Rayman Raving Rabbids TV Party
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 03.12.2008
Das Fernsehprogramm lässt sehr zur wünschen übrig: TV-Richter verknacken Laien-Schauspieler, Pimp-Sendungen verwandeln Dreiräder in Harley-Davidsons und Casting-Shows suchen jedes Jahr erneut nach One-Hit-Wonders. Da ist es eigentlich schon ein Glück, dass es die Rabbids geschafft haben, alle Sendungen zu infiltrieren. Schließlich sind sie verrückt genug, um selbst aus dem langweiligsten Format großes Entertainment zu machen.
Das Fernsehen der Zukunft
Ja, die Rabbids sind zwei Jahre nach ihrem Debut zum dritten Mal zurück, um ihren Platz auf dem Minispiele-Thron gegen die riesige Konkurrenz zu verteidigen. Und wie beim Vorgänger ist Rayman auch dieses Mal nicht viel mehr als der Namensgeber. Die Rabbids sind zwar in seinem Fernseher gelandet und er ist es, der unter denn Verrücktheiten zu leiden hat, letztendlich spielen aber die durchgeknallten Langohren die Hauptrolle.
Eine richtige Geschichte gibt es nicht. Überhaupt dient der Einzelspielermodus wieder nur dazu, die Minispiele für den Trainingsmodus freizuspielen. Das Fernseh-Thema bestimmt dabei die komplette Präsentation. Im Auswahlbildschirm müssen nämlich erst einmal Wochentag und Zeitfenster gewählt werden, damit euch die jeweiligen Sendungen, also die Minispiele, angezeigt werden. Natürlich werden die Zeitfenster und Wochentage aber erst nach und nach verfügbar, sodass ihr euch Schritt für Schritt voran arbeitet.

50 Minispiele warten auf euch. Damit bieten euch die Rabbids wieder eine große Auswahl, auch wenn sich einige Spiele recht ähnlich sind. Bevor die eigentliche Sendung beginnt, wird aber erst einmal ein Einleitungsvideo gezeigt. Dabei sorgt der gewohnte Humor der Reihe wieder für beste Unterhaltung. Soweit ist alles wie immer. Neu ist allerdings, dass viele Filme dieses Mal im zweidimensionalen Comic-Stil gehalten sind. Wirkt ungewohnt - vor allem im Kontrast zu der 3D-Grafik der eigentlichen Spiele. Doch wer auch nur ansatzweise auf Cartoons steht, wird sich mit dieser Präsentation schnell anfreunden können.
Vielfältiger Sendeplan
Die Minispiele bieten wieder gewohnt verrückte Kost. Dieses Mal werden eben Serien, Shows und Filme durch den Kakao gezogen. So strampelt ihr euch in einer Fitness-Show ab, nehmt bei Mähdrescher-Rennen elegant die Kurve oder weicht beim Wrestling eurem Kontrahenten aus. Und auch bekannte Herausforderungen sind wieder mit dabei. So schießt ihr in Shooter-Passagen in bester Lightgun-Manier auf die verrücktesten Gegner oder gebt bei musikalischen Einlagen Ständchen zum Besten. Ein Highlight ist es zweifelsohne, wenn ihr als Rabbid den Klassiker „Heaven Must Be Missing An Angel“ trällert. Einfach herrlich!
Besonders gut in Erinnerung bleiben, wir euch auch eine „Star Wars“-Parodie. Hier verteidigt ihr nämlich eurer Raumschiff mit der Laserkanone, indem ihr die Form der feindlichen Raumschiffe nachzeichnet. So ein interessanter Einsatz der Wii-Remote findet sich leider nur bei den wenigsten Minispielen. Meistens reichen recht einfache Gesten oder gar nur Schütteln, um ans Ziel zu kommen. Da ist es natürlich klar, dass Kennern der Vorgänger viele der geforderten Bewegungen verdächtig bekannt vorkommen.

Neuer Schwung muss ins Spiel. Und deswegen haben die Hasen dieses Mal auch das Balance-Board mit im Gepäck. Dieses ist zwar für keines der Minispiele Pflicht, doch wer eines hat, kann damit seine eigene Freude und die der Zuschauer extrem in die Höhe schnellen lassen. So vollführt ihr die Figuren beim Fitness-Spiel nicht mehr mit Wii-Remote und Nunchuk, sondern mit dem Balance Board. Oder ihr rast mit einem Gnu eine Skipiste herunter. Das wird sicherlich als das erste Spiel in die Videospielgeschichte eingehen, dass sich mit dem Hintern steuern lässt.
Das Balance Board bringt also neuen Schwung in die Sache. Letztendlich kann das den Wunsch nach Neuem aber nicht vollkommen befriedigen. Daran können auch die gelegentlichen Werbepausen nichts ändern, dank denen ihr euch mitten in einem Minispiel einen Vorteil erkämpfen könnt. Es ist der herrlich verrückten Präsentation und natürlich den fantastischen Minispielen zu verdanken, dass auch der dritte Teil immer noch Unterhaltung auf hohem Niveau bietet. Aber wenn die Hasen noch ein viertes Mal wiederkommen möchten, sollten sie einige Schritte weitergehen und richtig frische Ideen mitbringen.
Sabotiere deine Freunde!
Einzelspieler bekommen spätestens nach dem Freischalten aller Minispiele kaum noch Anreize geboten. Wenn ihr eure Wii nicht mit dem Internet verbunden habt, werdet ihr das Spiel wohl sehr schnell wieder ins Regal stellen. Wenn ihr die Online-Funktionen nutzen könnt, verlängert sich der Spielspaß zumindest ein bisschen. Dank einer Online-Rangliste könnt ihr eure Ergebnisse nämlich wieder einmal mi anderen Spielern vergleichen.
Außerdem lassen sich Kostüme erspielen, mit denen ihr einen Hasen in den „Pimp My Rabbid“-Wettbewerb schicken könnt. Jede Woche gibt es ein neues Thema. Kleidet euren Hasen so ein, dass er zum Thema passt und macht ein Bild von ihm. All diese Bilder werden dann auf einer Website veröffentlicht, auf der dann der am besten getunte Hase gewählt werden kann.

Viel mehr und viel längere Freude kommt aber natürlich im Party-Modus auf. Bis zu acht Freunde messen sich hier in den Minispielen. Vor allem bei hohen Spielerzahlen können natürlich nicht alle gleichzeitig in Aktion sein. Doch auch wenn ihr der Reihe nach spielt, muss kein Spieler nur unbeteiligt zuschauen. Alle Mitspieler können den aktiven Spieler nämlich durch bestimmte Aktionen sabotieren und das Minispiel dadurch ein ganzes Stück schwerer machen. So läuft die „TV Party“ zur Höchstform auf und zeigt, warum Wii-Besitzer mit einem großen Freundeskreis kaum auf sie verzichten können.
„Bwaaaaaaaah!“ – Die Soundkulisse kann bei allen Minispielen überzeugen. Das liegt aber nicht nur an den lustigen Geräuschen der immerzu schreienden Rabbids, sondern auch an der stimmigen Musik. Somit ist alles beim Alten, was auch auf die Grafik zutrifft. Die 2D-Comic-Filmchen sind zwar neu, ansonsten hat sich die Optik seit dem Erstling aber nicht weiterentwickelt. Und da das ein Launchtitel war, ist das etwas enttäuschend. Aber natürlich sieht das Spiel auch nicht wirklich schlecht aus und wer seine Laune bei den verrückten Minispielen von so etwas trüben lässt, ist eh genauso verrückt wie die Rabbids selbst.
Sascha Geldermann meint...
Die Rabbids haben es schon wider geschafft: Schon zum dritten Mal schließe ich sie nach den ersten Spielminuten sofort ins Herz. Die Präsentation ist göttlich, der Humor erstklassig und Minispiele fast ausnahmslos genial. Wer ein paar Freunde zur Hand hat, wird wochenlang auf richtiges Fernsehen verzichten können. Doch auch wenn ich dieses Mal noch jede Menge Spaß mit den Schreihälsen habe, hinterlässt die „TV Party“ auch einig beunruhige Fragen bei mir. Warum hat sich die Grafik nicht verändert? Warum gibt es wieder keinen richtigen Einzelspieler-Modus? Und wieso kommen mir viele Minispiele schon aus den Vorgängern bekannt vor? Jedes Jahr mit derselben Show begeistern – das kann vielleicht der Osterhase, doch die Rabbids sollten beim nächsten Mal lieber ein paar frische Ideen mitbringen.
Die Rabbids haben es schon wider geschafft: Schon zum dritten Mal schließe ich sie nach den ersten Spielminuten sofort ins Herz. Die Präsentation ist göttlich, der Humor erstklassig und Minispiele fast ausnahmslos genial. Wer ein paar Freunde zur Hand hat, wird wochenlang auf richtiges Fernsehen verzichten können. Doch auch wenn ich dieses Mal noch jede Menge Spaß mit den Schreihälsen habe, hinterlässt die „TV Party“ auch einig beunruhige Fragen bei mir. Warum hat sich die Grafik nicht verändert? Warum gibt es wieder keinen richtigen Einzelspieler-Modus? Und wieso kommen mir viele Minispiele schon aus den Vorgängern bekannt vor? Jedes Jahr mit derselben Show begeistern – das kann vielleicht der Osterhase, doch die Rabbids sollten beim nächsten Mal lieber ein paar frische Ideen mitbringen.

GRAFIK
herrlich verrückte Präsentation, die sich seit dem ersten Teil aber fast nicht verändert hat
herrlich verrückte Präsentation, die sich seit dem ersten Teil aber fast nicht verändert hat

SOUND
stimmige Musik, Bwaaah!
stimmige Musik, Bwaaah!

BEDIENUNG
Genaue erkennung der meistens sehr einfachen Gesten, mit Balance Board unterstützung
Genaue erkennung der meistens sehr einfachen Gesten, mit Balance Board unterstützung

UMFANG
50 Minispiele, grandioser Mehrspieler-Modus, dafür fehlt der Einzelspieler praktisch komplett
50 Minispiele, grandioser Mehrspieler-Modus, dafür fehlt der Einzelspieler praktisch komplett
SPIELSPASS
Besser als Fernsehen – zumindest im Mehrspieler-Modus.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Besser als Fernsehen – zumindest im Mehrspieler-Modus.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel