De Blob
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 13.10.2008
Die Welt sieht trostlos aus. Alles ist nur schwarz-weiß. Die Bürger leiden unter der INKT-Invasion. So kann es einfach nicht weitergehen. Es ist Zeit für einen Helden. Es ist Zeit für eine Farbrevolution. Es ist Zeit für De Blob!
Mehr Farbe braucht das Land
Einst war Chroma City voller Farbe und Leben. Dann kam die INKT-Corporation und hat Roboter die ganze Farbe aufsaugen lassen. Ihr Anführer, Genosse Schwarz, glaubt, dass eine farblose Welt die ideale Grundlage für die Gesellschaft sei. Die Baulinge, früher glückliche Bewohner dieser Welt, wurden versklavt und sind nun unterwürfige Graulinge. Ja, es sieht wirklich nicht gut aus für diese Schwarz-Weiß-Welt.
Doch dann kommt De Blob! Er ist nicht viel mehr als eine Kugel mit Gesicht, aber schon Kirby zeigte, dass es diese Gestalten voll drauf haben. Als erstes nimmt der neue Held die Roboter ins Visier, die die ganze Farbe aufgesaugt haben. Diese sogenannten Egelbots zerstampft er einfach mit seiner ungeheuren Sprungkraft, woraufhin sie ihre Farbe preisgeben. Durch diese rollt De Blob ganz einfach, um dann als lebendiger Pinsel den Gebäuden, Straßen und letztendlich der ganzen Stadt ihre Farbe zurückzugeben. Die Farbrevolution hat begonnen!

Ihr habt einen weiten Weg vor euch. Die Geschichte erstreckt sich über viele Viertel der Stadt und es wird mindestens zehn Stunden dauern, bis weder Schwarz noch Weiß in der Stadt zu finden sind. Dabei wird die Geschichte von hübschen Zwischensequenzen voller Charme und Humor eingerahmt. Ein cooler Held, duselige Gegner und eine ganze Menge Slapstick sorgen einfach nur für gute Laune.
Blob kam, sah und färbte
Gute Laune kommt aber nicht nur bei den Zwischensequenzen auf. Das ganze Spiel strahlt sie einfach aus. Ab der ersten Sekunde fühlt ihr euch einfach wohl in der Haut eines Blobs. Ihr springt als Kugel durch die Straßen, saugt Farbe auf und färbt alles ein, was ihr berührt. Das Konzept ist sehr zugänglich und einfach zu erlernen. Die Spielelemente tauchen erst nach und nach auf, sodass hier niemand überfordert wird. Gleichzeitig geratet ihr in einen richten Farbrausch, denn wer einmal mit De Blob Farbe in Schwarz-Weiß-Welt gebracht hat, wird von dem Spiel so schnell nicht mehr loskommen.
Die Steuerung mag einfach und das Konzept zugänglich sein, unterfordert werdet ihr aber dennoch nicht. Der Schwierigkeitsgrad steigt im Laufe des Spiels von lächerlich einfach bis auf fair fordernd an. Euer größter Feind ist die Uhr. Um ein bestimmtes Mindestmaß an Farbe in die Level zu bringen, das durch einen Balken am Bildschirmrand angezeigt wird, habt ihr nämlich nur begrenzt Zeit. Ausruhen dürft ihr auch im Story-Modus also nicht. Wer sich beim Malen Zeit lassen möchte, sollte sich lieber im Freesytle-Modus austoben, denn hier gibt es gar keine Einschränkungen.

Wer im Story-Modus erfolg haben möchte, kommt einfach nur mit Rumhüpfen nicht weit. Symbole zeigen euch, wo es Aufgaben zu erledigen gibt. Notfalls hilft die Karte weiter, um euch dorthin zu führen. Die Aufträge werden euch von Mitgliedern des Farbuntergrunds gestellt, die gegen die INKT-Invasion rebellieren. Meistens besteht eure Aufgabe darin, Gebäude, Straßen oder ganze Viertel innerhalb eines Zeitlimits einzufärben. Oft ist dabei eine bestimmte Farbe gefordert. Ihr müsst dann also den Egelbot der gewünschten Farbe finden und zerstampfen, um euren Auftrag erfüllen zu können. Im Extremfall müsst ihr die Farbe auch schon mal mischen. Wenn Grün gefordert ist, zerstampft ihr eben erst einen blauen, anschließend dann einen gelben Egelbot und schon kann es weitergehen.
Es gibt auch noch einige andere Missionsstellungen, aber im Grunde dreht sich alles ums Einfärben. Insgesamt wäre bei der Aufgabengestaltung ein bisschen mehr Abwechslung wünschenswert gewesen. Auf Dauer wirken die Aufträge nämlich etwas zu monoton, was den Spielsspaß mit der Zeit etwas mindert.

Löst ihr eine Aufgabe, erhaltet ihr mehr Gesamtzeit oder andere hilfreiche Belohnungen. Schafft ihr eine Aufgabe nicht, könnt ihr sie einfach noch mal von vorne beginnen. So viel Glück habt ihr nicht, wenn die Gesamtzeit abläuft. Dann verliert ihr nämlich ein Leben. Das passiert auch, wenn euch die Schergen der INKT-Corporation mit Tinte schwarz färben und ihr es nicht schafft die Farbe in einem Brunnen abzuwaschen, bevor eure Energie auf Null sinkt.
Habt ihr alle Leben verloren, müsst ihr den Level noch einmal von vorne beginnen. Das ist anfangs noch kein großes Ärgernis, sind die ersten Levels doch in fünfzehn Minuten locker zu lösen. Gegen Ende benötigt ihr dafür aber auch schon mal mehr als eine Stunde und das ist dann genau der Zeitpunkt, ab dem ihr das Speichersystem verflucht. Gespeichert werden kann nämlich nur zwischen den Levels und niemals mittendrin. Das ist absolut unzureichend und manchmal einfach nur frustrierend. Eine andere unnötige Kinderkrankheit ist die etwas störrische Kamera, die euch gelegentlich die Sicht erschwert. Zwar lässt sie sich dann manuell nachjustieren, in einem Spiel mit Zeitlimit ist sowas aber immer ein Ärgernis. „De Blob“ verströmt viel zu viel gute Laune, als das der Spielspaß dadurch arg in Mitleidenschaft gezogen werden könnte. Potenzial wurde aber auf jeden Fall verschenkt, das aus diesem sehr unterhaltsamen Spiel einen großen Hit hätte machen können.
Ein Blob kommt selten allein
Wer zuerst kommt, ma(h)lt zuerst. Bei der Blob-Party malen allerdings bis zu vier Spieler gleichzeitig. Dieser Mehrspieler-Modus spaltet sich in drei Disziplinen. Bei der „Farbschlacht“ geht es einfach darum, mehr Gegenstände einzufärben, als eure Gegner. Überdeckt die Farbe eurer Kontrahenten, um ihnen Punkte zu stehlen. Beim „Blob-Rennen“ müssen dagegen nur bestimmte Objekte bemalt werden. Achtet auf die blinkenden Signale und verliert keine Zeit, sonst kommen euch die anderen Spieler zuvor. „Blob auf der Flucht“ heißt es, wenn immer nur ein Blob malen und Punkte kassieren kann. Die anderen Blobs müssen diesen dann zerstampfen, um selbst an die Reihe zu kommen. Der Mehrspieler-Modus macht zwar nicht ganz so viel Spaß wie das Einzelspiel, gute Unterhaltung wird aber auch hier geboten.
Den einen oder anderen Blick sind auch die Extras wert. Hier sammeln sich unter anderem Auszeichnungen an, die ihr euch im Story-Modus verdient habt. Außerdem findet ihr hier eine Galerie und könnt alle Sequenzen noch einmal angucken. Und das werdet ihr sicherlich auch. Wie gesagt, sind die Sequenzen nämlich alle sehr lustig und bieten beste Unterhaltung.

Aber nicht nur die Sequenzen sind äußerst ansehnlich. Das ganze Spiel sieht klasse aus. Die Comic-Grafik passt einfach perfekt zu dem Spiel und sieht absolut sauber aus. Es ist wundervoll anzusehen, wie die berührten Objekte sich einfärben und De Blob mit flüssigen 60 Bildern pro Sekunde durch liebevoll gestaltete Levels hüpft. Vor allem überzeugt aber das Figurendesign. Die Tintis sind schon fast putzig und belustigen durch ihre Tollpatschigkeit, während die Baulinge recht skurrile Gestalten sind.
Noch mehr weiß sogar noch der Sound zu gefallen. Funk und viel Jazz erzeugen die richtige Stimmung, um Farbe schleudernd durch die Gegend zu hüpfen. Dabei verändert sich die Musik passend zum Geschehen und gewinnt durch immer mehr Farbe auch immer mehr an Kraft. Gleichzeitig wird auch das Gute-Laune-Feeling unterstrichen, das „De Blob“ so auszeichnet.
Sascha Geldermann meint...
Wenn De Blob zu jazzigem Sound durch Schwarz-Weiß-Landschaften hüpft und ihnen wieder Farbe verleiht, ist gute Laune vorprogrammiert. Das frische und zugängliche Konzept macht sofort süchtig. Allerdings wurde auch viel Potenzial verschenkt. Kinderkrankheiten wie die störrische Kamera und das unzureichende Speichersystem zerren unnötig am Spielspaß und auf Dauer macht sich sogar ein bisschen Monotonie bemerkbar.
Wenn De Blob zu jazzigem Sound durch Schwarz-Weiß-Landschaften hüpft und ihnen wieder Farbe verleiht, ist gute Laune vorprogrammiert. Das frische und zugängliche Konzept macht sofort süchtig. Allerdings wurde auch viel Potenzial verschenkt. Kinderkrankheiten wie die störrische Kamera und das unzureichende Speichersystem zerren unnötig am Spielspaß und auf Dauer macht sich sogar ein bisschen Monotonie bemerkbar.

GRAFIK
Die hübsche Comic-Grafik passt super zum Spielprinzip.
Die hübsche Comic-Grafik passt super zum Spielprinzip.

SOUND
Der Jazz- und Funk-Sound ist erstklassik.
Der Jazz- und Funk-Sound ist erstklassik.

BEDIENUNG
Die Bedienung geht leicht von der Hand, allerdings gibt es Kameraprobleme.
Die Bedienung geht leicht von der Hand, allerdings gibt es Kameraprobleme.

UMFANG
Der Mehrspieler-Modus streckt die Langzeitmotivation deutlich.
Der Mehrspieler-Modus streckt die Langzeitmotivation deutlich.
SPIELSPASS
Gute-Laune-Gehüpfe mit Suchtgefahr.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Gute-Laune-Gehüpfe mit Suchtgefahr.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel