Naruto: Clash of Ninja Revolution 2 - European Version
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 03.04.2009
Die Mangas rund um Naruto konnten weltweit unzählige Fans gewinnen. Videospielumsetzungen dazu schwächelten dagegen immer. Vor allem die NDS-Ableger versanken irgendwo zwischen Totalausfall und Mittelmäßigkeit. Nun gibt sich Naruto auf Wii aber besonders viel Mühe, um sich mit vielen Charakteren, einem interessanten Kampfsystem und einer ganz neuen Story endlich auch hier in die Herzen der Fans zu prügeln.
Story hui, Präsentation pfui
Mit der Geschichte macht das Beat´em Up schon einmal viel richtig. Sie fällt im Vergleich zum Wii-Vorgänger nämlich nicht nur länger aus, sondern erzählt auch eine interessante Geschichte. Naruto, seine Freunde und die Anbu werden hier in eine Verschwörung gezogen, die euch in 21 Kämpfe verwickelt. Zwar fehlt es bei der Aufgabengestaltung etwas an Abwechslung, viele unterschiedliche Kämpfer und interessante Entwicklungen in der Story werden aber nicht nur Fans der Mangavorlage fesseln.
Dabei verspielt der Story-Modus allerdings bei der Präsentation unnötig viel Spannung. Richtige Sequenzen sind nämlich selten. Wenn ihr Glück habt, erzählt wenigstens noch ein Text vor schwarzem Hintergrund die Geschehnisse bis zum nächsten Kampf. Doch manchmal müsst ihr auch furchtbare Szenen über euch ergehen lassen, bei denen die Standbilder der Figuren aneinandergereiht werden und passend zur wenigstens gelungenen Sprachausgabe einfach ein bisschen wackeln. Das Ganze wirkt dann ein bisschen wie die Kasperltheater-Vorführung einer Kindergartengruppe. Spannungsaufbau sieht auf jeden Fall anders aus.

Gelungen ist dagegen die Kämpferauswahl. Ganze 35 bekannte Charaktere mischen nämlich bei „Naruto: Clash of Ninja Revolution 2“ mit. Und auch bei der Steuerung wird euch eine ordentliche Auswahl geboten. Es ist euch zu überlassen, ob ihr nur mit der Remote, mit Remote und Nunchuk, mit dem GameCube-Pad oder doch lieber mit dem Classic Controller steuern wollt. Dabei funktioniert aber leider auch nicht alles gleich gut. Wer nur mit der Remote spielt kann nicht einmal alle Aktionen ausführen und bekommt schnell Probleme. Das hätte die Entwickler sicherlich geschickter lösen können. Die anderen Steuerungsoptionen funktionieren aber alle sehr gut und erlauben eine einwandfreie Kontrolle über die Kämpfer.
Erlebe die Möglichkeiten!
Wer ein so flaches und anspruchsloses Kampfsystem wie bei den NDS-Teilen erwartet, kann nun erleichtert aufatmen. Zwar ist auch der Schwierigkeitsgrad dieses Wii-Ablegers niedrig angesetzt, das Kampfsystem begeistert aber durch viele Facetten. Wie gewohnt sind grundlegend natürlich schwere und leichte Angriffe, sowie Ducken, Springen und Blocken möglich. Interessante Möglichkeiten kommen dann durch Ausweichschritte in die Auseinandersetzungen. Die Kämpfer bewegen sich in den 3D-Arenen zwar immer nur seitlich in zwei Dimensionen, dennoch können sie sich durch Ausweichschritte drehen, sodass das Geschehen aus einer anderen Perspektive gezeigt wird. Mit gutem Timing könnt ihr so gegnerischen Angriffen entgehen - und mit perfekten Timing sogar direkt einen Gegenangriff starten. Das verlangt natürlich ein bisschen Übung, aber gerade dadurch kommt auch Anspruch in die Sache.
Und das Kampfsystem hat noch mehr Tiefgang. So könnt ihr explosive Geschosse auf eure Gegner schleudern und sogar Hindernisse in den Arenen nutzen, um Deckung zu suchen und plötzliche Angriffe aus dem Hinterhalt zu starten. Wenn es richtig zu Sache geht, schleudert ihr euren Kontrahenten vielleicht sogar aus der Arena, womit der Schauplatz gewechselt wird. Und wenn ihr schon den Schauplatz wechselt, dann solltet ihr das vielleicht auch mit den Kämpfern machen. Denn in manchen Kämpfen stehen zwei Charaktere bereit, wobei einer immer passiv darauf wartet, den aktiven abzulösen. Da sich der passive Kämpfer langsam regeneriert, lassen sich aus diesen Wechseln taktische Vorteile schlagen. Aber auch wenn nur ein Kämpfer zur Verfügung steht, könnt ihr euch Vorteile sicher. Findet ihr die Zeit mit der Remote Gesten auszuführen, bewirken diese Handzeichen nämlich kurzzeitige Vorteile, wie die Verstärkung eurer Angriffskraft.

Mit den Handzeichen lässt sich auch euer Chakra wieder auffüllen. Das ist wichtig – schließlich lassen sich viele entscheidende Aktionen nur unter Einsatz dieser Energie ausführen, die ihr ansonsten durch das Austeilen und Einstecken von Attacken ansammelt. Chakra ist nicht nur für den Charakterwechsel nötig, sondern auch für den Einsatz von Jutsus. Wie Fans bestens wissen, sind das besonders starke Spezialangriffe, die euch enorme Vorteile und euren Gegnern fatalen Schaden einbringen. Die Kämpfe bieten also interessante Möglichkeiten, genug Anspruch und überraschend viel Tiefe.
Vier Spieler, wenig Platz
Im Hauptmenü tummeln sich die üblichen Verdächtigen, wobei viele Modi erst nach und nach erspielt werden. Im Training wird das Kampfsystem sehr ausführlich und mit vielen Übungen erklärt. Fragen bleiben dabei sicherlich keine mehr offen. Außerdem stehen jede Menge weitere Modi bereit, darunter Survival-Kämpfe und ein Missionsmodus. Gerade letzterer sollte zur wichtigsten Anlaufstelle gleich nach dem Storymodus werden. Insgesamt sind die Missionen auch durchaus gut gelungen, nur an Abwechslung fehlt es hier wieder ein bisschen.
Wer drei Freunde zur Hand hat, darf sich außerdem über actionreiche Mehrspielerduelle freuen. Wenn sich vier Ninjas ihre Jutsus um die Ohren hauen, kommt jede Menge Spaß auf. Leider stehen sich die vier Charaktere in den zwei Dimensionen aber auch ständig im Weg, wodurch der Schwung etwas verloren geht. Dennoch kommt hier viel Freude auf – wenn ihr eben prügelwillige Freunde und genug Controller zu Hand habt. Fehlt es euch am einen oder am anderen, schaut ihr leider in die Röhre. Während selbst bei NDS-Prüglern ein Online-Modus schon zum Standard gehört, fehlen Online-Features bei „Naruto: Clash of Ninja Revolution 2“ leider komplett. Schade, hier wurde jede Menge Langzeitmotivation verschenkt. Bei einem eventuellen dritten Teil muss hier definitiv nachgebessert werden.

Auch bei der Grafik besteht noch etwas Nachholbedarf, allerdings hauptsächlich bei der bereits kritisierten Präsentation. Ansonsten passt der Cel-Shading-Look natürlich perfekt zu einem Naruo-Spiel. Nette Details und hübsche Effekte unterstreichen hier die Kampfaction, während die Charaktere selbst leider etwas unscharf wirken. Genauso zweischneidig fällt auch der Sound aus. Einer fabelhaften englischen Sprachausgabe stehen veraltete Soundeffekte und eine unspektakuläre Musik gegenüber. Das Spiel ist also sowohl spielerisch als auch technisch auf dem richtigen Weg, hat aber in beiden Punkten auch ein paar deutliche Schwächen.
Sascha Geldermann meint...
Auf Wii prügel ich mich mit Naruto munter durch eine spannende Story und viele weitere Modi. Das Kampfsystem bietet mir dabei jede Menge interessante Möglichkeiten, die überraschend viel Tiefgang in die Prügeleien bringen. Der Ninja macht damit ein paar große Schritte in die richtige Richtung, hat bis zu einem rundum überzeugenden Beat´em Up aber auch noch einen langen Weg vor sich. Vor allem bei der Präsentation besteht Nachholbedarf und auch ein Online-Modus dürfte bei diesem Genre einfach nicht mehr fehlen!
Auf Wii prügel ich mich mit Naruto munter durch eine spannende Story und viele weitere Modi. Das Kampfsystem bietet mir dabei jede Menge interessante Möglichkeiten, die überraschend viel Tiefgang in die Prügeleien bringen. Der Ninja macht damit ein paar große Schritte in die richtige Richtung, hat bis zu einem rundum überzeugenden Beat´em Up aber auch noch einen langen Weg vor sich. Vor allem bei der Präsentation besteht Nachholbedarf und auch ein Online-Modus dürfte bei diesem Genre einfach nicht mehr fehlen!

GRAFIK
Der Cel-Shading-Look passt perfekt, die Präsentation ist aber dennoch mies.
Der Cel-Shading-Look passt perfekt, die Präsentation ist aber dennoch mies.

SOUND
Gute Sprachausgabe wird hier mit unspektakulärer Musik gekreuzt.
Gute Sprachausgabe wird hier mit unspektakulärer Musik gekreuzt.

BEDIENUNG
Viele Steuerungsoptionen, die aber nicht alle überzeugen.
Viele Steuerungsoptionen, die aber nicht alle überzeugen.

UMFANG
Der Story-Modus ist gelungen und es gibt 35 Kämpfer - Online-Kämpfe fehlen aber immer noch.
Der Story-Modus ist gelungen und es gibt 35 Kämpfer - Online-Kämpfe fehlen aber immer noch.
SPIELSPASS
Guter Prügler mit einigen unnötigen Schwächen.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Guter Prügler mit einigen unnötigen Schwächen.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel