Dinosaur King
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 23.09.2008
Dinosaurier wie Pokémon in den Kampf zu schicken – das klingt schon nach einer seltsamen Idee. Doch wie diese dann bei „Dinosaur King“ auch noch umgesetzt wurde, ist entsetzlich. Lest selbst, warum diese Dinosaurier besser ausgestorben geblieben wären.
Totaler Trash!
Es fängt schon mit der Geschichte an: Als die beiden Freunde Max und Rex ein Zentrum für Dinosaurierforschung besuchen, präsentiert eine Wissenschaftlerin ihnen stolz die Dinopistole. Mit dieser lassen sich Dinosaurier zum Leben erwecken. Doch bevor die beiden Freunde diese merkwürdige Erfindung ausprobieren können, werden sie von Dr. Z und seiner Alpha-Gang überfallen. Diese Schurken schnappen sich die Dinopistole mit der sie die Weltherrschaft an sich reißen wollen und erwecken erst einmal einen Tyrannosaurus rex zum Leben. Dieser macht erstmal das, was Vertreter dieser Dinosaurierart halt so machen: Feuer speien. Dass das total unsinnig ist, spielt zu diesem Zeitraum eh keine Rolle mehr. Die ganze Geschichte trieft so vor Einfallslosigkeit und Unsinn, dass jeder alte Godzilla-Streifen daneben wie Gefühlskino auf höchstem Niveau wirkt.

Und es geht weiter mit den Kämpfen: Da Max und Rex den bösen Gestalten mit den 0815-Namen die Weltherrschaft nicht einfach so überlassen wollen, schnappen sie sich selbst auch Dinopistolen und lassen ihre eigenen Dinosaurier entstehen. Zu Beginn stehen ein Triceratops und ein Carnotaurus zur Auswahl, die sich dann sofort auf den Tyrannosaurus rex stürzen. Während der rundenbasierte Kampf auf dem oberen Bildschirm dargestellt wird, gebt ihr auf dem Touchscreen die Kampfbefehle. Bei ersten Mal taucht sofort eine Hilfestellung auf, die euch das Kampfsystem ungefähr so erklärt: die Kämpfe beruhen auf dem Schere-Stein-Papier-Prinzip. Und das tun sie wirklich!
Ganz im ernst werden auf dem Touchscreen Handsymbole für diese drei Aktionen abgebildet. Wählt ihr also Stein und euer Gegner Schere, greift euer Dino an. Sollte er euren Stein mit Papier kontern, kommt er zum Angriff. Durch besondere Erfolge wird zwar kurzzeitig eine vierte besonders starke Aktion möglich und gelegentlich zeigen Zacken kritische Treffer an, aber im Grunde bleibt es bei diesem Zufallsprinzip. Da kommt die Frage auf, wieso es über 70 verschiedene Dinosaurier gibt, wenn diese doch gar keine spezifischen Attacken haben, die ihr taktisch einsetzen könntet. Auf jeden Fall seid ihr dem Zufall gnadenlos ausgeliefert, Strategien können gar nicht erst entwickelt werden und eine Weiterentwicklung des Kampfsystems ist im weiteren Spielverlauf unmöglich. So wird bei den Kämpfen weder Anspruch geboten, noch kommt Spielspaß auf.
Auf der Suche nach Positivem
Zufallskämpfe machen den Großteil des Spiels aus. Viel zu oft geratet ihr in sie hinein, wobei sie sich immer wieder gleich präsentieren und nie Spaß machen. Spaß kommt aber auch im Rest des Spiels nicht auf. Auf dem Weg von Kampf zu Kampf gibt es nichts Interessantes zu entdecken und die langweilige Oberwelt lässt euch auch keinen Raum für Erforschungen. Ganz nett ist höchstens die Suche nach Fossilien. Diese grabt ihr dann mit dem Stylus aus, wobei auch immer wieder Staub via Mikrofon wegpustet werden muss. Die Fossilen können dann wieder in lebendige Dinosaurier verwandelt und in den Kampf geschickt werden.
Die Ausgrabungen sind anfangs noch ganz interessant. Zumindest werdet ihr froh über die Abwechslung von den monotonen Kämpfen sein. Schnell wird aber auch das öde und da sonst nichts mehr geboten wird, kommt sofort wieder Langeweile auf. Da helfen auch die Mehrspieler- und Online-Funktionen nicht. Denn der Itemtausch oder der Kampf mit anderen Volldeppen, die sich dieses Spiel fatalerweise gekauft haben, hat nur wenig Reiz. Da könnt ihr mit euren Freunden viel besser direkt Schere, Stein, Papier spielen.

Hat denn dieses Spiel gar keine guten Ansätze? Wer Positives entdecken möchte, muss schon abseits vom eigentlichen Gameplay suchen. Dann werdet ihr nämlich auf ein Dinosaurierlexikon aufmerksam, das euch mit umfassenden Infos zu den Urzeitechsen versorgt. Dabei lässt sich noch einiges lernen, zum Beispiel dass ein Tyrannosaurus rex nicht Feuer spucken kann. Das ist ein wirklich nettes und informatives Extra, ein Kaufargument aber natürlich nicht.
Ebenfalls positiv zu vermerken ist die Grafik des Spiels. Die Oberwelt mag zwar nicht besonders hübsch sein, die Kämpfe werden aber in einer flüssigen 3D-Grafik präsentiert. Die Dinosaurier teilen hier hübsch animierte Attacken aus und müssen auch allerhand Angriffe einstecken. Von dieser Präsentation sollte sich selbst Nintendo eine Scheibe für die Pokémon-Serie abschneiden. Die Musik und die Geräusche sind dagegen unspektakulär. Der Sound ist somit nur Durchschnittskost – und dem Gameplay damit noch um Welten überlegen.
Sascha Geldermann meint...
„Dinosaur King“ ist eine einzige Katastrophe: die Story ist absolut lächerlich, das Gameplay langweilig und das Kampfsystem beruht einzig und allein auf dem rein zufälligen Schere-Stein-Papier-Prinzip. Tiefgang, Anspruch und Spielspaß werden somit allesamt im Keim erstickt. Die Entwickler dieser Cartrigde-Verschwendung gehören Dinos zum Fraß vorgeworfen!
„Dinosaur King“ ist eine einzige Katastrophe: die Story ist absolut lächerlich, das Gameplay langweilig und das Kampfsystem beruht einzig und allein auf dem rein zufälligen Schere-Stein-Papier-Prinzip. Tiefgang, Anspruch und Spielspaß werden somit allesamt im Keim erstickt. Die Entwickler dieser Cartrigde-Verschwendung gehören Dinos zum Fraß vorgeworfen!

GRAFIK

SOUND

BEDIENUNG

UMFANG
SPIELSPASS
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
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Informationen zum Spiel