Race Driver: GRID
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 09.09.2008
Die Straßen dieser Welt brauchen einen neuen König! Also drückt das Gaspedal durch und zeigt euren Kontrahenten in Japan, Europa und den USA eure Rücklichter. Wünsche werden dabei wohl keine offen bleiben. „Race Driver: GRID“ bietet nämlich die volle Ladung Racing.
Durch die Welt
An Strecken und Karosserien mangelt es diesem Rennspiel auf jeden Fall nicht. 37 lizenzierte Kurse wollen entlang gerast werden und das in 29 ebenso lizenzierten Wagen. Letztere warten dabei natürlich auch mit unterschiedlichem Fahrverhalten auf. Jeder Wagen fühlt sich beim Fahren also etwas anders an. Ihr solltet somit alle Fahrzeuge, die erst Schritt für Schritt zugänglich werden, einmal ausprobieren. Bis ihr eben den perfekten Wagen gefunden habt, mit dem ihr durch die Welt kurvt, in amerikanischen Straßenrennen Gas gebt, europäische Rennkurse geschickt meistert und japanische Drift-Herausforderungen elegant absolviert.
Die eigentlichen Rennen bieten keine Innovation, sodass sich Rennspiel-Fans sofort heimisch fühlen werden. Ihr brettert über die Kurse und versucht dabei eine Reihe von hartnäckigen, teilweise sogar recht aggressiven, Kontrahenten abzuhängen. Das Renngeschehen findet dabei ausschließlich auf dem oberen Bildschirm statt, an dessen Rand auch eure Geschwindigkeit, die Rundenzahl, sowie die Zeit eingeblendet werden.

Der untere Bildschirm zeigt dagegen eine Karte, sowie die Schadensanzeigen. Hier werden Schaltung, Lenkung, Aufhängung, Motor und Reifen einzeln als Symbole angezeigt, die sich bei Schaden erst gelb und dann rot einfärben. Je nachdem wie stark einzelne Teile beschädigt sind, erschwert sich das Fahrverhalten eures Wagens. Die Schadensanzeigen sind also ein sehr gelungenes Feature, das auch dem Realismus zu Gute kommt.
Bei größerem Schaden ist es durchaus ratsam einen Boxenstopp einzulegen. Das kostet euch zwar etwas Zeit, dafür läuft euer Wagen danach wieder wie eine Eins. Ob und wann ihr von den Boxenstopps Gebrauch macht, ist natürlich eure Entscheidung, womit auch ein bisschen Taktik ins Spiel kommt.
An dem Renngeschehen gibt es eigentlich nichts auszusetzen. Die Kurse sind abwechslungsreich, die Gegner-KI herausfordernd und das Geschwindkeitsgefühl gut. Auch die Steuerung geht leicht von der Hand. Der A-Knopf dient wie gewohnt zum Gas geben, die B-Taste zum Bremsen. Auf Wunsch können diese beiden Hauptaktionen aber auch auf die L- und R-Tasten gelegt werden. Somit habt ihr Einfluss auf die Steuerung und könnt auch entscheiden, ob ihr manuell schalten oder euch auf die Automatik verlassen wollt. Die Steuerung ist also sehr gut ausgefallen. Einzig das Driften wirkt bei manchen Fahrzeugen etwas schwerfälliger als es sein müsste. Das kann euch manchmal etwas Zeit kosten, fällt aber nur geringfügig auf und hat kaum Auswirkungen auf das Renngeschehen.
Um die Welt
Im Karriere-Modus erobert ihr die Straßen in Europa, Japan und den USA. Dort gilt es durch Siege das zu verdienen, was das Spiel etwas hochgestochen Reputationspunkte nennt. Gemeint ist natürlich Respekt. Die Karriere ist sehr umfangreich ausgefallen und wird Einzelspieler viele Stunden lang beschäftigen. Die drei einzelnen Gebiete werden als Karte angezeigt, auf der Rennevents als Punkte angezeigt werden, die nach und nach auftauchen. Kommt ihr in einem Gebiet nicht weiter, könnt ihr euch einfach erst einmal einem anderen widmen. Dort könnt ihr dann Geld gewinnen und dieses in das Tuning eures Wagens investieren. In der Werkstatt dürft ihr mit dem Stylus nämlich nicht nur Folien für euer Fahrzeug zeichnen, sondern auch Bauteilen wie dem Motor, der Lenkung oder den Reifen Upgrades verpassen. Diese umfangreichen Tuning-Möglichkeiten verbessern euern Wagen also und ihr könnt auch in dem Gebiet, das euch vorher Probleme bereitet hat, auf größere Gewinnchancen hoffen.
Wie viel Spaß ein Rennspiel macht, hängt zu einem guten Teil auch von seinen Rennevents ab. Zum Glück bietet „Race Driver: Grid“ auch in diesem Punkt wieder einen großen Umfang und präsentiert eine Reihe abwechslungsreicher Events – auch abseits von Einzelrennen und Meisterschaften. Das klassische Zeitfahren darf dabei natürlich genauso wenig fehlen, wie Drift-Herausforderungen. Es stehen aber auch Speed-Prüfungen auf dem Programm, bei denen eure Durchschnittsgeschwindigkeit ermittelt wird. Bei Verfolgungen müsst ihr einen anderen Wagen einholen, während sich beim Survival der Spieß umdreht und ihr die Gejagten seid. Insgesamt stehen ein Dutzend Rennevents zur Verfügung, die auch außergewöhnlichere Herausforderungen umfassen. Wie das Touge-Rennen, bei dem ihr an den Hängen eines Vulkans eure Geschwindigkeit unter Beweis stellt.

An Abwechslung mangelt es somit nicht. Vor allem da euch manchmal noch eine ganz besondere Aufgabe gestellt wird. Auftragsgeber aus aller Welt bitten euch nämlich Rennstrecken für sie zu bauen. Sie nennen die gewünschten Komponenten, die Streckenlänge und das Budget und ihr müsst mit dem Streckeneditor die passenden Kurse zusammenbasteln. Das macht nicht nur Spaß, sondern geht auch äußerst leicht von der Hand. Natürlich steht der Editor auch außerhalb der Karriere zu Verfügung. Ihr könnt also nach Lust und Laune eure eigenen Strecken erstellen, speichern und natürlich auch befahren. Über die Nintendo Wi-Fi Connection lassen sich die Strecken sogar im Internet veröffentlichen. Somit könnt ihr auch selbst Strecken von anderen Spielern herunterladen, was die Langzeitmotivation natürlich in die Höhe treibt.
Gegen die Welt
Neben der Karriere bietet „Race Driver: GRID“ natürlich auch einen Mehrspieler- und Online-Part. Dieser ist, wie könnte es bei diesem Spiel auch anders sein, auch recht umfangreich ausgefallen. Im lokalen Mehrspieler-Modus können vier Spieler Strecken tauschen oder gegeneinander antreten. Hier stehen Einzelrennen und Meisterschaften aus drei Rennen genauso zur Verfügung, wie Verfolgungs-Events. Zumindest im Multi-Karten-Spiel. Das Einzelkarten-Spiel wird aber löblicherweise ebenfalls unterstützt. Besitzt nur einer der Spieler eine Cartridge können aber nur Meisterschaften gefahren werden.
Der Online-Modus sieht ähnlich aus. Nur, dass ihr hier natürlich nicht auf lokale Mitspieler angewiesen seid. Stattdessen könnt ihr euch Kontrahenten aus aller Welt suchen lassen. Das geschieht entweder rein zufällig oder auf Wunsch auch abhängig von eurem Rang, damit eure Gegner ungefähr auf dem gleichen Level sind, wie ihr. Freunde könnt ihr wie gewohnt nur dann herausfordern, wenn ihr ihren Freundescode besitzt. Euch stehen also einige Möglichkeiten offen. Zu bemängeln ist daran eigentlich nur, dass es weder vor noch während der Rennen eine Chatfunktion gibt.

Neben den eigentlichen Rennen gibt es auch noch zwei andere Online-Funktionen. Die Möglichkeit selbst erstellte Strecken ins Internet zu stellen wurde schon erwähnt. Daneben gibt es aber auch noch eine weltweite Rangliste. Euer Platz setzt sich dabei aus euren Erfolgen im Einzelspieler-Modus und euren Leistungen bei den Online-Rennen zusammen. In den Listen könnt ihr euch die besten Spieler der Welt, eure Tabellennachbarn, sowie die Platzierungen eurer Freunde anzeigen lassen.
Dieses Rennspiel macht also keine halben Sachen. Das spiegelt sich auch in der Grafik wieder. Die Optik der Wagen überzeugt genauso wie die Gestaltung der Strecken. Auch die Schadensmodelle können punkten, wobei Unfälle auch durch die Unterstützung des, nicht beiliegenden, Rumble Paks in Szene gesetzt werden. Sehr erfreulich ist auch, dass das Geschehen zu jeder Zeit absolut flüssig über den Bildschirm läuft. Somit möchte einzig und allein der Sound nicht zum Rest des Spiels passen. Während die Soundeffekte noch gehobener Durchschnitt sind, gestalteten sich die Technoklänge im Hintergrund nicht nur monoton, sondern auch unschön. Das macht den Sound zum größten Kritikpunkt, der sich bei diesem Rennspiel finden lässt.
Sascha Geldermann meint...
„GRID“ bietet zwar keine Innovationen, dafür aber alles, was ein richtig gutes Rennspiel braucht: zahlreiche Strecken und Wagen, abwechslungsreiche Events, eine gute Steuerung, Tuningmöglichkeiten, eine flüssige Grafik und sogar einen Streckeneditor. Sowohl die Einzelspieler-Karriere, als auch der Mehrspieler- und Online-Part sind äußerst umfangreich ausgefallen. Das alles macht „Race Driver: GRID“ auf dem Nintendo DS zu ersten Wahl für Fans ernsterer Rennspiele.
„GRID“ bietet zwar keine Innovationen, dafür aber alles, was ein richtig gutes Rennspiel braucht: zahlreiche Strecken und Wagen, abwechslungsreiche Events, eine gute Steuerung, Tuningmöglichkeiten, eine flüssige Grafik und sogar einen Streckeneditor. Sowohl die Einzelspieler-Karriere, als auch der Mehrspieler- und Online-Part sind äußerst umfangreich ausgefallen. Das alles macht „Race Driver: GRID“ auf dem Nintendo DS zu ersten Wahl für Fans ernsterer Rennspiele.

GRAFIK
Die Grafik ist hübsch und läuft flüssig.
Die Grafik ist hübsch und läuft flüssig.

SOUND
Die Technomusik ist etwas eintönig.
Die Technomusik ist etwas eintönig.

BEDIENUNG
Die Steuerung funktioniert sehr gut, das driften ist aber etwas schwerfällig.
Die Steuerung funktioniert sehr gut, das driften ist aber etwas schwerfällig.

UMFANG
Beim Umfang bleiben keine Wünsche offen.
Beim Umfang bleiben keine Wünsche offen.
SPIELSPASS
Tolle Spielbarkeit, riesiger Umfang - so macht Racing Spaß!
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Tolle Spielbarkeit, riesiger Umfang - so macht Racing Spaß!
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel