Gedächtnistrainer
Artikel verfasst von Aljoscha Reuther am 25.11.2008
Gehirnjogging, Logiktraining, oder eben Gedächtnistraining - unter diesen Namen verbirgt sich im allgemeinen der Gedanke, dass wir, die geneigten Spieler, durch stupides Wiederholen von irgendwelchen besonderen Aufgaben irgendwann mal ein größeres - oder zumindest leistungsfähigeres Hirn bekommen, was unser Gedächtnis angeht. Seit Kawashima mit seinen Spielen über den Markt hergefallen ist, sprießen mehr oder weniger schlechte Kopien dieses Trends wie Unkraut aus dem Boden - und der Trend hält sich leider auch genau so hartnäckig, wie das unbeliebte Pflanzengut...
Geht 'n Esel über 'ne Brücke...
Ginge es nach den Verkaufszahlen von DS Titeln, wären wir sicherlich alle mehr oder weniger Gedächtnislos: die Ableger von Kawashima verkaufen sich "wie geschnitten' Brot", wie man so schön sagt. Und fast jeden Monat steht ein neuer Kandidat im Regal, der den Gehirnen der Spieler und Spielerinnen neues Leben einhauchen will.
Dabei ist das Erfolgsrezept einfacher, als Wasserkochen: Man nehme ein paar einfache Merkspielchen, baue ein Zeitlimit ein oder lassen den Schwierigkeitsgrad einfach durch schiere Masse nach oben schnellen, und verpacke das ganze noch mehr oder weniger nett in einem Spiel.
Dann noch 1-2 Hinweise darauf, dass man seine Leistungsfähigkeit "bis zu" einem gewissen Grad steigern kann, und schon steht das Konzept.
Jetzt ist es wieder so weit, ein neuer Trainer erblickte das Licht der Welt: Gedächtnis Trainer von Franzis.
Doch leider steht auch diesmal nichts weiter als eine Sammlung von langweiligen "Merk dir das, dann geb's wieder"- Spielen im Trainingsprogramm.
Gut, das ist vielleicht die ideale Trainingsmethode, um das Gedächtnis zu schulen, immerhin geht es bei diesem Ding ja auch um "Merken" und "Wiedergeben", doch ob Frust auch dazu zählt? Denn wenn man sich die 12 Spiele (jeweils 5 "Stufen") ansieht, hat man immer das selbe Schema: wir bekommen ein Bild (entweder sind dies Zahlen, Symbole, gefüllte Flächen...) und müssen es dann im nächsten Schritt replizieren - und zwar 100% korrekt.

Die Spiele heißen dabei wie folgt:
- Bilderrechnen: Bilder haben einen Zahlenwert, Rechenaufgaben müssen gelöst werden.
- Karten: Karten merken und heraussuchen.
- Sprechstunde: Die vorher besprochenen Aua-Aua Punkte auf einem schlecht gezeichneten Patienten auswählen.
- Phantombild: Gesichter nachbauen (einer der interessanteren Teile des Programms).
- Brennpunkte: Buchstaben auf Bildern wiedererkennen.
- Orientierungslauf: Einen Weg nachzeichnen.
- Objekte Merken: erklärt sich von selbst.
- Mosaik: Mosaik nachbilden.
- Nummern: ausgeschriebene Zahlen erkennen.
- Ziffernfolge: erklärt sich von selbst.
- Terminplaner: Daten und Termine merken.
- Einkaufsliste: erklärt sich auch von selbst.
Nun, das spielerische ist also "durchwachsen". Der ganz normale "Kram", den man sich in so einem Spiel vorstellt. Weitaus schlimmer als der Inhalt ist eher die Steuerung und die generelle Optik. Denn die Steuerung ist ungenau, hat Aussetzer, markiert teilweise willkürlich und man weiß nie, ob die Eingabe nun registriert wurde oder nicht, was bei einem Spiel, welches nur mit dem Touchpen gespielt wird, denkbar schlecht ist. Gerade bei Spielen wie dem Orientierungslauf vermiest uns die Steuerung oft das ganze Level. Auch der Rest des Programms ist sehr dürftig, es Hakt, es hat seltsame Ladezeiten, und die seltsame Optik sowie der "Billig"-Charakter, der in jedem Spiel mitschwingt, geben dem ohnehin sehr dürftigen Gesamtbild den Rest.
Aljoscha Reuther meint...
Puh, das ging schnell. Die Spiele waren schnell durchgespielt, der Frust war schnell auf seinem höhepunkt. Dass die Rätsel nicht gerade vor tollen Effekten strotzen kann man vielleicht noch verstehen, aber dass die Touchscreensteuerung dermaßen schlecht in das Spiel eingesetzt wurde... das muss nicht sein. Kawashima ist besser.
Puh, das ging schnell. Die Spiele waren schnell durchgespielt, der Frust war schnell auf seinem höhepunkt. Dass die Rätsel nicht gerade vor tollen Effekten strotzen kann man vielleicht noch verstehen, aber dass die Touchscreensteuerung dermaßen schlecht in das Spiel eingesetzt wurde... das muss nicht sein. Kawashima ist besser.

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* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
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