LEGO Star Wars - Die Komplette Saga
Artikel verfasst von Aljoscha Reuther am 11.10.2008
Star Wars - sicherlich eine der bekanntesten Filmserien, die
es gibt.
LEGO - jeder hat schon einmal damit gespielt, und jeder kennt es.
Was passiert, wenn sich George Lucas' Filmepos mit den kultigen Steinen aus Dänemark vermischt, und die Geschichte rund um Familie Skywalker komplett nachgespielt wird? Mit sicherheit nicht das, was man unter so einem Spiel vermuten könnte...
LEGO - jeder hat schon einmal damit gespielt, und jeder kennt es.
Was passiert, wenn sich George Lucas' Filmepos mit den kultigen Steinen aus Dänemark vermischt, und die Geschichte rund um Familie Skywalker komplett nachgespielt wird? Mit sicherheit nicht das, was man unter so einem Spiel vermuten könnte...
Da fliegen die Klötze...
Denn Lego Star Wars - die komplette Saga macht vieles besser, als andere Spiele, die nicht unbedingt etwas mit Lego zu tun haben - dafür aber um so mehr mit Star Wars.
Dabei ist das Spiel nicht einmal großartig anders, als seine Lizenzkollegen - bis auf den Lego-Faktor natürlich.
Der Inhalt des Spieles ist dabei schnell erklärt: wir spielen nach und nach alle 6 Kapitel der Star Wars Saga durch, von der Dunklen Bedrohung bis hin zur Rückkehr der Jedi-Ritter. Jedes "Kapitel" besteht aus fünf Abschnitten, in denen die Filme grob zusammengefasst werden. Am Beispiel von Episode 1 wäre das: Schlachtschiff der Förderation, Palast von Naboo, das Pod-Rennen, die Rückeroberung des Palastes und natürlich der Kampf gegen Darth Maul.

Doch gehen wir das ganze langsam an. Da wir die Story mit sicherheit überspringen können - wer kennt Star Wars denn nicht - gehen wir lieber einmal zum Aufbau des Spiels über. Am Anfang finden wir uns in einer uns wohl bekannten Bar wieder, sozusagen die Lobby des Spieles. Von dieser Bar aus kommen wir zu den einzelnen Episoden, zu den Minispielen, zu den erhaltenen Extras und zum Multiplayerteil.
Natürlich beschränken wir uns erst einmal auf das Hauptspiel. Selbiges präsentiert sich wie ein solides Actionspiel, das wir größtenteils in bester Jump 'N' Run Manie erleben dürfen - wir sehen das Spielgeschehen also von der Seite. Aber anders als in typischen Plattformspielen können wir uns in alle Richtungen bewegen.
Die Figuren, die wir dabei Steuern können (insgesamt gibt es 117 Spielbare Figuren im Spiel) passen immer zu der jeweiligen Episode - wir steuern also immer andere Charaktere, je nach dem welches Kapitel wir gerade vor uns haben - im Palast von Naboo kämpfen wir mit Prinzessin Amidala (Padme), die spätere Rückeroberung wird dann mit den Jedi-Rittern bestritten. Zudem spielen wir nie allein, wir haben immer mindestens einen Computergesteuerten gefährten dabei - jedoch sind nie mehr als 2 unserer Charaktere auf dem Bildschirm, wir müssen als zwischendurch immer wieder wechseln. Doch dazu später mehr, gehen wir erstmal zu den Eigenschaften über. Im grunde genommen gibt es drei Arten von Charakteren: Kämpfer, Jedi und Droiden. Jede dieser "Klassen" hat bestimmte Eigenschaften: die Kämpfer (Padme, Wookie, etc) haben Laserpistolen und können sich mit Hilfe von Seilen an bestimmten Punkten hochziehen, um unerreichbare Areale zu erreichen; die Jedi haben ihre Laserschwerter, können die Macht einsetzen und haben die Möglichkeit des Doppelsprungs und die Droiden... nun die Droiden... sind Droiden und haben ausser bestimmten Aktivierungsfunktionen keinen Nutzen.
Allerdings können die diversen Hilfsdroiden (R2D2 und so weiter) mithilfe einer kleinen Düse ähnlich weite Abgründe überwinden, wie die Jedi mit ihrem Doppelsprung.
Zerstörungswahn im
Universum
Die 117 Charaktere sind also größtenteils Kosmetik im Spiel - allerdings nicht ganz, denn um manche Bereiche passieren zu können, müssen wir bestimmte Charaktere vor sog. Scanner stellen. Diese Scanner zeigen ein Bild eines Charakters (meistens ein Klon-Krieger, R2D2 oder C3PO), welchen ihr, um den Scanner zu aktivieren (und damit zum Beispiel eine Türe zu öffnen), davor stellen müsst. In vielen Bereichen gibt es auch Scanner, die nicht aktiviert werden können, da der betreffende Charakter nicht in unserem Team ist bzw. in dieser Welt nicht auftaucht. Das ist dann ein fall für das "Freie Spiel", in dem wir alle Level noch einmal mit beliebigen Charakteren spielen können, um weitere Boni und Charaktere zu erhalten. Denn der "Story Modus" macht nur etwa 50% der gesamten Spielwelt aus.
Und die Spielwelt ist gigantisch. Satte 30 vollgepackte und liebevoll designte Level gibt es zu durchforsten. Vom tiefsten Urwald bis hin zur Eiswüste ist alles vorhanden, was wir schon aus den Filmen kennen - mit ausnahme der Unterwasserwelt, aus der Jar Jar Binks kommt - denn sein Teil fehlt im gesamten Spiel leider komplett.
Neben ihrer größe macht die Spielwelt eine eigenschaft aus: sie ist nahezu komplett Zerstörbar. Gut, wir spielen mit Legosteinen - und das kaputtmachen der Spielwelt gehört bei Lego nun einmal dazu. Aber so umfangreich, wie der Zerstörungswahn bei diesem Spiel ausgelebt werden kann, ging es, zumindest bei mir, selten zu. Von Zäunen über Boxen, bishin zu Pflanzen und großen Wänden voller Technik ist alles zerstörbar - und alles explodiert, sogar die Pflanzen. Die Level selbst sind allerdings nicht zerstörbar, aber alles, was man in ihnen findet, wie eben schon gesagt.

Aber natürlich geht es nicht nur darum, die Spielwelt zu zerstören - nein, aufbauen müssen wir sie auch. Und zwar dann, wenn vor uns ein Haufen ungeordneter Legosteine liegt, der wild auf und abspringt. Mit unseren Kämpfern oder Jedi (Droiden können nicht bauen) stellen wir uns dann dort hinein und bauen, indem wir auf den A-Knopf drücken, kurz das jeweilige Teil zusammen. In den meisten fällen ist das ein Ankerpunkt für das Seil der Kämpfer, eine Brücke, oder ein Hebel.
Eine andere Art der Veränderung kann nur von Jedi durchgeführt werden: wenn ein Teil im Spiel (egal wie groß) in unserer Farbe glüht (Grün oder Blau für Jedi, Rot für Sith) können wir unsere Macht einsetzen, um es zu Bewegen. Das können wir entweder über den Touchscreen machen, indem wir in dem Farbigen Quadrat das "Licht" in eine bestimmte Richtung bewegen, oder einfach die A-Taste drücken. Die Tasten-Methode dauert zwar ein paar Sekunden länger - was vor allem dann zum Problem wird, wenn zum Beispiel mehrere Hebel hintereinander bewegt werden müssen - dennoch wird der Touchscreen derart wenig genutzt, dass es sich kaum lohnt, für diese Aktion, um ein paar Sekunden einzusparen, den Touchpen herauszuholen.
Geld regiert die Welt - und die
Galaxis!
Es ist wahrhaft ein Traum - egal was wir im Spiel tun, wir bekommen geld dafür. Und das nicht gerade wenig. Denn aus allem, was wir zerstören, anfassen, mit der Macht bewegen oder einfach nur darüber laufen, bringt uns Geld. Geld, mit dem wir uns später diverse Charaktere, Spiele, Extras - etc kaufen können, und dort zeigt sich dann auch, warum wir so viel Geld im Spiel finden. Denn die Preise gehen derbe in die 100.000er, wenn nicht sogar noch höher.
Zwar gibt es überall im Spiel genug Geld, um diese Summen zu erreichen - es ist kein Problem das Kapitel mit knapp 25.000 Münzen abzuschließen - jedoch gibt es da einen kleinen Haken. Sterben wir - bzw. fallen wir auseinander, werden uns knapp 1000 Münzen vom Konto abgezogen. Diese liegen allerdings dann in form eines blauen Steines auf dem Boden und können schnell wieder eingesammelt werden.
Und hier sind wir an einer Station des Spieles, die derbe an dem sonst sehr hohen Spielspaß rüttelt. Denn wir können in "Lego Star Wars - die komplette Saga" nicht sterben. Zwar haben wir eine Lebensanzeige mit 4 Herzen, die auch brav bei jedem Treffer sinkt, allerdings wirft nahezu jeder zerstörte Gegenstand und/oder Gegner mindestens ein Herz zum auffüllen ab (die Anzahl der 4 Herzen bleibt aber gleich). Das wäre aber überhaupt nicht nötig, denn egal wie oft wir auseinanderfallen, wir kommen wenige Sekunden später wieder, und bis auf die eben genannten 1000 Münzen weniger hat sich nichts geändert. So können wir bei einem Endgegnerkampf beliebig oft Sterben - wenn wir keine Münzen mehr haben, auch egal - unser Gegner aber hat nur eine bestimmte Anzahl. So kommt es im Endeffekt nur darauf an, beliebig oft auf unseren Gegner einzuschlagen, oder, wenn auch selten, die Macht einzusetzen, aber sorgen darüber machen, dass wir irgendwann einmal "Game Over" sind, ist nicht vorhanden.
Ein weiteres Problem ist die KI unseres CPU-gefährten. Treu folgt er uns zwar überall hin, aber im Kampf steht er nur dumm in der Gegend herum, behindert uns teilweise sogar, sodass wir ihn, gerade bei Bosskämpfen, schnell mal mit ins Jenseits befördern, denn friendly fire ist im Spiel erlaubt. Zudem kämpft der CPU-Scherge nur unzureichend mit, im Prinzip wehrt er nur geschosse von sich ab und steht an sonsten herum - wenn er sie überhaupt abwehren kann.
Diese beiden Patzer der Entwickler geraten allerdings schnell in den Hintergrund, wenn man von der normalen Actionansicht weg geht - denn das Spiel besteht nicht nur aus Actionsequenzen, in denen wir als Jedi oder Kämpfer gegen horden von Gegnern ankämpfen. Mindestens ein Level pro Episode besteht nämlich aus einem reinrassigen Scrollshooter.
In der klassischen Draufsicht bestreiten wir dabei das Pod-Rennen, den Kampf gegen die riesigen AT-ATs, oder auch den legendären Kampf gegen den Todesstern.
Zudem gibt es noch die Freischaltbaren Minigames, die, anders als das Spiel, komplett mit dem Touchpen gespielt werden, und einen riesen Spaß machen. Besonders aufwendige Spiele, wie die Röhrenraserei "Grievous" können durchaus genau so lange an den Doppelbildschirm fesseln, wie das Hauptspiel.
Allerdings müssen diese Minispiele erstmal "zum Kauf freigeschaltet" werden, in dem wir große, rote Steine in den einzelnen Leveln sehen.

Wunderschöner Baukasten mit
Originalsound
All das muss ja auch irgendwie Präsentiert werden, und so kommen wir einmal mehr zur Technischen Seite des Spieles. Was normalerweise für jedes Spiel wieder zur bewährungsprobe wird, macht Lego Star Wars zum wahren Augenschmaus. Die Grafik ist, trotz der Comichaften darstellung und des etwas ungünstigeren Kamerawinkels, absolut einmalig Detailreich.
die Schwerter strahlen ihr licht auf die Figuren, die Texturen sind scharf und nur bedingt verpixelt, sogar die Explosionen können mit allen anderen Spielen auf dem DS problemlos mithalten. Einzig und allein ein paar Ruckler müssen wir hinnehmen, wenn viele Charaktere gleichzeitig auf dem Bildschirm sind. Zudem geht mit der guten Grafik auch einher, dass das gesamte Spielgeschehen im Hauptspiel nur auf dem oberen Bildschirm stattfindet.
Die Grafik weiss zu überzeugen, anders sieht es leider mit den Videos aus, denn diese bestehen aus eher schlecht animierten Standbildern, in denen sich nur ab und an mal ein paar Figuren bewegen - ohne Sprache, ohne Untertitel, und nur spärlich mit Sound ausgestattet. Leider nicht so das, was positiv in die Wertung aufgenommen werden kann...
Grafik "toll" - Sound "pefekt", so könnte man den Sound schnell umschreiben. Aus den beiden Lautsprechern des DS tönt nicht nur der Originalsoundtrack deFilmen in feinstem Stereoton, mit für den DS atemberaubender Qualität, sondern auch, wenn man das so sagen kann, authentische Lichtschwert- Pistolen- und Gegnergeräusche. Leider werden die Hintergrundlieder etwas zu schnell wiederholt, und bei jedem Level den typischen Star Wars Sound am Anfang zu hören, wenn die Levelbeschreibung langsam nach hinten wegfliegt, stört spätestens nach dem 4. Level ungemein. Dennoch, Soundtechnisch kommt an dieses Spiel nicht mehr viel dran.
Anders sieht es allerdings mit der Steuerung aus. Im Grunde genommen spielen wir das Hauptspiel nur mit Steuerkreuz und den ABXY-Tasten, sowie den Schultertasten um die Charaktere zu wechseln, was im Normalfall nicht wirklich schlecht ist. Die Macht lässt sich in den meisten Fällen auf die A-Taste auslagern und so entfällt das nervige streichen über den Bildschirm. Allerdings benötigen wir immer wieder, für bestimmte Schlösser, den Touchscreen - hier wäre entweder ein konsequentes Nutzen des Touchscreens, oder ein komplettes weglassen sinnvoll gewesen, so wirkt es leider nur hingeworfen, damit im Hauptspiel wenigestens ein paar mal der Touchscreen zum einsatz kommt.
Der Rest der Steuerung klappt allerdings wunderbar, direkt und zuverlässig steuern wir unsere Spielfiguren durch die komplette Star Wars Welt.

Zuletzt noch zum Multiplayer, welcher nicht wirklich erwähnt werden muss, wir spielen einfach das Normale Spiel, wobei der dumme CPU-Kompanion durch unseren Mitspieler ersetzt wird.
Etwas, das beim Testen auffällig wurde: das Spiel ist mehrfach abgestürzt, wenn der DS zugeklappt wurde. Ob dies am Spiel oder am DS liegt, kann ich nicht genau sagen, aber mit anderen Spielen ist es bisher noch nicht passiert. Einfluss auf die Speicherstände oder auf das gesamte Spiel hatte es allerdings nicht, aber den Level durfte ich noch einmal Spielen - gespeichert wird nämlich nur am Ende eines Levels.
Aljoscha Reuther meint...
Lego Star Wars - ein wirklich tolles Spiel erwartet man bestimmt nicht, wenn man diesen Titel liest. Und doch: weit gefehlt, die nicht ganz so ernst zu nehmende Baukasten-Version des 6-Teiligen Kino-Epos steht bei mir ganz oben in der Hitliste der DS Spiele. Selten gab es so gute Grafik, selten gab es so einen riesen Umfang, und noch seltener wurde so ein guter Sound in ein DS Spiel eingebaut. Auch wenn einige Patzer im Spiel unbestreitbar vorhanden sind, Lego Star Wars braucht sich vor keinem anderen DS Titel verstecken, und schon gar nicht vor seinen Lizenzkollegen!
Lego Star Wars - ein wirklich tolles Spiel erwartet man bestimmt nicht, wenn man diesen Titel liest. Und doch: weit gefehlt, die nicht ganz so ernst zu nehmende Baukasten-Version des 6-Teiligen Kino-Epos steht bei mir ganz oben in der Hitliste der DS Spiele. Selten gab es so gute Grafik, selten gab es so einen riesen Umfang, und noch seltener wurde so ein guter Sound in ein DS Spiel eingebaut. Auch wenn einige Patzer im Spiel unbestreitbar vorhanden sind, Lego Star Wars braucht sich vor keinem anderen DS Titel verstecken, und schon gar nicht vor seinen Lizenzkollegen!

GRAFIK
Nette Optik mit den typischen LEGO-Features: alles zerfällt in tausend kleine Steine. Die Zwischensequenzen sind allerdings eher "unschön"
Nette Optik mit den typischen LEGO-Features: alles zerfällt in tausend kleine Steine. Die Zwischensequenzen sind allerdings eher "unschön"

SOUND
Tolle Hintergrundmusik und Geräusche, selbst auf dem DS.
Tolle Hintergrundmusik und Geräusche, selbst auf dem DS.

BEDIENUNG
Der Touchscreen wird nur für eine Aktion genutzt, und die hätte man auch auf eine der anderen Tasten legen können. An sonsten läuft alles recht gut.
Der Touchscreen wird nur für eine Aktion genutzt, und die hätte man auch auf eine der anderen Tasten legen können. An sonsten läuft alles recht gut.

UMFANG
Die komplette Saga - in LEGO-Optik
Die komplette Saga - in LEGO-Optik
SPIELSPASS
Tolle Umsetzung der Saga mit vielen bunten Steinen
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Tolle Umsetzung der Saga mit vielen bunten Steinen
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel