WALL•E – Der Letzte räumt die Erde auf
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 14.01.2009
WALL•E hat sich längst in die Herzen zahlreicher Kinobesucher gesammelt, gepresst und gestapelt. Und da mittlerweile jeder Animationsfilm auch mit einer Videospielumsetzung bedacht wird, nimmt der kleine Roboter mit dem traurigen „Gesichtsausdruck“ nun auch die Wii-Besitzer ins emotionale Visier. Ob er dabei genauso viel Erfolg hat wie auf der großen Leinwand?
Würfelspiele
Die Geschichte folgt im Großen und Ganzen der Filmvorlage. Es sind also auch hier schon 700 Jahre vergangen, seitdem die Menschheit die völlig verschmutze Erde mit Raumschiffen verlassen hat. Seitdem macht WALL•E das, wofür er gebaut und hier zurückgelassen wurde: Aufräumen. Er presst den lieben langen Tag Schrott zu Würfeln, die er dann ordentlich aufstapelt. Aber ein Lichtblick ist in Sicht – schon bald wird nämlich ein Raumschiff auftauchen und die Roboter-Dame EVE auf die Erde schicken. Und EVE ist aus Robotersicht eine strahlende und wohlgeformte Lady, die WALL•E gehörig den Kopf verdrehen wird.
Das Spiel setzt aber noch ein ganzes Stück früher an, sodass ihr anfangs doch einsam durch die verschmutzen Gebiete der Erde streift. Und natürlich dreht sich alle um das Pressen von Schrottwürfeln. Diese muss WALL•E nämlich geschickt einsetzen, um Hindernisse aus dem Weg zu räumen und neue Wege zu öffnen. Dabei kommt es auch auf die Art der Würfel an. Explosive Ladungswürfel räumen ganze Schrottberge aus dem Weg, während schwere Metallwürfel perfekt Schalter beschweren können.

Das Dumme ist nur, dass so ein Leben als Aufräumroboter recht eintönig ist und ihr nach wenigen Minuten schon keine Würfel mehr sehen könnt. Zumal die Aufgaben zum einen nicht besonders einfallsreich sind und sich zum anderen auch noch ständig wiederholen. Außerdem richtet sich das Spiel an ein jüngeres Publikum, sodass der Schwierigkeitsgrad recht niedrig angesetzt ist. Es ist eigentlich immer deutlich markiert, wo ihr den nächsten Würfel einsetzen müsst.
Ein Lichtblick namens EVE
Bei dieser Eintönigkeit wird EVE nicht nur zum Lichtblick für WALL•E, sondern auch für den Spieler. Diese unterstützt WALL•E nämlich nicht nur, indem sie ihn mit ihrer Flugfähigkeit ein Stück weit trägt, sie bekommt sogar einige eigene Passagen. Und da ändert sich die Spielmechanik gewaltig. Anstatt des eintönigen Würfelpressens rast ihr nun auf einmal durch schnelle Flugmissionen. Diese sind zwar auch nicht besonders einfallsreich oder etwa anspruchsvoll, machen aber deutlich mehr Spaß als der Rest des Spiels und werten es deutlich auf.
Zumal auch die Steuerung in den Flugmissionen besser funktioniert als bei der Bedienung von WALL•E. Dieser steuert sich bisweilen nämlich ein bisschen bockig, auch wenn das Zielen per Wii-Remote positiv hervorgehoben werden muss. Dadurch lassen sich Würfel gezielt und problemlos an die richtige Stelle schleudern. Leider funktioniert die Kameraführung nicht halb so gut. Manchmal bekommt ihr das Gefühl, dass die Entwickler euch ärgern wollen, indem sie die Kamera immer in die denkbar schlechteste Perspektive gerückt haben. Zwar lässt sie sich immer noch manuell nachjustieren, nervig ist dieser Kampf mit der Kamera aber dennoch.

Ein weiteres Ärgernis ist der Umfang. Nach wenigen Stunden ist die ganze Sache nämlich schon wieder vorbei. Zwar gibt es einen Mehrspieler-Modus für bis zu vier Spieler, doch auch der ist absolut unspektakulär und kann höchsten wenige Minuten beschäftigen. Löblich ist nur, dass es diverse Bonusinhalte gibt, die sich erspielen lassen. Das treibt die Motivation wenigstens ein bisschen nach oben.
In Sachen Präsentation machen die Entwickler dagegen nichts falsch. Die Zwischensequenzen wurden liebevoll inszeniert und auch noch mit der passenden Musik unterlegt. Überhaupt läuft während des ganzen Spiels der Soundtrack des Films im Hintergrund, was eine zweischneidige Angelegenheit ist. Zum einen ist dieser Soundtrack nämlich über jeden Zweifel erhaben, zum anderen wird die Musik aber auch sehr schnell eintönig. Etwas mehr Abwechslung wäre aber nicht nur hier schön gewesen, sondern auch bei der Optik. Natürlich ist die Erde ein verlassener Ort voller Schrott - das rechtfertigt aber nicht die grob matschigen Texturen, die schwachen Lichteffekte oder die Tatsache, dass die Figuren selbst für Roboter ungewöhnlich kantig sind.
Sascha Geldermann meint...
Wie würdet ihr euch fühlen, wenn ihr 700 Jahre lang die Erde aufgeräumt hättet? Ungefähr so, wie beim Spielen dieses lieblosen Lizenztitels! Hier herrscht beim Würfelpressen nämlich die pure Eintönigkeit. Und so habe ich mich über das Auftauchen von EVE fast genauso gefreut wie WALL•E. Schließlich bringen die gelegentlichen Flugmissionen der Roboterdame gleich viel mehr Schwung ins Spiel - auch wenn dieser Schwung nicht ausreicht, um es aus der Mittelmäßigkeit zu katapultieren.
Wie würdet ihr euch fühlen, wenn ihr 700 Jahre lang die Erde aufgeräumt hättet? Ungefähr so, wie beim Spielen dieses lieblosen Lizenztitels! Hier herrscht beim Würfelpressen nämlich die pure Eintönigkeit. Und so habe ich mich über das Auftauchen von EVE fast genauso gefreut wie WALL•E. Schließlich bringen die gelegentlichen Flugmissionen der Roboterdame gleich viel mehr Schwung ins Spiel - auch wenn dieser Schwung nicht ausreicht, um es aus der Mittelmäßigkeit zu katapultieren.

GRAFIK
Die Präsentation ist zwar nett, die Grafik mit ihren miesen Texturen und kantigen Figuren enttäuscht aber.
Die Präsentation ist zwar nett, die Grafik mit ihren miesen Texturen und kantigen Figuren enttäuscht aber.

SOUND
Der Film-Soundtrack überzeugt, auf Dauer ist die Musik aber etwas zu einseitig.
Der Film-Soundtrack überzeugt, auf Dauer ist die Musik aber etwas zu einseitig.

BEDIENUNG
EVE lässt sich problemlos steuern, während WALL-E und die Kamera bocken.
EVE lässt sich problemlos steuern, während WALL-E und die Kamera bocken.

UMFANG
Das Abenteuer ist sehr kurz. Immerhin gibt es aber einige Bonusinhalte.
Das Abenteuer ist sehr kurz. Immerhin gibt es aber einige Bonusinhalte.
SPIELSPASS
WALL•E führt ein eintöniges Leben.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
WALL•E führt ein eintöniges Leben.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel