Die Sims 2 - Apartment-Tiere
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 13.09.2008
Beflügelt durch den unglaublichen Erfolg von „Die Sims 2“ veröffentlicht Electronic Arts ein Spin-Off nach dem anderen. Mit „Apartment-Tiere“ erscheint für den Nintendo DS nun ein Ableger, der bis auf den Namen leider nur noch sehr oberflächlich Gemeinsamkeiten mit der erfolgreichen Simulation hat.
Die Sims light
Der Anfang gestaltet sich noch so, wie bei jedem anderen Sims-Spiel auch. Ein Editor gibt euch die Chance, ein virtuelles Ebenbild zu erschaffen. Die Möglichkeiten sind dabei, vor allem im Vergleich zu den PC-Teilen, eher begrenzt, mit etwas Geschickt bekommt ihr aber sicherlich einen Sims zustande, der euch ähnelt. Mit diesem zieht ihr dann in das Apartment eures Onkels ein. Dieser ist nämlich einige Zeit unterwegs und hat euch sein Heim mitsamt des dazugehörigen Tier-Wellnesscenters anvertraut.
Damit erhält das Sims-Prinzip schon seine erste extreme Kastrierung. Das Geschehen spielt sich nämlich ausschließlich in dem einstöckigen Apartment und dem ein Stockwerk tiefer liegendem Wellnesscenter ab. Andere Orte bekommt ihr nicht zu Gesicht und das Bauen von eigenen Häusern könnt ihr erst recht vergessen. Zumindest lässt euch euer Onkel aber freie Hand bei der Umdekorierung des Apartments, sodass ihr im Menü eine ganze Reihe neuer Möbel ergattern und in der Wohnung platzieren könnt. Die Auswahl ist dabei ganz nett ausgefallen, aber auch hier dürfen keine Ausmaße erwartet werden, die Sims-Jünger vielleicht von den PC-Versionen gewohnt sind.

Die Möblierung dient natürlich der Bedürfnisbefriedigung. Dabei haben die Sims keine großen Träume oder Wünsche, sondern nur die Grundbedürfnisse Hunger, Harndrang und Schlaf. Dazu kommt dann lediglich noch der Wunsch nach sozialem Kontakt, der durch Gespräche mit anderen Sims oder der Beschäftigung mit Tieren erfüllt werden kann. Tiefe Freundschaften, Heirat oder eine Familiengründung bleiben eurem Sims bei diesem Spin-Off aber leider verwehrt.
Der Nächste bitte
Von dem ursprünglichen Sims-Prinzip sind also nur noch wenige Bruchstücke übrig geblieben. Aber eigentlich dreht sich dieser Teil ja auch um Tiere, die gepflegt werden wollen. Zum einen bringen euch Bekannte Vierbeiner vorbei, die ihr im Apartment versorgt. Zum anderen gilt es im Wellnesscenter, das über einen Aufzug zu erreichen ist, die Schützlinge der Kundschaft zu betreuen. Die Art der Versorgung unterscheidet sich an den beiden Orten nicht. Im Apartment könnt ihr euch für die Behandlung aber unendlich viel Zeit lassen, während die Kunden im Wellnesscenter eine schnelle Behandlung erwarten und bei eurem Versagen wütend wieder abziehen. Dafür lässt sich mit dem Wellnesscenter aber auch Geld verdienen. Und da ihr sonst keine Möglichkeit habt, an einen Job zu kommen, seid ihr darauf auch bitter angewiesen.
Der erste Schritt bei der Behandlung der Tiere ist die Diagnose. Dazu muss einfach ein Lupensymbol berührt werden. Dann wisst ihr was dem Vierbeiner fehlt, wobei sich das Leiden der Tiere gerade mal auf vier Dinge beschränkt: Schmutz, verfilztes Fell, übler Geruch und Ungeziefer. Die Behandlung läuft dann auch noch in allen Fällen recht ähnlich ab. Ihr berührt einfach das entsprechende Hilfsmittel und bewegt es dann mit dem Stylus über das Tier. So kämmt ihr das Tier oder versorgt es im Wasser, Parfüm und Ungeziefer-Vernichtungsmittel. Und weiter geht es mit dem nächsten Tier. Lupe berührt, Leiden erkannt, Stylus gezückt. Eine Prozedur, die schon nach wenigen Tieren ihren Reiz verliert und bald nichts mehr bietet, außer Langeweile.

Zumindest haben die Entwickler versucht, der Monotonie des stinklangeiligen Gameplays durch kleine Extras zu entkommen. Dieser Versuch scheitert aber kläglich. Das Streicheln der Tiere mit dem Stylus ist keine wirkliche Abwechslung. Und das Bekleiden der Tiere mit ach so niedlichen Hüten und Halstüchern ist einfach nur lächerlich und grenzt schon an virtueller Tierquälerei. Damit bleiben nur noch drei kleine Minispiele, bei dem ihr einen Hund mit dem Stylus auf Schatzsuche schickt, einen Vogel Tänze aufführen lasst oder eine Schlange beschwört. Das ganze ist weder einfallsreich noch wirklich spannend und kann auf keinen Fall verhindern, dass selbst die größten Sims-Fans nach spätestens ein oder zwei Stunden einfach nicht mehr wissen, was sie nun noch machen sollen.
Das ganze Spiel wirkt absolut lieblos. Als hätten die Entwickler sich voll auf den großen Namen verlassen, einige Elemente der Sims-Serie halbherzig übernommen und ein paar Ansätze von NintenDogs schlecht dazugemischt. Diese Halbherzigkeit zeigt sich auch bei der Technik. Die Grafik ist dem Nintendo DS einfach nicht würdig und der schreckliche Sound hätte eigentlich von der Qualitätskontrolle verboten werden müssen.
Sascha Geldermann meint...
„Apartment-Tiere“ hat mit „Die Sims 2“ nichts mehr gemeinsam. Das langweilige Gameplay bietet kaum Möglichkeiten und beschränkt sich lediglich auf zwei Räumlichkeiten. Selbst die größten Sims-Fans werden nach sehr kurzer Zeit keine unterhaltenden Aufgaben mehr finden.
„Apartment-Tiere“ hat mit „Die Sims 2“ nichts mehr gemeinsam. Das langweilige Gameplay bietet kaum Möglichkeiten und beschränkt sich lediglich auf zwei Räumlichkeiten. Selbst die größten Sims-Fans werden nach sehr kurzer Zeit keine unterhaltenden Aufgaben mehr finden.

GRAFIK
Die Grafik ist wirklich unansehnlich.
Die Grafik ist wirklich unansehnlich.

SOUND
Und der Sound ist sogar noch mieser.
Und der Sound ist sogar noch mieser.

BEDIENUNG
Die intensive Touchscreen-Nutzung gefällt.
Die intensive Touchscreen-Nutzung gefällt.

UMFANG
Mit zwei Räumlichkeiten ist der Umfang einfach nur lächerlich.
Mit zwei Räumlichkeiten ist der Umfang einfach nur lächerlich.
SPIELSPASS
Langweilige Tierpflege mit lächerlichem Umfang.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Langweilige Tierpflege mit lächerlichem Umfang.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel