Bleach: Dark Souls
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 27.03.2009
Während die Naruto-Spiele auf dem Nintendo DS immer nur mit Langeweile dienen konnten, zeigte „Bleach: The Blade of Fate“ im vergangenen Jahr, dass ein Beat`em Up mit Mangavorlage auch ganz anders aussehen kann. Mit seiner tollen Spielbarkeit und seinem riesigen Umfang kämpfte sich der Titel auf dem Nintendo DS sogar auf den Genre-Thron. Gelingt „Dark Souls“ nun dasselbe Kunststück?
Kämpfe mit Tiefgang
Der Story-Modus fehlt auch dieses Mal nicht. Dabei löst sich die Geschichte von der Mangavorlage und erzählt eine eigene Geschichte. Auch Neulinge sollten somit einen leichten Einstieg ins Geschehen finden. Besonders interessant ist die Story aber leider nicht, die sich um Ichigos Aufenthalt in der Soul Society dreht. Die in Standbildern präsentierten Gespräche der Kämpfer dienen eher dazu, den zahlreichen Kämpfen einen netten Rahmen zu geben.
Ansonsten kann der Story-Modus aber voll und ganz überzeugen. Nicht nur der Umfang stimmt, sondern auch der Aufbau. Dabei werden auf einer Karte Ereignisfelder präsentiert, die euch zu bestimmten Geschehnissen leiten. Sprechblasen-Felder halten nur Gespräche für euch bereit, welche die Geschichte vorantreiben. Die meisten Felder sind aber mit Kämpfen verbunden. Schlosssymbole zeigen an, dass ein Ereignis gesperrt ist und ihr euch erst an anderer Stelle einen Schlüssel erkämpfen müsst. So kämpft ihr euch durch die Story, ohne einem starr vorgebenden Weg folgen zu müssen.

Die 2D-Kämpfe selbst haben seit dem letzten Jahr nichts an ihrer Faszination verloren. Angriffe verschiedener Stärken gehen genauso leicht von der Hand, wie Springen, Ducken und Blocken. Das bedeutet aber nicht, dass das Kampfsystem leicht zu beherrschen wäre. Bis ihr euren Gegnern gezielte Kombos um die Ohren hauen könnt, werden einige Stunden und auch die eine oder andere Niederlage ins Land ziehen.
Aber keine Sorge: „Dark Souls“ nimmt euch an die Hand und bietet Hilfestellungen, die auch Genre-Neulingen einen leichten und frustfreien Einstieg erlauben. So dürfen blutige Anfänger das Blocken automatisch ablaufen lassen und Spezialangriffe auf den Touchscreen legen. Schließlich haben die Kämpfer auch dieses Mal besonders mächtige Bankai-Techniken auf dem Kasten – sogar mehr denn je. Allerdings ist bekanntlich nur der Tod umsonst. Die Spezialangriffe verbrauchen somit spirituelle Energie, die ihr erhaltet, wenn ihr Schaden austeilt oder einsteckt. Scheut nicht davor zurück, die Bankai-Techniken zu benutzen – oft sind sie entscheidend für den Ausgang des Kampfes!
Wer sich mit dem Kampfsystem vertraut gemacht hat, kann die Spezialangriffe auch als richtiger Profi mit Tastenkombinationen aktivieren. Das braucht zwar mehr Übung, geht aber ebenfalls einwandfrei von der Hand. Die Steuerung lässt nämlich keine Wünsche offen und erlaubt es euch sogar, alle Tasten nach euren eigenen Vorlieben zu belegen. Die sogenannten Geisterkarten lassen sich aber nur über den Touchscreen aktivieren. Diese Karten bereichern das Kampfsystem deutlich und entfesseln unter Einsatz spirituelle Energie starke Angriffe und besondere Effekte, wie die Stärkung eurer Angriffe oder die Schwächung des Gegners. Die Kartendecks, aus denen dann zufällig Karten ausgewählt und auf dem Touchscreen angezeigt werden, könnt ihr selbst gestalten. Das gibt euch noch mehr Entscheidungsmöglichkeiten und dem Kampfsystem noch mehr Tiefe.

„Dark Souls“ bietet im Story-Modus also eine herausragende Beat´em Up-Erfahrung. Vor allem da neben den fantastischen Kämpfen auch andere Aufgaben geboten werden. So müsst ihr einen anderen Charakter vor Feinden beschützen oder mehr Items einsammeln als ein anderer Kämpfer. Somit kommt Abwechslung in die Aufgaben, auch wenn reine Kämpfe natürlich überwiegen. Aber egal ob ihr nun Items gesammelt oder einen Kampf gewonnen habt: Absolvierte Aufgaben eröffnen euch nicht nur neue Felder, sondern belohnen euch auch. So erhaltet ihr neue Kämpfer für die anderen Modi, frische Karten für eure Decks oder Geld, das ihr in Boni investieren könnt. Motivationsanreize gibt es also definitiv genug!
Gegner ohne Ende
Abseits der Story konnte schon das letzte Bleach-Spiel mit einer großen Modi-Auswahl überzeugen. Daran hat sich auch dieses Mal nichts geändert, auch wenn das Hauptmenü leider auch keine großen Erneuerungen zeigt. Erste Anlaufstelle sollte vor allem für Neulinge der Trainings-Modus sein. Hier dürft ihr euch ganz in Ruhe mit der Steuerung vertraut machen, Spezialangriffe ausprobieren und das Ausführen von Kombos üben.
Einzelspieler werden im Arcade-Modus außerdem von CPU-Gegnern herausgefordert, die der Reihe nach auf die Matte geschickt werden wollen. Das Ganze ist auch im Teamkampf möglich. Dabei schnappt ihr euch dann noch einen CPU-Gefährten, mit dem ihr dann bei jedem Kampf gleich zwei Gegner in die Mangel nehmt. An Mitstreitern und Widersachern fehlt es dabei nicht. Schließlich lassen 44 Kämpfer Fan-Herzen höher schlagen. Wer sich mit allen einmal in den Kampf stürzen will, ist auf jeden Fall eine ganze Zeit beschäftigt.

Und auch in Sachen Mehrspieler-Modus lässt „Bleach: Dark Souls“ keine Wünsche offen. Bis zu drei menschliche Gegner dürft ihr in den 2D-Ring bitten. Es ist gut, wenn alle ihre eigene Cartridge mitbringen. Pflicht ist das aber nicht. Denn auch im Einzelkarten-Spiel dürfen vier Kämpfer mächtige Attacken entfesseln. Und wenn eure Freude noch nicht einmal einen Nintendo DS besitzen, verhindert der Online-Modus, dass euch die Widersacher ausgehen. Hier messt ihr euch mit fremden Spielern oder fordert direkt Freunde heraus, denen ihr auch Nachrichten schicken könnt.
„Dark Souls“ kann Genre-Fans unzählige Stunden beschäftigen. Dabei ist es auch dem Urahara Shop zu verdanken, dass die Motivation nicht so schnell verloren geht. Erkämpftes Geld lässt sich hier in Bilder, Sounds, Kostüme und Geisterkarten investieren. Aus letzteren könnt ihr dann natürlich noch stärkere Decks bauen. Ihr dürft sogar mehre Decks speichern und euch vor jedem Kampf für eines entscheiden. Wer auch nur ein bisschen Sammelleidenschaft in sich trägt, wird viel Spaß mit den Geisterkarten haben.
Der Umfang stimmt also genauso wie die Spielbarkeit. Und auch die Technik hat keine Aussetzer. Die 2D-Grafik sieht fantastisch aus und läuft selbst bei vier Spielern und Effektfeuerwerken flüssig. Die Hintergründe wissen dabei genauso zu gefallen, wie die hübschen Charaktermodelle. Schade ist nur, dass die Geschichte im Story-Modus ausschließlich durch Standbilder erzählt wird. Ein paar richtige Sequenzen hätten sie noch besser vorangetrieben. Dafür sorgen aber die Sprachsamples für Stimmung, die die Kämpfer teils aggressiv teils lustig vor und in den Kämpfen ausrufen. Die Musik an sich passt zwar zum Geschehen, wirkt aber etwas eintönig. Ein bisschen mehr Geschwindigkeit hätte noch besser zu den packenden Kämpfen mit ihrer rasanten Action gepasst.
Sascha Geldermann meint...
Bleach zeigt einmal mehr, wie ein Beat´em Up auf dem Nintendo DS auszusehen hat. Es macht nämlich nicht nur optisch eine Menge her, sondern glänzt auch mit hervorragender Spielbarkeit. Während ich mich anfangs noch von den zahlreichen Hilfestellungen an die Hand nehmen lasse, tauche ich später voll und ganz in das komplexe Kampfsystem ein. So ziehen mich die vielfältigen Modi und motivierenden Belohnungen immer tiefer in die Soul Society. An Gegnern fehlt es mir dabei wahrlich nicht – dafür sorgt nicht nur die große Auswahl an Kämpfern, sondern auch der umfangreiche Multiplayer-Part.
Bleach zeigt einmal mehr, wie ein Beat´em Up auf dem Nintendo DS auszusehen hat. Es macht nämlich nicht nur optisch eine Menge her, sondern glänzt auch mit hervorragender Spielbarkeit. Während ich mich anfangs noch von den zahlreichen Hilfestellungen an die Hand nehmen lasse, tauche ich später voll und ganz in das komplexe Kampfsystem ein. So ziehen mich die vielfältigen Modi und motivierenden Belohnungen immer tiefer in die Soul Society. An Gegnern fehlt es mir dabei wahrlich nicht – dafür sorgt nicht nur die große Auswahl an Kämpfern, sondern auch der umfangreiche Multiplayer-Part.

GRAFIK
Die 2D-Grafik ist wunderschön. Aber schade, dass die Story nur durch Standbilder vorangetrieben wird.
Die 2D-Grafik ist wunderschön. Aber schade, dass die Story nur durch Standbilder vorangetrieben wird.

SOUND
Die Sprachsamples stimmen, bei der Musik wäre mehr drin gewesen.
Die Sprachsamples stimmen, bei der Musik wäre mehr drin gewesen.

BEDIENUNG
Eine freie Tastenbelegung und gelungener Touchscreen-Einsatz sorgen für eine ausgezeichnete Bedienung.
Eine freie Tastenbelegung und gelungener Touchscreen-Einsatz sorgen für eine ausgezeichnete Bedienung.

UMFANG
Im Vergleich zum Vorgänger gibt es zwar kaum etwas Neues, die vielen Modi, 44 Kämpfer und Online-Duelle wissen aber immer noch zu beschäftigen.
Im Vergleich zum Vorgänger gibt es zwar kaum etwas Neues, die vielen Modi, 44 Kämpfer und Online-Duelle wissen aber immer noch zu beschäftigen.
SPIELSPASS
So muss ein Beat´em Up auf dem NDS aussehen!
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
So muss ein Beat´em Up auf dem NDS aussehen!
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel