Zoo Hospital
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 01.02.2009
Euer Studienabschluss ist noch keine Woche her und schon habt ihr als angehender Tierarzt alle Hände voll zu tun. Schuld ist eure Tante, die den vielleicht heruntergekommensten Zoo der Welt besitzt. Hier sind die Tiere so krank, dass sich schon seit langer Zeit kein Besucher mehr auf das Gelände getraut hat. Also packt die Wii-Remote als Allheilmittel für sämtliche Tierkrankheiten ein und eilt eurer Tante zu Hilfe!
Exotische Patienten
Eure Aufgabe besteht nun also darin, alle Tiere im Zoo zu behandeln, damit diese sich wieder bester Gesundheit erfreuen. Nur so könnt ihr dem Zoo wieder zu seinem alten Ruhm verhelfen und seinen Ruin verhindern. Die Zeit eilt, denn ein geldgieriger Investor hat schon ein Auge auf das Gelände geworfen, um dort einen riesigen Minigolfplatz zu errichten. Somit wird euch zwar nicht gerade die einfallsreichste Geschichte präsentiert, ihr bekommt aber immerhin die Chance eure Fähigkeiten als Tierarzt unter Beweis zu stellen.
Anfangs sind nur wenige Gehege bewohnt. Doch wenn ihr erst einmal die ersten Tiere geheilt habt, kommen auch wieder zahlungswillige Besucher in den Zoo. Und von deren Geld werden dann automatisch neue Tiere gekauft, bis sich letztendlich stolze 48 Arten in den Gehegen tummeln, die natürlich alle behandelt werden sollen. Die große Zahl an Tieren ist erfreulich, allerdings beläuft sich die Spielzeit dennoch nur auf einige wenige Stunden.

Die kurze Spielzeit resultiert hauptsächlich aus der flotten Spielgeschwindigkeit, die an sich recht angenehm ist. Allzu lange muss weder Papagei noch Elefant auf eurem Behandlungstisch verweilen. Zumal Eile auch belohnt wird. An Ende jeder Behandlung gibt es nämlich eine Bewertung, wobei es natürlich nicht nur auf Geschwindigkeit, sondern auch Geschick ankommt.
Von der Diagnose bis zur Heilung
Die meiste Zeit des Spiels verbringt ihr am Behandlungstisch. Hier muss erst einmal eine Diagnose gestellt werden, was sehr enttäuschend abläuft. Ihr müsst nämlich mit der Wii-Remote einfach ein Symbol berühren, das sich über das kranke Tier hin und her bewegt. Das hat nichts mit einer richtigen Diagnosestellung zu tun und ist eher ein einfallsloses Geschicklichkeitsspiel. Sobald ihr wisst, was ihr behandeln müsst, wird die ganze Sache aber gleich interessanter. Nun müsst ihr nämlich die richtigen Werkzeuge aus dem Inventar wählen und geschickt einsetzen. Aber keine Sorge, die Behandlungsmethoden werden euch direkt am Anfang beigebracht und sind leicht zu merken.
Natürlich wird jedes medizinische Instrument durch die Remote verkörpert. Der erste Schritt ist es meistens, eine Stelle des Fels mit einem Rasierer zu entfernen. Hier sind natürlich schnelle Bewegungen gefragt. Um Präzision geht es dagegen, wenn punktgenau eine Spritze gesetzt werden will oder Viren mit einem Laser getroffen werden müssen. Und auch die Beruhigung des tierischen Patienten ist manchmal nötig. Selbst ein aufgebrachter Tiger wird durch ein paar Streicheleinheiten wieder zahm wie ein NintenDog.

Die Behandlungen machen durch ihr flottes Spieltempo und den vielfältigen wie präzisen Gebrauch der Wii-Remote durchaus eine Weile Spaß. Leider gibt es aber nicht besonders viele Instrumente, sodass der Tierarztalltag schon sehr schnell recht monoton wird, während sich die geforderten Bewegungen viel zu oft wiederholen. Hier haben es die Entwickler eindeutig verpasst, mit immer wieder neuen Krankheiten und Werkzeugen für langfristige Motivation zu sorgen. Nach spätestens einer Stunde kann nur noch der Mehrspieler-Modus locken. Dieser wird erst nach einer Weile freigeschaltet und ermöglicht es, dass zwei Tierärzte gleichzeitig zu Tupfer und Spritze greifen können.
Nur für Nachwuchstierärzte
Sehr schade ist es, dass sich das Spiel ausschließlich an sehr junge Tierärzte richtet. Ältere Semester werden nämlich gnadenlos unterfordert. Die geforderte Behandlungsmethode ist nämlich jedes Mal absolut offensichtlich und mit Leichtigkeit durchzuführen. So sind es Kinder, die bei diesem Spiel auf ihre Kosten kommen. Und genau dieser Zielgruppe werden auch die Folgebesuche gefallen, bei der die Patienten nach der Behandlung noch in ihren Gehegen besucht und mit der Wii-Remote ausgiebig gestreichelt werden.
Dabei haben die Entwickler auch mit dem Niedlichkeitsfaktor nicht gegeizt. Die Tiere präsentieren sich alle verspielt und werden durch gelungene Modelle in Szene gesetzt. Dazu kommen auch noch realistische Geräusche, die den Zoo direkt in euer Zimmer holen. Alles andere wurde technisch allerdings total vernachlässigt. Die Musik ist wirklich unspektakulär und die Umgebungen sind so hässlich, dass die Entwickler mal über den Nachfolger „Zoo Decorator“ nachdenken sollten.
Sascha Geldermann meint...
Eines muss ich „Zoo Hospital“ lassen. Wenn innerhalb weniger Minuten erst ein Panda, dann ein Papagei und dann auch noch ein Schnabeltier auf dem Behandlungstisch landen, bleibt für Langeweile erst mal keine Zeit. Doch auch wenn dieses angenehm hohe Spieltempo durchgehend gehalten wird, verlieren die Behandlungen von Patient zu Patient immer mehr an Reiz. Zu schnell werden die wenigen Behandlungsmethoden zur Routine, zu oft werden die gleichen Bewegungen gefordert und zu einfach ist der Weg zur Heilung.
Eines muss ich „Zoo Hospital“ lassen. Wenn innerhalb weniger Minuten erst ein Panda, dann ein Papagei und dann auch noch ein Schnabeltier auf dem Behandlungstisch landen, bleibt für Langeweile erst mal keine Zeit. Doch auch wenn dieses angenehm hohe Spieltempo durchgehend gehalten wird, verlieren die Behandlungen von Patient zu Patient immer mehr an Reiz. Zu schnell werden die wenigen Behandlungsmethoden zur Routine, zu oft werden die gleichen Bewegungen gefordert und zu einfach ist der Weg zur Heilung.

GRAFIK
Die Tiere sind hübsch - im Gegensatz zu der Umgebung.
Die Tiere sind hübsch - im Gegensatz zu der Umgebung.

SOUND
Realistische Geräusche übertönen die unspektakuläre Musik.
Realistische Geräusche übertönen die unspektakuläre Musik.

BEDIENUNG
Die Steuerung ist genau, die geforderten Bewegungen wiederholen sich aber ständig.
Die Steuerung ist genau, die geforderten Bewegungen wiederholen sich aber ständig.

UMFANG
48 Tiere und Behandlungen für zwei Spieler halten bei Laune. Insgesamt ist die Spieldauer aber viel zu kurz.
48 Tiere und Behandlungen für zwei Spieler halten bei Laune. Insgesamt ist die Spieldauer aber viel zu kurz.
SPIELSPASS
Kindgerechte Tierbehandlungen mit flottem Spieltempo.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Kindgerechte Tierbehandlungen mit flottem Spieltempo.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel