MySims Kingdom
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 20.11.2008
Es war einmal ein blühendes Königreich über das der weise und freundliche König Roland herrschte. Dieser hatte seinen treuesten Untertanen magische Zepter übergeben, mit denen diese Stabträger den anderen Bürgern bei ihren Problemen helfen und das Land Tag für Tag verschönern konnten. Doch mittlerweile sind alle Stabträger entweder zu alt oder weggezogen. Das Reich zerfällt immer mehr und die Sims sind nicht mehr so fröhlich wie früher. Was das Land nun braucht, ist ein neuer Stabträger.
Der Beginn eines Märchens
Wie wird dieser Stabträger wohl aussehen? Das habt ihr dank Editor selbst in der Hand. Habt ihr euer Ebenbild erst mal erstellt, dürft ihr es in die märchenhafteste Welt entlassen, die ein Sim je betreten hat. Ein Land voller Burgen, Zauberer und Einhörner wartet auf euch. Ja das Leben in diesem Reich könnte so schön sein, wenn ihr doch nur nicht ein Schweinehirt wärt, der jeden Tag unter seiner schlecht gelaunten Chefin zu leiden hat. Zwischen Schweine fangen und Dreck wegkehren bleibt nicht viel Zeit für Spaß. Erst nach Feierabend könnt ihr mit euren Freunden Buddy und Lyndsay Abenteuer erleben.

Eure Freunde sind es auch, die euch auf den Wettbewerb des Königs hinweisen, der den fähigsten Stabträger des Landes sucht. Also auf zum Schloss, Stab geschnappt und Können unter Beweis gestellt. Und siehe da. Der einstige Schweinehirt wird zum angesehen Stabträger. Und so lebte er glücklich bis zum Ende seiner Tage.
Nein, halt! Die Geschichte ist hier noch nicht zu Ende, sie fängt gerade erst an. Denn wie schon Spiderman richtig erkannte, bringt große Kraft auch große Verantwortung mit sich. Nun liegt es an euch, den Sims im ganzen Reich zu helfen. Und das Reich ist groß. Ihr bereist mit euren beiden Freunden nämlich nicht wie in der NDS-Version nur eine Insel, sondern ganze 15! Hier trefft ihr jede Menge Sims, die so niedlich in Szene gesetzt wurden, dass ihr jeden Augenblick Diabetes bekommen könntet. Doch so niedlich diese Figuren auch sind, sie schlagen sich mit allerlei Problemen rum. Also zeigt eure gute Seite und helft, wo ihr könnt.
Die Macht des Stabträgers
Das Zepter erlaubt es euch einfach und bequem in einen Baumodus zu wechseln. Per Knopfdruck erscheint ein Gitternetz, in das dann Objekte platziert werden können. Am Anfang reichen eure Fähigkeiten gerade mal dafür aus, kleine Holzbrücken zu bauen. Doch nach und nach erhaltet ihr neue „Rezepte“ für die unterschiedlichsten Objekte. So baut ihr nicht nur Treppen, sondern bald sogar ganze Häuser. Erst kommt der Wohnraum, dann ein Dach oben drauf, und am Ende vielleicht noch einen Schornstein dran – so einfach ist der Häuserbau. Na gut, Türen und Fenster solltet ihr auch nicht vergessen und wenn ihr schon mal dabei seid, könnt ihr auch noch ein paar Möbel reinstellen.
Und schon erfreut sich der nächste Sim an seinem Eigenheim. Dazu gehört unter anderem ein alter Seemann, der einen Toaster gewonnen hatte, ihn auf seinem Boot aber nirgends anschließen konnte. Wie ihr seht, sind die meisten Probleme der Sims also doch mit einer guten Portion Humor gewürzt. Eigentlich richtet sich das Spiel ja auch an jüngere Zocker. Was aber nicht heißt, dass nicht auch ältere Semester bei den vielen Witzen und den sympathischen Figuren sofort gute Laune beim Spielen bekommen.

Über 15 Insel zu reisen und Objekte zu bauen klingt eigentlich ganz nett, aber wo bleibt der Anspruch? Davon kommt etwas ins Spiel, wenn es darum geht, Essenzen zu besorgen. Die Objekte können nämlich auch in diesem Königreich nicht aus Luft und Liebe entstehen. So gilt es Bäume für Holz zu fällen, Eisen zu schürfen, Äpfel zu sammeln und nach den Schätzen des Bodens zu graben. Zum Bauen und Erkunden gesellt sich also auch noch das Sammeln, was eine unterhaltsame Mischung ausmacht.
Noch etwas mehr Anspruch kommt dadurch ins Spiel, dass jeder Bauvorgang Mana verbraucht. Mit etwas Glück findet ihr das bei euren Erkundungen. Habt ihr weniger Glück lassen sich Essenzen aber bei Lyndsay auch jeder Zeit gegen Mana eintauschen. Und einige Denkaufgaben warten auch noch auf euch. So wollen einige Maschinen repariert werden, indem ihr Zahnräder erstellt und an den richtigen Plätzen platziert. Total anspruchslos ist „MySims Kingdom“ also nicht, so richtig fordernde Herausforderungen werden ältere Spieler aber dennoch nicht finden. Das Spiel richtet sich eben wie gesagt an ein jüngeres Publikum. Aber wer nicht unbedingt große Herausforderungen braucht und einfach nur entspannt Inseln erforschen und ein bisschen bauen möchte, wird sich in diesem Königreich sofort wohl fühlen.
Versuch´s doch mal mit Freundlichkeit
Ihr kennt das. Ihr braucht unbedingt einen Gegenstand, aber euer Gegenüber will ihn einfach nicht rausrücken. Jeder Videospiel-Held geht mit solchen Problemen auf seine Art um. Mario hüpft der betreffenden Person einfach auf den Kopf, Link ergattert den Gegenstand durch das Lösen eines Rätsels und Travis Touchdown haut mit seinem Beam-Kantana einfach alles in kleine Stücke. Doch „MySims Kingdom“ zeigt, dass es auch anders geht. Wieso versucht ihr es nicht einfach mit netter Konversation? Nutzt das System um Witze zu machen, freundschaftliche Umarmungen zu verteilen oder eurem Gegenüber einfach mal ein Kompliment zu machen. Denn wer sich von euch gut behandelt fühlt, wird sein Hab und Gut auch einfach so mit euch teilen. Daraus können wir doch alle etwas lernen.

Die Steuerung gestaltet sich immer sehr zugänglich. Egal ob ihr nun über die Inseln lauft oder Objekte baut. Nur die Kamera positioniert sich beim Bauen manchmal etwas ungeschickt, aber das geschieht so selten, dass ihr es dem Spiel verzeihen könnt. So reist ihr also ohne größere Probleme von Insel zu Insel und verwandelt das Reich wieder in einen hübschen Ort voller Freude. Abseits der Geschichte wird euch allerdings nichts geboten. Keine Minispiele und leider auch kein Mehrspieler-Modus. Allerdings bietet das Hauptspiel auch genug Abwechslung und Umfang, um auf solche Extras verzichten zu können.
Die Grafik von „MySims Kingdom“ hat objektiv gesehen ihre Schwächen. Vor allem die kantigen Figuren und Objekte fallen auf. Mit etwas mehr Subjeitivität betrachtet versprühen die sympathischen Figuren aber jede Menge Charme und das bunte Königreich ist einfach nur ein Ort zum wohlfühlen – und das schon bevor ihr mit seiner Verschönerung beginnt. Dazu passen dann auch die hübschen Melodien im Hintergrund, die das Märchen-Flair weiter unterstreichen. Die gelungene Soundkulisse wird nur von dem Gebrabbel der anderen Sims gestört, deren Sims-Sprache anfangs noch ganz lustig, wenig später aber schon nervig ist. Aber als richtiger Stabträger werdet ihr auch dafür eine Lösung finden. Vielleicht solltet ihr mit dem Zepter wedeln und hoffen, dass es eure Gefährten verstummen lässt. Oder ihr bittet König Roland darum, ihnen ein Sprechverbot zu befehlen. Und wenn das alles nichts hilft, bleibt euch immer noch der Weg ins Optionsmenü, in dem sich die Sprache ganz einfach abschalten lässt.
Sascha Geldermann meint...
Das Märchen-Gewand steht den Sims fantastisch. Auch wenn ich von den Aufgaben etwas unterfordert bin, fühle ich mich im Reich von König Roland doch sehr wohl. Hier treffe ich schließlich nicht nur nette Sims, sondern habe als Stabträger auch noch jede Menge Freiheiten. Ich brauche nur ein paar Zutaten und eine Hand voll Mana und schon kann ich Brücken, Treppen oder gleich ganze Häuser mitsamt Inneneinrichtung und Gartenanlage bauen. Langeweile hat da so schnell keine Chance. Während mir die Insel der NDS-Version nur für einen Kurzurlaub gereicht hat, bietet mir das Königreich der Wii-Fassung genug Abwechslung, um dort sesshaft zu werden.
Das Märchen-Gewand steht den Sims fantastisch. Auch wenn ich von den Aufgaben etwas unterfordert bin, fühle ich mich im Reich von König Roland doch sehr wohl. Hier treffe ich schließlich nicht nur nette Sims, sondern habe als Stabträger auch noch jede Menge Freiheiten. Ich brauche nur ein paar Zutaten und eine Hand voll Mana und schon kann ich Brücken, Treppen oder gleich ganze Häuser mitsamt Inneneinrichtung und Gartenanlage bauen. Langeweile hat da so schnell keine Chance. Während mir die Insel der NDS-Version nur für einen Kurzurlaub gereicht hat, bietet mir das Königreich der Wii-Fassung genug Abwechslung, um dort sesshaft zu werden.

GRAFIK
Die Präsentation ist sympathisch und die Grafik farbenfroh wenn auch etwas kantig.
Die Präsentation ist sympathisch und die Grafik farbenfroh wenn auch etwas kantig.

SOUND
Das nervige Sims-Gebrabbel passt gar nicht zu den schönen Melodien.
Das nervige Sims-Gebrabbel passt gar nicht zu den schönen Melodien.

BEDIENUNG
Die Kamera stört gelegentlich, die Bedienung geht aber gerade beim Bauen leicht von der Hand.
Die Kamera stört gelegentlich, die Bedienung geht aber gerade beim Bauen leicht von der Hand.

UMFANG
15 Inseln und ein Editor halten bei Laune. Einen Mehrspieler-Modus gibt es aber nicht.
15 Inseln und ein Editor halten bei Laune. Einen Mehrspieler-Modus gibt es aber nicht.
SPIELSPASS
Märchenhaftes Sims-Spiel mit vielen Möglichkeiten.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Märchenhaftes Sims-Spiel mit vielen Möglichkeiten.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel