Kampf der Giganten - Dinosaurier
Artikel verfasst von Aljoscha Reuther am 14.11.2008
Sie waren groß, stark und furchteinflößend, und sind vor Millionen von Jahren ausgestorben - natürlich die Dinosaurier. Nun werden die Riesenechsen in den Ringkampf geschickt, denn Ubisoft bläst zum "Kampf der Giganten". Doch was kann das ungewöhnliche Kampfspiel wirklich? N-Life hat sich in die Zeitmaschine gesetzt und den Dinos beim Kämpfen zugesehen...
Giganto-Manisch
In einer Welt ohne CO2, Autos und Computerspiele muss man sich beschäftigen, egal wie. Also kämpft man einfach gegeneinander und klaut dabei dem Verlierer noch gleich seine hart erbeuteten Eier, um sich zu entwickeln. Klingt komisch, ist aber so. Denn genau so funktioniert das beim Kampf der Giganten... nun, nicht ganz. Aber gut, gehen wir mal der Reihe nach durch.
Nachdem wir unseren Dino aus 26 verfügbaren ausgewählt haben, finden wir uns in einem wunderbaren Tropenwald wieder. Doch die Idylle trügt, denn nachdem wir unsere ersten Schritte gemacht haben, treffen wir schon auf den ersten fremden Dino - und da wir es hier mit einem Kampfspiel zu tun haben, mögen sich die beiden Überhaupt nicht. Es kommt zum Kampf... irgendwann.

Der Kampf läuft dann folgendermaßen ab: erst wählen wir eine Attacke, die wir ausführen möchten. Dies ist entweder eine Direkte Attacke, wie ein Schwanzhieb oder ein Kopfstoß, oder eben eine Verteidigungsattacke ("Schwanz Verteidigung" und "Kopf Verteidigung") sein. Am Anfang haben wir von beiden Typen nur eine Attacke, aber mit der Zeit füllen sich die restlichen 2 Felder pro Typ auf - insgesamt stehen uns also 6 Attacken zur Verfügung. Nachdem wir eine (oder mehrere, abhängig von unserem "schnelligkeits"-Wert) Attacke ausgewählt haben, geht der Kampf los: zuerst sind wir mit der Attacke dran, dann unser Gegner. Dann wieder wir... und so weiter, bis alle "Punkte" abgearbeitet sind.
Um die Attacke gut ausführen zu können müssen wir, bevor der Kampf beginnt, schnell noch eine Linie nachmalen, meistens in Form eines Dino-Stückes (Kopf, Rücken, Beine). Je nach dem, wie "schwer" unsere Attackenauswahl ist, desto schwerer wird auch die Zeichnung. In jedem Fall sind Verteidigungsattacken aber immer schwerer als Angriffsattacken.
Nach einem Kampf bekommen wir, wenn wir denn gegen den richtigen Gegner gekämpft haben, Eier. Die Eier sind im Spiel so etwas wie eine Art Guthaben zur Evolution - denn wenn wir eine bestimmte Anzahl an Eiern gesammelt haben, können wir unseren Dino, wie ein Auto, pimpen- und zwar in unserer Höhle, die es auf jeder Karte gibt.
Mehrere "Andockpunkte" gibt es, die entweder mit einem Punkt für Angriff, Verteidigung oder Schnelligkeit aufwerten können.
In jedem der insgesamt 9 Level gibt es 100 Eier, die gesammelt werden müssen. 50 Verstecken sich dabei jeweils in den gelben Dinos (Gegner mit gelber Umrandung), und 50 in einem roten Gegner - sozusagen dem Endboss im Level, den wir aber immer herausfordern können.

Kampf gegen die Schule
Doch die Eier sind nicht das Einzige, dass wir in jedem Level finden müssen, um selbigen abzuschließen. Zusätzlich müssen wir noch die Einzelteile von Dinosaurierskeletten ausgraben, die in Erdhaufen (auf der Karte mit einem ? markiert) versteckt sind. In jeder Welt gibt es allerdings einen Erdhaufen, in dem kein Dinosaurier, sondern ein Bonusgegner auf uns wartet: hier haben sich die Entwickler einen Spaß erlaubt und lassen uns gegen Telefonzellen, Schulbusse, Panzer und sogar ein komplettes Schulgebäude antreten. Lustig - aber auch nach dem 4. Mal langweilig.
Auch der Rest des Spieles gestaltet sich eher eintönig - trotz der zugegeben grandiosen Optik des Titels. Die Kämpfe sind viel zu leicht, dauern dafür aber mehrere Minuten - wovon mindestens die Hälfte der Zeit für das Rumposen der Dinos draufgeht. Zudem hat das gesamte Spiel nur 9 Welten - die Karten sind zwar groß, dennoch sind die Aufgaben sehr begrenzt. In jeder Welt gibt es nur wenige "sich lohnende" Gegner (rot und gelb), dafür aber unbegrenzt blaue. Das dumme bei blauen Gegnern: es ist die selbe, langweilige Spielmechanik, jedoch gehen wir ohne jeden Nutzen aus dem Kampf hervor - es gibt weder Eier, noch Fähigkeitenpunkte. Glücklicherweise können wir die Kämpfe verhindern, indem wir rechtzeitig den Touchpen nach links und rechts über einen Balken bewegen - unser Dino brüllt dann, und der andere ist eingeschüchtert und lässt uns in ruhe. Haben sich die beiden Viecher aber erst einmal angefangen anzukeifen, kann man den Kampf nicht mehr verhindern.
Apropos 9 Spielwelten - das ist auch nicht ganz richtig. Denn im Prinzip sind es nur 3 - Urwald, Wüste und Sumpf. Jede Welt kommt jeweils 3 Mal dran, was das ganze noch etwas langweiliger macht. Daran kann auch die Farbliche Anpassung unseres Dinos nicht mehr viel rütteln.

Auch der Multiplayer des Spieles kann nicht wirklich überzeugen - zwar bietet das Spiel einen Einzelkartenmodus für immerhin bis zu 6 Spieler (wobei in diesem Modus nur vorgefertigte Dinos ausgewählt werden können), allerdings werden die langweiligen Kämpfe dann einfach hintereinander geschaltet - und das ganze nennt sich dann Turnier.
Außen "Hui", innen "Pfui"?
Grafik ist immer ein heikles Thema bei DS spielen - aber nicht beim "Kampf der Giganten". Denn auch wenn der Rest des Spieles eher in den negativen Bereich gehört, ist die Grafik mehr als nur "gut". Fließendes und spritzendes Wasser, lebendige Vegetation und durchaus gut animierte und modellierte Dinosaurier lassen für einen kurzen Moment die dürftige Spielmechanik vergessen. Nicht einmal Ruckler sind im Spiel zu beklagen, und das obwohl kaum verpixelte Texturen zu finden sind.
Auch der Sound kann sich sehen lassen - gut, bei Dinosaurierbrüllern kann man nicht viel falsch machen, und die Urwaldgeräusche im Hintergrund (wobei natürlich bei Wüste und Sumpf andere Soundkulissen herrschen) sind auch keine Kunst, dennoch passt der Sound einfach zum Spiel. Etwas Hintergrundmusik wäre allerdings schön gewesen.
Bei der Steuerung gibt es schon mehr abzuziehen, denn zwar läuft unser Dino brav hinter unserem Touchpen her, und auch sonst gibt es keine größeren Probleme, allerdings läuft das ganze Spiel etwas schleppend ab. Zudem ist das Nachzeichnen der Figuren, mit dem Zeitlimit im Nacken, eine extreme Fummelarbeit. Ansonsten gibt es aber nichts zu meckern.
Aljoscha Reuther meint...
Der Kampf der Giganten - ein sehr theatralischer Titel, und von außen sieht es wirklich aus, als hätten Ubisoft's "Spiele für mich" doch mal ein wirklich gutes Spiel in Petto, denn Kampfspiele sind auf dem DS rar. Allerdings versteckt sich hinter dem Titel mehr ein langweiliges und lang gezogenes Action Adventure, dessen Spielmechanik bereits beim zweiten Kampf nervt. Ein gutes Beispiel für Grafik ist nicht alles.
Der Kampf der Giganten - ein sehr theatralischer Titel, und von außen sieht es wirklich aus, als hätten Ubisoft's "Spiele für mich" doch mal ein wirklich gutes Spiel in Petto, denn Kampfspiele sind auf dem DS rar. Allerdings versteckt sich hinter dem Titel mehr ein langweiliges und lang gezogenes Action Adventure, dessen Spielmechanik bereits beim zweiten Kampf nervt. Ein gutes Beispiel für Grafik ist nicht alles.

GRAFIK
Tolle Optik, nette Animationen
Tolle Optik, nette Animationen

SOUND
Gute Hintergrund- und Dinogeräusche, allerdings wäre etwas mehr Musik ganz nett gewesen.
Gute Hintergrund- und Dinogeräusche, allerdings wäre etwas mehr Musik ganz nett gewesen.

BEDIENUNG
Gute Touchscreensteuerung, die allerdings bei den nervigen Nachmal-Aufgaben versagt
Gute Touchscreensteuerung, die allerdings bei den nervigen Nachmal-Aufgaben versagt

UMFANG
3 Tolle Settings (Urwald, Wüste, Sumpf), aufgeteilt auf 9 Level - allerdings gibt es immer nur die selben Aufgaben - schnell langweilig.
3 Tolle Settings (Urwald, Wüste, Sumpf), aufgeteilt auf 9 Level - allerdings gibt es immer nur die selben Aufgaben - schnell langweilig.
SPIELSPASS
Gutaussehende Dinolahmerei
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Gutaussehende Dinolahmerei
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel