NBA Live 09 All-Play
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 19.12.2008
Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christuskind, sondern garantiert auch ein neues NBA-Spiel von Electronic Arts. Und dieses Mal hat sich auch der virtuelle Basketball „All-Play“ auf die Fahne geschrieben. Wird nun also jeder Anfänger zum All-Star, der einen Korb nach dem anderen wirft?
Umfangreich aber unvollständig
Die Modi-Auswahl ist umfangreich, hält aber keine Überraschungen bereit. Den schnellsten aller Einstiege bildet somit wieder das schnelle Spiel. Team gewählt und schon kann es losgehen. Ideal für den kurzen Korbwurf für zwischendurch. Wer längerfristige Beschäftigung sucht, wird dagegen mit der Saison glücklicher. Hier leitet ihr eine volle Saison lang ein Team eurer Wahl, wobei euch dank offizieller Lizenz wieder alle Mannschaften der NBA zur Verfügung stehen. Nun liegt es also an euch, das Team zu führen, Siege davonzutragen und Spieler zu kaufen oder vor die Tür zu setzen.
Für die eigentliche Action auf dem Spielfeld stehen natürlich auch jede Menge Modi bereit. Stürzt euch in die Playoffs, messt euch beim All-Star-Spiel mit den besten Spielern der Welt oder lasst es in der Rookie Challenge langsam angehen. Natürlich sind auch wieder etwas ausgefallenere Modi dabei, wie die Superstar Challenge, bei der ihr berühmte Situationen der NBA-Saison 2007-08 nachspielt. Dabei werdet ihr natürlich ganz schön unter Druck gesetzt. Zur Entspannung solltet ihr danach am besten gleich zum Party-Modus wechseln, um in lockeren Spielen Würfe von der 3er-Linie zu versenken oder euch im Schulhof-Basketball zu messen. Letzterer hält sogar Power-Ups bereit. Wenn ihr euch selbst beschleunigt oder eure Gegner gar einfriert, bleiben keine Gemeinsamkeiten mit den restlichen Modi mehr übrig.

Gerade der Party-Modus ist also für die Casual-Gamer interessant, die Electronic Arts ja für die Serie gewinnen möchte. Aber gerade diese werden einen Trainings-Modus vermissen. Wie kann es bei einem Spiel mit dem Beinamen „All-Play“ kein Tutorial geben, um die Steuerung kennen zu lernen und sich mit den Basketball-Regeln vertraut zu machen? Ebenfalls unangenehm fällt die Abwesenheit bekannter Modi auf. Wieso lassen sich keine eigenen Spieler und Teams erstellen? Und wieso fehlt der „Dynasty-Modus“ genauso wie „Be a Pro“?
Leichter geht´s nicht mehr
Spielerisch gibt es wieder mal keine großen Erneuerungen. Aber das sollte Kenner der Serie kaum überraschen, begnügen sich die Entwickler doch schon seit Jahren mit Updates. So wird auf dem virtuellen Spielfeld eigentlich noch so gepasst, geblockt und geworfen wie es zu N64-Zeiten üblich war. Das Fehlen von Innovation lässt sich noch so eben verschmerzen. Weitaus schlimmer ist das, was die KI sein soll.
Sowohl eure Mitspieler als auch eure Gegner sind nämlich totale Volldeppen, die manchmal vergessen zu reagieren und sich gerne mal ausspielen lassen. Anspruch hat dabei keine Chance und Spannung ist auch nicht zu erwarten, wenn sich die Spiele alle mit den gleichen Manövern gewinnen lassen. Oder ist das etwa der Plan von Electronic Arts? Soll das Reduzieren der KI auf Knäckebrot-Niveau vielleicht den Casual-Gamern leichte Siege ermöglichen?

In Anbetracht der neuen All-Play-Steuerung ist das gar nicht mal so unwahrscheinlich. Denn irgendwie scheint Electronic Arts dem Wii-Publikum nicht viel zuzutrauen. Eine vereinfachte und zugänglichere Steuerung für Anfänger ist eigentlich eine löbliche Idee, aber was hier abgeliefert wird, geht einfach viel zu weit. Bei der All-Play-Steuerung kommen neben der Bewegungserkennung nämlich nur noch der A- und der B-Knopf zum Einsatz. Selbst die Bewegung der Spieler läuft automatisch ab, sodass ihr in den passenden Situationen nur noch zu Blocken, Passen und Werfen braucht.
Nun können zwar selbst bekiffte Affen einen Korb nach dem anderen werfen, doch das sollte eigentlich nicht Sinn der Sache sein. Selbst die blutigsten Anfänger werden sich nach spätestens fünf Minuten gnadenlos unterfordert fühlen. Dann also doch lieber andere Steuerungsvarianten ausprobieren, von denen es zum Glück genug gibt. Diese sind zwar wieder etwas komplizierter, bieten aber eben auch mehr Anspruch und somit auch mehr Spaß.
„Hey Jungs, ihr seid hässlich!“
In Sachen Online-Modus leistet Electronic Arts wieder ausgezeichnete Arbeit. Während sich offline schon bis zu vier Spieler auf die Körbe stürzen können, werden hier sogar bis zu acht Spieler auf das Feld gebeten – und das wieder ohne Freundescodes. Die All-Play-Steuerung darf dabei nicht genutzt werden. Wäre ja auch unfair, wenn sich die einen Spieler abmühen würden, während bei den anderen die meisten Aktionen ganz automatisch abliefen. Für Fairness ist also auf jeden Fall gesorgt, vor allem da auch die Kader der Teams sehr ausgeglichen sind. Hier ist keine Mannschaft deutlich stärker, als die andere.

Alle Spiele werden von einem stimmigen Soundtrack begleitet, der kaum Wünsche offen lässt. Die Soundeffekte wirken im Gegensatz dazu zwar recht veraltet, doch das fällt neben der fast schon museumsreifen Grafik schon gar nicht mehr auf. Es ist zwar sicherlich keine gute Idee, das zu einem NBA-Team zu sagen, aber die Spieler sehen verdammt hässlich aus. Vor allem in Bewegung, da die Animationen für heutige Verhältnisse geradezu lächerlich wirken. Und über die Umgebung lässt sich auch nichts Freundlicheres sagen. „NBA Live 09“ spielt sich also nicht nur wie ein N64-Spiel, sondern sieht auch nicht viel besser aus.
Sascha Geldermann meint...
„NBA Live 09 All-Play“ ist eine einzige Katastrophe. Wie soll Spannung und Spielspaß aufkommen, wenn ich den Ball immer und immer wieder mit den gleichen Spielzügen versenken kann, während meine unterbelichteten Gegner unbeteiligt daneben stehen? Klar, einsteigerfreundlich sind diese leichten Siege, aber so war das mit dem „All-Play“ wohl nicht gemeint. Dieser Untertitel bezieht wohl eher auf die übertrieben vereinfachte Steuerung, die weit über das Ziel hinausschießt und selbst Anfänger gnadenlos unterfordert. Diese spielerischen Mängel zusammen mit der unverschämt veralteten Technik zwingen mir geradezu den Eindruck auf, dass die Entwickler die Wii-Version schlichtweg nicht besonders ernst genommen haben.
„NBA Live 09 All-Play“ ist eine einzige Katastrophe. Wie soll Spannung und Spielspaß aufkommen, wenn ich den Ball immer und immer wieder mit den gleichen Spielzügen versenken kann, während meine unterbelichteten Gegner unbeteiligt daneben stehen? Klar, einsteigerfreundlich sind diese leichten Siege, aber so war das mit dem „All-Play“ wohl nicht gemeint. Dieser Untertitel bezieht wohl eher auf die übertrieben vereinfachte Steuerung, die weit über das Ziel hinausschießt und selbst Anfänger gnadenlos unterfordert. Diese spielerischen Mängel zusammen mit der unverschämt veralteten Technik zwingen mir geradezu den Eindruck auf, dass die Entwickler die Wii-Version schlichtweg nicht besonders ernst genommen haben.

GRAFIK
Diese Grafik wäre selbst auf dem GameCube veraltet gewesen.
Diese Grafik wäre selbst auf dem GameCube veraltet gewesen.

SOUND
Der Soundtrack ist stimmig, die Effekte schwächeln aber.
Der Soundtrack ist stimmig, die Effekte schwächeln aber.

BEDIENUNG
Es gibt viele Bedienungsvarianten, die All-Play-Steuerung ist aber lächerlich.
Es gibt viele Bedienungsvarianten, die All-Play-Steuerung ist aber lächerlich.

UMFANG
Zu den vielen Modi gehört auch ein vorbildlicher Online-Part. Ein Tutorial fehlt aber.
Zu den vielen Modi gehört auch ein vorbildlicher Online-Part. Ein Tutorial fehlt aber.
SPIELSPASS
Gameplay und Technik gehören vom Spielfeld gejagt.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Gameplay und Technik gehören vom Spielfeld gejagt.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel

Genre
Sport
Entwickler
EA Canada
Publisher
Electronic Arts
Releasedatum
09.10.2008
USK-Freigabe

» Weitere Infos zum Titel
Sport
Entwickler
EA Canada
Publisher
Electronic Arts
Releasedatum
09.10.2008
USK-Freigabe

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