LEGO Batman – Das Videospiel
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 24.10.2008
Sowohl die Jedi-Ritter, als auch Indiana Jones haben sich bereits als LEGO-Figuren durch Videospiel-Abenteuer gekämpft. Nun springt auch der dunkle Rächer Batman auf den Bauklotz-Zug auf und mit ihm Robin, Alfred und die Schurken von Gotham City.
The LEGO Knight
Mit „Batman Begins“ oder „The Dark Knight“ hat dieses Spiels nichts am Hut. Wir befinden uns schon in einem viel späteren Kapitel von Batmans Rächerlaufbahn. Hier streift er gemeinsam mit Robin durch die Straßen Gothams, die gefährlicher sind als je zuvor. Große Schurken wie der Joker, Two-Face und der Riddler haben sich nämlich zusammengeschlossen, um Chaos und Verderben über die Stadt zu bringen.
Bei der ersten Zwischensequenz zeigen sich aber schon die großen Kritikpunkte des Spiels. Erstens ist die Geschichte nämlich sehr flach. Die berühmten Batman-Schurken wüten in Gotham City. Punkt. Viel mehr Tiefgang kommt auch nicht mehr in die Sache. Zweitens wird die Geschichte auch noch langweilig präsentiert, nämlich mit Standbildern ohne Text. Alles ergibt sich nur aus den Bildern, was allein Tiefgang schon fast unmöglich macht und auch nicht sehr atmosphärisch ist. Und drittens wird nicht der unterhaltsame Humor der anderen LEGO-Spiele geboten. Es gibt ein paar Slapstick-Einlagen und kleine Anspielungen, allgemein präsentiert sich der Humor aber sehr flach, sodass Schmunzler oder gar Lacher rar sind.

Trotz dieser Schwächen ist „LEGO Batman“ aber ein sehr gutes Spiel, an dem vor allem Fans des Rächers große Freude haben können. Das ist dem Gameplay zu verdanken, das mit Abwechslung glänzen kann. Ihr seid immer mit zwei Charakteren unterwegs, im Normalfall also mit Batman und Robin, und habt alle Hände voll zu tun. Für Beschäftigung sorgen allein schon die zahlreichen Oberschurken und ihre noch viel zahlreicheren Handlanger. Diese wollen schließlich ordentlich vermöbelt werden. Dabei verteilen die Charaktere nicht nur Schläge, sondern warten auch mit anderen Angriffen auf. Batman bevorzugt dabei seinen Batarang, mit dem sich Gegner auch aus einiger Entfernung schnell und effektiv ausschalten lassen.
Neben den Kämpfen geht es zumeist darum, im Level weiterzukommen. Daran wollen euch Türen, unerreichbar hohe Plattformen und einige andere Hindernisse aber stets hindern. Um dennoch voran zu kommen, gilt es vor allem die individuellen Fähigkeiten der Charaktere zu nutzen. Robin kann mit seinen akrobatischen Fähigkeiten problemlos über Drahtseile balancieren, während Batman mit seinem Enterhaken luftige Höhen erklimmt. Außerdem lassen sich in den Levels auch Anzüge für die Figuren finden. Mit dem Gleit-Anzug kann Batman einige Zeit in der Luft verbringen, während Robin in einem Bio-Anzug problemlos durch ätzende Säure gehen kann, die normalerweise tödlich wäre.

Und natürlich liegen in allen Levels auch jede Menge LEGOsteine herum, mit denen sich schöne Sachen bauen lassen. Schnappt euch einfach ein paar Klötze und baut auch eine Leister, um im Level weiterzukommen. Steht ihr vor einer verschlossenen Tür, für die es keinen Schalter gibt? Dann baut euch doch einfach einen Schalter zum Öffnen der Tür zusammen! Diese Möglichkeiten heben die LEGO-Videospiele von anderen Titeln ab und sorgen auch noch für jede Menge Abwechslung. Und wenn euch das an Möglichkeiten immer noch nicht genug ist, dann steigt doch einfach in Fahrzeuge um. Diese ermöglichen nicht nur ein schnelles Vorankommen, sondern bieten auch noch eine effektive Feuerkraft. Wünsche sollten also wirklich keine mehr offen bleiben.
Held oder Schurke?
Insgesamt warten 30 umfangreiche Levels auf euch. Ausgangspunkt ist dabei die Bathöhle. Hier findet ihr die Türen zu den Levels. Zu Beginn ist nur die erste geöffnet. Sobald ihr den ersten Level absolviert habt, öffnet sich dann die Tür zum zweiten, sodass immer mehr Türen entriegelt werden. Am Ende stehen drei Kapitel mit jeweils fünf Levels offen. Aber Moment! Das wären dann ja insgesamt nur 15 Levels. Sollte das Spiel nicht 30 haben?
Richtig, es gibt auch 30 Levels. Davon aber nur 15 in der Bathöhle. Ihr könnt aber schon recht früh im Spiel auch zum Arkham Asylum wechseln. Hier lassen sich die größten Schurken der Batman-Serie finden, die hier in ihren 15 eigenen Schurken-Levels für Chaos sorgen. Ihr schlüpft hier also selbst in der Rolle von dem Joker oder Two-Faces und schlagt in den Straßen von Gotham alles kurz und klein. Das ist natürlich ein toller Kontrast zu den Helden-Kapiteln und bringt viel Schwung ins Gameplay. Außerdem wird dieses Spiel für Batman-Fans gleich viel interessanter, da sie in die Rolle aller großen Figuren schlüpfen können – egal ob nun gut oder böse.

30 große Levels können lange beschäftigen. Vor allem da zu dem großen Umfang auch noch ein hoher Wiederspielwert kommt. Alle Levels können schließlich beliebig oft absolviert werden und nur bei der Story seid ihr an vorgegebene Charaktere gebunden. Im freien Spiel könnt ihr später aber auch selbst entscheiden, mit welchem Charakter ihr welchen Level angehen wollt. Der besondere Clou daran: manche Bereiche eines Levels sind nur bestimmten Charakteren zugänglich. Somit bekommt ihr im freien Spiel Orte zu Gesicht, die beim ersten Durchgang noch verschlossen waren.
Außerdem motiviert die hohe Zahl an Sammelgegenständen zum mehrmaligen Besuch der Levels. Hinweise des Riddlers lassen sich genauso finden, wie Karten des Jokers. Und natürlich solltet ihr immer fleißig LEGOsteine sammeln. Mit diesen könnt ihr euch dann in der Bathöhle Etxras wie neue Figuren oder Minispiele kaufen. Ihr müsst aber aufpassen, in den Levels nicht zu sterben. Dann verliert ihr nämlich Steine. Das ist aber leider auch die einzige Folge eures Ablebens. Ein richtiges „Game Over“ gibt es nämlich nicht. Sinkt eure Energieanzeige auf Null zerspringt euer Charakter zwar in einzelne Steine, wird aber sofort wiederbelebt. Das ist total unverständlich, denn so kommt dem Spiel ein großer Teil seiner Herausforderung abhanden.

Nicht zu vergessen ist auch der kooperative Modus. Ihr seid eh immer mit zwei Charakteren unterwegs, wobei Einzelspieler per Knopfdruck einfach zwischen diesen wechseln können. Während euer KI-Begleiter euch auch schon hilfreich zu Seite steht, macht die ganze Sache mit einem menschlichen Mitspieler natürlich noch mehr Spaß. Schnappt euch also einen Freund, der dieses Spiel auch besitzt, und streift gemeinsam durch Gotham City. Wer keinen solchen Freund hat, muss sich wohl mit seiner KI-Begleitung begnügen. Einen Online-Modus gibt es nämlich nicht. Das ist schade, ändert aber nichts daran, dass der kooperative Modus ein tolles Extra ist.
Die Grafik des Spiels kann vollauf überzeugen. Das Batman-Universum wurde liebevoll ins LEGO-Format übertragen. Vor allem die detaillierten Figuren mit ihren butterweichen Animationen wissen zu gefallen. Aber auch die Levels glänzen mit zahlreichen Details und tollem Design. Der Sound macht daneben aber leider eine schwache Figur. Während die Soundeffekte noch solide sind, hält sich die Musik nämlich einfach viel zu sehr im Hintergrund. Schade, mit der richtigen musikalischen Untermalung wäre der Ausflug nach Gotham bestimmt noch atmosphärischer geworden.
Sascha Geldermann meint...
Beim Intro überfällt mich sofort Langeweile. Die Standbilder ohne Text sind unspektakulär, die Story wirkt flach und vom berühmten Humor der LEGO-Spiele merke ich auch nichts. Zum Glück verschwindet die Langeweile schlagartig, als erstmal das eigentliche Gameplay beginnt. Als Held oder Schurke streife ich durch die Straßen von Gotham City, verhaue Gegner, baue mir Gegenstände zusammen und sammle natürlich fleißig LEGOsteine. Die 30 umfangreichen Levels strotzen nur so vor Abwechslung und verführen mich immer wieder zu erneuten Streifzügen, bei denen ich die unnötigen Schwächen des Spiels zwar nicht vollkommen vergessen, aber leicht in Kauf nehmen kann.
Beim Intro überfällt mich sofort Langeweile. Die Standbilder ohne Text sind unspektakulär, die Story wirkt flach und vom berühmten Humor der LEGO-Spiele merke ich auch nichts. Zum Glück verschwindet die Langeweile schlagartig, als erstmal das eigentliche Gameplay beginnt. Als Held oder Schurke streife ich durch die Straßen von Gotham City, verhaue Gegner, baue mir Gegenstände zusammen und sammle natürlich fleißig LEGOsteine. Die 30 umfangreichen Levels strotzen nur so vor Abwechslung und verführen mich immer wieder zu erneuten Streifzügen, bei denen ich die unnötigen Schwächen des Spiels zwar nicht vollkommen vergessen, aber leicht in Kauf nehmen kann.

GRAFIK
Die LEGO-Figuren und die Umgebung wurden mit Liebe zum Details gestaltet.
Die LEGO-Figuren und die Umgebung wurden mit Liebe zum Details gestaltet.

SOUND
Solide Soundeffekte treffen auf unscheinbare Musik.
Solide Soundeffekte treffen auf unscheinbare Musik.

BEDIENUNG
Die Steuerung funktioniert einwandfrei.
Die Steuerung funktioniert einwandfrei.

UMFANG
30 Levels mit einem hohen Wiederspielwert und der kooperative Modus beschäftigen ewig. Aber warum gibt es keine Online-Funktionen?
30 Levels mit einem hohen Wiederspielwert und der kooperative Modus beschäftigen ewig. Aber warum gibt es keine Online-Funktionen?
SPIELSPASS
Umfangreiches, unterhaltsames Spiel mit Schwächen.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Umfangreiches, unterhaltsames Spiel mit Schwächen.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel