Star Wars - The Clone Wars: Jedi Allianz
Artikel verfasst von Aljoscha Reuther am 07.12.2008
Die Klonkriege - diese zwei Worte reichen schon, und jeder weiß, was gemeint ist: natürlich Star Wars. Die Filme sind abgeschlossen, nun kommt die Serie: The Clone Wars und natürlich auch die dazu passenden Spiele. Auf der Wii konnte das Beat 'em Up "Lichtschwert Duelle" leider nicht überzeugen, doch was ist mit der DS Version rund um Anakin, Obi-Wan und Co? Denn hier erwartet uns diesmal keine Jedi-Klopperei, sondern ein reinrassiges Action Adventure, mit einigen Überraschungen, die man einem DS Spiel nicht zugetraut hätte...
Zu zweit geht's besser
Aber verraten wir erstmal nicht zu viel, sondern konzentrieren uns auf das Spiel selbst. In mehreren Kapiteln arbeiten wir uns durch stellenweise beeindruckende Gebäude und Landschaften und decken nach und nach eine Verschwörung der Separatisten mit den sogenannten Schwestern der Nacht rund um eine zerstörerische Waffe auf.
Zu zweit brechen die Jedi auf, um den verbleib einer Ladung Lichtschwertkristalle aufzuklären, und stolpern dabei über die Machenschaften der Schwestern der Nacht, die gemeinsam mit den Separatisten an einer neuen Waffe gegen die Republik - und vor allem gegen die Jedi arbeiten.

Viel mehr gibt es zur Story leider nicht mehr zu sagen, Überraschungen gibt es eher wenige. Standard, aber dennoch gut umgesetzt.
Mit zweien von insgesamt sechs verfügbaren Charakteren aus der Serie machen wir uns in jedem Level auf, die Separatisten aufzuhalten - oder zumindest herauszufinden, um was es denn eigentlich geht. Allerdings steuern wir immer nur den Jedi, den wir als erstes Ausgewählt haben. Mit von der Partie sind Anakin, Obi Wan und Mace Windu, sowie Ahsoka Tano, Plo Koon und Kit Fisto. Gut, Namen bringen hier nicht all zu viel, aber trotzdem sollten die Charaktere schon beim Namen genannt werden, oder?
Auf Seiten der Gegner gibt es auch einige alte Bekannte zu erspähen, wie zum Beispiel Count Doku - scheinbar der universell einsetzbare Bösewicht der letzten Star-Wars spiele.
Aber wie gelangt man zu besagten Bösewichten, die oftmals als Endgegner eines Levels fungieren?
Nun, zu erst gibt es eine kleine Einführung zur nächsten Mission per Video. Das ist mittlerweile, selbst beim DS, nichts besonderes mehr. Das besondere, und hier versteckt sich die Überraschung, ist die Art des Videos. Denn das gesamte Spiel besitzt eine durchaus gut gelungene, deutsche Synchronisation. Damit ist nicht etwa eine Übersetzung der Untertitel gemeint - nein, es ist wie es ist, in Star Wars - The Clone Wars: Jedi Allianz gibt es wirklich Sprachausgabe. Zu den Besonderheiten dieser kommen wir aber gleich noch einmal.
Wie gesagt, am Anfang gibt's ein Video. Danach werden wir in manchen Leveln vor die Wahl unserer Spielfiguren gestellt, eben 2 aus den 6 Jedi - oder den Verbleibenden, wenn sich die anderen gerade auf einer Mission befinden, die wir vorher schon gespielt haben. Haben wir unsere Schergen ausgewählt - wie gesagt, wir steuern immer den Jedi, den wir als erstes Ausgewählt haben, geht es in Richtung Mission. Diese spielt einmal in einem Raumschiff, ein anderes Mal auf einem Kristallplaneten, und so weiter. Die Schauplätze sind wunderbar an den Film und die Serie angelegt und durchaus lobenswert in Szene gesetzt.
Alles läuft dabei ab, wie ein klassisches Action Adventure: wir laufen durch die Gegend, drücken Schalter, ziehen Hebel und hauen Kisten kaputt, um Gegenstände zu finden.
Abwechslung bringen da die Kämpfe oder die Minispiele, die wir bestehen müssen, um eine Konsole zu hacken oder eine Tür zu öffnen:
Entweder wir müssen passende Symbole auf die Felder in den Ecken ziehen, eine bestimmte Form mit dem Laserschwert "nachschweißen" oder aber im richtigen Moment eine Sperre zwischen sich drehende Ringe setzen. Das ganze klingt vielleicht etwas kompliziert, erklärt sich aber beim Spielen von selbst.
Deutlich einfacher sind da die Action Sequenzenangelegt: in sogenannten Quick-Time Events müssen wir einfach eine bestimmte Form auf dem Bildschirm nachzeichnen, um im richtigen Moment die richtige Aktion auszuführen. Zum Beispiel fallen unsere Jedi von einem zusammengebrochenen Felsvorsprung in die Tiefe. Ein langer Pfeil erscheint auf dem Bildschirm, den wir nachzeichnen müssen, um die Jedi dann auf den nächsten (fallenden) Felsblock in Richtung Rettung springen zu lassen. Das ganze passiert dann 4-5 Mal, und das Event ist überstanden.

Mit Laserpen und Touchschwert
Das Kämpfen funktioniert auf ähnliche Weise. Kommen Gegner ins Feld, ziehen unsere Jedi die Waffen, und eine kleine Berührung auf dem Touchscreen genügt, um sie direkt zum Gegner springen zu lassen. Dabei gibt es dann zwei Möglichkeiten:
1: Die Gegner sind stumpfe Druiden. Hierbei prügeln unsere Jedi dann mit jedem "Tipper" auf den Gegner in Hochgeschwindigkeit auf ihn ein, bis er umfällt. 2: Unser Gegner ist etwas intelligenter und besitzt ebenfalls ein Schwert, hierbei kreuzen beide dann so lange die Schwerter, bis (meistens der Gegner) einen Fehler macht, und wir getrost auf ihn einschlagen können. Dabei gibt es dann mehrere Möglichkeiten, Combos auszuführen, je nach dem ob man den Gegner oben, in der Mitte oder unten trifft - zumindest behauptet dies das Tutorial, im Spiel selbst merkt man davon eher weniger etwas.
Generell funktioniert aber der gesamte Kampf, indem wir einfach mit dem Touchpen auf den Gegner tippen. Nervig wird es, wenn sich die Schwerter treffen und wir sozusagen "gegendrücken" müssen, denn dann können wir nur noch auf den Touchscreen hämmern... aber irgendwann ist zum Glück auch das vorbei.
Beim Kämpfen hilft uns unser KI-Gefährte allerdings wenig. Zwar stürzt er sich meist schneller ins Geschehen als wir, aber oft hält er die Gegner nur hin, bis wir selbst eingreifen und den bösen Druiden - oder was auch immer - zur Strecke bringen. Im Prinzip ist er nur von Bedeutung, wenn wir einen Jedi-Doppel-Angriff ausführen wollen oder eine Tür mit zwei Schlössern geöffnet werden muss. Zudem unterhalten sich unsere zwei Streiter für das Gute des öfteren.
Und hier kommen wir wieder zur Überraschung des Titels. Wie schon eben angesprochen, ist das Spiel durchweg synchronisiert. Alle Charaktere unterhalten sich miteinander, ein mehr oder weniger nerviger Sprecher kommentiert das ganze und in den Videos wurde, wenn die Nahaufnahmen der in Spielegrafik gezeigten Figuren eingeblendet sind, sogar auf Lippensynchronität geachtet - wow.
Ein weiteres, hoch anzurechnendes Feature im Spiel ist es, dass, egal welche Charaktere wir nehmen, die Dialoge immer Stimmen. Beispiel: wenn wir Anakin und seine Schülerin Ahsoka in der ersten Mission losfliegen lassen, werden die Dialoge in der Reihenfolge gesprochen, wie wir die Figuren ausgewählt haben. Ahsoka fragt Anakin, was wir nun überhaupt auf dem Planeten machen sollen - wenn wir Anakin als ersten, sozusagen als Leiter der Mission, ausgewählt haben. Wenn Ahsoka die "Führungsperson" ist, ist Anakin der Fragende.
Egal welche Konstellation wir nehmen, die Dialoge sind die selben, aber immer auf die Stimmen und "Ränge" der Figuren angepasst - jede der Figuren muss also alle Sprachsamples, die es gibt, abbekommen haben. Toll!

Auch das Tutorial, welches wir uns immer auf den Bildschirm holen können und das aus mehr als 15 verschiedenen Videos besteht, wurde vollkommen nachgesprochen - allerdings von einer Stimme, die eher nach einer alten, gebrächlichen Oma klingt. Die eben schon angesprochene Lippensynchronität kommt leider nur ab und an zum Einsatz, wenn wir eine Nahaufnahme der Person sehen. Dann aber bewegt sich der Mund und sogar die Gesichtszüge passend zum jeweiligen Satz.
Leider präsentiert sich der Rest des Titels nicht so stark wie seine Technik. Zwar ist die Grafik ebenfalls bewundernswert aufwendig, das ganze täuscht aber leider doch nicht darüber hinweg, dass das Spiel im spielerischen vernachlässigt wurde. Die Missionen sind zu leicht und ziehen sich endlos hin, die Gegnerkämpfe sind unspektakulär und nerven nach einiger Zeit nur noch, unser KI-Gefährte ist dämlicher als die Polizei erlaubt, und die Quick-Time Events und Schalterrätsel öden spätestens beim dritten Mal nur noch an. Zudem gestaltet sich die Story als vorhersehbar, die Kameraeinstellungen können ins Seuchenbuch eingetragen werden und die Steuerung lässt ebenfalls zu Wünschen übrig, aber dazu mehr in der Technik.
Wundervolle Technikdemo
Und die hat es durchaus in sich: wie eben schon angesprochen ist die Technik eine der klaren Stärken des Titels. Die 3D-Grafik könnte sogar die neue Messlatte für DS-Spiele bilden. Lichteffekte, Dynamische Schatten und teilweise sogar scharfe Texturen ohne zu grobe Pixel gehen einher mit flüssigen Animationen und weitläufigen Arealen - und das ganze ohne ins Stocken zu kommen oder auf vorgerenderte Hintergründe zurückzugreifen. Dennoch ist gerade bei einigen Gesichtsmodellen die Pixelkrankheit ausgebrochen, besonders Count Doku ist überaus hässlich anzusehen. Leider bringt die, entschuldigung, Wahnsinnsgrafik auch einen üblen Beigeschmack mit sich, denn die Kamera, die das Spiel normalerweise in ein gutes Licht rücken sollte, könnte oftmals besser Platziert worden sein.
Seltsam ist nur: die Grafik kommt kein einziges Mal während des Spieles ins Stocken, dafür aber im Hauptmenü umso mehr...

Der Sound ist eine wahre Offenbarung. Mir persönlich ist kein Spiel auf dem DS bekannt, das eine so aufwendige und qualitativ hochwertige Sprachausgabe mit sich bringt. Die Sprecher hätten zwar manches mal besser sein können, die Texte sind ab und an seltsam und es gibt auch leider nicht die Originalstimmen des Filmes und der Serie, aber allein die Tatsache, dass das Spiel überhaupt über gesprochene (und synchronisierte) Worte verfügt, ist schon unglaublich genug - immerhin reden wir hier von einem DS Spiel.
Auch der Rest des Spieles hat eine durchaus gute Tonuntermalung bekommen, ein starker Orchestersoundtrack tönt aus den kleinen Lautsprechern des DS, und die Lichtschwertsounds sind auch klar wiedererkennbar. Danke, Lucasarts!
Leider hat die Steuerung anscheinend nicht so einen hohen Stellenwert im Spiel abbekommen. Zwar laufen unsere Jedi-Schergen dem Touchpen brav hinterher, aber alles in allem ist das ganze System Langweilig - auf einen Gegner tippen bis er umfällt ist nicht gerade Actionreich. Da sind die Quick-Time Events auch keine entschuldigung, genau so wenig wie die Schalterrätsel.
Einen Multiplayer gibt es nicht.
Aljoscha Reuther meint...
Wow, ich hab' echt meinen Ohren nicht getraut, als ich das erste mal die Sprachausgabe aus den DS-Lautsprechern hörte. Noch weniger traute ich ihnen, als während des Spiels auf einmal Anakin und Obi Wan anfingen, miteinander zu reden. Vor einer prachtvollen 3D-Kulisse, versteht sich. Leider kam nach einiger Zeit dann doch die Ernüchterung, denn das ganze gestaltet sich Spielerisch doch sehr eintönig und wird schnell langweilig. Da kann die Vorfreude auf die nächste Zwischensequenz so groß sein wie sie will, die Motivationskurve neigt sich immer weiter nach unten.
Wow, ich hab' echt meinen Ohren nicht getraut, als ich das erste mal die Sprachausgabe aus den DS-Lautsprechern hörte. Noch weniger traute ich ihnen, als während des Spiels auf einmal Anakin und Obi Wan anfingen, miteinander zu reden. Vor einer prachtvollen 3D-Kulisse, versteht sich. Leider kam nach einiger Zeit dann doch die Ernüchterung, denn das ganze gestaltet sich Spielerisch doch sehr eintönig und wird schnell langweilig. Da kann die Vorfreude auf die nächste Zwischensequenz so groß sein wie sie will, die Motivationskurve neigt sich immer weiter nach unten.

GRAFIK
Gute Animationen und Texturen, Lippensynchronität, aber teilweise doch verpixelt.
Gute Animationen und Texturen, Lippensynchronität, aber teilweise doch verpixelt.

SOUND
Komplette Sprachsamples im ganzen Spiel, sogar auf unterschiedliche Gruppen angepasst. Toll!
Komplette Sprachsamples im ganzen Spiel, sogar auf unterschiedliche Gruppen angepasst. Toll!

BEDIENUNG
Guter, einfacher Einstieg, das Herumgetippe auf den Gegnern ist allerdings sehr schnell langweilig.
Guter, einfacher Einstieg, das Herumgetippe auf den Gegnern ist allerdings sehr schnell langweilig.

UMFANG
Recht große Level, Auswahl der Teams, aber insgesamt eine doch recht geringe Spielzeit.
Recht große Level, Auswahl der Teams, aber insgesamt eine doch recht geringe Spielzeit.
SPIELSPASS
Tolle Technikdemo mit verschenktem Potenzial
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Tolle Technikdemo mit verschenktem Potenzial
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel