Dragon Quest: Die Chronik der Erkorenen
Artikel verfasst von Alischan Akhtar am 06.11.2008
Fans von japanischen RPGs fühlen sich sicher auf dem Nintendo DS heimisch. Hier erscheinen nicht nur neue und exklusive RPG Hits sondern auch Remakes von wahren Klassikern. Final Fantasy III und IV wurden ja schon von Square-Enix auf dem Doppelbildschirm portiert. Nun ist eine andere große Serie dran, welche in Japan sogar Final Fantasy den Schneid abkauft. Die Rede ist von Dragon Quest. Der vierte Teil hat nach all den Jahren auch endlich den Weg in europäische Gefilde gefunden. Schon im Jahr 1990 kam das Spiel für das NES in Japan auf dem Markt. Zwei Jahre später konnten sich auch amerikanische Rollenspielfreunde ist Abenteuer stürzen (jedoch unter dem Namen Dragon Warrior IV). Europäer blieben wie so oft außen vor. Im Jahr 2001 gab es dann noch eine Portierung für die PlayStation, welche jedoch nur in Japan veröffentlicht wurde. Nun aber dürfen auch wir Europäer ran und können uns schon mal auf die Teile V und VI freuen, die die Trilogie abrunden werden. Zudem stehen die Chancen nicht schlecht, dass der exklusive und neue neunte Teil der Serie es auch nach Europa schaffen wird. Aber hier geht es erstmal um den vierten Teil.
Die Chronik der acht Helden
Es liegen nun schon 18 Jahre zwischen dem Release des NES Teils in Japan und dem Release des DS-Remakes in Deutschland. Die Chronik der Erkorenen lässt mal wieder auf eine Heldenhafte Geschichte schließen. Und dem ist natürlich auch so. Das Spiel beginnt in einem Dorf im Osten des Landes. Ihr seid der Held, den ihr natürlich selbst benennen dürft. Ihr könnt euch auch für das Geschlecht entscheiden, falls ihr doch lieber eine Heldin sein wollt. Der Prolog stellt die ersten Spielminuten im Dorf da und es passiert nichts Außergewöhnliches. Dann fängt auch schon das erste von fünf Kapiteln an. Ihr steuert nun einen Soldaten des Königreichs Burland namens Ragnar Rauhbein. Einige Charaktere und Monsternamen wurden natürlich eingedeutscht, wobei einige auch 1:1 aus dem englischen übernommen wurden. Als Ragnar habt ihr den Auftrag vom König erhalten das Verschwinden von Kindern in einem Dorf aufzuklären. Im Laufe des Kapitels erfahrt ihr mehr über das Verschwinden und ihr findet sogar einen Verbündeten. So findet ihr heraus dass dies alles der Plan eines bösen Herrschers namens Psaro ist, der es darauf abgesehen hat den Helden der Legende zu eliminieren bevor er seine Macht erlangt.

Das erste Kapitel ist auch recht fix durchgespielt. In den folgenden drei Kapiteln spielt ihr dann immer wieder neue Charaktere und lernt mehr über die Welt und deren Bewohnern. So kommt ihr in Gegenden, wo mit russischem und französischem Dialekt geredet wird. Die Welt ist recht groß und es gibt einige interessante Orte zu entdecken.
Ihr seht die Oberwelt als Karte und über diese steuert ihr eure Charaktere zu Schlössern, Dörfern oder Dungeons. Maximal vier Mitglieder können in eure Gruppe sein. Bei jedem Kapitel startet ihr quasi bei null. Logisch, da ihr ja auch neue Charaktere spielt. Später bekommt ihr noch Möglichkeiten um besser zu reisen. So werden euch im Spielverlauf noch ein Spannwagen, ein Schiff sowie ein Heißluftballon das Reisen erleichtern. Der Spannwagen ist dabei sehr wichtig. Er macht euch zwar nicht schneller, aber solltet ihr mehr als vier Mitglieder im Team dabei haben, bleibt der Rest im Wagen. Sollte unterwegs in einem der Zufallskämpfe einer eurer Mitglieder besiegt worden sein, kann ein weiteres Mitglied aus dem Wagen eingreifen. Jedoch kann der Spannwagen nicht mit in Städten oder Dungeons genommen werden. Daher ist es immer wichtig vor betreten solcher Orte sein Team richtig zusammenzustellen.
Kämpfe lauern an jeder Ecke
Dragon Quest IV bietet klassische Rollenspielkost. Das ist beim Kampsystem nicht anders. Auf eurer Reise durch die Welt werdet ihr durchgehend in Zufallskämpfen verwickelt. Gekämpft wird rundenbasiert. Ihr könnt euren Mitstreitern sagen was sie machen sollen. Später könnt ihr aber auch die Taktik nach euren Wunsch einstellen. So habt ihr die Möglichkeit einen Mitstreiter nur zum heilen einzuteilen oder den Einsatz von Magieattacken verbieten. Für das normale leveln ist die Taktik „gnadenlos sein“ jedoch wohl die beste.

Ihr werdet bei niedrigen Lebenspunkten dann von euren Mitgliedern geheilt und diese setzen auch alles dran, den Feind schnellst möglichst zu besiegen. Im Laufe der Zeit und je nach erreichtem Level, erlernen eure Mitstreiter auch neue Fähigkeiten. Zwei bleiben das ganze Spiel lange magielos, jedoch erlernen die anderen Unterstützungs- oder Angriffszauber. Manche lassen eure Abwehr steigen oder schützt euch vor Magieangriffen der Gegner. Ihr könnt auch die Abwehr des Gegners schwächen oder sie z.B. einschläfern.
Der Kampf wird auf beiden Bildschirmen verteilt gezeigt. Auf dem oberen Screen seht ihr eure Charaktere und deren Lebens- sowie Magiepunkte und was für eine Taktik ihr ausgewählt habt für sie. Auf dem unteren Screen seht ihr eure Gegner und könnt Befehle ausführen. Der Touchscreen wird hierbei jedoch nicht unterstützt, sondern ihr müsst alles per Steuerkreuz und Knöpfen kontrollieren. Richtig gefordert wird man im Laufe des Spiels eher selten von den Gegnern. Einzig einige Bossgegner können einem das Leben schwer machen. Aber wenn man richtig gerüstet ist, schafft man auch diese problemlos.
Geld regiert die Welt
Rollenspieltypisch gibt es natürlich auch wieder diverse Geschäfte wo sich ein legendärer Held und seine Kumpanen sich ausrüsten können. So gibt es nahezu überall Waffen- und Rüstungsläden. Natürlich kann nicht jeder alles tragen. Manche Rüstungen bieten auch elementaren Schutz, sowie manche Waffen auch elementaren Schaden ausrichten. Es gibt natürlich auch Fernwaffen.

Jedoch macht sich ein Unterschied nicht bemerkbar. Neben den Läden gibt es noch das Hotel, wo ihr übernachten könnt. Dank Tag und Nachtwechsel lohnt es sich sogar. Seit ihr nämlich auf der Weltkarte unterwegs, ist der Wechsel von Tag zu Nacht bzw. umgekehrt bemerkbar. Nachts trefft ihr auch mal andere Gegner an. Vor allem lohnt es sich auch mal nachts in den Städten sich umzusehen. So erhaltet ihr oft neue Informationen oder ihr könnt an Orten wo man tagsüber nicht hin kann. Sollte einer eurer Mitstreiter umkommen, wird ihn einer Übernachtung im Hotel jedoch nicht wieder auf die Beine bringen. Auch wenn es skurril anzusehen ist wie anstatt des Charakters auf einmal ein Sarg hinter euch her läuft, solltet ihr eure Mitglieder wiederbeleben. Dafür gibt es schließlich die Kirche. Überall auf der Welt lassen sich Priester oder vereinzelt auch Nonnen finden, die eure Mitstreiter zurück in die Welt der Lebenden bringen können, einer Gebühr vorausgesetzt. Zudem könnt ihr euren Spielstand hier speichern. Jedoch gibt es auch noch eine weitere Speicherfunktion, welche euch nur auf der Weltkarte und in Dungeons zur Verfügung steht. Kleiner Nachteil dieser Speicherungsfunktion: Nach dem speichern müsst ihr euren DS Neustarten. Als weiteren „Service“ bietet euch der Priester das aufheben von Flüchen an. Während des Abenteuers werdet ihr verfluchte Rüstungen, Helme und Schwerte finden. Sobald ihr sie ausrüstet, wird euer Charakter verflucht. Er erleidet dann selber Schaden, schadet seinen Freunden oder tötet die Gegner mit sehr hohem Schaden direkt. Das tragen dieser Items lohnt sich aber nur bedingt, da ihr sie nicht selber ablegen könnt. Und da kommt dann wieder der Priester ins Spiel, welcher euch von dem Fluch und der Ausrüstung befreien kann.
Einige Items sind aber auch nützlich wenn ihr sie nicht selbst ausgerüstet habt, sondern nur bei euch tragt. Manche Items könnt ihr während des Kampfes benutzen. Der Blitzstab wäre hier ein Beispiel für. Während des Kampfes auf Items gehen und dann den Blitzstab benutzen und ihr führt eine Magieattacke aus, selbst wenn ihr keine Magie habt. Wenn ihr zu viel Geld habt, gibt es natürlich auch noch andere Möglichkeiten dieses wieder zu verprassen. Was bietet sich hierfür besser an als ein Kasino? Im Kasino gibt es Poker, den Einarmigen Banditen sowie Monsterwettkämpfe. Hier müsst ihr dann sagen, welches Monster gewinnt und Geld auf es setzen. Die Quoten sind natürlich unterschiedlich und je nachdem auch die Gewinnsumme. Sammelt ihr genügend Jetons, dürft ihr euch natürlich auch wieder Items aussuchen die euch mehr oder weniger gut auf eurer Reise helfen werden.
Altes Spiel, neue Technik
Dragon Quest IV hat sich natürlich um einiges verändert. Square Enix hat das Spiel in eine schöne Hülle gepackt. Das Spiel erinnert optisch stark an die SNES RPGs. Das Spiel bietet keine überragenden Effekte. Die Kämpfe wirken auch recht steril. Es passiert kaum was während den Kämpfen. Einige Magien haben ansprechende Effekte, jedoch nichts Außergewöhnliches. Was gut gefällt ist das rotieren der Kamera. Mit dem L- bzw. R-Knopf könnt ihr die Kameraperspektive herumdrehen. Sieht nicht nur schick aus, sondern hat auch oft einen Nutzen. Ihr werdet dadurch sicherlich die eine oder andere Versteckte Tür bzw. Passage finden, die euch mit der Standard Draufsicht noch verwehrt blieb.

Dragon Quest IV kommt ohne Videosequenzen aus. Alle Zwischensequenzen sind in Ingamegrafik gehalten. Jedoch gibt es derer recht wenige. Der Sound ist im Grunde nicht schlecht. Leider ist der Soundtrack recht begrenzt. Alle Schlösser und Städte haben die gleiche Melodie. Anfangs kann sie einem noch zusagen, aber mit der Zeit wird sie recht nervig. Hier wären unterschiedliche Stücke besser gewesen. Zumindest hat man mit den Charakteren auf der Oberwelt verschiedene Musiken. Je nachdem welchen Charakter man an erster Stelle in der Gruppe stellt, ändert sich die Musik. Stellt ihr Ragnar Rauhbein beispielsweise später an erster Stelle, so wird die Oberweltmusik aus Kapitel eins wieder erklingen. Dem Spiel ist sogar ein Multiplayer spendiert wurden, jedoch ist dieser nicht wirklich ein Multiplayer im wahren Sinne. Trifft man sich mit anderen Spielern die das Spiel besitzen, kann man Charaktere automatisch austauschen. So werden auf beiden Spielen in beiden Städten neue Bewohner hinzuziehen.
Alischan Akhtar meint...
Mir hat die Chronik der Erkorenen richtig Spaß gemacht. Klassische Rollenspielkost vom feinsten. Die Technik Aufwertung ist gut gelungen, aber dass es besser geht hat man schon in den Trailern für Dragon Quest IX gesehen. Die Zufallskämpfe sind nicht nervig und das Gesamtpaket stimmt einfach. Die Story dauert ist in ca. 25 Stunden durchgespielt, aber man wird gut unterhalten. Rollenspielfans können problemlos zugreifen.
Mir hat die Chronik der Erkorenen richtig Spaß gemacht. Klassische Rollenspielkost vom feinsten. Die Technik Aufwertung ist gut gelungen, aber dass es besser geht hat man schon in den Trailern für Dragon Quest IX gesehen. Die Zufallskämpfe sind nicht nervig und das Gesamtpaket stimmt einfach. Die Story dauert ist in ca. 25 Stunden durchgespielt, aber man wird gut unterhalten. Rollenspielfans können problemlos zugreifen.

GRAFIK
Hübscher 2D/3D Mix der keine besonderen Highlights setzt.
Hübscher 2D/3D Mix der keine besonderen Highlights setzt.

SOUND
Passende Sounduntermalung, jedoch wäre mehr Abwechslung im Soundtrack gut gewesen.
Passende Sounduntermalung, jedoch wäre mehr Abwechslung im Soundtrack gut gewesen.

BEDIENUNG
Problemlose Steuerung, welche aber die Besonderheiten des Nintendo-DS komplett ignoriert
Problemlose Steuerung, welche aber die Besonderheiten des Nintendo-DS komplett ignoriert

UMFANG
Ca 25 Stunden in 5 Kapiteln mit 8 Charakteren, Multiplayer leider nur offline.
Ca 25 Stunden in 5 Kapiteln mit 8 Charakteren, Multiplayer leider nur offline.
SPIELSPASS
Tolles Remake, was auf die nächsten Teile Appetit macht
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Tolles Remake, was auf die nächsten Teile Appetit macht
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel

Genre
Rollenspiel
Entwickler
SquareEnix
Publisher
Koch Media
Releasedatum
12.09.2008
USK-Freigabe
TBA
» Weitere Infos zum Titel
Rollenspiel
Entwickler
SquareEnix
Publisher
Koch Media
Releasedatum
12.09.2008
USK-Freigabe
TBA
» Weitere Infos zum Titel