Pokémon Ranger: Finsternis über Almia
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 13.12.2008
Nicht alle Pokémon-Besitzer wollen durch das Land reisen, Orden sammeln und letztendlich der allerbeste sein. Einige kämpfen viel lieber für Recht und Ordnung und helfen den Mitmenschen bei ihren zahlreichen Problemen. Diese mutigen Ordnungshüter werden Ranger genannt – und ab heute gehört ihr auch zu ihnen!
Freundschaftliche Kreise
Ihr beginnt eure Karriere aber erst einmal als Ranger-Schüler. In der Ranger-Schule findet ihr neue Freunde, erfahrt erste Story-Happen und lernt natürlich auch die Grundlagen eurer Arbeit. Dabei ist nichts so, wie ihr es aus den Hauptspielen der Pokémon-Reihe kennt. So geht ihr auch nicht mit Pokébällen auf die Jagd, sondern versucht einfach Freundschaft mit den Pokémon zu schließen, damit diese euch aus freien Stücken begleiten und unterstützen.

Also wie könnt ihr Freundschaft mit einem Pokémon schließen? Indem ihr Kreise um es zeichnet! Klingt seltsam, ist bei „Pokémon Ranger“ aber so. Sobald ihr eines der Pokémon berührt, die jeder Zeit sichtbar durch die Spielwelt laufen, landet ihr im Fangbildschirm. Hier rennt das Pokémon nun flink herum, während ihr es mit einer Fangscheibe einkreist. Im Klartext bedeutet das, dass ihr mit dem Stylus Kreise um euren zukünftigen Partner zieht. Das ist gar nicht mal so einfach, da die Pokémon zum einen ausweichen und zum anderen die Fangscheibe auch attackieren. Und wenn diese von den Elektroschocks oder Rasierblättern getroffen wird, fällt eure Energieanzeige. Nähert diese sich der Null, solltet ihr besser das Flucht-Symbol verwenden, ansonsten heißt es bald „Game Over“.
Diese Fangmethode ist mal erfrischend, da sich dieses Spiel durch sie von den Haupttiteln der Reihe abhebt. Und Spaß macht diese Art des Fangens auch. Zumindest eine gewisse Weile. Denn auf Dauer ist das Zeichnen von Kreisen doch etwas eintönig. Auch wenn bereits gefangene Pokémon der Fangscheibe besondere Fähigkeiten verleihen können, wird einfach nicht genug Abwechslung und Anspruch geboten. Zumindest motiviert aber das Erhalten von Erfahrungspunkten, die auch die Fangscheibe mit der Zeit effektiver machen.
Hindernislauf
Es ist immer praktisch eine Hand voll Pokémon bei sich zu haben, um als Ranger die vielen Aufgaben und Missionen bewältigen zu können. Schließlich geht es zumeist darum, Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Und dabei seid ihr dann auf die Fähigkeiten eurer Pokémon angewiesen. Jede Pokémonart besitzt schließlich ihre eigene Spezialfähigkeit. Versperrt euch ein Gebüsch den Weg, liegt ein Baumstamm auf der Straße oder verhindert Feuer das Weiterkommen, solltet ihr diese Hindernisse genau untersuchen. Dann werdet ihr schnell herausfinden, welche Fähigkeiten gefordert sind. Und wenn ihr die passenden Pokémon dabei habt, sollte sich das Problem schnell lösen lassen. Einfach nur Pokémon berührt und ein Strich zu dem jeweiligen Hindernis gezeichnet – schon wird das Gebüsch zerschnitten, der Baumstamm zertrümmert und das Feuer gelöscht.

Ihr solltet euch danach sehr schnell bei dem eingesetzten Pokémon bedanken, es wird nämlich danach sofort verschwinden. Leider machen sich nämlich alle Pokémon aus dem Staub, die ihre Fähigkeit einmal eingesetzt haben. Sie kehren zu dem Ort zurück, an dem ihr sie gefangen habt. So könnt ihr sie zumindest jeder Zeit wiederfinden und ihre Freundschaft erneut gewinnen, ärgerlich ist diese ganze Sache aber trotzdem. Dass die Pokémon nach jedem Einsatz erneut gefangen werden müssen, macht die Eintönigkeit des Fangens natürlich nicht besser. Der einzige Trost sind so genannte Partner-Pokémon, zu denen ihr eine besondere Beziehung habt und die deswegen immer wieder eingesetzt werden können. Allerdings darf euch immer nur ein einziges Partner-Pokémon begleiten, während die anderen auf einer Farm auf euch warten.
Und auch das Beseitigen der Hindernisse sprüht nicht gerade vor Ideen und Abwechslung. Interessant ist daran, dass es viele Pokémon mit den verschiedensten Fähigkeiten gibt. Vor allem da auch noch der Stärkewert dieser Fähigkeiten beachtet werden muss. Aber im Grunde läuft doch alles darauf hinaus, dass ihr einen Strich von dem passenden Pokémon zum Hindernis ziehen müsst und das immer wieder. Auch wenn das Erforschen der Spielwelt und die Gespräche mit den Figuren bei Laune halten, geht dem recht langen Abenteuer viel zu schnell die Puste aus. Vor allem da auch die Geschichte nicht besonders spannend ist. Besonders ärgerlich ist das, da dem ersten „Pokémon Ranger“-Spiel auch schon die Abwechslung fehlte. Es ist vollkommen unverständlich, warum die Entwickler nun dasselbe Prinzip ohne nennenswerte Veränderungen noch einmal servieren.
Mal modern, mal angestaubt
Einen Mehrspieler-Modus gibt es leider nicht. Die Nintendo Wi-Fi Connection wird aber dennoch genutzt. Ihr könnt euch nämlich in das Ranger-Netz einklinken und nach besonderen Missionen suchen. Diese lassen sich ganz einfach herunterladen und dann im Spiel absolvieren. Das ist eine interessante Idee, um die Langzeitmotivation aufrecht zu erhalten. Es bleibt nur zu hoffen, dass Nintendo auch zukünftig noch neue Missionen bereitstellt.

Die Nutzung des Internets ist löblich. Sie zeigt auch, dass die Entwickler mitbekommen haben, in welchem Jahr wir leben. Das hätte in Anbetracht des Speichersystem und der Präsentation ansonsten nämlich durchaus angezweifelt werden können. Schließlich müsst ihr nach Speicherstationen Ausschau halten, wenn ihr den Spielfortschritt nicht verlieren wollt. Klar, es gibt auch eine Schnellspeicherfunktion, um kurzzeitig den Spielstand zu sichern. Aber auch das ist keine besonders komfortable Lösung und hätte nach dem letzten SNES-Rollenspiel eigentlich auch der Videospielwelt verbannt werden müssen.
Und die Präsentation erinnert eben auch an längst vergangene Zeiten. Die Grafik mag vielleicht schön bunt sein, ansonsten erinnert sie aber einfach zu stark an „Pokémon – Die blaube Edition“. Hier wäre eine Frischzellenkur eigentlich bitter nötig gewesen. Und noch schlimmer sieht es mit dem Sound aus. Das serientypische Gedudel hat eine dicke Staubschicht angesetzt und auch die Pokémon selbst stoßen noch 8-bit-Schreie aus.
Sascha Geldermann meint...
Meine ersten Arbeitstage als Pokémon-Ranger gestalteten sich durchaus unterhaltsam. Doch alles was anfangs noch interessant war, ist viel zu schnell zum Alltagstrott verkommen, der keine Überraschungen mehr zulässt. Vielleich sollte ich lieber kündigen, durch die Welt reisen und mein Glück in der Pokémon-Liga versuchen.
Meine ersten Arbeitstage als Pokémon-Ranger gestalteten sich durchaus unterhaltsam. Doch alles was anfangs noch interessant war, ist viel zu schnell zum Alltagstrott verkommen, der keine Überraschungen mehr zulässt. Vielleich sollte ich lieber kündigen, durch die Welt reisen und mein Glück in der Pokémon-Liga versuchen.

GRAFIK
Die Grafik punktet mit ihrer farbenfrohen Gestaltung, ist aber nicht mehr auf der Höhe der Zeit.
Die Grafik punktet mit ihrer farbenfrohen Gestaltung, ist aber nicht mehr auf der Höhe der Zeit.

SOUND
Die serientypischen Melodien werden Fans freuen, dieses Gedudel ist aber genauso veraltet wie die Laute der Pokémon.
Die serientypischen Melodien werden Fans freuen, dieses Gedudel ist aber genauso veraltet wie die Laute der Pokémon.

BEDIENUNG
Die Steuerung macht keine Probleme.
Die Steuerung macht keine Probleme.

UMFANG
Das lange Abenteuer wird durch herunterladbare Missionen sogar noch umfangreicher. Ein Mehrspieler-Modus fehlt aber ganz.
Das lange Abenteuer wird durch herunterladbare Missionen sogar noch umfangreicher. Ein Mehrspieler-Modus fehlt aber ganz.
SPIELSPASS
Pokémon-Ranger ist ein eintöniger Beruf.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Pokémon-Ranger ist ein eintöniger Beruf.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel