MySims Kingdom
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 11.11.2008
Das Reich von König Roland hat schon bessere Tage erlebt. Jede Nacht lässt eine unbekannte Person Gegenstände, Pflanzen, ja sogar ganze Häuser verschwinden. Die einst hübsche Insel wird immer trostloser. Und die früher so unbeschwert glücklichen Bürger, müssen sich nun mit allerhand Problemen herumschlagen. Nun sind Kreativität und Tatendrang gefragt, um das Leben auf dieser Insel wieder aufblühen zu lassen.
Der Stoff, aus dem die Welt ist
Was letztes Jahr als „MySims“ begann, wird nun mit dem Untertitel „Kingdom“ fortgesetzt. Auch dieses Mal müsst ihr einen trostlosen Ort wieder zum schönsten Platz auf Erden machen. In diesem Jahr kümmert ihr euch aber nicht um eine Stadt, sondern um eine Insel, die neben einer Siedlung auch andere abwechslungsreiche Landschaften bietet. Wie die Insel aussieht, könnt ihr erst im Laufe des Spiels beeinflussen, ihren Namen dürft ihr aber schon direkt am Anfang festlegen. Also denkt euch etwas Passendes aus.
Weitere Kreativität müsst ihr sofort danach beim Erstellen eines Charakters beweisen. Das Aussehen der der Figuren unterscheidet sich wie schon bei „MySims“ im letzten Jahr deutlich von den normalen Sims-Spielen. Hier wird nicht auf Realismus gesetzt, sondern auf einen niedlichen japanisch anmutenden Grafikstil. Der Editor lässt somit auch nicht so viele Möglichkeiten zu, wie etwa „Die Sims 2“ auf dem PC. Allerdings sollte es euch gelingen, ein niedliches Abbild eurer Selbst zu erstellen und danach noch passend einzukleiden. Da das Ganze auch noch leicht von der Hand geht, ist der Editor sehr gelungen.

Als MySim werdet ihr sofort ins Geschehen katapultiert. Auf eurer Heimatinsel herrscht Verzweiflung, seitdem ein unbekannter jede Nacht Objekte verschwinden lässt. Jetzt liegt es an euch, der Insel wieder zu ihrer alten Schönheit zu verhelfen. Dafür stehen euch zwei Geräte zur Verfügung: der Extraktor und der Synthesionator. Mit dem Extraktor lassen sich Essenzen von fast allen Gegenständen der Welt aufsaugen, während der Synthesionator aus diesen dann neue Objekte erstellen kann. Also sammelt fleißig Essenzen und experimentiert herum, um Laternen, Blumenbeete und zahlreiche andere Objekte zu erstellen. Diese lassen sich dann ganz bequem auf der ganzen Insel aufstellen, die dadurch immer ansehnlicher wird.
Ablenkung von der Monotonie
Eure Hauptaufgabe ist also das Sammeln von Essenzen und deren Vermischung zu neuen Objekten. Das ist eine wirklich interessante Aufgabe, die auf Dauer aber etwas wenig Abwechslung bietet. Ihr rennt im Grunde nämlich die ganze Zeit durch die Gegend, um den Extraktor an möglichst vielen Gegenständen einzusetzen. Ohne Auflockerungen würde das wohl schon nach kurzer Zeit sehr langweilig werden.
Zum Glück haben sich die Entwickler aber einige nette Extras einfallen lassen. Auf der ganzen Insel sind nämlich Minispiele zu finden, angefangen von Tennis über Skispringen bis hin zum Angeln. Viele dieser Minispiele machen Spaß, keines ist aber anspruchsvoll genug, um wirklich lange zu begeistern. Viel mehr dienen die Minispiele wirklich nur der Auflockerung eurer eigentlichen Aufgabe.
Neben den Minispielen könnt ihr euch die Zeit auch mit dem Dekorieren eures Hauses vertreiben. Es gibt zwar lange nicht so viele Einrichtungsgegenständen, wie in den anderen Sims-Spielen, aber es ist dennoch eine schöne Sache, sein eigenes Heim einrichten zu können. Und wer noch einen Schritt weitergehen will, füllt seinen Kleiderschrank mit selbst geschneiderten T-Shirts und Hosen. In einer Schneiderei lassen sich nämlich eigene Designs entwerfen. Dabei könnt ihr auf einige Vorlagen zurückgreifen, aber euch auch ganz eigene Kreationen ausdenken.

Die netten Minispiele und kleinen Nebenaufgaben verhindern größere Langeweile, dennoch können sie nicht vollständig davon ablenken, dass sich die Hauptaufgabe recht monoton gestaltet. Hier fehlen einfach abwechslungsreichere Aufgaben und mehr Freiheiten bei der Gestaltung. Was ebenfalls fehlt, sind interessante Konversationen. Diese beschränken sich nämlich auf die vier Symbole „Traurig“, „Fröhlich“, „Wütend“ und „Aufmunternd“. Tiefgang können die Gespräche also gar nicht erst entwickeln und das Schließen von Freundschaften oder gar das Eingehen von Liebesbeziehungen sind erst recht unmöglich.
„MySims Kingdom“ bietet gerade so viel Möglichkeiten, um bis zum Abschluss der Hauptaufgabe keine allzu große Langeweile aufkommen zu lassen. Das liegt aber auch daran, dass diese allerspätestens nach zehn Stunden absolviert ist. Danach ist die Luft aus dem anfangs interessantem Konzept aber auch raus. Somit werdet ihr das Angebot, die Stadt auch nach Abschluss der Hauptaufgabe noch weiter zu gestalten, wohl kaum annehmen.
Tag und Nacht
Das einzige was „MySims Kingdom“ nach dem Durchspielen vor dem Schicksal als Staubfänger bewahren könnte, ist der Mehrspieler-Modus. Um diesen nutzen zu können, muss euer Gegenüber aber ebenfalls eine Cartridge besitzen. Dann lassen sich die Minispiele um die Wette bestreiten oder eigene Kreationen austauschen. Gerade letzteres hätte von einem Online-Modus profitiert, auf den die Entwickler aber leider verzichtet haben. So teilt ihr eure Designs also nicht mit der ganzen Welt, sondern höchstens mit einem Freund – sofern er eine eigene Cartridge hat.
Bei den Minispielen kann im Mehrspieler-Modus durchaus Spaß aufkommen. Sie sind leicht zu erlernen und einfach zu steuern. Der Steuerung gebührt aber auch im Hauptspiel Lob. Euer Charakter lässt sich leicht über die Insel manövrieren und das Erstellen der Gegenstände geht genauso leicht von der Hand, wie ihre Platzierung an einem Ort eurer Wahl.

Grafisch macht „MySims Kingdom“ auch viel her. Das Spiel erstrahlt komplett in 3D und besticht durch niedliche Charaktere und hübsche Umgebungen. Es gibt sogar einen Tag- und Nachtwechsel, der nicht nur optisch gut dargestellt wird, sondern auch spielerisch verschiedene Ereignisse mit sich bringt. Außerdem passt sich die Musik der jeweiligen Tageszeit an. Allerdings werdet ihr diese stets passende musikalische Untermalung nach einiger Zeit eh nicht mehr mitbekommen. Die Musik klingt nämlich wirklich nicht schön und strapaziert mit ihrem Gedudel die Nerven so sehr, dass der Lautstärkeregler immer weiter zum Minus-Zeichen wandern wird.
Sascha Geldermann meint...
Ich renne über die Insel, stelle mich vor einen Gegenstand und sauge dessen Essenz auf. Daraufhin schmeiße ich die Essenz mit einer anderen in einen Topf, schüttel beide gut durch und erhalte ein neues Objekt. Nachdem ich dieses aufgestellt habe, fängt die ganze Prozedur von vorne an. Beim ersten Mal finde ich das total interessant, beim zehnten Mal noch ganz lustig und beim zwanzigsten Mal gerade noch nett. Auf Dauer fehlt mir aber einfach die Abwechslung und davon können mich auch die kleinen Minispiele und gelegentlichen Nebenaufgaben nicht ablenken. Ich habe auf der Insel des Spiels einen sehr unterhaltsamen Kurzurlaub verbracht, sesshaft werden möchte ich dort aber nicht.
Ich renne über die Insel, stelle mich vor einen Gegenstand und sauge dessen Essenz auf. Daraufhin schmeiße ich die Essenz mit einer anderen in einen Topf, schüttel beide gut durch und erhalte ein neues Objekt. Nachdem ich dieses aufgestellt habe, fängt die ganze Prozedur von vorne an. Beim ersten Mal finde ich das total interessant, beim zehnten Mal noch ganz lustig und beim zwanzigsten Mal gerade noch nett. Auf Dauer fehlt mir aber einfach die Abwechslung und davon können mich auch die kleinen Minispiele und gelegentlichen Nebenaufgaben nicht ablenken. Ich habe auf der Insel des Spiels einen sehr unterhaltsamen Kurzurlaub verbracht, sesshaft werden möchte ich dort aber nicht.

GRAFIK
Die hübsche 3D-Optik mit den niedlichen Figuren passt zum Spielprinzip.
Die hübsche 3D-Optik mit den niedlichen Figuren passt zum Spielprinzip.

SOUND
Die Musik passt sich der Tageszeit an, ist aber selten mehr als ein nerviges Gedudel.
Die Musik passt sich der Tageszeit an, ist aber selten mehr als ein nerviges Gedudel.

BEDIENUNG
Die Bedienung geht leicht von der Hand und vor allem das Erstellen läuft komfortabel ab.
Die Bedienung geht leicht von der Hand und vor allem das Erstellen läuft komfortabel ab.

UMFANG
Das Hauptspiel könnte länger sein. Der Editor bietet indessen sehr viele Möglichkeiten.
Das Hauptspiel könnte länger sein. Der Editor bietet indessen sehr viele Möglichkeiten.
SPIELSPASS
Interessantes Konzept, dem schnell die Luft ausgeht.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Interessantes Konzept, dem schnell die Luft ausgeht.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel