Mahjong - Eine Reise um die Welt
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 08.09.2008
Eigentlich ein altes chinesisches Spiel, hat Mahjong längst die ganze Welt erobert. Heute erfreut es sich auch als Videospiel größter Beliebtheit. Nintendos „42 Spieleklassiker“ versorgten Nintendo DS-Besitzer schon mit einer kleinen Version, doch echte Mahjong-Fans wollen natürlich mehr. Und das könnte ihnen „Mahjong - Eine Reise um die Welt“ durchaus geben.
Stein um Stein
Das Spielprinzip ist altbekannt. Bis zu 144 Steine liegen auf einem Spielbrett sowohl auf- als auch nebeneinander und bilden dabei eine Figur. Nun liegt es am Spieler alle Steine binnen eines Zeitlimits zu entfernen. Dafür muss sein konzentriertes Auge Paare finden. Diese müssen nicht nur gleich aussehen, sondern auch ganz oben liegen und weder links noch rechts von Steinen derselben Ebene umgeben sein. Keine allzu leichte Aufgabe also, die viel Geschick und ein waches Auge erfordern.
Dieses Spielprinzip wurde problemlos auf den Nintendo DS übertragen. Auch die Steuerung funktioniert reibungslos. Doch was hätte da auch groß schiefgehen können? Müsst ihr doch einfach mit dem Stylus die gewünschten Steine antippen, damit sie sich auflösen oder ein Geräusch euch signalisiert, dass sie kein Paar bilden. Ein klein wenig störend ist aber die geringe Größe der Steine, bedingt durch deren zumeist große Anzahl. Dieses Problem wird dadurch relativiert, dass jeder Zeit das Zoomen auf gewünschte Ausschnitte möglich ist, geringfügig erschwert wie die Steinchensuche dadurch aber dennoch.

Das Spiel ist vorüber, wenn alle Steine entfernt wurden. Oder im schlechteren Falle, wenn die Zeit abgelaufen oder kein Zug mehr möglich ist. Damit solche Misserfolge selten bleiben, bietet euch das Spiel faire Hilfestellungen an. So könnt ihr euch auf Knopfdruck Paare anzeigen lassen, die Steine neu durchmischen oder euren letzten Zug rückgängig machen. Natürlich gibt es auch einen Haken an der Sache, wird euch doch für jede dieser Aktionen wertvolle Zeit abgezogen. Ihr solltet euch also genau überlegen, wann ihr euch helfen lasst. Diese Hilfsfunktionen sind somit ein durchdachtes und überzeugendes Feature, das die Spielbarkeit spürbar verbessert.
Von klassisch bis modern
In Sachen Modi bietet „Mahjong - Eine Reise um die Welt“ eine zufriedenstellende Auswahl. Im klassischen Spiel und im Einzelkampf wird Wert auf die ursprüngliche Spielweise gelegt. Zwar stehen auch hier die Zoomfunktion und die Hilfestellungen zu Verfügung, richtige Extras gibt es aber nicht.
Das sieht im Turniermodus ganz anders aus. Dieser ist das Herzstück des Spiels und schickt euch auf eine Weltreise. In zwölft Ländern bestreitet ihr erst drei Vorrunden und dann das Finale gegen den Mahjong-Meister des Landes. Habt ihr sie alle geschlagen, seid ihr also Mahjong-Weltmeister, was nicht nur eine große Ehre ist, sondern auch härtere Schwierigkeitsgrade eröffnet.
Hier kommen nun auch Extras zum Einsatz, die unter Steinen versteckt sein können. Durch diese wird das klassische Spiel aufgelockert, was der Abwechslung zu Gute kommt. Bei dieser modernen Variante sprengt ihr mit Dynamit Steine ganz einfach weg oder tragt mit einem Wirbelsturm Steine der obersten Schicht ab. Praktisch ist auch das magische Auge, mit dem ihr für kurze Zeit unter beliebig viele Steine sehen können. Ein Grund zur Freude ist ebenfalls die Sanduhr, die euch zehn Sekunden zusätzliche Zeit schenkt.

Diese Extras kommen auch im Zweikampf zum Einsatz. Hier tretet ihr entweder gegen den Computer oder aber auch gegen einen menschlichen Mitspieler an. Der Bildschirm wird dabei in zwei Spielfelder aufgeteilt. Nun gilt es schneller als euer Kontrahent zu sein, größtenteils durch eigenes Können, aber auch dadurch, dass ihr im wortwörtlichen Steine in den Weg legt. Löst ihr mehrere Paare in kurzer Zeit hintereinander auf, zählt das nämlich als Combo. Und die sorgen dann dafür, dass neue Steine auf das Spielfeld eures Gegners fallen und ihm die Arbeit erschweren.
Der Mehrspieler-Modus ist ganz nett, leider kann er aber nur mit einem einzigen Nintendo DS gespielt werden. Zwei Spieler haben somit abwechselnd Zeit auf ihrer Hälfte des Bildschirms aufzuräumen. Das wäre als optionale Möglichkeit ein nettes Feature gewesen, als alleinige Lösung ist das Herumreichen des Nintendo DS aber etwas zu unbequem. Warum es keinen Mehrspieler-Modus für mehrere Geräte gibt ist absolut unverständlich.
Bau-Steine
Mahjong-Fans können auf den insgesamt 127 Spielbrettern viele Stunden Paare suchen. Und selbst dann muss das Spiel nicht im Regal verstauben. Ein Editor ermöglicht nämlich das Erstellen von eigenen Spielbrettern. Bis zu 144 Steine können hier in bis zu fünf Ebenen angeordnet werden. Wie viele Steine ihr benutzen wollt, steht euch frei. Aber natürlich wird nur eine gerade Anzahl zugelassen, damit auch Paare gebildet werden können. Bis zu zehn Spielbretter können auf diese Weise erstellt und gespeichert werden. Leider sind diese dann aber vollkommen für den Eigengebrauch bestimmt. Verschicken lassen sie sich nämlich nicht, womit das volle Potenzial des Editors nicht ausgeschöpft wird. Das haben andere Spiele schon besser vorgemacht, teilweise sogar mit Online-Funktion.

In technischer Hinsicht gestaltet sich das Spiel erwartungsgemäß simpel. Das ist bei diesem Genre im Grunde kein Problem, der Sound ist aber doch schon etwas zu einfach ausgefallen. Das Gedudel klingt nicht nur eintönig, sondern auch etwas unsauber. Die Augen werden da schon mehr verwöhnt. Die Motive der Steine lassen sich nämlich aus über zwei Dutzend Sets wählen, von klassischen Ziffern, über Spielkarten bis hin zu Flaggen. Dadurch lässt sich das Spielbrett ein klein wenig eurem individuellen Geschmack anpassen.
Sascha Geldermann meint...
Trotz der geringen Größe der Steine, bietet dieses Mahjong-Spiel durch seine fehlerfreie Steuerung und fairen Hilfestellungen eine sehr gute Spielbarkeit. Abwechslungsreiche Modi und ein Editor für eigene Spielbretter garantieren dabei eine stundenlange Steinchensuche. Leider gibt es aber weder einen Mehrspieler-Modus für mehrere Geräte, noch Onlinefunktionen, die für noch mehr Langzeitmotivation gesorgt hätten.
Trotz der geringen Größe der Steine, bietet dieses Mahjong-Spiel durch seine fehlerfreie Steuerung und fairen Hilfestellungen eine sehr gute Spielbarkeit. Abwechslungsreiche Modi und ein Editor für eigene Spielbretter garantieren dabei eine stundenlange Steinchensuche. Leider gibt es aber weder einen Mehrspieler-Modus für mehrere Geräte, noch Onlinefunktionen, die für noch mehr Langzeitmotivation gesorgt hätten.

GRAFIK
Die Grafik ist zweckmäßig, punktet aber mit vielen wählbaren Steinmotive.
Die Grafik ist zweckmäßig, punktet aber mit vielen wählbaren Steinmotive.

SOUND
Die Musik ist eher nervig als schön.
Die Musik ist eher nervig als schön.

BEDIENUNG
Die Steuerung funktioniert fehlerlos.
Die Steuerung funktioniert fehlerlos.

UMFANG
Es gibt viele Modi mitsamt eines Editors. Der Mehrspieler-Modus funktioniert aber nur mit einem Nintendo DS.
Es gibt viele Modi mitsamt eines Editors. Der Mehrspieler-Modus funktioniert aber nur mit einem Nintendo DS.
SPIELSPASS
Gelungene Mahjong-Reise für Spieler mit guten Augen.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Gelungene Mahjong-Reise für Spieler mit guten Augen.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel