Naruto Ninja Destiny II – European Version
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 25.03.2009
Naruto und seine Freunde haben sich auf dem Nintendo DS schon einige Male ihre Jutsus um die Ohren gepfeffert. Statt unterhaltsamer Kämpfe boten sie dabei aber immer nur langweilige Beat´em Ups, deren Wertungen nicht einmal da Mittelmaß erreichten. Bringt „Ninja Destiny II“ nun endlich die Wende?
Der Kampf gegen die Monotonie
„Story-Modus“ nennt sich das angebliche Herzstück des Spiels. Eine wirkliche Geschichte gibt es dabei aber nicht. Es dreht sich nämlich alles darum, dass Naruto seinen Kampfgeist verloren hat – womit eine unglaublich langweilige Mission beginnt. Naruto muss nämlich durch 3D-Levels rennen und Schriftrollen einsammeln, deren Positionen von einer kleinen Karte angezeigt werden. Auf dem Weg zu den Schriftrollen kommt es zu Zufallskämpfen gegen Feinde, die alle gleich aussehen und auch alle auf dieselbe Art kämpfen. Die Schriftrollen selbst müssen dann auch noch von Narutos Freunden erkämpft werden, die damit wieder seinen Kampfwillen wecken wollen.
Es darf aber daran gezweifelt werden, dass sie das auch wirklich schaffen. Denn die Mischung aus Rumrennen, Schriftrollen einsammeln und Kämpfen ist alles andere als unterhaltsam und bietet keinerlei Abwechslung. Das einzige was danach noch auf Naruto wartet, ist ein Tempel, bei dem sich das Gameplay aber nicht ansatzweise verändert. Statt Schriftrollen sucht ihr nun die Treppe zur nächsten Ebene. Am Rumrennen und Kämpfen ändert sich aber nichts. So ist es nicht verwunderlich, wenn ihr die Lust am Story-Modus verliert, noch bevor er nach gerade mal einer Stunde auch schon geschafft ist.

Wenn doch wenigstens die Kämpfe Spaß machen würden, dann wäre das ganze „Abenteuer“ gleich schon viel unterhaltsamer. Aber Fehlanzeige: Die Kämpfe bieten weder Anspruch noch Abwechslung. Lasst euch dabei nicht vom 3D-Look täuschen. Ihr könnt euch zwar um euren Widersacher drehen – da dieser sich aber automatisch mitdreht, läuft das Geschehen doch nur in zwei Dimensionen ab. Das ganze Kampfsystem ist dabei überraschend flach ausgefallen. Es gibt einen schwachen und einen starken Angriff und außerdem die Möglichkeit zum Blocken und Springen. Die Anzahl an Kombos ist dabei mehr als überschaubar. Aber eigentlich sind diese auch gar nicht nötig. Selbst wenn ihr den Schwierigkeitsgrad auf „schwer“ stellt, könnt ihr eure Widersacher ohne größere Probleme auf die Matte schicken, indem ihr einfach irgendwie auf die Tasten haut. Spielspaß sieht anders aus.
Jutsus gibt es natürlich auch wieder. Direkt unter der Lebensanzeige befindet sich nämlich die Jutsu-Anzeige, die sich füllt, wenn ihr Schläge austeilt oder einsteckt. Der Einsatz dieser Energie ermöglicht jedem Charakter das sogenannte „Jutsu der augenblicklichen Fortbewegung“, mit dem ihr euch direkt hinter euren Feind teleportiert. Aber wenn ihr nicht den letzten Hauch von Anspruch beseitigen wollt, solltet ihr darauf verzichten. Da sich die Kämpfer zu langsam umdrehen, könntet ihr den ganzen Kampf theoretisch nämlich so bestreiten: Teleportieren, Schlagen, Teleportieren, Schlagen – bis euer Gegner auf der Matte liegt, bevor er selbst auch nur einen Angriff starten konnte. Also wartet doch lieber, bis sich die Jutsu-Anzige ganz aufgefüllt hat und ihr einen mächtigen Spezialangriff entfesseln könnt.
Interessant ist einzig der Einsatz von diversen Items, die ihr auf eurem Weg auflest. So sammelt ihr auf dem unteren Bildschirm Gegenstände an, die eure Angriffskraft erhöhen, eure Lebensenergie wieder auffüllen oder euch kurzzeitig sogar unverwundbar machen. Der Einsatz dieser Items läuft in den Kämpfen auch noch sehr komfortabel ab. Während oben der Kampf ausgetragen wird, lassen sich auf dem Touchscreen die Items nämlich ganz bequem und unkompliziert antippen. Wenn bei diesem Spiel doch nur alles so gut ablaufen würde…
Langweilig geht es weiter
Spielt ihr den „Story-Modus“ wirklich komplett durch, werdet ihr für euren Durchhaltewillen mit einem „Quest-Modus“ belohnt. Doch die Enttäuschung folgt schnell. Denn dieser Modus läuft genauso ab, wie der „Story-Modus“ - nur dass es jetzt wirklich gar keine Geschichte mehr gibt. Ihr rennt einfach nur durch einen Tempel und sucht wieder nach der Treppe. Dort empfängt euch dann wie gewohnt ein Gegner, der besiegt werden will, bevor es zur nächsten der 30 Ebenen geht.
Zumindest dürft ihr euch hier aber für einen von 24 Charakteren aus dem Naruto-Universum entscheiden: angefangen von Sakura über Tsunade bis hin zum Hokage der vierten Generation. Diese Kämpfer haben auch alle ihr eigenes Jutsu auf dem Kasten. Und ein weiter Bonus ist es, dass die Charaktere hier sogar Erfahrungspunkte für ihre Siege bekommen, die ihre Angriffskraft verbessern und ihre Lebensenergie erweitern. Hier weht also endlich mal ein Hauch Motivation durch den Tempel der Monotonie. Mehr als ein laues Lüftchen ist das aber nicht, da diese Verbesserungen alle vollkommen automatisch ablaufen und aufgrund der anspruchslosen Kämpfe letztendlich eh keine wirklichen Auswirkungen haben.

Auch sonst ist die Modi-Auswahl eher enttäuschend. Hier lässt sich nichts finden, was wirklich von Interesse wäre. Aber wenn ihr es unbedingt wollt, könnt ihr euch einem einfachen Kampf gegen einen CPU-Gegner stellen. Und wenn ihr gerade mal ganz viel Zeit habt, auch dem Survival-Modus. Hier geht es eigentlich darum, so viele Gegner wie möglich zu besiegen, bevor ihr selbst auf die Matte geschickt werdet. Da die Feinde hier aber noch schwächer wirken als im Story-Modus, kann das wirklich eine Ewigkeit dauern. Willkommen in der Beat´em Up-Hölle der Monotonie! Der einzige Lichtblick ist der Mehrspieler-Modus. Denn wenn ihr euch virtuell mit einem Freund prügelt, kommt endlich mal etwas Spaß auf.
Die 3D-Optik sieht auf dem ersten Blick sehr schick aus, doch das muss beim zweiten Blick schon wieder relativiert werden. Details bieten die trostlosen Umgebungen nämlich kaum und die Charaktere an sich wurden auch nicht gerade liebevoll gestaltet. Richtig gut sehen dagegen aber die Justsus aus, die mit ansehnlichen Effekten in Szene gesetzt werden. Und auch der Sound macht keine schlechte Figur. Dieser mag zwar sehr veraltet wirken und ein bisschen an den GBA erinnern, dafür untermalt die Musik das Kampfgeschehen meistens aber sehr passend – auch wenn sie manchmal mehr Geschwindigkeit und Action verheißt, als dann wirklich geboten wird.
Sascha Geldermann meint...
Und schon wieder erhält der Nintendo DS ein Naruto-Spiel, das nicht einmal mehr als mittelmäßig bezeichnet werden kann. Bei meinem Weg durch den langweiligen Story-Modus setzt mir die Monotonie auf jeden Fall deutlich mehr zu, als die lächerlich anspruchslosen Kämpfe. Und auch abseits dieser gerade mal einstündigen Beat´em Up-Farce finde ich weder Abwechslung noch Spaß. Der Quest-Modus zeigt mit den Erfahrungspunkten zwar einen guten Ansatz, ist aber letztendlich doch genauso langweilig wie der Rest des Spiels.
Und schon wieder erhält der Nintendo DS ein Naruto-Spiel, das nicht einmal mehr als mittelmäßig bezeichnet werden kann. Bei meinem Weg durch den langweiligen Story-Modus setzt mir die Monotonie auf jeden Fall deutlich mehr zu, als die lächerlich anspruchslosen Kämpfe. Und auch abseits dieser gerade mal einstündigen Beat´em Up-Farce finde ich weder Abwechslung noch Spaß. Der Quest-Modus zeigt mit den Erfahrungspunkten zwar einen guten Ansatz, ist aber letztendlich doch genauso langweilig wie der Rest des Spiels.

GRAFIK
Die Kämpfer und die Umgebung sehen gut aus. Richtig hübsch sind aber nur die effektreichen Jutsus.
Die Kämpfer und die Umgebung sehen gut aus. Richtig hübsch sind aber nur die effektreichen Jutsus.

SOUND
Die Geräuschkulisse wirkt veraltet, die Musik ist aber nett.
Die Geräuschkulisse wirkt veraltet, die Musik ist aber nett.

BEDIENUNG
Vor allem der bequeme Einsatz der Items gefällt.
Vor allem der bequeme Einsatz der Items gefällt.

UMFANG
Es gibt 24 Kämpfer. Der Story Modus ist aber lächerlich.
Es gibt 24 Kämpfer. Der Story Modus ist aber lächerlich.
SPIELSPASS
Anspruchsloses Beat´em Up voller Monotonie.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Anspruchsloses Beat´em Up voller Monotonie.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel