Jackass - The Game DS
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 27.10.2008
„Achtung: Die gezeigten Stunts wurden von Profis durchgeführt. Daher sollten weder du noch deine beknackten Kumpels versuchen, einen der Stunts nachzumachen“. – Was im realen Leben ein verdammt guter Ratschlag ist, hält euch auf dem Nintendo DS nicht davon ab, euch der Jackass-Crew anzuschließen. Kauft einen Helm und schließt eine Lebensversicherung ab, denn wenn Johnny Knoxville, Steve-O und Co. mit euch fertig sind, werdet ihr kaum noch einen heilen Knochen im Leib haben.
Hals- und Beinbruch
Mit einem Editor erstellt ihr euer virtuelles Ebenbild, auf das dann harte Tage zukommen. Natürlich dürft ihr euch mit Wikingerhelmen, Schottenröcken und Smokings auch eine große Portion Extravaganz verpassen. Kaum seid ihr damit fertig, erhaltet ihr auch schon einen Anruf von Jackass-Erfinder Jeff Tremaine, der euch als neuen Lehrling engagiert. Sofort reist ihr in eine kleine Stadt, die als offene Spielwelt dient. Hier könnt ihr euch frei bewegen, während eine Karte auf dem Touchscreen anzeigt, wo ihr die berühmten Jackass-Stuntmans findet. An diese solltet ihr euch wenden, wenn euch euer Leben unlieb ist, denn sie haben garantiert dumme und gefährliche Aufgaben für euch.
Eine richtige Geschichte hat das Spiel leider nicht, sondern nur ein großes Ziel. Es dreht sich alles darum, dass ihr euch bei den Stunts möglichst alle 206 Knochen des menschlichen Körpers auf einmal brechen müsst. Dieses Ziel ist natürlich äußerst fragwürdig. Dazu kommt noch, dass sich das Erreichen dieses Ziels äußerst monoton gestaltet. Es gibt im Grunde nämlich nur zwei verschiedene Aufgabentypen: Unfälle mit Fahrzeugen und Flüge durch so genannte Werfer.

Bei den Fahraufgaben rollt ihr auf einem Skateboard, in einem Einkaufwagen oder mit einem anderen fahrbaren Untersatz durch die Stadt, um irgendwann möglichst brutal ein Ziel zu rammen. Bei den Werfern handelt es sich dagegen um Trampolins oder Karussells, die euch in die Luft katapultieren. Die anschließende Landung wird dann natürlich sehr unschön. Wer sich bei diesen Stunts möglichst viele Knochen brechen möchte, sollte dabei auch nicht vergessen, per Knopfdruck zu posieren. Je länger und abwechslungsreicher eure Posen sind, desto mehr Knochen brecht ihr euch am Ende auch. Das wird dann auch noch als „Lahm“, „Krank“ oder im besten Fall mit „Jackass“ bewertet.
Diese beiden Aufgabentypen werden schon nach dem ersten Mal langweilig, sodass sich schnell Monotonie breit macht. Von Spielspaß ist schon nach den ersten zehn Minuten nichts mehr zu merken. Zumindest kann den beiden Aufgaben aber zu Gute gehalten werden, dass die Steuerung dabei funktioniert – im Gegensatz zu der Steuerung außerhalb der Missionen. Euer Stuntman lässt sich nämlich nur sehr ungenau durch die Stadt manövrieren. Es hat immer den Anschein, als ob er über Glatteis laufen würde und sich kaum noch auf den Beinen halten kann. Aber vielleicht liegt das auch einfach an den zahlreichen Knochenbrüchen, die er immer und immer wieder über sich ergehen lassen muss.
Ein Jackass ist nicht genug
Der Touchscreen wird nur in den Menüs zu Steuerung benutzt. Das ist natürlich etwas seltsam, da durch den Touchscreen sicherlich einige interessante Stunts möglich geworden wären. Zumindest lässt sich hier aber ein hilfreiches Inventar aufrufen, bei dem ihr bereits absolvierte Missionen noch einmal wiederholen könnt. Gut, dass ist eine recht überflüssige Möglichkeit, da sich eh alle Aufgaben gleich spielen. Dafür liefern aber eine Statistik und eine Liste aller menschlichen Knochen eine Übersicht über eure bisherigen „Erfolge“.

Die Stadt im Einzelspieler-Modus ist sehr klein und der Umfang des Spiels somit viel zu gering. Immerhin gibt es aber einen Mehrspieler-Part für bis zu vier Spieler – die allerdings alle eine eigene Cartridge brauchen. Sollten solche Jackass-Sessions wirklich mal zu Stande kommen, dürft ihr dann um die Wette Passanten mit Schneebällen bewerfen. Oder, was sicherlich um einiges interessanter ist, Dodgeball gegeneinander spielen. Diese beiden Minispiele sind zwar belanglos, machen aber mehr Spaß als der Einzelspieler-Modus.
Die Comic-Grafik des Spiels passt zwar zum Geschehen, kann aber nicht überzeugen. Die Stadt bietet kaum Details und wirkt äußerst leer. Außerdem stören die unsauberen Charaktermodelle. Der Sound macht ebenfalls eine schlechte Figur. Die Musik im Spiel ist unscheinbar und einfach nur langweilig. Der einzige Höhepunkt der technischen Seite präsentiert sich leider allein Hauptmenü. Hier schallt nämlich der Auszug aus dem Lied "Corona" der Band Minutemen aus den Lautsprechern, der als Jackass-Soundtrack berühmt geworden ist. Da kommt sofort Jackass-Feeling auf, das das Gameplay dann aber leider nicht ansatzweise bieten kann.
Sascha Geldermann meint...
Schade, dass ich nicht mehr in der tiefsten Pubertät stecke. Dann hätte ich dem Spielziel, alle 206 Knochen bei einem Stunt zu brechen, vielleicht noch etwas abgewinnen können. So ist dieses Ziel für mich aber genauso fragwürdig, wie die Möglichkeiten es zu erreichen. Es gibt im Grunde nämlich nur zwei verschiedene Aufgabenstellungen, die aber beide schon beim ersten Mal keinen Spaß machen. Da klaue ich mir doch lieber einen Einkaufswagen und rolle damit über die Autobahn – das ist immer noch sinnvoller als „Jackass DS“ zu spielen.
Schade, dass ich nicht mehr in der tiefsten Pubertät stecke. Dann hätte ich dem Spielziel, alle 206 Knochen bei einem Stunt zu brechen, vielleicht noch etwas abgewinnen können. So ist dieses Ziel für mich aber genauso fragwürdig, wie die Möglichkeiten es zu erreichen. Es gibt im Grunde nämlich nur zwei verschiedene Aufgabenstellungen, die aber beide schon beim ersten Mal keinen Spaß machen. Da klaue ich mir doch lieber einen Einkaufswagen und rolle damit über die Autobahn – das ist immer noch sinnvoller als „Jackass DS“ zu spielen.

GRAFIK
Der Comic-Look passt, die leere Stadt und die unsauberen Figuren machen aber nichts her.
Der Comic-Look passt, die leere Stadt und die unsauberen Figuren machen aber nichts her.

SOUND
Der Jackass-Soundtrack im Hauptmenü ist der akustische Höhepunkt, während die Musik im Spiel total unscheinbar ist.
Der Jackass-Soundtrack im Hauptmenü ist der akustische Höhepunkt, während die Musik im Spiel total unscheinbar ist.

BEDIENUNG
Bei den Missionen funktioniert die Steuerung, außerhalb versagt sie aber.
Bei den Missionen funktioniert die Steuerung, außerhalb versagt sie aber.

UMFANG
Es gibt einen Editor und einen Mehrspieler-Modus, insgesamt ist der Umfang aber zu gering.
Es gibt einen Editor und einen Mehrspieler-Modus, insgesamt ist der Umfang aber zu gering.
SPIELSPASS
Reine Zeitverschwendung mit fragwürdigem Ziel.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Reine Zeitverschwendung mit fragwürdigem Ziel.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel