegungen ihr genau macht. Und auch das Timing spielt keine Rolle. So schlagt ihr am besten die ganze Zeit einfach wild um euch, als wärt ihr der Schlagzeuger einer Metal-Band. Dass dabei längst nicht alle Bewegungen erkannt werden, passt ins Gesamtbild und ist letztendlich auch irgendwie egal.
So schlagt ihr euch durch den Story-Modus, der seinen Namen kaum verdient hat, bis kein Zombie mehr seine Körperteile beisammen hat. Besonders umfangreich ist das Abenteuer aber nicht – und das, obwohl bei den Schauplätzen und Gegnern extremes Recycling betrieben wird. Die weiteren Modi stellen leider auch keine Bereicherung dar. Bei „Free Play“ absolviert ihr quasi den Story-Modus komplett ohne Geschichte, während ihr bei „Survival“ einfach so lange metzelt, bis ihr selbst zum Mittagessen eines Zombies werdet.
Noch sinnfreier ist eigentlich nur der Trainings-Modus. Wer soll hier bitte schön trainiert werden? Die Armmuskulatur? Zumindest einen Pluspunkt kann sich „Onechanbara“ dann aber doch noch sichern. Im kooperativen Modus darf nämlich ein Mitspieler beim Schlachtfest mitfeiern. Dabei könnt ihr mit einem Freund zumindest herrlich über diesen Videospiel-Trash lästern, was dann tatsächlich auch Spaß mit sich bringt.
Der Sound wird dem Gameplay gerecht, indem er euch nervige und einseitige Technobeats um die Ohren haut. Die Sprachausgabe ist zwar nett, neben der japanischen hätte es aber gerne auch noch eine englische geben dürfen. Die Grafik macht im Vergleich dazu nicht einmal so eine schlechte Figur. Die Umgebungen sehen zwar recht trostlos aus und bieten mehr Clipping-Fehler als Details, dafür wurde aber in die Gestaltung der Heldinnen sichtlich viel Zeit investiert. So bewegen sich selbst alle Körperteile physikalisch korrekt – wobei die Heldinnen ihre Sport-BHs natürlich zuhause vergessen haben.
Sascha Geldermann meint...
Trash – einige lieben es, die meisten hassen es. Da ich zu Letzteren gehöre, habe ich schon nach wenigen Minuten mein Gehirn einfach komplett abgeschaltet und geistesabwesend noch solange mit Wii-Remote und Nunchuk um mich geschlagen, bis kein Zombie mehr übrig war. Bei vollem Bewusstsein hätte ich das niemals durchgestanden – und das, obwohl die halbnackten Heldinnen, scharfen Schwerter und Zombiehorden eigentlich alle meine männlichen Bedürfnisse auf einem Schlag befriedigen.
Trash – einige lieben es, die meisten hassen es. Da ich zu Letzteren gehöre, habe ich schon nach wenigen Minuten mein Gehirn einfach komplett abgeschaltet und geistesabwesend noch solange mit Wii-Remote und Nunchuk um mich geschlagen, bis kein Zombie mehr übrig war. Bei vollem Bewusstsein hätte ich das niemals durchgestanden – und das, obwohl die halbnackten Heldinnen, scharfen Schwerter und Zombiehorden eigentlich alle meine männlichen Bedürfnisse auf einem Schlag befriedigen.

GRAFIK
Die Charaktermodelle sind detailliert, die leeren Schauplätze und vielen Clipping-Fehler trüben das Gesamtbild aber stark.
Die Charaktermodelle sind detailliert, die leeren Schauplätze und vielen Clipping-Fehler trüben das Gesamtbild aber stark.

SOUND
Es gibt zwar eine Sprachausgabe - aber nur auf Japanisch. Das ist aber immer noch besser als die nervige Musik.
Es gibt zwar eine Sprachausgabe - aber nur auf Japanisch. Das ist aber immer noch besser als die nervige Musik.

BEDIENUNG
Die Steuerung ist einfach gehalten, erlaubt sich aber viele Aussetzer. Außerdem ist sie auf Dauer zu anstrengend.
Die Steuerung ist einfach gehalten, erlaubt sich aber viele Aussetzer. Außerdem ist sie auf Dauer zu anstrengend.

UMFANG
Der kooperative Mehrspieler-Modus ist interessant. Das Abenteuer ist trotz Extrem-Recycling aber viel zu kurz.
Der kooperative Mehrspieler-Modus ist interessant. Das Abenteuer ist trotz Extrem-Recycling aber viel zu kurz.
SPIELSPASS
Schlachtfest für Trash-Fans.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Schlachtfest für Trash-Fans.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel