Alarm! Brennpunkt City
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 13.10.2008
In Crisis City herrscht Chaos. Verbrecher tyrannisieren die Stadt. Feuer verschlucken ganze Viertel. Verletze verbluten auf offener Straße. In den meisten anderen Videospielen müsste hier ein Superheld mit übernatürlichen Kräften wieder für Ordnung sorgen. Doch bei „Alarm“ Brennpunkt City“ sind es Polizei, Feuerwehr und Sanitäter, die hinter dem Steuer ihrer Einsatzwagen gegen das Chaos ankämpfen.
Mit Blaulicht zum Einsatzort
Als erstes müsst ihr euch für einen Einsatzwagen entscheiden. Wollt ihr Platz im Polizeiauto nehmen oder doch lieber mit Feuerwehrauto und Krankenwagen für Ordnung sorgen? Von eurer Wahl hängt die Gestaltung euer Aufträge ab. Aussteigen könnt ihr aus eurem Einsatzwagen nie. Das Spiel baut darauf aus, dass ihr hinter dem Steuer eines Wagens gegen das Chaos ankämpft. So bringt ihr als Polizist Verbrecher zu Strecke, indem ihr sie einfach anfahrt. Dank des Comic-Looks kommt das nicht brutal, sondern nur lustig rüber. Dieses Spiel nimmt sich nicht allzu ernst und setzt auf kurzweiligen Spaß. Daher erinnert es auch sehr an die „Crazy Taxi“-Serie.
So geht ihr als Polizist auf Verbrecherjagd, rast mit dem Feuerwehrauto zu Bränden oder versorgt Verletzte als Sanitäter. Euer größter Feind ist dabei die Zeit. Für die meisten Einsätze habt ihr nur wenige Minuten, wenn überhaupt. Also solltet ihr möglichst schnell durch die Comic-Stadt rasen, immer dem Pfeil über eurem Auto nach. Die Straßen sind allerdings voll von Autos, während Fußgänger die Bürgersteige einnehmen. Dank der sehr guten Arcade-Steuerung könnt ihr diesen Hindernissen leicht ausweichen, Zeit geht aber dennoch verloren. Wenn ihr in Zeitnot geratet hilft nur noch eins: eure Sirene. Auf Knopfdruck angeschaltet, machen euch andere Autos und Fußgänger sofort Platz und ihr erreicht euer Ziel viel schneller. Intelligenter Weise kann die Sirene aber nicht unendlich oft eingesetzt werden. Hier kommt sogar ein Hauch Taktik ins Spiel, denn wer verschwenderischen Verbrauch von der Sirene macht, bekommt irgendwann ein Problem.

Für jeden erfolgreich abgeschlossenen Einsatz bekommt ihr nicht nur neue Zeit, auch der Chaos-Messer sinkt ein bisschen. Die Stadt wird also sicherer. Das bringt euch sofort Anerkennung in der Zentrale ein, die über Funk mit euch Kontakt hält und euer Vorgehen kommentiert. Die Funksprüche kommen dabei auch aus dem Lautsprecher der Remote, was für die richtige Atmosphäre sorgt. Schade ist nur, dass sich die Kommentare der Zentrale häufig wiederholen und somit irgendwann sogar zu nerven beginnen. Ein Lob ist aber dennoch immer ein Grund zur Freude und ein gutes Zeichen dafür, dass bald eine Beförderung ansteht. Crisis City ist nämlich in vier Stadtviertel eingeteilt. Durch Beförderungen weitet sich euer Einsatzbereich aus und ihr dürft auch in belebteren Vierteln gegen das Chaos ankämpfen. Am Ende steht euch dann die ganze Stadt offen.
Doch leider ist es nicht unwahrscheinlich, dass ihr die Lust am Spiel verliert, bevor euch alle Viertel offen stehen. Denn auch wenn es drei verschiedene Einsatzwagen gibt, werden insgesamt eigentlich nur vier Missionen geboten. Ihr müsst Lieferungen zu einem bestimmten Ort bringen, ein Ziel vor Ablauf der Zeit erreichen, eine zerbrechliche Fracht ohne Unfälle transportieren oder einen Wagen von der Straße rammen. Das alles macht bei den ersten Malen vielleicht viel Spaß, doch schon bald beginnen sich diese Missionen zu wiederholen. Das Spiel bietet somit viel zu wenig Abwechslung und der Spielspaß sinkt von Einsatz zu Einsatz immer tiefer.
Minispiele gegen die Monotonie?
Im Kampf gegen diese Monotonie haben die Entwickler über 30 Minispiele in eure Einsätze einfließen lassen. So repartiert ihr kaputte Ampeln indem ihr den Stromkreis wieder schließt oder belebt einen Passanten durch Herzmassage wieder. Doch diese Minispiele sind alle nur ein paar Sekunden lang und bieten kaum Anspruch. Zwar kommt die Remote dabei intensiv zum Einsatz, die geforderten Bewegungen fallen aber bei vielen Spielen gleich aus. Somit sind bei der Herzmassage eines Verletzten die gleichen Bewegungen gefordert, wie beim Pumpen von Löschwasser. Insgesamt können die Minispiele also nur wenig überzeugen und ein Mittel gegen die Monotonie der eigentlichen Einsätze sind sie schon gar nicht.
Somit macht auch der Mehrspieler-Modus nur wenig Spaß. Hier teilen sich bis zu vier Spieler eine Fernbedienung, um sich nacheinander an den Minispielen zu versuchen. Der schlechteste Spieler einer Runde verliert dann ein Leben, bis nur noch der Sieger übrig ist. Mit anspruchsvolleren Minispielen wäre das sicherlich der ideale Modus für Partys, doch bei den langweiligen Spielen von „Alarm! Brennpunkt City“ kommt nur wenig Spaß auf.

Die Grafik ist, genau wie das Gameplay, nur Durchschnittskost. Viele Fußgänger und Autos bringen zwar Leben in die Stadt, leider sind aber kaum Details zu entdecken. So wirkt Crisis City trotz der vollen Straßen doch sehr steril. Eine Straße sieht aus wie die nächste. Immerhin bleibt aber die Framerate stets stabil und der Comic-Look passt perfekt zum Spielkonzept. So viel Positives lässt sich über den Sound nicht sagen. Die Musik ist nämlich unscheinbar und die deutschen Kommentare wiederholen sich beinahe genauso oft, wie die monotonen Missionen.
Sascha Geldermann meint...
Die ersten Einsätze in Crisis City bieten beste Unterhaltung: ihr rast mit dem Feuerwehrauto zu Bränden, eilt mit dem Krankenwagen zu Verletzten und rammt hinter dem Steuer eines Polizeiautos Fluchtfahrzeuge von der Straße. Doch schon nach kurzer Zeit beginnen sich die Einsätze zu wiederholen und mit jedem Mal nimmt der Spielspaß weiter ab. Bis nur noch ein durchschnittliches Spiel übrig bleibt, das durch fehlende Abwechslung jede Menge Potenzial verschenkt hat.
Die ersten Einsätze in Crisis City bieten beste Unterhaltung: ihr rast mit dem Feuerwehrauto zu Bränden, eilt mit dem Krankenwagen zu Verletzten und rammt hinter dem Steuer eines Polizeiautos Fluchtfahrzeuge von der Straße. Doch schon nach kurzer Zeit beginnen sich die Einsätze zu wiederholen und mit jedem Mal nimmt der Spielspaß weiter ab. Bis nur noch ein durchschnittliches Spiel übrig bleibt, das durch fehlende Abwechslung jede Menge Potenzial verschenkt hat.

GRAFIK
Der Comic-Look passt zum Spiel, kann aber nicht über die leere Stadt hinwegtäuschen.
Der Comic-Look passt zum Spiel, kann aber nicht über die leere Stadt hinwegtäuschen.

SOUND
Die Funksprüche über Remote-Lautsprecher sind eine tolle Idee, wenn sie sich doch nur nicht ständig wiederholen würden.
Die Funksprüche über Remote-Lautsprecher sind eine tolle Idee, wenn sie sich doch nur nicht ständig wiederholen würden.

BEDIENUNG
Die Arcade-Steuerung funktioniert gut.
Die Arcade-Steuerung funktioniert gut.

UMFANG
Mit drei Einsatzwagen geht es durch Missionen, deren Aufgabenstellung sich ständig wiederholt.
Mit drei Einsatzwagen geht es durch Missionen, deren Aufgabenstellung sich ständig wiederholt.
SPIELSPASS
Nette Rettungsmission mit dem Hang zur Monotonie.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Nette Rettungsmission mit dem Hang zur Monotonie.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel