Drawn To Life - Spongebob Schwammkopf Edition
Artikel verfasst von Aljoscha Reuther am 01.11.2008
Bikini Bottom ist erneut in Gefahr! Der verwirrte Künstler hat wieder seine Zauberbleistifte ins Meer fallen lassen - und Kritzelbob, der schlecht gezeichnete Klon von Spongebob, ist durch Patrick's dummheit Auferstanden! Wer kann ihn Aufhalten, die Welt mit schlechtgezeichneten Kreaturen zu unterjochen und feine Konturen ein für alle Mal von der Bildfläche zu verbannen?
Kritzelschwammkopftentakelstar
Drawn To Life - mit sicherheit einer der ungewöhnlicheren Titel für den DS, hatten wir doch zum ersten Mal die Möglichkeit, unseren Helden selbst zu gestalten - und diesen sogar vollanimiert durch eine Spielwelt zu steuern - in bester Jump 'n' Run Kunst.
Nun kommt mit der "Drawn To Life" Spongebob Schwammkopf Edition ein Quasi-Nachfolger, mit dem allseits beliebten Fernsehikone auf den DS. Was aber macht den Ausflug in die Tiefen des Meeres - und sogar auf den Mond - lohnenswert, oder hat THQ überhaupt aus den Fehlern der ersten Version gelernt?

Nun, wie es dazu kam, ist schnell erklärt. Spongebob Fans kennen mit Sicherheit noch die Folge, in der ein Künstler auf hoher See seinen Bleistift verliert, und daraufhin Spongebob und Patrick am Meeresgrund mit diesem Bleistift lebendige Zeichnungen erschaffen können. Auf dieser Folge basiert, natürlich, auch das Spiel - bietet sich ja auch geradezu an. Allerdings spielen wir die Geschichte nicht noch einmal nach, sondern haben im Prinzip ein Sequel vor uns: es ist wieder ein schöner Tag, der Künstler ist auf hoher See, und wie es kommen muss, verliert er wieder seine Zeichenutensilien. Diesmal fallen gleich zwei Stifte ins Wasser - und wie es der Zufall will genau in Patrick's nähe. Aus purer Dummheit (leider etwas ZU dumm, selbst für Patrick) zeichnet Patrick Kritzelbob erneut, der auch daraufhin sofort wieder da weiter macht, wo er aufgehört hat - Bikini Bottom zu terrorisieren! Dummerweise hat Kritzelbob auch diesmal den Stift direkt an sich gerissen - aber glücklicherweise sind ja zwei Stifte heruntergefallen.
Wie es also kommen muss, zeichnen Spongebob und Patrick einen Helden, der ihnen helfen soll, Kritzelbob erneut in die Schranken zu weisen: Kritzelkopf. Wie im Originalspiel zeichnen wir also unseren Helden - oder wählen eine Vorlage aus, die wir entweder nachzeichnen, oder sie komplett übernehmen - und stürzen uns mit Stift und Radiergummi ins Abenteuer!
Algengrütze ausradiert?
Soviel zur Geschichte. Wie spielt sich das ganze denn nun? Nun, im Prinzip kann man sagen, dass auch dieses "Drawn To Life" - abgesehen vom Zeichenaspekt - das Rad nicht neu erfindet, aber immerhin verbirgt sich ein solides Jump 'n' Run hinter dem Titel. Doch gerade die Zeicheneinlagen sind es immer wieder, die dem Spiel doch den nötigen Spielspaß nehmen könnten. Aber dazu später mehr.
Das Spiel selbst besteht aus rund 20 einzelnen Leveln, aufgeteilt auf 4 Welten (plus eine Bonuswelt mit weiteren 5 Leveln): Bikini Bottom, Dschungel, Tiefsee und der Weltraum - Zusatzlevel Notitzblock. Der Umfang ist also leider auch bei diesem Titel wieder eher dürftig, denn zum Durchspielen braucht man im Normalfall allerhöchstens 3-4 Stunden.
Eine unserer Hauptaufgaben im Spiel ist das Ausradieren des "Krickelkrackels" - wildes Geschmiere von Kritzelbob, aus dem unsere gezeichneten Gegner kommen und uns attackieren. Um das "wiederzeichnen" der Gegner zu verhindern, dass wenige Sekunden nach dem erledigen des vorherigen Gegners eintritt, müssen wir dieses Geschmiere mit dem Touchpen weg radieren. Klingt eigentlich gut, aber leider artet das ganze später in ein hektisches "auf dem Schirm herumreib"- Spiel aus, da die Gegner auch angreifen, während wir ihren Ursprung weg radieren wollen.
Die Gegner selbst, auch wenn sie gezeichnet sind, können wir nicht sofort weg radieren, sondern müssen sie mit einem Karateschlag, einem Sprung auf den Kopf - oder auch einer Seifenblase "betäuben". Wenn wir sie dann beseitigt haben, kommt beim ersten Mal ein kleiner Dialog, in dem wir diese Monster neu zeichnen können... warum auch immer.

Gegnertypen gibt es generell allerdings nicht viele. Bis auf die 5-6 Kritzeltypen gibt es in jeder Welt noch maximal 3 andere Gegnerarten. Dies können Schläger, Tiefseefische, oder gepanzerte Schnecken sein, die alle mit ein oder zwei Karateschlägen außer Kraft gesetzt werden.
Zusätzlich zu unseren Karateschlägen und Hüpfattacken gibt es noch Power-Ups, die, nachdem wir sie gezeichnet haben, für knappe 40 Sekunden unseren Kritzelkopf mit besonderen Fähigkeiten ausstatten: Ninja-Schuhe (mit denen man sich an der Wand festhalten kann), Spikes (um nicht auf Goo auszurutschen), Karate-Handschuh (stärkere Schläge) oder den Seifenblasenpuster - eine Distanzwaffe. Allerdings kommt jedes dieser Power-Ups nur ein oder zwei Mal im Spiel effektiv zum Einsatz.
Zudem können wir Spongebob, Patrick oder Thaddäus, die sonst nur in Zwischensequenzen auftreten, als "Hilfen" benutzen: Spongebob gibt uns für ein paar Sekunden einen Schild, Patrick kann als Wurfstern benutzt werden, um Gegner zu Lähmen, und Thaddäus macht das gleiche mit seiner Musik.
Kommen wir aber noch einmal auf das Zeichnen zurück, die Haupteigenschaft des Spieles, wenn man so will. Was am Anfang noch als "tolle Idee" in unseren Köpfen rumschwebt, wird garantiert während des Spiels zum "nicht schon wieder" mutieren. Der Platz zum Zeichnen von wirklich "gut aussehenden" Objekten ist nicht vorhanden, und so quälen wir uns teilweise auf 10x10 Pixel großen Feldern ab, um das Spiel nicht mit hässlichen Klumpen zu verunstalten. Auch die Häufigkeit ist eher schlecht als recht - denn abgesehen von den Gegnern, müssen wir im Spiel mindestens 5 verschiedene Plattformen (Steine, Wolken, Geisterplatte...) zeichnen, Felsen, Gondeln, Glocken, Holzräder... und so weiter.
Dazu kommt noch das Szenario. Spongebob ist für die einen Genial, für die anderen gehört er verbrannt. Aber was nicht passieren sollte, ist, diese Figur in ein Setting zu stecken, das absolut nicht wirkt. Der Bezug auf die Spongebobfolge hat ja seinen Reiz, aber hier wurde das Originalspiel einfach nur, sozusagen, mit Spongebob „angestrichen“, ansonsten haben wir es hier mit einer klaren Kopie des Vorgängers zu tun.
Allerdings wird der Titel dadurch natürlich auch seiner Zielgruppe gerecht, die nicht viel mehr erwarten wird, als ein lustiges Spiel mit Spongebob-Flair. Allgemein kann man von der "Drawn To Life" - Spongebob Edition gut sagen, dass sie als Kindertitel durchaus ihre Reize hat. Ein niedriger Schwierigkeitsgrad, selbstständig Kreativ werden und dazu noch Spongebob - das passt einfach. Für "fortgeschrittene" Spieler ist der Titel allerdings viel zu einfach.
Zu Einfach, bis auf die Achterbahnfahrten, denn hier schlägt der Schwierigkeitsgrad von "sehr leicht" auf "schwer" um. Wir fahren in einem von uns gezeichneten Wagen über eine Achterbahn (was auch eine Miene oder ein altes Gemäuer sein kann) und müssen, mit Hilfe des Touchpens, Hindernissen und Streckenschäden ausweichen. Am Anfang kann dies noch ganz lustig sein, aber in den späteren Leveln wird diese Fahrt wirklich zur Zerreißprobe.

Scribbles gegen 3D Grafik
Von der technischen Seite betrachtet, macht das Spiel allerdings einiges Richtig. Die Level selbst sind, natürlich, 2D, allerdings sind unsere Gegner - wenn sie denn nicht von Kritzelbob gezeichnet wurden - in 3D gehalten, und auch der Hintergrund erstrahlt in allen drei Dimensionen. Das einzige, was die Grafik herunter ziehen kann, sind die Zeichnugnen, die wir selbst Anfertigen, sowie der "Stilwandel" während des Spieles. Ist am Anfang die Welt "Bikini Bottom" noch voller Details, sinkt dieser Detailreichtum bis zum Endlevel quasi auf 0, was man natürlich damit erklären könnte, dass das Endlevel komplett von Kritzelbob gezeichnet wurde... naja. Grafisch hält sich der Titel auf jeden Fall im Mittelfeld auf. Die Anfangs und die Endsequenz des Spieles sind ebenfalls in 3D gehalten, die "Briefings" zwischen den einzelnen Welten finden mit animierten 2D Figuren statt. Extrapunkte gibt es allerdings für unseren Hauptcharakter, denn anders als alle anderen Zeichenaufgaben, ist er wirklich toll animiert - unsere Zeichnung, egal was wir malen (es klappt sogar beim Strichmännchen), erwacht während des Spiels tatsächlich zum Leben.
Auch der Sound kann sich recht gut im Mittelfeld aufhalten, hätte unser "Kritzelkopf" nicht eine übermäßig hohe Piepsstimme. Zudem kommen manchmal beim Springen die selben Geräusche, die ebenfalls ertönen, wenn wir von einem Gegner getroffen werden.
Die Hintergrundmusik ist auf ein Lied pro Welt beschränkt - und natürlich die obligatorische Boss-Kampf-Musik. Nicht gerade die beste Qualität, aber auch nicht weniger als das, was man von einem Lizenztitel erwarten könnte. Sprachausgabe gibt es in dem Spiel, bis auf eine einzelne Passage von Kritzelkopf's "brabluaghabalabala", nicht.
Bei der Steuerung ist die Bewertung schon schwerer, denn auf der einen Seite funktioniert das Bewegen und Handeln per Steuerkreuz und ABXY sehr gut, auf der anderen Seite nervt das ständige hinzuziehen des Touchpens. Allerdings gibt es kaum Aussetzer oder anderweitige negative Kritikpunkte zu nennen... aber ist das bei einem Jump 'n' Run schwer?
Es gibt einen Multiplayer für bis zu vier Spieler (Multi-Card), der allerdings weniger ins Gewicht fällt. Zudem gibt es ein Malbuch mit 8 Motiven und einen Kurs, wie man Spongebob zeichnen kann - und einen Cheatmodus.
Aljoscha Reuther meint...
Nun, was kann man von einem Lizenztitel erwarten - mit Sicherheit ist die "Drawn To Life" - Spongebob Schwammkopf Edition nicht das schlechteste, was dem gelben Quadratkopf passieren konnte. Trotz der kurzen Spielzeit und des eher seltsamen Szenarios kann das Spiel vor allem jüngere Spieler schnell in den Bann ziehen. Und auf diese Zielgruppe ist es immerhin zugeschnitten. Aber eine gute Bewertung gibt es für die 1:1 Kopie des Vorgängers deshalb noch lange nicht.
Nun, was kann man von einem Lizenztitel erwarten - mit Sicherheit ist die "Drawn To Life" - Spongebob Schwammkopf Edition nicht das schlechteste, was dem gelben Quadratkopf passieren konnte. Trotz der kurzen Spielzeit und des eher seltsamen Szenarios kann das Spiel vor allem jüngere Spieler schnell in den Bann ziehen. Und auf diese Zielgruppe ist es immerhin zugeschnitten. Aber eine gute Bewertung gibt es für die 1:1 Kopie des Vorgängers deshalb noch lange nicht.

GRAFIK
Hintergründe in 3D, dafür hässliches Leveldesign
Hintergründe in 3D, dafür hässliches Leveldesign

SOUND
die Musik passt zum Spiel, dafür alles andere nicht
die Musik passt zum Spiel, dafür alles andere nicht

BEDIENUNG
gute Jump 'n' Run Steuerung, der Touchpen-Einsatz nervt allerdings
gute Jump 'n' Run Steuerung, der Touchpen-Einsatz nervt allerdings

UMFANG
es gibt abwechslung in den Aufgaben, in ein paar Stunden ist das Ganze aber durchgespielt
es gibt abwechslung in den Aufgaben, in ein paar Stunden ist das Ganze aber durchgespielt
SPIELSPASS
Dreiste 1:1 Kopie mit Spongebob-Aufstrich
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Dreiste 1:1 Kopie mit Spongebob-Aufstrich
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel