Celebrity Sports Showdown
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 13.11.2008
Als Minispielsammlung hat man es nicht leicht auf Wii. Die Konkurrenz ist groß. Fast jeder Hersteller hat dieses Genre schließlich schon bedient. Da kann es helfen die Unterstützung einiger Promis zu bekommen, wie sie sich „Celebrity Sports Showdown“ gesichert hat. Aber ob das reicht, um sich von der breiten Masse abzusetzen?
Fergie mit Basketballer-Qualitäten
Bei diesem Spiel mischen aber nicht Stefan Raab und die Klitschko-Brüder mit, sondern hauptsächlich amerikanische Promis. Darunter bekannte Superstars wie die Sängerinnen Fergie und Avril Lavigne, aber auch VIPs, die hierzulande eher unbekannt sind. Den Basketballer Paul Pierce werden wohl längst nicht alle deutschen Spieler kennen, das gleiche gilt wohl für den Football-Profi Reggie Bush. Entweder hätten die Entwickler von Anfang an bekanntere Promis gewinnen oder bei der Lokalisierung auch europäische Stars integrieren müssen. Aber da das Leben bekanntlich kein Konjunktiv ist, macht die Charakterauswahl einen verdammt schwachen Eindruck. Vor allem da es gerade einmal zehn VIPs ins Spiel geschafft haben.

Das nächste Ärgernis: Die Figuren verfügen über keinerlei individuellen Fähigkeiten. Fergie springt genauso hoch, wie Basketballer Pierce und Nelly Futado bringt genauso viel Kraft auf wie der Footballer Bush. Irgendwas läuft da doch schief, aber da ihr eh nichts daran ändern oder gar einen eigenen Charakter erstellen könnt, müsst ihr eure Wahl einfach vom Aussehen der Figuren abhängig machen.
Nächster Bildschirm nächster Schock. Hier zeigen sich gerade mal 12 Minispiele. Das wäre halb so schlimm, wenn sich nach und nach immer mehr freischalten würden, aber das ist nicht der Fall. Dieses Dutzend sportlicher Wettkämpfe ist alles, was diese Minispielsammlung zu bieten hat. Zum Vergleich: „Rayman Raving Rabbids 2“ bot im vergangenem Jahr 50 Minispiele, „Mario Party 8“ sogar 60. Da wird sofort deutlich, dass „Celebrity Sports Showdown“ ein deutliches Problem mit dem Umfang hat.
Kurz und schmerzlos
Widmen wir uns mal schöneren Seiten des Spiels. Die Minispiele sind zwar rar, dafür bieten sie aber durchaus Abwechslung. Hier stehen unter anderem Beach-Volleyball, Wildwasserkanu, Bogenschießen und der Zweikampf auf dem Programm. Bei jeder Sportart könnt ihr noch wählen, wie viele Runden bzw. bis zu welcher Punktzahl ihr spielen wollt, um die Länge des Wettkampfs zu bestimmen. Außerdem lässt sich auch das Können der virtuellen Konkurrenz beeinflussen, um den Schwierigkeitsgrad zu regeln. Wenn sich dann Fergie und Avril Lavigne im Zweikampf vermöbeln, kommt durchaus Spaß auf. Vor allem da die bewegungsorientierte Steuerung überraschend genau funktioniert. Bei der Umsetzung der einzelnen Sportarten haben die Entwickler also einiges richtig gemacht.

Daher ist es aber auch umso enttäuschender, dass ihr euch bereits nach einer Stunde an allen Sportarten satt gespielt habt. Daran kann auch die Ruhmeshalle nichts ändern, die eure Rekorde, Auszeichnungen und Trophäen präsentiert. Reizvoller ist da schon der Mehrspieler-Modus. Hier können nämlich bis zu vier Promis in drei Turnierarten antreten. Entweder sammelt ihr in jedem Minispiel Punkte oder es zählt am Ende einfach die Anzahl der Wettkämpfe, die ihr für euch entschieden habt. Das dritte Turnier ist ein Teamspiel. Hier können sich Zweierteams messen und im Teamwork Punkte holen. Das ist alles ganz nett, schmerzlich vermisst wird aber wieder mal ein Online-Modus. Dieser Showdown bleibt nämlich komplett offline und bietet nicht einmal die Möglichkeit, Rekorde mit anderen Spielern zu vergleichen. Sehr lange werdet ihr euch mit diesem Spiel also garantiert nicht beschäftigen.
An der Grafik gefällt, dass die Promis erkenntlich in das Spiel integriert wurden – viel mehr Positives lässt sich dann aber nicht finden. Die Gestaltung der Minispiele ist nämlich erbärmlich. Einige davon würden sicherlich auch auf dem Nintendo DS laufen. Und der Sound schafft es sogar noch, dieses optische Desaster zu unterbieten. Die Musik ist nämlich absolut unscheinbar und präsentiert sich selbst bei den nervenaufreibendsten Duellen überaus lahm. Absolut unverständlich ist auch das Fehlen einer Sprachausgabe. Konnten die Entwickler die Promis nicht einmal dafür gewinnen? Das Spiel hätte doch gleich viel mehr Charme wenn sich die Promis lustige Sprüche an den Kopf werfen würden. Wer schon ein Spiel mit Prominenten macht, der sollte das auch richtig tun. Was „Celebrity Sports Showdown“ hier abliefert ist auf jeden Fall nichts Halbes und nichts Ganzes.
Sascha Geldermann meint...
Ich spiele mit Avril Lavigne Badminton, hüpfe mit Fergie ins Wildwasserkanu und lasse Keith Urban den Bogen spannen. Das macht mir auch überraschend viel Spaß – aber eben nicht länger als eine Stunde. Für mehr reichen mir die zwölf Minispiele einfach nicht. Und alle Promis muss ich auch nicht ausprobieren. Erstens kenne ich die Hälfte nicht und zweitens spielen sie sich doch eh alle gleich. Somit kann dieser Titel in der Maße der Minispielsammlungen nur gnadenlos untergehen – trotz prominenter Unterstützung.
Ich spiele mit Avril Lavigne Badminton, hüpfe mit Fergie ins Wildwasserkanu und lasse Keith Urban den Bogen spannen. Das macht mir auch überraschend viel Spaß – aber eben nicht länger als eine Stunde. Für mehr reichen mir die zwölf Minispiele einfach nicht. Und alle Promis muss ich auch nicht ausprobieren. Erstens kenne ich die Hälfte nicht und zweitens spielen sie sich doch eh alle gleich. Somit kann dieser Titel in der Maße der Minispielsammlungen nur gnadenlos untergehen – trotz prominenter Unterstützung.

GRAFIK
Die Promis sind ja nett umgesetzt, das ändert aber auch nichts daran, dass die Grafik einfach nur erbärmlich ist.
Die Promis sind ja nett umgesetzt, das ändert aber auch nichts daran, dass die Grafik einfach nur erbärmlich ist.

SOUND
Die Musik ist lahm, während die Sprachausgabe sogar komplett fehlt.
Die Musik ist lahm, während die Sprachausgabe sogar komplett fehlt.

BEDIENUNG
Die Steuerung ist mal etwas an dem Spiel, was überraschend gut funktioniert.
Die Steuerung ist mal etwas an dem Spiel, was überraschend gut funktioniert.

UMFANG
12 Minispiele und kaum VIPs sind ein schlechter Witz. Ein Online-Modus fehlt ebenfalls, auch wenn es offline zumindest drei Mehrspieler-Turniere gibt.
12 Minispiele und kaum VIPs sind ein schlechter Witz. Ein Online-Modus fehlt ebenfalls, auch wenn es offline zumindest drei Mehrspieler-Turniere gibt.
SPIELSPASS
Unterhaltsamer Wettkampf mit erbärmlichem Umfang.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Unterhaltsamer Wettkampf mit erbärmlichem Umfang.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel