Mystery Case Files: MillionHeir
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 05.03.2009
Wo habe ich meine Schlüssel hingelegt? Lag da nicht eben noch ein Buch? Und wo ist schon wieder mein Nintendo DS abgeblieben? – Verlegte Gegenstände können einem im richten Leben den letzten Nerv rauben. Ganz anders sieht die Sache aber bei „Mystery Case Files: MillionHeir“ aus. Als Detektiv begebt ihr euch hier nämlich auf eine spannende Suche nach einem Millionär, seinem Erben und unzähligen Gegenständen.
Wer (oft) suchet, der findet
Max $. Mammon ist als exzentrischer Millionär bekannt, der eine ganze Reihe von Feinden hat. Das macht die Sache umso schwerer, als der Millionär mit dem Dollarzeichen im Namen von einem Tag auf den anderen einfach verschwindet. Als wahrer Profi von Detektiv liegt es jetzt an euch, zwei wichtige Fragen zu klären. Zum einen was mit Mammon passiert ist und zum anderen wer im Falle seines Todes als Erbe bestimmt wurde.
Dabei steht euch ein sehr menschlich wirkender Kriminalcomputer zu Seite, den ihr fleißig mit Indizien füttern müsst. Dafür knüpft ihr euch ein Dutzend Personen aus dem Umfeld Mammons vor. War es der mysteriöse Countrysänger, der zurückgezogen lebende Skilehrer oder mal wieder der Gärtner? – An durchgeknallten Verdächtigen fehlt es auf jeden Fall nicht. Die Geschichte ist dabei durchaus spannend aufgebaut, bietet übertrieben skurrile Charaktere und bildet insgesamt einen netten Rahmen um das eigentliche Gameplay.

Habt ihr euch als Kind stundenlang mit „Wo ist Walter?“-Büchern beschäftigen können oder lasst ihr euch in Zeitschriften kein Suchbild entgehen? Dann wird euch das Spielprinzip gefallen. Auf eurer Suche nach Indizien durchstöbert ihr nämlich die verschiedensten Orte, die als Suchbilder dargestellt werden. Der Touchscreen zeigt euch vom dem Bild immer nur einen kleinen Ausschnitt in der Nahansicht, sodass ihr Scrollen und dabei jedes noch so kleine Detail aufsaugen müsst. Schließlich zeigt euch die Liste auf dem oberen Bildschirm, welche Gegenstände es zu finden gilt, um den Fall voranzutreiben.
Was ist der Theorie noch ganz leicht klingt, gestaltet sich in der Praxis überraschend anspruchsvoll. Die wundervoll gestalteten Bilder strotzen nämlich nur so vor Details und sind alle mit Objekten geradezu vollgestopft. Dabei driften sie auch durchaus ins Surreale ab, sodass eine Billardkugel nicht unbedingt auf dem Boden liegen muss, sondern auch als riesiges Exemplar mit einer Dachkuppel verschmolzen sein kann. Außerdem macht ein geschicktes Spiel mit Farben Gegenstände schwer erkennbar. So findet ihr manche Objekte erst, wenn ihr euch das Bild zum zehnten Mal ganz genau angeschaut habt, was sicherlich viel von dem Reiz dieses Spieles ausmacht.
Mehr als ein Suchbild
Bei „Mystery Case Files: MillionHeir“ kommen Gelegenheitssucher genauso auf ihre Kosten, wie Core-Detektive. Die beiden Schwierigkeitsgrade des Spiels unterscheiden sich vor allem in der Anzahl der Tipps, die euch einfach nicht auffindbare Objekte zeigen. Außerdem haben engagierte Detektive auch ein Zeitlimit im Nacken, während ihr bei der leichteren Variante ganz gemütlich auf die Suche gehen könnt.
Im Verlauf eurer Ermittlungen müssen immer mehr Gegenstände gefunden werden, um die Verdächtigen zum Reden zu bringen. Dabei werden auch die Suchbilder an sich immer komplexer. So lassen sich in späteren Bildern Schränke öffnen oder Blicke aus den Fenstern werfen, um auch dort auf die Suche nach Indizien zu gehen. Außerdem werden auch die angegeben Suchbegriffe immer unklarer. Ist mit „Feder“ nun eine Vogel- oder eine Sprungfeder gemeint? Und dass mit der „Eidechse“ eine kleine Godzillafigur gemeint ist, muss auch erst mal erkannt werden.
Dieses Suchprinzip funktioniert vielleicht bei einzelnen Suchbildern in Zeitschriften, aber lädt es auch zu stundenlangen Ermittlungen ein? In der Tat ist die Sucherei auf Dauer etwas zu monoton, um euch wirklich Stunden am Stück an die beiden Bildschirme zu fesseln. Dennoch werdet ihr wochenlang immer wieder für ein paar kurze Runden in die Suchbilder eintauchen, was dank vorbildlicher Speicherfunktion auch jeder Zeit möglich ist.

Die Entwickler haben sich alle Mühe gegeben, das an sich monotone Spielprinzip aufzulockern. So bleibt es nicht beim einfachen Antippen von Objekten – bald stehen auch Aufforderungen wie „Herz massieren“ oder „Ninja fangen“ auf der Suchliste. Und auf einmal müsst ihr auch in Herzsymbol ausmalen oder Gitterstäbe zeichnen. So reicht es auf Dauer nicht mehr, nur Objekte zu finden. Ihr müsst auch herausfinden, was ihr mit ihnen machen müsst.
Des Weiteren gesellen sich im Spielverlauf auch immer mehr Werkzeuge zur euer Lupe. Eine Taschenlampe bringt Licht in dunkle Zimmer, während euch mit einem Röntgengerät nicht einmal mehr Gegenstände entgehen, die sich in oder hinter anderen Objekten befinden. Damit eröffnen sich euch im Spielverlauf neue Möglichkeiten, die wieder für neue Motivation sorgen.
Und zu guter Letzt reichen die gefundenen Objekte noch nicht ganz aus, um einen Verdächtigen zum Reden zu bringen. Dafür muss nämlich auch noch ein abschließendes Rätsel gelöst werden. Also löst Schieberätsel, setzt Puzzles zusammen oder findet die Unterschiede zwischen zwei Bildern, die auf dem ersten Blick gleich aussehen. Im Grunde wird hier nichts geboten, was nicht auch in den meisten Rätselheften zu finden wäre. Dank einer guten Mischung bilden diese Rätseleinlagen aber dennoch eine gelungene Abwechslung zu euren detektivischen Suchaktivitäten
Acht Augen sehen mehr
Da es den Entwicklern gelungen ist, für Motivationsanreize zu sorgen, werdet ihr immer wieder zum Nintendo DS greifen, um das nächste Suchbild zu lösen. Das Spielprinzip lockt einfach immer wieder an den Bildschirm – selbst wenn ihr den Fall schon gelöst habt. Das „Schnelle Spielt“ lädt nämlich zum kleinen Suchspaß für zwischendurch und wenn ihr den Story-Modus auf dem höheren Schwierigkeitsgrad knackt, winken sogar noch einige zusätzliche Boni. So habt ihr auch abseits eurer Ermittlungen eines zu tun, auch wenn die Modi-Auswahl noch höher hätte ausfallen können.
Ein großes Plus ist der Mehrspieler-Modus, bei dem bis zu vier Detektive entweder gegeneinander oder miteinander auf die Suche gehen. Bestimmt einfach ein Zeitlimit, sowie die Anzahl der Spieler und Orte, damit es losgehen kann. Das Ganze ist sogar mit nur einem einzigen Nintendo DS möglich, wobei die Spieler dann einfach abwechselnd die Suchbilder durchstöbern.

Die Steuerung funktioniert dabei jederzeit problemlos – egal ob nur Antippen oder komplexere Aktionen vom Stylus verlangt werden. Beim Scrollen habt ihr sogar die Wahl, ob ihr mit dem Stylus über den Bildschirm fahren oder doch lieber die Knöpfe bzw. das Steuerkreuz benutzen wollt. Beides funktioniert einwandfrei.
Die Technik zeigt nur bei der Erzählung der Kriminalgeschichte Schwächen. Die einfachen Standbilder wirken wenig spektakulär und auch das Fehlen einer Sprachausgabe trübt die Atmosphäre. Bei den Suchbildern selbst bildet die Musik aber eine passende Untermalung, während die Optik oft einfach nur beeindruckend ist. Die Bilder versprühen einen ganz speziellen maroden Charme, während sie mit ihrer geschickten Gestaltung und unglaublichen Detailfülle überhaupt erst ermöglichen, dass die Sucherei so fordernd und unterhaltsam ist.
Sascha Geldermann meint...
Den Millionenerben habe ich längst gefunden, dennoch tauche ich immer wieder in die unglaublich detaillierten Bilder ein, um noch mehr verschwundene Gegenstände zu jagen. So eine Langzeitmotivation habe ich den virtuellen Suchbildern anfangs gar nicht zugetraut, doch variantenreiche Aktionen, interessante Werkzeuge und bunt gemischte Rätseleinlagen lockern das an sich abwechslungsarme Gameplay gekonnt auf. So begebe ich mich zwar nie stundenlang am Stück auf die Suche, dafür lockt mich „Mystery Case Files: MillionHeir“ aber jeden Tag immer wieder für eine kurze Runde an den Bildschirm.
Den Millionenerben habe ich längst gefunden, dennoch tauche ich immer wieder in die unglaublich detaillierten Bilder ein, um noch mehr verschwundene Gegenstände zu jagen. So eine Langzeitmotivation habe ich den virtuellen Suchbildern anfangs gar nicht zugetraut, doch variantenreiche Aktionen, interessante Werkzeuge und bunt gemischte Rätseleinlagen lockern das an sich abwechslungsarme Gameplay gekonnt auf. So begebe ich mich zwar nie stundenlang am Stück auf die Suche, dafür lockt mich „Mystery Case Files: MillionHeir“ aber jeden Tag immer wieder für eine kurze Runde an den Bildschirm.

GRAFIK
Die Suchbilder voller Details sind beeindruckend. Bei den Sequenzen haben sich die Entwickler leider nicht so viel Mühe gegeben.
Die Suchbilder voller Details sind beeindruckend. Bei den Sequenzen haben sich die Entwickler leider nicht so viel Mühe gegeben.

SOUND
Die Musik ist gelungen, Sprachausgabe gibt es aber nicht.
Die Musik ist gelungen, Sprachausgabe gibt es aber nicht.

BEDIENUNG
Die Steuerung funktioniert problemlos.
Die Steuerung funktioniert problemlos.

UMFANG
Es gibt zig Objekte und sogar einen Mehrspieler-Part. Es hätten aber ruhig noch ein paar mehr Modi sein dürfen.
Es gibt zig Objekte und sogar einen Mehrspieler-Part. Es hätten aber ruhig noch ein paar mehr Modi sein dürfen.
SPIELSPASS
Spannender Suchspaß für zwischendurch.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Spannender Suchspaß für zwischendurch.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel