SimAnimals
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 20.02.2009
Mein Wald ist ein kleines Paradies. Die Bäume stehen in voller Blüte und bieten den Vögeln einen sicheren Nistplatz. Hasen kauen zufrieden auf Kleeblättern rum, Eichhörnchen spielen mit Dachsen und ein Bär macht ein friedliches Nickerchen in der Sonne. Ja, es ist ein wundervoller Ort – doch bis zu dieser Idylle war es auch ein langer Weg!
Tierliebe geht durch den Magen.
Es fängt alles mit einem kleinen Waldstück an, das noch keine Tiere beherbergt. Das könnt ihr in Form einer großen weißen Hand aber schnell ändern. Ihr müsst euch einfach um die Pflanzen kümmern, wobei ihr am besten mit dem Gießen anfangt. Schwebt als Hand einfach über einen kleinen See und saugt Wasser auf, das ihr dann über der nächsten Eiche wieder ausschüttet. Der Baum dankt es euch mit Eicheln, die ihr dann einfach runter schütteln und einsammeln könnt. Und siehe da, schon wird das erste Eichhörnchen angelockt.
Und so lockt ihr mit den richtigen Pflanzen im Spielverlauf immer mehr Tiere an. Immer wieder kommen neue Arten hinzu, bis sich irgendwann über 30 verschiedene in eurem Wald tummeln. Doch Anlocken reicht noch nicht, ihr wollt ja schließlich auch, dass die Tiere heimisch werden. Dafür müsst ihr aber erst einmal ihr Vertrauen gewinnen und das erreicht ihr durch Fütterungen. Legt einem Hasen also erst einmal etwas Klee hin. Sobald er diesen verputzt hat, könnt ihr sogar versuchen, ihn direkt aus eurer Hand fressen zu lassen. Und schon seid ihr auf dem besten Weg eine tierische Freundschaft aufzubauen.

Mit Fütterungen kommt ihr schon weit, damit euch die Tiere vollauf vertrauen ist aber noch ein bisschen mehr nötig. Sie wollen zum einen ein Heim, das sie in Bäumen oder Erdlöchern finden. Und auch der Spaß darf nicht vernachlässigt werden. Eichhörnchen mögen es zum Beispiel, von euch in die Luft gehoben und etwas herumgeschleudert zu werden. Aber bitte erst, wenn sich euch schon ein bisschen Vertrauen. Ansonsten finden sie das nämlich gar nicht lustig und sind schneller wieder weg, als ihr die nächste Eichel zücken könnt.
Viele Tiere, wenige Bedürfnisse
Befriedigt ihr die Wünsche nach Nahrung, Unterschlupf und Spaß werden die Tiere in eurem Gebiet heimisch. Dabei bringt jedes Tier auch eigene Aufgaben mit sich, die auf dem Bildschirm angezeigt werden. So sollt ihr für die Kaninchen ein paar Rübenfelder anlegen oder den Bibern Holz für den Dammbau beschaffen. Belohnt werdet ihr durch die Zufriedenheit eurer wilden Bewohner, die einen Balken am Bildschirmrand füllt.
Habt ihr den Balken auf sein Maximum gebracht, wird das nächste Waldgebiet freigeschaltet. Über eine Weltkarte könnt ihr dann tiefer in den Wald ziehen und ein neues Stück Land in ein Paradies verwandeln. Ihr dürft auch jeder Zeit zwischen den Waldstücken hin und her springen, die sich durch ihre unterschiedliche Beschaffenheit auszeichnen. Und wenn ihr eure Tiere mitnehmen wollt, ist das auch kein Problem. Schnappt sie euch einfach und packt sie in den Rucksack, um sie dann im nächsten Waldgebiet wieder gesund und glücklich freizulassen. Diese Möglichkeit ist nicht zu unterschätzen, denn so könnt ihr all eure Schützlinge in eurem Lieblingswaldgebiet vereinen.

Leider sind die Waldstücke weder besonders groß, noch besonders zahlreich. Überhaupt ist die Langzeitmotivation das Hauptproblem des Spiels. Abgesehen von den neuen Waldstücken und strahlenden Tieraugen bekommt ihr für eure Mühe nämlich nur wenig. Es ist einzig den zahlreichen Tieren zu verdanken, dass ihr euch doch eine ganze Weile mit dem Spiel beschäftigen wollt. Es kommen schließlich immer neue Tierarten mit eigenen Verhaltensweisen hinzu, die euer Interesse wach halten werden. Mit 30 verschiedenen Tieren ist die Anzahl fast doppelt so hoch wie bei der NDS-Fassung, womit die Wii-Version auch deutlich länger beschäftigen kann.
Dennoch fällt auf Dauer das Fehlen von Tiefgang auf. Außer Nahrung, Wohnraum und Spaß wollen eure Schützlinge nämlich nichts mehr von euch, womit sich auch die Aufgaben ständig wiederholen. Außergewöhnliche Ereignisse oder Platz für Experimente fehlen leider, sodass „SimAnimals“ sicherlich immer wieder für eine entspannende Waldpflege gut ist, auf lange Sicht aber viel von seiner anfänglichen Faszination einbüßt.
Lehrreiche Naturerfahrung
Wenn euch langweilig wird, könnt ihr ja ein bisschen im Lexikon blättern. Hier wird nämlich zu jeder Pflanze und zu jeder Tierart ein kurzer aber sehr informativer Artikel angelegt. Klingt nur nach einem netten Extra ist aber eigentlich viel mehr. Dadurch wird der Aufbau eines virtuellen Ökosystems nämlich mit lehrreichen Informationen über die Natur verknüpft, was gerade für jüngere Spieler äußert interessant sein sollte. Damit hat „SimAnimals“ eigentlich das Prädikat „Pädagogisch wertvoll“ verdient.
Ein anderer Zeitvertreib ist das Einladen von bis zu drei Freunden. Es schnappt sich einfach jeder eine Wii-Remote und schon fliegen vier Hände durch den Wald. Dabei solltet ihr die Ansicht aber immer nur von einem Spieler steuern lassen, damit es nicht so Übersichtsproblemen kommt. Schließlich macht die Kamera auch schon beim alleinigen Spielen immer wieder Probleme, die häufiges Nachjustieren erfordern. Zu viert könnt ihr euch dann effektiver um die Tiere und Pflanzen kümmern. Neue Möglichkeiten ergeben sich daraus aber leider nicht. Schade, da hätten die Entwickler wesentlich mehr draus machen können.

Mehr hätten sie aber sicherlich auch aus der Hardware-Power der Wii herausholen können. Zwar ist die Konsole nicht gerade für eine überwältigende HD-Grafik bekannt, hätte den Wald aber sicherlich noch deutlich lebendiger darstellen können. Die Gebiete wirken nämlich recht karg. Umso erstaunlicher ist es auch, dass die Framerate nicht immer ganz stabil läuft. Da würde eindeutig geschlampt!
Waldatmosphäre kommt aber dennoch rüber. Das ist vor allem der niedlichen Gestaltung der Tiere zu verdanken. Und auch die realistischen Animationen machen viel her. Außerdem sorgt der Sound mit einer Mischung aus ruhigen Melodien und passenden Naturgeräuschen dafür, dass ihr manchmal wirklich das Gefühl habt, auf einer Waldlichtung zu sitzen.
Sascha Geldermann meint...
Bei „SimAnimals“ kann ich mich einfach mal zurücklehnen und ganz entspannt Bäume gießen, Kaninchen füttern oder mit Bären toben. Da huscht doch ein Lächeln über das Gesicht jedes Naturfreundes. Zwar fehlen mir auf lange Sicht Tiefgang und Motivationsanreize, bis ich alle 30 Tiere angelockt und kennen gelernt habe, fließt aber eine Menge Wasser durch meine virtuellen Flüsse. Und selbst danach lädt mich mein Wald noch zu kurzen entspannenden Ausflügen oder zum lehrreichen Schmökern im Lexikon ein.
Bei „SimAnimals“ kann ich mich einfach mal zurücklehnen und ganz entspannt Bäume gießen, Kaninchen füttern oder mit Bären toben. Da huscht doch ein Lächeln über das Gesicht jedes Naturfreundes. Zwar fehlen mir auf lange Sicht Tiefgang und Motivationsanreize, bis ich alle 30 Tiere angelockt und kennen gelernt habe, fließt aber eine Menge Wasser durch meine virtuellen Flüsse. Und selbst danach lädt mich mein Wald noch zu kurzen entspannenden Ausflügen oder zum lehrreichen Schmökern im Lexikon ein.

GRAFIK
Die niedlichen Tiere überzeugen dank gelungener Animationen. Die karge Umgebung und die instabile Framerate sind aber eine Frechheit.
Die niedlichen Tiere überzeugen dank gelungener Animationen. Die karge Umgebung und die instabile Framerate sind aber eine Frechheit.

SOUND
Die Melodien passen genauso wie die Geräusche.
Die Melodien passen genauso wie die Geräusche.

BEDIENUNG
Die Bedienung geht leicht von der Hand. Gelegentlich gibt es aber Kameraprobleme.
Die Bedienung geht leicht von der Hand. Gelegentlich gibt es aber Kameraprobleme.

UMFANG
Über 30 Tiere tummeln sich in viel zu wenigen Waldgebieten.
Über 30 Tiere tummeln sich in viel zu wenigen Waldgebieten.
SPIELSPASS
Dieser Waldausflug ist gleichsam entspannend und lehrreich.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Dieser Waldausflug ist gleichsam entspannend und lehrreich.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel