Star Wars - The Force Unleashed
Artikel verfasst von Heiko Ellinger am 23.10.2008
Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis… wenn diese Worte in blauen Buchstaben auf einer riesigen Kinoleinwand erscheinen, bekommen heute noch immer Generationen an Zuschauern Gänsehaut. Während im Kino seit geraumer Zeit mit der Hauptfilm-Reihe abgeschlossen wurde, ist das Thema Star Wars in allen anderen Bereichen nach wie vor ein großes Thema. Neben Merchandising-Fluten ist es vor allem der Bereich der Videospiele, der regelmäßig einen neuen Happen aus dem Universum von George Lucas auf den virtuellen Teller bekommt. Auf der Speisekarte aktuell: „Star Wars - The Force Unleashed“, der jüngste Sproß aus dem Hause Lucas Arts.
Der geheime Schüler
Die Geschichte von „Star Wars - The Force Unleashed“ spielt zwischen Episode III und IV und soll zumindest teilweise die Wissenslücken füllen, wie aus dem Ende der Alten Republik die Rebellion werden konnte. Entwickelt wurde das Action-Adventure für die Wii von den Krome Studios und wir stürzen uns für diese ersten Zeilen des Tests einfach direkt ins Geschehen. Die Story, die gerade für Fans wohl das Pflichtargument für den Titel ausmachen wird, wollen wir nicht großflächig offenbaren, ganz verhindern kann man die eine oder andere Detaildarlegung aber natürlich nicht.
Auf Kashyyk, dem Heimatplaneten von Wookie Chewbacca, erwartet uns die erste Mission. Der dunkle Lord der Sith, der allseits gefürchtete Darth Vader, wird auf eine wichtige Mission entsandt. Während sich parallel Sturmtruppen und Wookies um die Vorherrschaft auf dem Dschungelplaneten beharken, hat es der Mann, der einmal Anakin Skywalker war, lediglich auf eine Person abgesehen. Spione des Imperators haben nämlich einen der wenigen verbliebenen Jedi-Ritter lokalisiert und nun liegt es an Vader, dem Leben dieses gefürchteten Gegners ein Ende zu machen. Man merkt es schon: Auf der guten Seite stehen wir in diesem Videospiel nicht.

So passt es auch ins Bild, dass wir auf dem Weg durch die Baumhäuser der Wookies sowohl behaarte Gegner als auch Sturmtruppen aufs Korn nehmen. Gewisse Verluste muss man für das große Ganze nun einmal hinnehmen und wer bereits mit Star Wars in Kontakt kam, wird sicher ebenfalls der Auffassung sein, dass gerade ein Darth Vader nicht für Nächstenliebe bekannt war. Im Laufe dieser Mission überschlagen sich die Ereignisse und plötzlich hat Vader einen kleinen Jungen an der Hand. Jahre später ist dies der geheime Schüler des dunklen Lords und zugleich das Werkzeug, um den Imperator eines Tages stürzen zu können und mit diesem Burschen steuern wir in der Folge durch „Star Wars - The Force Unleashed“ auf sein Schicksal zu.
Von der Macht erfüllt
Ausgebildet von einem der mächtigsten Sith-Lords aller Zeiten und das große Ziel einer gemeinsamen Herrschaft vor den unerfahrenen Augen. So präsentiert sich uns der geheime Schüler zum Anfang. Im Verlauf der Geschichte wird er mehr und mehr in einen Gewissenskonflikt hineingezogen werden und sich entscheiden müssen. Doch zuvor erfüllen wir an seiner Seite erst einmal die Aufgaben, die uns von Vader aufgetragen werden. So setzen wir seine Arbeit fort und jagen gnadenlos die letzten Jedi-Ritter. Um auch vom Imperator unerkannt bleiben zu können, ist es außerdem gestattet, jeden zu töten, der sich uns in den Weg stellt. Also bekämpfen wir neben den Jedis auch Sturmtruppen, Jawas oder allerlei Aliens.

Vorrangig setzen wir dazu natürlich das Lichtschwert ein, welches durch typische Bewegungen mit der Wii-Fernbedienung geführt werden kann. Darüber hinaus profitieren wir aber von unserer Begabung, dem Umgang mit der Macht. Die so genannten Machtkräfte setzen wir auf unterschiedliche Weise ein, teilweise durch Gesten oder auch durch einen Knopfdruck. Mit den Machtblitzen, einer Spezialität der Sith, lähmen wir Gegner und werfen ihnen anschließend unser Lichtschwert entgegen. Zumeist endet diese Begegnung dann zweigeteilt, doch wir können auch andere Gegenstände auf unsere Widersacher schleudern. Liegt aber mal kein Container oder ähnliches zum Werfen im aktuellen Areal, packen wir uns einfach einen Gegner und nutzen diesen als Wurfgeschoss. So scheint es zunächst, als wäre man schier unbesiegbar, doch im Spielverlauf merken wir schnell, dass es auch Gegner gibt, die zu mehr taugen als nur zum Statisten-Dasein.
Größere Gegner oder auch unsere Feinde in den Bosskämpfen besiegen wir nicht einfach nur durch stupides Bewegen der Wii-Fernbedienung. Stattdessen müssen wir in einem ausgedehnten Finishing-Move allem Treiben ein Ende setzen. Zu vergleichen ist diese Sequenz mit den bekannten Quick Time Events aus Actionspielen. In einer bestimmten Zeit müssen wir mit Fernbedienung und Nunchuk den Anweisungen auf dem Bildschirm folgen. Dann gibt es zur Belohnung eine hübsche Vernichtungssequenz und das befriedigende Gefühl, dem Bösen mal wieder ein Stück geholfen zu haben.
Dein Schwert ist dein Leben
Das Lichtschwert, die Waffe der Jedi und der Sith, ist ein tödliches Werkzeug für all jene, die im Umgang geschult sind. Im Spielverlauf finden wir hierfür neue Kristalle, die sowohl Farbe als auch Kampfeigenschaften der Waffe beeinflussen. Außerdem können neue Lichtschwertgriffe gefunden werden und damit ein einzigartiges Schwert angefertigt werden. All dies geschieht auf der Rogue Shadow, dem Raumschiff des geheimen Schülers. Das Schiff dient als Basis zwischen den Missionen. Hier werden neue Ziele ausgemacht und unter anderem die bereits angesprochenen Anpassungen vorgenomnmen. Mit eingesammelten Machtpunkten (diese erhalten wir von verstorbenen Gegnern) können wir außerdem unsere Machtkräfte verstecken oder neue Fähigkeiten hinzukaufen. So steigen wir im Spielverlauf nicht nur in der Gunst Lord Vaders, sondern werden auch immer stärker. Irgendwann, ja irgendwann, wird auch ein Sternzerstörer nur noch unbedeutend größer sein als ein Container…

Die Missionen von „Star Wars - The Force Unleashed“ führen uns größtenteils in bisher unbekannte Regionen der Galaxis. Diese fügen sich allerdings problemlos in das Gesamtbild des Sci-Fi-Märchens ein und teilweise bekommt man natürlich auch bekannte Schauplätze zu Gesicht. Die Spielzeit des Titels hängt stark davon ab, wie ihr das Spiel angeht. Solltet Ihr bevorzugt das Lichtschwert einsetzen, habt ihr des Öfteren Vorteile, als wenn ihr zunächst nach geeigneten Möglichkeiten sucht, von der Macht Gebrauch zu machen. Dies ist es auch schließlich, was dem Titel höchste Wertungswürden verwehrt. Während es anfangs noch für wohlgemeinte Glücksgefühle reicht, wenn man wieder einmal Sturmtruppen durch die Gegend geworfen hat, bleibt nach einigen Spielstunden dafür nur noch ein müdes Lächeln übrig. Zu wenige Kniffe im Leveldesign sorgen für Abwechslung und die Kämpfe wirken nach einiger Zeit nur noch monoton. So folgt man zumindest gespannt der Geschichte und nimmt das abflachende Gameplay in Kauf. Die Machtkräfte werden dabei leider auch durch die schlechte Kamera und ein unausgereiftes Zielsystem ausgebremst. Des Öfteren verliert man so den Überblick oder greift sich das falsche Objekt. In hitzigen Situationen kann dies fatale Folgen haben.
Exklusiv für Wii gibt es ergänzend zur Story einen Duell-Modus. In diesem können sich zwei Spieler auf einer Konsole beharken und aus ihren Lieblingscharakteren der Saga wählen. Hier beschränkt sich die Auswahl dann nicht mehr nur auf die Zeit zwischen Episode III und IV. Stattdessen könnten wir auch einmal austesten, ob der geheime Schüler auch stärker wäre als der später legendäre Luke Skywalker. Der Duell-Modus sorgt so für Kurzweil und kann vor allem Star Wars-Fans immer mal wieder vor die Mattscheibe locken.

Zu nah sollte man dabei aber nicht vor den Fernseher treten. Denn grafisch ist der Titel für Wii nicht einmal auf normales PlayStation 2-Niveau gebracht worden. Die Herkunft der PS2 als Lead-Plattform für diese Version von „Star Wars - The Force Unleashed“ ist leider deutlich an allen Ecken und Enden zu erkennen. Dies betrifft vor allem die Texturen und das starke Kantenflimmern. Die Animationen der Charaktere sind dagegen noch gelungen. Schließt man allerdings die Augen, fühlt man sich sofort wieder zu Hause in der Galaxis voller Erinnerungen. Die Musik von John Williams, neu arrangierte Stücke und Soundeffekte fügen sich in ein nahtlos gelungenes Akkustik-Bild ein.
So lebt der Titel schlußendlich davon, was man in den letzten Jahrzehnten aus dem Star Wars Universum an Gedanken mitgenommen hat. Die interessante Geschichte hält den Spieler bei der Stange, auch wenn er sich in zahlreichen Momenten fragt, was gewesen wäre, wenn die Entwickler ein wenig mehr Unterstützung durch die Macht erhalten hätten. So ist der Titel für Fans ein Must-Have, alle anderen spielen sich mit der durchschnittlichen Gameplay-Kost sicherlich nicht satt.
Heiko Ellinger meint...
Nach dem Abspann sitze ich deprimiert vor meinem Fernseher,als hätte man mir gerade brühwarm erzählt, Darth Vader sei mein Vater. Eine tolle Geschichte geht zu Ende und das Abenteuer dahinter ist nicht so toll geworden, wie erhofft. Klar macht es Spaß, dem Engel Urlaub zu gewähren und mit dem Teufel und der Macht Hand in Hand Gegnerscharen zu erledigen, aber wieso darf ich die Macht nicht auch einmal sinnvoll und ergiebiger nutzen? Leider gingen den Krome Studios im Leveldesign schneller die Ideen aus als man Skywalker sagen kann, sehr schade.
Nach dem Abspann sitze ich deprimiert vor meinem Fernseher,als hätte man mir gerade brühwarm erzählt, Darth Vader sei mein Vater. Eine tolle Geschichte geht zu Ende und das Abenteuer dahinter ist nicht so toll geworden, wie erhofft. Klar macht es Spaß, dem Engel Urlaub zu gewähren und mit dem Teufel und der Macht Hand in Hand Gegnerscharen zu erledigen, aber wieso darf ich die Macht nicht auch einmal sinnvoll und ergiebiger nutzen? Leider gingen den Krome Studios im Leveldesign schneller die Ideen aus als man Skywalker sagen kann, sehr schade.

GRAFIK
nette Animationen und Effekte, leider aber starkes Kantenflimmern und teils sehr schwache Texturen
nette Animationen und Effekte, leider aber starkes Kantenflimmern und teils sehr schwache Texturen

SOUND
Star Wars Klänge, gute Sprachausgabe
Star Wars Klänge, gute Sprachausgabe

BEDIENUNG
Steuerung funktioniert, die Kamera dagegen selten
Steuerung funktioniert, die Kamera dagegen selten

UMFANG
Versteckte Objekte, Duell-Modus, der Story-Modus ist dafür recht schnell beendet
Versteckte Objekte, Duell-Modus, der Story-Modus ist dafür recht schnell beendet
SPIELSPASS
Nettes Abenteuer mit ungenutztem Potenzial.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Nettes Abenteuer mit ungenutztem Potenzial.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel