Ankh - Der Fluch des Skarabäenkönigs
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 29.09.2008
Schon die alten Ägypter hatten es nicht leicht: Da will der junge Assil in einer Pyramide einfach nur mit Freunden Party machen, da zerdeppert er aus Versehen ein paar Vasen und fängt sich prompt einen Todesfluch ein. Diesen wieder loszuwerden gestaltet sich als äußerst schwierig. Erst einmal muss der junge Ägypter nämlich ein total abgedrehtes Point&Click-Adventure überstehen.
Adventure, Ägypten und jede Menge Ärger
Neben dem Todesfluch sorgt auch noch das Ankh für Ärger. Diesen Gegenstand hält Assil fälschlicherweise für einen Bieröffner, bis er sich als mächtiges Relikt herausstellt. Bevor all seine Probleme wieder in Ordnung kommen, muss Assil fünf Kapitel heil überstehen. Diese führen ihn durch Kairo, über den Nil bis hin in die Unterwelt. An diesen abwechslungsreichen Schauplätzen trifft Assil nicht nur jede Menge abgedrehte Figuren, sondern muss auch unzählige Rätsel lösen.
„Ankh“ ist ein waschechtes Point&Click-Adventure, das sehr an die alten Werke von LucasArts erinnert. So ein Konzept passt natürlich ausgezeichnet zu dem Nintendo DS mit seinem Touchscreen. Berührt einfach eine Stelle, damit Assil dort hinläuft. Außerdem befinden sich am unteren Bildschirmrand Symbole für die Aktionen „Sehen“, „Nehmen“, „Benutzen“ und „Sprechen“. Wählt also ein Symbol aus und danach einen Gegenstand oder eine Person, um die entsprechende Aktion auszuführen. Gefundene Gegenstände sammeln sich am oberen Bildschirmrand an. Hier könnt ihr sie untersuchen, benutzen oder auch miteinander kombinieren.

Zu Beginn des Spiels muss Assil aus seinem eigenen Zimmer ausbrechen. Diese Situation eignet sich gut als Beispiel, um einen genaueren Blick auf die Art der Rätsel zu werfen. Wer selbst die ersten Spielminuten ganz alleine meistern möchte, sollte einfach zum nächsten Abschnitt springen. Ihr befindet euch also in eurem Zimmer und könnt es durch die Tür nicht verlassen. Ein Fenster steht als Fluchtweg offen, kann ohne Hilfsmittel aber nicht erreicht werden. Als erstes Schnappt ihr euch also ein Hemd, das als Seil dienen könnte, aber zu kurz ist. Also auf zum Kleiderschrank, um mehr Klamotten zu finden. Die Schranktür klemmt, auffällig ist aber eine Vase neben dem Schrank, die nur durch einen Pinsel gestützt wird. Nehmt den Pinsel und die Vase fällt um, wobei sie den Schrank aufstößt. Hier findet ihr dann ein neues Kleidungsstück, das kombiniert mit dem Hemd „ein überraschend langes Seil“ ergibt. Mit diesem erreicht ihr nun das Fenster und seid in Freiheit.
Von Ghetto-Fährmännern und Diplom-Meuchelmördern
Bei den Rätseln ist es wichtig, stets die Umgebung abzusuchen, damit euch kein Gegenstand entgeht. Beim Untersuchen von Objekten erhaltet ihr oft auch hilfreiche Hinweise, sodass sich die Rätsel zwar oft kniffelig, meistens aber auch äußerst fair gestalten. Dennoch gibt es auch ein paar Stellen im Spiel, die sogar richtig frustrierend sein können. Das liegt nicht an dem Rätseldesign selbst, dieses ist über jeden Zweifel erhaben, sondern viel mehr an der Grafik. Das Spiel sieht nämlich so aus, als hätten die Entwickler einfach die PC-Grafik so runtergerechnet, dass sie auch auf dem Nintendo DS läuft. Das bedeutet, dass die Texturen oft einfach sehr grob und die Gegenstände verpixelt sind. Dadurch lassen sich einige Details einfach leicht übersehen, die für das Weiterkommen im Spiel aber sehr wichtig sind. Dann hilft es nur, mit der Sehen-Aktion den ganzen Spielausschnitt abzusuchen, bis Assil ein Detail beschreibt, das ihr mit bloßen Auge einfach nicht erkennen konntet.
Diese Stellen sind ärgerlich, bilden aber wirklich nur seltene Ausnahmen. Frust kann sich so immer nur sehr kurz in dieses Adventure einschleichen, das ansonsten vor Spielspaß geradezu strotzt. Nicht nur die gelungenen Rätsel bieten beste Unterhaltung, es sind vor allem der tiefschwarze Humor und der besondere Charme von „Ankh“, die beim Spielen einfach nur für gute Laune und sogar jede Menge Lacher sorgen.

Es ist einfach nur herrlich, wenn Assil sich auf dem altägyptischen Marktplatz „sechs Chicken Wings mit Süß-Sauer-Soße“ bestellt oder mit dem afroamerikanischen Ghetto-Fährmann diskutiert. Ihr müsst oft und viel mit anderen Figuren reden, um im Spiel weiterzukommen und wertvolle Tipps zu erhalten. Und selbst wer von endlosen Dialogen in Videospielen normalerweise sofort genervt ist, wird hier bei jedem Gespräch alle Antwortmöglichkeiten ausprobieren und sich dabei köstlich amüsieren. So erfahrt ihr beispielsweise die Geschichte eines Sklaven, der 1976 von Außerirdischen entführt wurde und nach einem riesigen Saufgelage versehentlich im alten Ägypten wieder abgesetzt wurde, das er durch einen Defekt seines Fluxkompensators auch nicht mehr verlassen kann.
Recht am Anfang trefft ihr auch zwei Diplom-Meuchelmörder, die einen auf böse machen, sich dann aber in ein nettes Gespräch verwickeln lassen, bei dem ihr durch ihre Antworten gleich eine Menge über „Ankh“ erfahrt: Ist es in diesem Adventure möglich zu sterben? „Die Entwickler lassen sich von den Klassiker inspirieren, von daher: meistens nicht“. Und können Lösungswege verbaut werden? „Solange die Entwickler nicht geschlampt haben, ist es nichtmals nötig abzuspeichern.“ Und müssen Schieberätsel oder Klangrätsel gelöst werden? „Wer würde so langweilige Rätsel verwenden, außer um Zeit zu schinden.“ – Die letzte Aussage solltet ihr nicht allzu ernst nehmen, die ersten beiden Punkte sind aber wahr. Und damit ist eigentlich alles gesagt, was ihr über die Rätsel wissen müsst.
Die Witze kommen besonders gut rüber, weil alle Dialoge mit deutscher Sprachausgabe unterlegt wurden. Dabei machen die Sprecher, zu denen auch die deutschen Stimmen von Ben Stiller und Renée Zellweger gehören, einen ausgezeichneten Job. Die Betonung passt immer und die Atmosphäre wird bei den Gesprächen perfekt vermittelt. Natürlich ist die Klangqualität bei dem kleinen Handheld nicht ideal, mit Kopfhörern lässt sich aber auch dieses Problem umgehen. So könnt ihr die Sprachausgabe in vollen Zügen genießen und immer wieder staunen. Denn eine komplette Sprachausgabe und dann auch noch in dieser Qualität habt ihr auf dem Nintendo-Handheld noch nicht gesehen. Das Gameplay mag schon hervorragend sein, doch die Sprachausgabe setzt auf dem Nintendo DS sogar neue Maßstäbe.
Sascha Geldermann meint...
„Ankh“ unterhält alleine schon durch seinen schwarzen Humor, die abgedrehten Figuren und natürlich die lustigen Dialoge, die mit einer überragenden Sprachausgabe versehen wurden. Dazu kommen dann noch die gelungenen Rätsel, die sich per Touchscreen komfortabel lösen lassen. Störend ist nur die grobe Grafik, durch die ihr wichtige Details manchmal leicht überseht. Das erschwert dann die eigentlich fairen Rätsel und trübt gelegentlich den Spielspaß, den dieses Adventure ansonsten aber in Überfluss bieten kann.
„Ankh“ unterhält alleine schon durch seinen schwarzen Humor, die abgedrehten Figuren und natürlich die lustigen Dialoge, die mit einer überragenden Sprachausgabe versehen wurden. Dazu kommen dann noch die gelungenen Rätsel, die sich per Touchscreen komfortabel lösen lassen. Störend ist nur die grobe Grafik, durch die ihr wichtige Details manchmal leicht überseht. Das erschwert dann die eigentlich fairen Rätsel und trübt gelegentlich den Spielspaß, den dieses Adventure ansonsten aber in Überfluss bieten kann.

GRAFIK
tolles Setting, dabei stört nur die unsaubere Grafik
tolles Setting, dabei stört nur die unsaubere Grafik

SOUND
Sprachausgabe setzt neue Maßstäbe
Sprachausgabe setzt neue Maßstäbe

BEDIENUNG
tolle Bedienung
tolle Bedienung

UMFANG
viele Dialoge, dafür kurzes Abenteuer
viele Dialoge, dafür kurzes Abenteuer
SPIELSPASS
Spielspaß pur - dank tollem Gemplay und schwarzem Humor.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Spielspaß pur - dank tollem Gemplay und schwarzem Humor.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel