Madagascar 2
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 19.12.2008
Im ersten „Madagascar“-Film sind der Löwe Alex, das Zebra Marty, die Giraffe Melman und die Nilpferd-Dame Gloria aus dem New Yorker Zoo ausgebrochen – nun wollen sie wieder dorthin zurück. Doch das ist leichter gewollt, als getan. Zwar schaffen es die vier ein altes Flugzeug wieder auf Vordermann zu bringen, doch leider läuft nicht alles wie geplant. Einen glücklichen Start und eine unglückliche Notlandung später sitzen die Freunde nämlich auf einmal mitten in der Wildnis Afrikas fest.
Einfallslos aber abwechslungsreich
Insgesamt führen zwölf Levels durch Madagaskar und später eben auch durch Afrika. Dabei wird in Zwischensequenzen immer wieder die Geschichte des Films eingeflochten, aber oft geht die Handlung auch über die Filmvorlage hinaus. Interessant ist, dass so ziemlich alle wichtigen Charaktere übernommen werden können. Die vier Freunde eh, aber auch die Pinguine und der starke Moto Moto sind spielbar. Ihr könnt aber nicht selbst entscheiden, wann ihr welchen Charakter übernehmt. Das wird euch in jedem Abschnitt fest vorgeschrieben, wobei in vielen Levels ein angenehm flotter Wechsel zwischen den Figuren stattfindet.
Keiner der Charaktere hat wirklich viel auf dem Kasten. Manche Figuren haben nur einen einzigen Move auf Lager und selbst die Multitalente der Truppe kommen höchstens auf fünf Fähigkeiten. Die junge Zielgruppe soll ja auch nicht überfordert werden. Von fehlender Abwechslung kann aber nicht die Rede sein, schließlich verfügen alle Charaktere über individuelle Fähigkeiten. Alex schlägt mit seinem Gebrüll mit Leichtigkeit Feinde in die Flucht, das Nilpferd Gloria macht vor allem unter Wasser eine gute Figur und das Zebra Marty ist dank seiner Schnelligkeit die ideale Besetzung für Rennpassagen.

Leider gestalten sich alle Aufgaben im Spiel absolut ideenlos. Alles ist schon allzu gut aus anderen Spielen bekannt. Und auch wenn ihr oft durch die 3D-Levels laufen könnt, kommt einem der Afrika-Trip wie eine Aneinanderreihung von Minispielen vor. So tretet ihr als Zebra Geschosse auf Ballons, verteilt als Giraffe Kopfnüsse an klauende Maulwürfe oder sorgt als Nilpferd mit Poklatschern dafür, dass die Koffer der machthungrigen Lemuren-Königs Julien zugehen. Und zwischendurch treffen sich auch noch alle Charaktere, um einfach mal zusammen Fußball zu spielen. Aber auch wenn alle diese Aufgaben äußert simpel aufgebaut und einfallslos sind, sorgt doch der schnelle Wechsel der Herausforderungen für unheimlich viel Abwechslung. Und das ist der große Trumpf des Spiels.
Erfahrende Spieler werden dennoch nur müde lächeln können. Nicht nur weil die Aufgaben einfallslos sind, sondern auch weil der Schwierigkeitsgrad verdammt niedrig angesetzt ist. Das ist schade, da der Film mit seinem Humor auch ältere Kaliber unterhalten kann. Mit dem Spiel werden aber nur sehr junge Fans Spaß haben, während sich Spieler jenseits des zwölften Lebensjahrs vollkommen unterfordert und gelangweilt fühlen werden.
Dschungel-Party
Das Abenteuer ist nicht besonders lang. Fünf Stunden sollten für das erste Durchspielen reichen. Dafür lassen sich alle zwölf Levels aber immer wieder spielen. Wieso ihr sie noch einmal spielen solltet? Weil in ihnen Münzen auf euch warten, die nicht immer auf dem ersten Blick zu sehen sind. Und diese Münzen lassen sich wiederum im Duty-Free-Shop in neue Kostüme, Videos und Minispiele investieren.
Und die Minispiele sind ein weiterer Grund dafür, warum ihr euch durchaus eine ganze Weile mit dem Spiel beschäftigen könnt. Fußball, Dschungel-Schach, Minigolf oder Reise nach Jerusalem sind zwar auch nicht besonders einfallsreich, aber garantiert kurzweilig. Vor allem da sich acht der Minispiele auch im Mehrspieler-Modus mit bis zu drei Freunden spielen lassen.

Die Steuerung ist sowohl bei den Minispielen als auch im Abenteuer sehr zugänglich und wird der jungen Zielgruppe damit absolut gerecht. In der Regel funktioniert sie auch sehr gut, nur manche Aktionen werden etwas ungenau ausgeführt. Das ist zwar nicht besonders schön, aufgrund des niedrigen Schwierigkeitsgrades aber auch nicht dramatisch. Frust kommt jedenfalls nicht auf.
Die humorvolle Präsentation weiß zu gefallen, vor allem da die deutschen Sprecher ihre Arbeit richtig gut machen. Der Rest der Technik ist eher mau. Die Soundeffekte sind sehr schwach und lassen keine Wildnis-Atmosphäre aufkommen. Doch das wird eigentlich auch schon durch die detailarme Grafik unmöglich gemacht. Auch die Charaktermodelle und die verwaschenen Texturen sind der Wii nicht würdig. Hier scheinen sich die Entwickler darauf verlassen zu haben, dass die junge Zielgruppe sich eh nichts aus der Grafik macht.
Sascha Geldermann meint...
Die Videospielumsetzung von „Madagascar 2“ hat mich ein bisschen enttäuscht. Ist der Film doch für Jung und Alt gleichermaßen unterhaltsam, wird mit dem Spiel nur Jung bedient. Der überaus niedrige Schwierigkeitsgrad wird jeden erfahren Spielen nämlich augenblicklich unterfordern und langweilen. Doch dem jungen Publikum wird die Einfachheit und Zugänglichkeit gerade recht kommen. Und anstatt sich an der schwachen Technik und den einfallslosen Aufgaben zu stören, wird es sich viel mehr daran erfreuen, mit den Figuren des Films auf einen abwechslungsreichen Afrika-Trip geschickt zu werden. Ja, durch die Augen eines Kindes ist „Madagascar 2“ sicherlich ein nettes Spiel.
Die Videospielumsetzung von „Madagascar 2“ hat mich ein bisschen enttäuscht. Ist der Film doch für Jung und Alt gleichermaßen unterhaltsam, wird mit dem Spiel nur Jung bedient. Der überaus niedrige Schwierigkeitsgrad wird jeden erfahren Spielen nämlich augenblicklich unterfordern und langweilen. Doch dem jungen Publikum wird die Einfachheit und Zugänglichkeit gerade recht kommen. Und anstatt sich an der schwachen Technik und den einfallslosen Aufgaben zu stören, wird es sich viel mehr daran erfreuen, mit den Figuren des Films auf einen abwechslungsreichen Afrika-Trip geschickt zu werden. Ja, durch die Augen eines Kindes ist „Madagascar 2“ sicherlich ein nettes Spiel.

GRAFIK
Die Präsentation ist humorvoll, was die schwache Grafik aber nicht wieder gut machen kann.
Die Präsentation ist humorvoll, was die schwache Grafik aber nicht wieder gut machen kann.

SOUND
Gute Sprecher werten die enttäuschende Geräuschkulisse wieder auf.
Gute Sprecher werten die enttäuschende Geräuschkulisse wieder auf.

BEDIENUNG
Insgesamt sehr zugängliche Steuerung, die nur manchmal etwas ungenau arbeitet.
Insgesamt sehr zugängliche Steuerung, die nur manchmal etwas ungenau arbeitet.

UMFANG
Das Abenteuer ist sehr kurz, dafür gibt es aber viele Extras und einen netten Mehrspieler-Modus.
Das Abenteuer ist sehr kurz, dafür gibt es aber viele Extras und einen netten Mehrspieler-Modus.
SPIELSPASS
Abwechslungsreiche Safari für die ganz jungen Fans.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Abwechslungsreiche Safari für die ganz jungen Fans.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel