City Life DS
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 22.09.2008
Eure Stadt brennt! Hippies und Schlipsträger gehen aufeinander los, andere Bewohner flüchten aus der Stadt, die Steuereinahmen fallen ins bodenlose: Mission gescheitert! So kann es euch bei „City Life DS“ durchaus ergehen, wenn ihr eure Stadt nicht umsichtig genug plant und aufbaut.
Bürgerkrieg durch schlechte Planung
„City Life DS“ ist eine Aufbausimulation. Also ist es eure Aufgabe auf leeren Karten eindrucksvolle Städte zu errichten. Ihr startet mit einem Rathaus und einer kleinen Geldsumme, mit der ihr die ersten Wohnhäuser und öffentliche Einrichtungen aufbaut. Das zieht dann die ersten Bewohner an, die pflichtbewusst ihre Steuern zahlen. Von diesen Einnahmen legt ihr dann neue Wohnviertel an und baut immer interessante Einrichtungen. Je größer die Stadt wird, umso mehr Bedürfnisse entwickeln auch die Bewohner, weshalb ihr unbedingt auf eine ausreichende Stromversorgung, gute Straßennetze und pünktliche Müllentsorgung achten solltet.

„City Life DS“ ist keinesfalls nur die Light-Version des großen PC-Bruders. Die Handheld-Variante überrascht durch umfassende Möglichkeiten, die taktisches Geschick zur Pflicht machen. Wer die Gebäude wahllos in die Gegend setzt, steht bald vor der totalen Pleite. Eure Bewohner wollen Möglichkeiten zum Einkaufen, schöne Parks zum entspannen, eine umfassende Krankenversorgung, Zugang zu Bildung und natürlich Sicherheit. Wenn ein Haus brennt, sollte die Feuerwehr gleich zur Stelle sein. Wer in einer riesigen Metropole nur eine einzige Feuerwache baut, wird seinen Bürgern nicht gerade das Gefühl von Sicherheit vermitteln.
Das Gameplay gestaltet sich also richtig anspruchsvoll. Zumal es die Bedürfnisse von sechs ganz unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen zu befriedigen gilt: Tagelöhner, Hippies, Arbeiter, Trendsetter, Schlipsträger und Reiche. Diese Gruppen haben unterschiedliche Bedürfnisse und Interessen, die es alle irgendwie zu erfüllen gilt. Außerdem bleiben die Schichten gerne unter sich. Einen Schlipsträger in ein Viertel der Reichen einziehen zu lassen ist kein großes Problem, doch wenn er auf einmal in der Nachbarschaft von Hippies wohnt brennen schnell die ersten Häuser. Passt also auf und versucht für Harmonie zu sorgen. Dabei können auch Sozialarbeiter der Stadt als Vermittler helfen. Ideal wäre es natürlich, allen Schichten Zugang zu Bildungseinrichtungen zu verschaffen. So steigen sie auf und im besten aller Fälle wohnen nur noch Reiche in eurer Stadt. Doch bis dahin ist es natürlich ein langer Weg.
Einsamer Städtebauer
In Sachen Modi macht die Simulation für Solo-Spieler alles richtig. In der Kampagne werdet ihr langsam an all die komplexen Möglichkeiten herangeführt, sodass ihr lernt, eine virtuelle Stadt zu planen, zu bauen und zu regieren. So tastet ihr euch von Aufgabe zu Aufgabe, wobei der Schwierigkeitsgrad immer weiter in die Höhe schießt. Außerdem gibt es noch einen speziellen Herausforderungs-Modus. Dieser stellt euch sofort vor kniffelige Ausgangsituationen, aus denen ihr dann einen Weg finden müsst. Das macht nicht nur Spaß, sondern ist auch ein tolles Training, falls bei der Kampagne mal etwas schief gehen sollte.

Wer es ruhiger angehen möchte, kann viele Stunden mit dem freien Spiel verbringen. Ziele gibt es hier nicht, außer denen, die ihr euch selbst steckt. Ihr könnt also ohne besondere Aufgaben eure Stadt aufbauen und dabei einfach eine Metropole nach euren Vorstellungen errichten. Die drei Modi bieten also unterschiedliche Ansätze und werden euch lange beschäftigen. Jede Menge Langzeitmotivation wird allerdings dadurch verschenkt, dass es keinerlei Mehrspieler- oder gar Online-Modi gibt. Während Einzelspieler voll auf ihre Kosten kommen, werden sich Multiplayer-Fans somit leider sehr ärgern.
„City Life DS“ macht also eine Menge Spaß, bietet interessante Modi und lässt sich dank Touchscreen-Steuerung auch noch sehr angenehm bedienen. Während euch der obere Bildschirm mit allen Infos versorgt, läuft auf dem Touchscreen nämlich das eigentliche Geschehen ab. Mit dem Stylus scrollt ihr über die Karte, gebt den Bau neuer Gebäude in Auftrag oder befehligt den Abriss überflüssiger Institutionen. Ihr könnt euch durch das Berühren von Symbolen auch jeder Zeit alle Statistiken und wichtigen Ereignisse auf den Schirm holen. Als Herr der Stadt müsst ihr schließlich voll informiert sein.

So baut ihr also eure Stadt aus, setzt Wohnviertel neben Wohnviertel, lockt große Unternehmen und kurbelt den Tourismus an. Dabei nimmt die Stadt immer größere Ausmaße an. Wer hier nicht den Überblick verlieren möchte, sollet über die Knöpfe oder das Steuerkreuz ab und zu mal aus dem nahen Geschehen rauszoomen und einen Blick aus luftiger Höhe riskieren. Hier hab ihr den totalen Überblick, auch wenn eure Stadt auf der höchsten Zoomstufe auf einmal sehr leblos wirkt. Erst wenn ihr wieder näher rangeht, könnt ihr euch am bunten Treiben und an der hübschen 3D-Grafik erfreuen.
Den Entwicklern ist die optische Umsetzung auf dem Nintendo DS nämlich sehr gut gelungen. Die Gebäude ragen eindrucksvoll in den Himmel und auf den Straßen reihen sich Autos aneinander. Wenn ihr nicht allzu fern von dem Geschehen weggeht, kommt also eine richtig lebendige Stadtatmosphäre auf. Diese wird von typischen Stadtgeräuschen noch untermalt. Schade nur, dass im Spiel komplett auf Musik verzichtet wurde. So ganz ohne Musik im Hintergrund können die Großstadtgeräusche auf Dauer nämlich ganz schön ermüdend wirken.
Sascha Geldermann meint...
„City Life DS“ bereichert den Nintendo DS um eine überraschend komplexe Aufbausimulation. Der Bau von großen Städten und die Bedürfnisbefriedigung von sechs ganz unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen werden Genre-Fans lange begeistern. Ein Mehrspieler-Part hätte die Langzeitmotivation aber noch um ein Vielfaches steigern können.
„City Life DS“ bereichert den Nintendo DS um eine überraschend komplexe Aufbausimulation. Der Bau von großen Städten und die Bedürfnisbefriedigung von sechs ganz unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen werden Genre-Fans lange begeistern. Ein Mehrspieler-Part hätte die Langzeitmotivation aber noch um ein Vielfaches steigern können.

GRAFIK
Die schicke Grafik kann sich sehen lassen.
Die schicke Grafik kann sich sehen lassen.

SOUND
Die Stadtgeräusche überzeugen, aber warum gibt es keine Musik?
Die Stadtgeräusche überzeugen, aber warum gibt es keine Musik?

BEDIENUNG
Die Steuerung geht leicht von der Hand.
Die Steuerung geht leicht von der Hand.

UMFANG
Sechs Bevölkerungsgruppen wissen zu beschäftigen. Aber wieso gibt es keine Mehrspieler-Modi?
Sechs Bevölkerungsgruppen wissen zu beschäftigen. Aber wieso gibt es keine Mehrspieler-Modi?
SPIELSPASS
So schnell werdet Ihr mit dem Bauen nicht mehr aufhören.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
So schnell werdet Ihr mit dem Bauen nicht mehr aufhören.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel