Crash - Herrscher der Mutanten
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 19.11.2008
Was würdet ihr machen, wenn ihr in einem Laden einen Hightech-Helm zum Billigpreis findet, mit dem ihr die neusten Filme gucken, kostenlos Musik hören und auch noch im Internet surfen könnt? Natürlich würdet ihr sofort zuschlagen! Diesem Schnäppchen können auch die Bewohner der Wumpa-Insel nicht widerstehen, von denen schon fast jeder so einen Helm besitzt. Woher hätten diese armen Wesen auch wissen sollen, dass der Helm vom Bösewicht Dr. Neo Cortex erfunden wurde und schon bald die Kontrolle über ihre Gedanken übernehmen wird?
Eine Dimension weniger
Durch die Gedankenmanipulation des Helmes steht bald die ganze Wumpa-Insel unter der Kontrolle von Neo Cortex. Oder besser gesagt, fast die ganze Insel. Der gute alte Crash hat den Braten nämlich ziemlich schnell gerochen und die Finger von dem Helm gelassen. Nun bricht er natürlich auf, um Cortex zu stoppen und damit seine nun willenlose Freunde zu retten. Mehr Tiefgang gewinnt diese Geschichte im weiteren Spielverlauf aber leider nicht, womit sie sich ziemlich langweilig gestaltet. Das wesentliche größere Übel ist allerdings ihre Präsentation. Bei den Standbild-Sequenzen fährt die Kamera immer ganz nah an die Köpfe der Sprechenden heran, die passend zum Text nervige Geräusche ausstoßen und dabei auch noch Rumzappeln, als müssten sie seit einer Woche ganz dringend aufs Klo.
Das eigentliche Gameplay hat sich seit dem letzten Jahr stark verändert. Während das letzte Abenteuer in drei Dimensionen erstrahlte, ist Crash dieses Mal nämlich in 2D unterwegs. Warum dieser Wechsel vorgenommen wurde ist absolut unverständlich. Im Gegensatz zu dem ideenreichen Abenteuer des Vorjahres, wird nun nämlich nur ein einfallsloses 2D-Jump´n´Run geboten. Crash hüpft mit seinen Standardmoves, wie dem Doppelsprung, durch unspektakuläre Sprungpassagen und verteidigt sich mit Schlägen und Tritten gegen Feinde. Frische Ideen oder ganz neue Elemente werden vergeblich gesucht. Wer durch die Levels steift wird nichts finden, außer vielleicht einen etwas unausgewogenen Schwierigkeitsgrad, der gelegentlich zu Frust führt. Manche Gegner sind nämlich unverhältnismäßig stark und schleudern euch immer wieder zurück zum letzten Rücksetzpunkt.

Ebenfalls problematisch ist die Steuerung. Während die Sprungpassagen noch ganz gut von der Hand gehen, präsentieren sich die Kämpfe total undynamisch. Theoretisch könntet ihr die Attacken zwar zu Combos verbinden, praktisch teil Crash die Schläge dafür aber viel zu lahm aus. Bevor er nach einem Schlag noch einen zweiten hinterhersetzen kann, hat ihm sein Gegner schon längst die Fresse poliert. Leider fehlen auch vernünftige Möglichkeiten zum Ausweichen oder gar Abblocken von Angriffen, sodass die Kämpfe mehr für Frust sorgen, als dass sie Spaß machen.
Von Mojo und Mutanten
Wie im letzten Jahr, steht auch bei diesem Spiel die Kontrolle von Mutanten im Vordergrund. Sobald ihr einen besiegt habt, könnt ihr ihn kontrollieren, ohne dass er sich noch irgendwie wehren würde. Die Kontrolle über die Mutanten ist zwar ganz nett, diese Möglichkeit hat sich seit dem Vorgänger aber kein Stück weiterentwickelt. Sie wirkt sogar etwas liebloser umgesetzt. Meistens geht es doch nur darum, die Schlagstärke der großen Kreaturen zu nutzen, um Hindernisse aus dem Weg zu räumen.
Auch sonst findet ihr keine frischen Ansätze. Dass ihr durch das Sammeln von Mojo Spezialangriffe ausführen könnt, ist nett, aber eben nicht neu. Da ist es schon interessanter, dass auch die Mutanten von der Mojoenergie profitieren und dank ihr neue Stufen erreichen können. Aber auch dieses Feature ist sehr oberflächlich gehalten und schafft es nicht, dem Spiel noch Tiefgang zu verleihen.

So will bei eurer Reise durch die 2D-Levels nicht so richtig Spielspaß aufkommen. Die Story plätschert fade dahin, die Gameplay entwickelt sich im Spielverlauf nicht weiter und auch die Aufgaben mit den Mutanten wiederholen sich immer wieder. Daher werdet ihr auch nicht besonders traurig sein, wenn das Abenteuer nach gerade mal fünf Stunden auch schon wieder vorbei ist.
Abseits der Story
Zu der kurzen Dauer des Hauptspiels kommt auch ein nicht vorhandener Wiederspielwert. Es gibt eigentlich keinen Grund, wiederholt auf die Rücken der Mutanten zu hüpfen, außer vielleicht im Mehrspieler-Modus. Hier können sich zwei Spieler nämlich Kämpfe mit den Mutanten liefern und um Edelsteine wetteifern. Das ist eine gewisse Zeit auch ganz lustig, bietet aber auf Dauer zu wenig Tiefgang. Zusätzlich wird auch noch durch eine fehlende Single-Card-Unterstützung Potenzial verschenkt.
Auch zum Spielen der drei zusätzlichen Minispiele braucht jeder der bis zu vier Spieler eine eigene Cartridge. Im Gegensatz zum Mutantenkampf könnt ihr die Minispiele aber auch alleine spielen. Hier sammelt ihr herunterfallendes Obst, schleudert Gegenstände durch Berührung weg oder werft Bomben auf eure Gegner zurück. Die Minispiele sind somit ein nettes Extra, bieten aber auch nicht mehr Tiefgang, als ein kostenloses Browser-Spiel im Internet.
Der Wechsel von 3D zu 2D ist auch der Grafik nicht gut bekommen. Zwar ist die Optik schön bunt, die Gestaltung der Levels hätte aber erstens abwechslungsreicher und zweitens detailierter ausfallen können. Und um die grafische Monotonie noch zu unterstreichen dudelt auch der Sound gelangweilt vor sich hin. Somit ist dieses Spiel wirklich in allen Aspekten seinem Vorgänger gnadenlos unterlegen.
Sascha Geldermann meint...
Crash bist du das? Was ist mit dir passiert? Letztes Jahr haben wir uns doch noch durch abwechslungsreiche 3D-Welten gekämpft und uns an den innovativen Möglichkeiten durch die Mutanten erfreut. Doch nun wirkst du total ausgebrannt. Deinem Abenteuer fehlt es an Schwung, Ideen und Abwechslung. Außerdem reagierst du störrischer. Vor allem in den Kämpfen benimmst du dich selten so, wie ich es gerne möchte. Und zum allen Überfluss bist du auch noch hässlicher geworden. Nein Crash, so geht es wirklich nicht! Ruhe dich nun erst mal ein bisschen aus und komme nächstes Jahr bitte nur wieder, wenn du wieder bei alter Frische bist.
Crash bist du das? Was ist mit dir passiert? Letztes Jahr haben wir uns doch noch durch abwechslungsreiche 3D-Welten gekämpft und uns an den innovativen Möglichkeiten durch die Mutanten erfreut. Doch nun wirkst du total ausgebrannt. Deinem Abenteuer fehlt es an Schwung, Ideen und Abwechslung. Außerdem reagierst du störrischer. Vor allem in den Kämpfen benimmst du dich selten so, wie ich es gerne möchte. Und zum allen Überfluss bist du auch noch hässlicher geworden. Nein Crash, so geht es wirklich nicht! Ruhe dich nun erst mal ein bisschen aus und komme nächstes Jahr bitte nur wieder, wenn du wieder bei alter Frische bist.

GRAFIK
Bunte aber detailarme Grafik.
Bunte aber detailarme Grafik.

SOUND
Die monotone Musik und die furchtbare Textunterlegung sind ein Graus für die Ohren.
Die monotone Musik und die furchtbare Textunterlegung sind ein Graus für die Ohren.

BEDIENUNG
Die Sprünge funktionieren genau, die Kämpfe fühlen sich aber undynamisch an.
Die Sprünge funktionieren genau, die Kämpfe fühlen sich aber undynamisch an.

UMFANG
Das Hauptspiel ist viel zu kurz, was auch der nette Mehrspieler-Modus nicht ausgleichen kann.
Das Hauptspiel ist viel zu kurz, was auch der nette Mehrspieler-Modus nicht ausgleichen kann.
SPIELSPASS
Crash ist dieses Mal einfach nicht in Form.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Crash ist dieses Mal einfach nicht in Form.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel