Spectrobes: Jenseits der Portale
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 05.12.2008
Jahrhunderte ruhten die mächtigen Wesen namens Spectrobes als Fossilien, verschüttet unter etlichen Gesteinsschichten. Doch im letzten Jahr wurden sie von zwei jungen Offizieren der Planeten-Patrouille wieder zum Leben erweckt, um die bösen Krawls für immer aus der Galaxie zu verbannen. Dieses Vorhaben schien auch geglückt – doch nun droht erneut Gefahr von noch mächtigeren Krawls. Und wieder ruht alle Hoffnung auf der Planeten-Patrouille und natürlich den Spectrobes!
Archäologie im All
Die Geschichte setzt einige Monate nach den Geschehnissen des ersten Teils an. Seitdem die Krawls besiegt wurden, ist alles ruhig im Sonnensystem Nanairo. Der junge Offizier Rallen und seine Kollegin Jeena leiden mittlerweile fast schon unter der Langeweile. Doch damit hat es ein jähes Ende als mächtige Wesen, die sich Ober-Krawls nennen, gleich auf mehren Planeten gleichzeitig zuschlagen. Dabei wird nicht nur ein altes Raumschiff geraubt, sondern auch fast der gesamte Bestand an Spectrobes. Auf einmal haben Rallen und Jeena also doch wieder mehr zu tun, als ihnen lieb wäre.
Die Geschichte wird durch einige wenige Sequenzen, aber hauptsächlich durch lange Dialoge erzählt. Große Wendungen gibt es dabei nicht, aber die Erforschung der verschiedenen Planeten macht dennoch bis zum Ende des langen Abenteuers Spaß. Schließlich landet ihr den unterschiedlichsten Gebieten, die von Eis bis Feuer alles zu bieten haben. Dabei fliegt ihr einfach die Landplätze der Planeten mit eurem Raumschiff an. Jeena bleibt die meiste Zeit an Bord des Schiffes und versorgt Rallen mit wichtigen Infos, während der Held selbst alle Hände voll zu tun hat.

Besonders wichtig ist es, die Augen nach Mineralien und natürlich auch nach Fossilien offen zu halten. Zum Glück stehen euch von Anfang an schon ein paar Spectrobes zur Verfügung, die den Boden für euch absuchen. Wittern sie ein Fossil im Erdreich, kommt wieder Rallen zum Zug. Dabei zerstört ihr mit dem Stylus erst die Gesteinsschichten, um dann das Fossil von Dreck zu befreien. Dabei müsst ihr vorsichtig vorgehen, da ansonsten euer Werkzeug zerbricht. Hilfreich ist es auf jeden Fall, durch Pusten in das Mikrofon den Staub zu entfernen, bis ihr das Fossil sicher in den Händen haltet.
Die Suche nach den Fossilen macht viel Spaß. Zum einen ist es sehr herausfordernd, sie zu befreien ohne das Werkzeug zu zerbrechen. Vor allem da ihr bei besonders geschicktem Vorgehen durch stärkere Spectrobes belohnt werdet. Und zum anderen gestaltet sich die Suche auch recht abwechslungsreich. Je nachdem ob ihr das Fossil nur aus Gestein oder doch aus Eis befreit, sind nämlich verschiedene Werkzeuge nötig. Ausgrabungen wollen eben gelernt sein.

Doch die Mühen lohnen sich auf jeden Fall. Im Labor könnt ihr aus den Fossilen nämlich dann lebendige Spectrobes gewinnen. Legt das Fossil dafür einfach in eine Maschine und leitet über das Mikrofon einen Ton an es weiter. Keine Sorge. Im Unterschied zu den Ausgrabungen habt ihr hier unendlich viele Versuche. Außerdem gestaltet sich die Wiederbelebung auch einfacher als die Ausgrabung, sodass ihr schon bald ein neues Spectrobe in Empfang nehmen könnt.
Im Team zum Sieg
Die Spectrobes sehen anfangs niedlich aus, können euren Gegnern aber schon in ihrer ersten Form sehr gefährlich werden. Und mit der Zeit entwickeln sie sich auch noch weiter, bis sie richtig starke Verbündete sind. Das klingt verdächtig nach Pokémon, vor allem da auch die Elemente „Corona“, „Aurora“ und „Flash“ Einfluss darauf haben, wie effektiv ein Spectrobe gegen ein anderes ist. Aber von einem Pokémon-Klon lässt sich dennoch nicht reden. Dieses Spiel fühlt sich ganz anders an. Allein schon wegen des Planeten-Settings und natürlich auch, weil die Kämpfe in Echtzeit ablaufen.

Ihr könnt immer zwei Spectrobes gleichzeitig in einen Kampf schicken. Dabei habt ihr jeder Zeit die Möglichkeit, zwischen den Wesen wechseln, während das jeweils andere dann automatisch weiterkämpft. Die KI verhält sich dabei gut, doch mit etwas Übung werdet ihr schnell noch sehr viel besser. Die Kämpfe sind sehr actionreich und überzeugen durch ihr schnelles Tempo. Ihr verpasst euren Feinden einen Schlag nach dem nächsten und ladet ganz nebenbei auch noch eine Spezialanzeige auf. Ist diese gefüllt, kann euer Spectrobe eine besonders effektive Attacke entfesseln.
Allerdings könnt ihr die gefüllte Anzeige auch für einen Teamangriff nutzen. Dabei verbünden sich die beiden kämpfenden Spectrobes und vollführen gemeinsam einen besonders spektakulären Angriff. Wie dieser genau aussieht und wie effektiv er ist hängt dann aber auch davon ab, welche Spectrobes zusammenarbeiten. Experimentiert also ruhig etwas herum. Interessant an der Teamarbeit ist auch, dass ein besiegter Spectrobe von seinem Partner wiederbelebt werde kann. Bewegt euch einfach zu der Stelle, an der euer Mitstreiter seinen Tod fand, und opfert etwas von eurer eigenen Lebensenergie. Und schon steht ihr wieder zur zweit da. Praktisch!
Während Rallen selbst in den Spectrobe-Kämpfen gar nicht mitmischt, richtet er sein Schwert auch immer wieder gegen Krawlstaub. Da er dabei allein kämpft, kommt Abwechslung in die ganze Sache. Vor allem da Rallen selbst einiges auf dem Kasten hat. Neben seinem Schwert, nutzt er auch seinen Handschuh. Dieser richtet zwar keinen Schade an, betäubt Gegner dafür aber. Und bei weit entfernten Feinden leistet der Blaster einwandfreie Arbeit.

Die Kämpfe bieten also Abwechslung und Action. Auch die Steuerung gestaltet sich größtenteils sehr intuitiv. Es gibt nur ein einziges Problem und das ist die Zielerfassung. Ihr könnt die Gegner nämlich anvisieren, damit ihr automatisch alle Attacken in ihre Richtig ausführt. Das ist in den schnellen Kämpfen eigentlich auch wichtig, funktioniert aber leider nicht so richtig. Ihr könnt einen Gegner nämlich nur dann erfassen, wenn er direkt vor euch steht. Schon ein etwas falscher Winkel kann das aber zu einer Geduldsprobe werden lassen. Das ist Ärgerlich und macht die Kämpfe etwas schwerer als sie sein müssten. Richtig frustriert werden ihr aber nur sehr selten sein. Es ändert sich auch so nichts daran, dass die Kämpfe richtig Spaß machen.
Kampf und Handel
Ein Mehrspieler-Modus darf bei so einem Spielkonzept natürlich nicht fehlen. Und so könnt ihr euch im lokalen Multi-Karten-Spiel tatsächlich mit bis zu drei Freunden duellieren. Ob nun Mann gegen Mann, in Teams oder jeder gegen jeden – es sind genüg Modi vorhanden. Jeder der Kämpfen will, kommt hier auf seine Kosten. Und wer nicht will und mehr auf Diplomatie steht, der handelt einfach mit seinen Freunden. Dabei können sowohl Fossilien als auch Spectrobes getauscht werden.
Und diese Möglichkeiten stehen euch auch online offen. Über die Nintendo Wi-Fi-Connection könnt ihr nämlich weltweiten Handel betreiben oder euch einen Gegner suchen - beziehungsweise suchen lassen, wenn ihr keine Freundescodes habt. Schade ist aber, dass im Online-Kampf nur zwei Spieler gegeneinander antreten können. Duelle mit noch mehr Spielern wären sicherlich noch interessanter gewesen. Lobenswert ist dagegen aber die Möglichkeit, die eigenen Spielstatistiken auf die Spectrobes Community-Website zu laden, damit sie von allen eingesehen werden können.

Technisch macht „Jenseits der Portale“ nicht viel falsch. Die Umgebungen wurden nicht nur abwechslungsreich in Szene gesetzt, sonders sehen in ihrer 3D-Pracht auch richtig gut aus. Dazu kommen ein interessantes Charakterdesign und butterweiche Animationen. Nur sehen die Charaktermodelle etwas verpixelt aus, was aber nicht groß stört. Ein bisschen ärgerlicher ist da schon die Vergesslichkeit der Musik. Diese erinnert sich in manchen Sequenzen nämlich durchaus daran, dass sie ungemein zur Atmosphäre beitragen kann. Doch wenige Augenblicke vergisst sie das wieder und fängt mit recht lahmem Gedudel an.
Sascha Geldermann meint...
Ich fühle mich verdammt wohl als Offizier der Planeten-Patrouille. Schließlich wird mir jede Menge Abwechslung geboten. Allein die Ausgrabung der Fossilien kann schon ewig beschäftigen. Und dazu kommt dann auch noch die volle Ladung Action, wenn ich mit den Spectrobes mächtige Attacken entfessle oder als Rallen das Schwert schwinge. Auch wenn etwas Feinschliff fehlt: die Krawls dürfen nächstes Jahr gerne noch einmal angreifen.
Ich fühle mich verdammt wohl als Offizier der Planeten-Patrouille. Schließlich wird mir jede Menge Abwechslung geboten. Allein die Ausgrabung der Fossilien kann schon ewig beschäftigen. Und dazu kommt dann auch noch die volle Ladung Action, wenn ich mit den Spectrobes mächtige Attacken entfessle oder als Rallen das Schwert schwinge. Auch wenn etwas Feinschliff fehlt: die Krawls dürfen nächstes Jahr gerne noch einmal angreifen.

GRAFIK
Die Charaktermodelle sind etwas verpixelt, glänzen aber mit weichen Animationen. Die Umgebungen sind sehr hübsch.
Die Charaktermodelle sind etwas verpixelt, glänzen aber mit weichen Animationen. Die Umgebungen sind sehr hübsch.

SOUND
Die Musik ist gelungen, hält sich aber sehr im Hintergrund.
Die Musik ist gelungen, hält sich aber sehr im Hintergrund.

BEDIENUNG
Die Steuerung ist intuitiv, wenn doch nur die Zielerfassung nicht manchmal bocken würde.
Die Steuerung ist intuitiv, wenn doch nur die Zielerfassung nicht manchmal bocken würde.

UMFANG
Ein langes Abenteuer und Online-Kämpfe beschäftigen eine ganze Weile. Bei den Online-Duellen können allerdings nur zwei Spieler mitmischen.
Ein langes Abenteuer und Online-Kämpfe beschäftigen eine ganze Weile. Bei den Online-Duellen können allerdings nur zwei Spieler mitmischen.
SPIELSPASS
Unterhaltsamer Planeten-Trip mit der vollen Ladung Action.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Unterhaltsamer Planeten-Trip mit der vollen Ladung Action.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel