Hasbro Familien-Spieleabend
Artikel verfasst von Aljoscha Reuther am 19.12.2008
Das Multimedia-Zeitalter! Aus kaum einem Haushalt ist der Fernseher, der DVD Player und die dazu passende Spielkonsole mehr weg zu denken. Und der Fortschritt geht weiter - nächstes Ziel: die guten alten Brettspiele.
Was nun wohl ziemlich geschwollen und übertrieben daher kommt, erfüllt aber eigentlich auch seinen Zweck: EA bringt uns, kurz vor Weihnachten, mit "Hasbro Familien-Spieleabend" 6 Brettspiele auf die Wii. Können die Pappschachteln schon mal ihr Dauerquartier im Schrank einrichten, oder sollte der geneigte Spieler seine Augen vielleicht doch lieber vom Bildschirm abwenden und die Hand an die Spielfiguren, anstatt an den Controller setzen?
Was nun wohl ziemlich geschwollen und übertrieben daher kommt, erfüllt aber eigentlich auch seinen Zweck: EA bringt uns, kurz vor Weihnachten, mit "Hasbro Familien-Spieleabend" 6 Brettspiele auf die Wii. Können die Pappschachteln schon mal ihr Dauerquartier im Schrank einrichten, oder sollte der geneigte Spieler seine Augen vielleicht doch lieber vom Bildschirm abwenden und die Hand an die Spielfiguren, anstatt an den Controller setzen?
Für die ganze Familie?
Der Familien- Spieleabend besteht aus 6 Spielen: Vier Gewinnt, Flottenmanöver(Schiffe Versenken), Yahtzee, Boggle, Sorry! und Sorry! Sliders. Das klingt, auf den ersten Blick, nach etwas wenig für etwas, dass sich eine Spielesammlung nennt. Was wohl dahinter steckt?

Nun, gehen wir alles einmal systematisch durch.
Vier Gewinnt: Kennt jeder, bringe 4 Steine in eine Reihe um zu gewinnen, und halte deinen Gegner möglichst davon ab, das Selbe zu tun.
Flottenmanöver: Wieder ein Spiel, dass jeder noch aus seiner Schulzeit kennen sollte. Das klassische "Schiffe Versenken".
Yahtzee: Auch unter dem Namen "Kniffel" bekannt, ein Würfelspiel, bei dem man bestimmte Würfelergebnisse innerhalb von 3 Würfen erzielen muss (zum Beispiel "kleine Straße", "Pasch" oder eine 4er-Kette).
Boogle: 16 Würfel sind mit Buchstaben bedruckt, diese werden gemischt und zu einem 4x4 großem Feld zusammengelegt. In diesem Feld müssen dann Worte gefunden werden, indem man die Würfel miteinander verbindet (sie dürfen nicht verschoben werden). Es dürfen keine Würfel übersprungen werden, immer nur der nächste vom letzten Buchstaben (auch diagonal).
Sorry!: ein Brettspiel, in dem man seine Spielfigur mit Hilfe von Zahlenkarten auf dem Spielfeld umher bewegt, um sie möglichst schnell in sein eigenes Ziel zu bringen. Irgendwie wie Mensch Ärgere Dich Nicht.
Sorry! Sliders: Dieses Spiel könnte man mit Curling vergleichen, man setzt den "Slider" auf und schiebt ihn möglichst nah an die Mitte 'ran.
Von jedem Spiel gibt es dann noch einmal verschiedene Varianten, zum Beispiel können wir Vier Gewinnt mit "Power Chips", oder Sorry! mit Bonuskarten spielen. Insgesamt fällt das Spielerlebnis aber sehr mager aus, was nicht zuletzt an der schlechten Umsetzung des Spieles liegt. Zwar haben wir hier, wirklich originalgetreu, 6 Brettspiele, die sogar aus ihren Verpackungen genommen und wie von Geisterhand zusammengebaut werden, wenn es dann allerdings ans Spielen geht, gähnt man nur noch so vor sich hin - besonders als Einzelspieler. Die Grafik ist spartanisch, ruckelt aber bei jeder Gelegenheit, das gesamte Spiel ist sehr langsam, und das Tutorial meldet sich immer an den unnötigsten Stellen mit Texten, die wir bereits mehrmals gelesen haben. Von der "Charlie Naseweiß"-Figur, die uns durch das Spiel begleitet und von den meisten Spielern wohl aus dem Film Boy Story bekannt sein wird (die Kartoffel, der man Nase, Mund, Augen etc. abnehmen kann), möchte ich gar nicht erst sprechen
Was die Spiele selbst angeht, so kann man getrost sagen, dass die Brettspielvarianten wahrscheinlich eine bessere Investition sind. Vier Gewinnt spielt sich noch recht ordentlich, auch wenn die KI immer etwas länger braucht, um zu überlegen - besonders wenn es in die "Fortgeschrittene"-Liga geht. Beim Flottenmanöver geht der Frust aber bereits los, denn hier haben wir nicht etwa ein paar nette Schiffe auf dem Spielfeld, sondern sehen nicht einmal mehr, wo wir unsere Schützlinge überhaupt platziert haben. Aber das Wasser darunter ist animiert, und der Bombeneinschlag wird immer mit netten Explosionen begleitet - und das ist ja die Hauptsache... Zu den anderen Spielen kann man nicht einmal viel sagen, es wird eben dargestellt, was passiert.
Anleitungstechnisch gibt es noch mehr, als das nervende Tutorial. Eine Anleitung zu jedem Spiel und den dazugehörigen "erweiterten Modi" findet man immer, bevor man ein Spiel startet. Das dumme ist, diese Anleitung ist in winzige Textabschnitte unterteilt - meist nur ein Satz, dann muss man "weiter". Aber immerhin wird kurz und prägnant erklärt, was gemacht werden muss.

Technisch gesehen ist der Titel leider nur zweckmäßig. Und das nicht einmal gut. Zwar haben wir hier und da immer wieder ein paar Explosionen, Spielfiguren lösen sich in Partikel auf und die Würfel bei Yahtzee fallen sogar mit einer schönen Physik, dennoch nervt, dass alles anscheinend animiert sein muss, selbst die Hinweisfenster. Dazu kommt das bekannte Stocken der Grafik, wenn es dann einmal an die Bewegung der Spielfiguren selbst geht.
Nett ist allerdings, dass das komplette Spiel auf den deutschen Markt angepasst wurde - zumindest tragen alle Verpackungen das selbe Design, wie man es im Laden vorfindet.
Auch der Sound haut nicht wirklich vom Hocker, aber immerhin haben wir hier dezente Hintergrundmusik, die nicht einmal nervt. Schlimmer sind da die Geräusche, die der Kartoffelkopf von sich gibt, denn andauernd bremst, quiekt oder freut er sich, gibt aber nichts sinnvolles von sich. Sozusagen ein Nervenbündel.
Und nun die Steuerung. Zweckmäßig, auf jeden Fall, aber leider oft sehr ungenau und gerade bei Aufgaben, die innerhalb einer bestimmten Zeit erfüllt werden müssen, oft frustrierend und nerven zerfleischend. Denn der Cursor bewegt sich verdammt langsam über den Bildschirm.
Aljoscha Reuther meint...
Warum?! Warum den Kartoffelkopf? Warum musste dieses nervige Etwas durch gesamte Spiel mitgeschleppt werden, obwohl es doch rein gar nichts mit dem Spiel zu tun hat?!
Soviel dazu, mir ging die Figur auf die Nerven. Zum Spiel: Der Familienabend dürfte sich als unbefriedigend herausstellen, denn abgesehen von der fast schon lächerlichen Anzahl von Spielen (trotz "neuer Modi") sind diese auch noch konsequent lieblos umgesetzt worden. Wer diese Spiele spielen möchte, sollte sich in den nächsten Spielzeugladen begeben und die "Hardware" Version kaufen, denn die "Software" versagt hier leider auf ganzer Linie.
Warum?! Warum den Kartoffelkopf? Warum musste dieses nervige Etwas durch gesamte Spiel mitgeschleppt werden, obwohl es doch rein gar nichts mit dem Spiel zu tun hat?!
Soviel dazu, mir ging die Figur auf die Nerven. Zum Spiel: Der Familienabend dürfte sich als unbefriedigend herausstellen, denn abgesehen von der fast schon lächerlichen Anzahl von Spielen (trotz "neuer Modi") sind diese auch noch konsequent lieblos umgesetzt worden. Wer diese Spiele spielen möchte, sollte sich in den nächsten Spielzeugladen begeben und die "Hardware" Version kaufen, denn die "Software" versagt hier leider auf ganzer Linie.

GRAFIK
Teilweise starke Ruckler, trotz puristischer Darstellung.
Teilweise starke Ruckler, trotz puristischer Darstellung.

SOUND
Dezente Hintergrundmusik, der Spielbegleiter nervt aber tierisch mit seinen "Tönen".
Dezente Hintergrundmusik, der Spielbegleiter nervt aber tierisch mit seinen "Tönen".

BEDIENUNG
Einfache Steuerung in der Theorie, in der Praxis zu langsam mit Aussetzern
Einfache Steuerung in der Theorie, in der Praxis zu langsam mit Aussetzern

UMFANG
Verschiedene Abwandlungen der Titel, welche allerdings auf 6 Spiele beschränkt sind.
Verschiedene Abwandlungen der Titel, welche allerdings auf 6 Spiele beschränkt sind.
SPIELSPASS
Sorry!
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Sorry!
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel