Assassin's Creed: Altair´s Chronicles
Artikel verfasst von Heiko Ellinger am 23.07.2008
Nur eine Chance, nur ein Wimpernschlag, das Ziel vor Augen. Stille, Konzentration, Vorbereitung. In wenigen Worten ist so „Assassin’s Creed“ zu beschreiben, das Action-Adventure aus dem Hause Ubisoft, welches zu den erfolgreichsten Titeln des letzten Jahres gehört. Wer sich als reiner Nintendo-Zocker versteht, blieb im Auftragskiller-Epos zwar außen vor (der Titel erschien nur für PS3 und Xbox 360), doch mittlerweile gibt es auch für Fans von Super Mario & Co. die Möglichkeit, Altair in einem Abenteuer zu begleiten, denn mit „Assassin’s Creed Altair’s Chronicles“ erschien die offizielle Vorgeschichte zum Hit exklusiv für Nintendo DS.
Die Suche nach dem heiligen Kelch
Entwickelt wurde das Handheld-Abenteuer um Meuchelmörder Altair von den erfahrenen Entwicklern von Gameloft, die auf dem portablen Markt bereits zahlreiche Titel veröffentlichten.
Die Geschichte des Spiels setzt direkt vor dem Heimkonsolen-Abenteuer an. Dies bedeutet im Klartext: Offenes Ende in der Handheld-Version. Wer mehr erfahren möchte, muss dann doch zur Version für den großen Fernseher greifen. In „Assassin’s Creed Altair’s Chronicles“ begebt Ihr Euch auf die Suche nach dem heiligen Kelch, müsst aber zunächst einigen Spuren nachgehen, um Eurem Ziel näher zu kommen. Im Gegensatz zum großen Vorbild seid Ihr dabei nicht zu Pferd auf großer und freier Erkundungstour, sondern hangelt, hüpft und sprintet durch lineare 3D-Abschnitte. Die Spielmechanik erinnert so eher an eine andere große Ubisoft-Lizenz, Prince of Persia. Wer sich ein waschechtes „Assassin’s Creed“ im Taschenformat gewünscht hat, wird in diesem Fall also nicht fündig.

Ohne die Story der Heimkonsolen-Variante zu sehr aufdecken zu wollen, können wir bereits an dieser Stelle verraten, dass der Geschichte des jungen Desmond im DS-Titel kein weiteres Kapitel hinzugefügt wird. Stattdessen konzentrieren wir uns im Spiel rein auf die Geschichte Altairs und auf die Zeit im Mittelalter.
Akrobatik trifft Ästhetik
Wer die Abenteuer des Prinzen aus Persien bereits gespielt hat, wird sich in „Assassin’s Creed Altairs Chronicles“ gleich heimisch fühlen. Dank drei verschiedenen Schwierigkeitsstufen (die dritte wird allerdings erst nach einmaligem Durchspielen verfügbar) könnt Ihr den Titel ganz auf Eure Fähigkeiten abstimmen.
Die einzelnen Abschnitte des Spiels sind komplett dreidimensional und Ihr könnt jederzeit auch wieder zu einem vorangegangenen Punkt im Level zurückgehen. Gebäude sind teilweise begehbar, außerdem sucht Ihr natürlich auch Hausdächer auf. So kommt Ihr teilweise unbemerkt an den Wachen vorbei, die Ihr praktischerweise jederzeit über den Touchscreen und der dazugehörigen Minikarte des Levels im Auge habt. Hier seht Ihr auch Euer nächstes Ziel. Gepaart mit einem Pfeil, der Euch die Richtung angibt, seid Ihr so vor Orientierungslosigkeiten optimal geschützt.
Altair verfügt auch im DS-Abenteuer über ein umfangreiches Repertoire an Bewegungen. Ein Wandsprung darf da ebenso nicht fehlen, wie die Möglichkeit, einem gegnerischen Angriff mit einer Rolle auszuweichen oder mit schnellen Kombinationsangriffen zurück zu schlagen. Auf Balken balanciert Ihr gekonnt mit gedrückter Schultertaste. Während dies alles über die Tasten des Nintendo DS funktioniert, kommt der Touchscreen in Minispielen zum Einsatz. Eine Variante des heißen Drahts etwa müsst Ihr überstehen, um wichtige Gegenstände aus den Taschen einer Person zu stehlen. Die Spielmechanik eines „Elite Beat Agents“ kommt hingegen bei der Befragung von Euren Zielen zum Einsatz.
Grafisch ist der Titel sehr gut gelungen. Das Abenteuer läuft größtenteils flüssig über die Bildschirme und zaubert eine hübsche mittelalterliche Welt auf den Bildschirm. Schicke Zwischensequenzen treiben im Zusammenspiel mit einigen Dialogen die Story voran. Der Sound kann hier leider nicht mithalten. Die wenigen Musikstücke im Spiel wiederholen sich sehr oft, gleiches gilt auch für die Soundeffekte.

Potenzial nicht ausgeschöpft
Blaue Kugeln, die sich überall im Level verteilen, dienen Euch (eine entsprechende Menge vorausgesetzt) für neue Upgrades und Verbesserungen. Symptomatisch für den Titel: Wirklich brauchen tut das in diesem Fall keiner. Gleiches gilt auch für die Komboattacken in den Schwertkämpfen, ist wildes Button-Smashing oft schon von Erfolg gekrönt.
Statt realistischem Mittelalter belässt es Gameloft bei relativ simpler Hüpf-Kost, die frei von Innovationen allerdings immerhin im Bereich Leveldesign einen ordentlichen Eindruck hinterlässt. Doch so ordentlich die Einschätzung ist, so kurz ist der Titel auf der anderen Seite. Etwa acht Stunden Spielzeit dürfen Hobby-Assassinen einplanen, bis sie den Abspann sehen und den Schwierigkeitsmodus „Schwer“ freigeschaltet haben.
Um weitere Story-Happen um Altair aufzunehmen, ist „Assassin’s Creed Altair’s Chronicles“ sicherlich eine gute Gelegenheit. Die tolle Technik täuscht aber nicht darüber hinweg, dass auch mit dieser Spielmechanik sicherlich noch mehr drin gewesen wäre. Die Vorlage zumindest war die optimale Basis und auch einige Spielelemente, etwa das Upgrade-Feature, sind im Ansatz durchaus gelungen, dann aber nicht konsequent zu Ende geführt. Fans des Meuchelmörders greifen der Geschichte wegen zu, alle anderen warten besser auf eine Preissenkung.
Heiko Ellinger meint...
„Assassin’s Creed Altair’s Chronicles“ ist für mich wie eine Achterbahnfahrt. Der euphorische Beginn dank toller Technik weicht relativ schnell dem Eindruck, dass viel mehr möglich gewesen wäre.
„Assassin’s Creed Altair’s Chronicles“ ist für mich wie eine Achterbahnfahrt. Der euphorische Beginn dank toller Technik weicht relativ schnell dem Eindruck, dass viel mehr möglich gewesen wäre.

GRAFIK
Mix aus 2D und 3D mit hübschen Effekten.
Mix aus 2D und 3D mit hübschen Effekten.

SOUND
Unspektakuläre, aber solide Soundkulisse.
Unspektakuläre, aber solide Soundkulisse.

BEDIENUNG
Klassische und problemlos umgesetzte Jumper-Steuerung.
Klassische und problemlos umgesetzte Jumper-Steuerung.

UMFANG
Recht kurz, aber unterhaltsam.
Recht kurz, aber unterhaltsam.
SPIELSPASS
Ordentliches Handheld-Debüt von Altair.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Ordentliches Handheld-Debüt von Altair.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel