Sega Superstars Tennis
Artikel verfasst von Aljoscha Reuther am 15.06.2008
Sega scheint sich zum Fitnessstudio umzuwandeln, denn die Traditionsschmiede schickt ihre Helden und Maskottchen immer öfter in die Sportstunde, und damit sind nicht Sonic’s Renneskapaden in seinen diversen Abenteuern gemeint. Nach „Mario und Sonic bei den Olympischen Spielen“ müssen die Sega-Ikonen nun auf dem Tennisplatz ihr Können unter Beweis stellen. Und das nicht nur beim Schlagabtausch im Stil von Becker, Graf und Agassi.
Spiel, Satz und Sieg
Tennis – nicht so populär wie Fußball, nicht so langweilig wie eine Schachmeisterschaft. Und eine der Sportarten, denen nachgesagt wird, perfekt für eine Umsetzung auf der Wii geeignet zu sein – was bereits Wii Sports gut zu beweisen wusste. Natürlich muss auf dieser sich anbahnenden Erfolgswelle mit geschwommen werden, und um das ganze noch zu Steigern holt man sich die Entwickler von Virtua Tennis 3 ins Boot. Das was am Ende bei dieser Mixtur herauskommt: Sega Superstars Tennis.

Nun, was kann man zu einer Tennissimulation alles sagen? Nicht viel, das ist sicher – denn das Spielprinzip ist mittlerweile nicht mehr gerade originell und an der Spielmechanik ändert sich doch recht wenig. Noch immer können wir entweder im Einzel- oder Doppelspiel gegen einen Freund oder einen Computergegner antreten und versuchen, möglichst viele Sätze zu gewinnen.
Auch bei den Segastars geht es nicht anders zu, auf den Farbenfrohen Plätzen geht es immer wieder hin und her – bis auf eine kleine Ausnahme namens Superstar-Modus. Aber dazu später mehr. Erst einmal zu den Arenen, die wir im Spiel zu Gesicht bekommen. Diese lehnen sich alle an die Welten der Charaktere an, die wir spielen, so hat die Arena von Sonic zum Beispiel das gewohnte Grüne Land mit Loopings und großen Wasserfällen. Insgesamt stehen im Spiel 10 Verschiedene Plätze zur Verfügung, für insgesamt 16 Spieler (von denen die Hälfte erst im Planet Superstars Modus freigespielt werden muss).
Planet Superstars Modus – genau. Das ist es nämlich, was das Spiel von einer normalen Tennissimulation unterscheidet (bitte nicht mit dem Superstar-Modus verwechseln, auch wenn das jetzt etwas verwirrend klingen könnte). Denn in diesem Modus geht es um mehr, als nur Spiel, Satz und Sieg. In diversen, an andere Sega Spiele angelehnte „Level“ müssen wir verschiedene Aufgaben erfüllen. Diese Aufgaben können einerseits ein einfaches Turnier, andererseits aber auch ein Zombieschießen mit Tennisball und Schläger auf Zeit sein.
Die Missionen in diesem Modus können verschiedenartig ausfallen. Mal müssen wir einfach nur, wie schon gesagt, ein Tennisturnier gewinnen, bei anderen Missionen kommt es aber zum Beispiel auch darauf an, nur große, gelbe Bälle durch ein Tor zu befördern, und ihre kleineren, roten Artgenossen möglichst aus diesen Toren herauszuhalten. 14 Verschiedene „Welten“ gibt es insgesamt in diesem Modus, wirklich variieren tun die Aufgaben aber nur selten – und schon gar nicht innerhalb einer Welt. Bestes Beispiel ist hier die „Curien Mansion“-Welt, in der wir das eben schon genannte Zombieschießen zur Aufgabe haben. Die Zombies wandern von oben auf das Spielfeld herunter und wir müssen sie mit den aus den Seitenpfählen kommenden Bällen abtreffen. Mal sind es große, mal sind es kleine, aber dennoch: in jeder Mission geht es darum, die Art von Zombie, die gerade oben auf dem Bildschirm ist, möglichst Zahlreich zurück in die Erde zu schicken, bevor die Zeit abgelaufen ist.

So ähnlich verhält es sich leider auch mit den anderen Welten: es gibt eine Grundaufgabe, die immer wieder mit leichter Variation abgespielt wird, bis alle Missionen in einer Welt geschafft sind – im Durchschnitt 8. Allerdings ist dies auch der einzige Weg, alle Spielinhalte freizuschalten. Beim eigentlichen Tennisturnier kann man hingegen nichts gewinnen.
Kommen wir nun kurz zum eben angesprochenen Superstar – Modus, und zwar den im Spiel. Dieser ist eine Spezialattacke, die unser Spieler einsetzen kann, wenn der Stern unter ihm anfängt zu leuchten. Jeder Charakter im Spiel hat seine eigene Superstar-Attacke, Nights lässt den Ball zum Beispiel verschwinden und ihn an einer anderen Stelle im Spielfeld wieder auftauchen, und Tails versetzt dem Ball einen so kräftigen Wirbel, dass der Gegenspieler erst einmal ins Schleudern gerät, wenn er den Ball zurückspielt. Leider stimmt die Balance zwischen diesen Attacken nicht wirklich, denn obwohl der Spin von Tails den Gegner ins Trudeln bringt, ändert dies fast gar nichts am Spiel – denn bevor wir den Ball wieder auf die andere Seite geschlagen haben, hat es sich bereits „ausgetrudelt“ und es kann normal Weitergespielt werden. Ein Gegenbeispiel wäre hier der Powerschlag von Sonic, der den Gegenspieler direkt ein paar Meter zurückrutschen lässt – ein Punkt ist so gut wie sicher.
Vorteil, Einstand, Seitenwechsel
Der Spielverlauf bei Sega Superstars Tennis bietet beim Tennisspiel selbst ungefähr die gleichen Einstellungsmöglichkeiten wie die Sportsammlung Wii Sports: Anzahl der Spieler, Anzahl der Computergegner, stärke der Selbigen und wie viele Runden bzw. Sätze Gespielt werden. Zusätzlich kann im Spiel aber auch festgelegt werden, ob wir alleine oder im Doppel spielen möchten. Danach folgt die Charakterauswahl, wobei jeder Charakter eine andere Stärke hat: Sonic ist ein Allrounder, Tails hat den Spin verinnerlicht und die Leute von Jet Set Radio sind aufgrund ihrer Rollschuhe recht schnell auf dem Spielfeld unterwegs. Leider zeigen sich diese Eigenschaften nur bedingt im Spiel, denn bis auf ein Stupides zurückschlagen des Balles bekommen wir kaum ausgefeilte Techniken zur Verfügung gestellt – von einem Spinball oder einem Blocker mal abgesehen. Einen Karrieremodus vermisst man im Spiel ebenfalls.

Aber genug der schlechten Worte, denn das Spiel ist natürlich keine Strenge Simulation wie vielleicht Virtua Tennis sondern ein reines Arcadespiel. Und als solches macht es seine Sache gar nicht so schlecht. Vor allem im Singleplayer, also dem Planet Superstar Modus, werden die vielen verschiedenen Minispiele durchaus die eine oder andere Stunde vor dem Bildschirm verstreichen lassen – auch wenn es etwas an Abwechslung fehlt. Eher trübe sieht es um den Multiplayermodus aus, denn der ist, im Gegensatz zur Xbox 360 oder Playstation 3 Version, extrem beschnitten. So besitzen die beiden Next-Gen Versionen einen tollen Online-Multiplayer, den man bei der Wii-Version schmerzlich vermisst. So müssen die 2er oder 4er Gefechte vor einem Bildschirm stattfinden. Das geht zwar auch in Ordnung, vor allem, weil Sega noch 8 „Party Spiele“ ins Spiel eingebaut hat, dennoch fehlt dem Spiel mit dem Onlinemodus ein großer Spielspaßgarant.
Kommen wir nun einmal mehr zur technischen Seite des Titels, und beginnen wir mit der Steuerung. Diese verdient allemal großes Lob, da neben den 3 Steuerungsprofilen (nur Wii-FB, Wii-FB und Nunchuk, Wii-FB Quer gehalten) auch noch der Classic Controller Unterstützung findet.
Die Steuerung funktioniert insgesamt recht gut, auch wenn ab und an das schwingen der Fernbedienung nicht wirklich vom Spiel erkannt wird. Leider machen auch die verschiedenen Schlagvarianten ein paar Probleme – wenn man die Wii-FB als Schläger benutzt – aber wenn man den dreh erst einmal raus hat, laufen auch diese recht einfach ab. In der Steuerungsvariante „Nur Wii-FB“ läuft unser Charakter von alleine in Richtung des Balles, wir müssen also im Prinzip nur noch schlagen. Bei den drei anderen Steuerungsmethoden müssen wir die Laufarbeit selbst in die Hand nehmen – was den Schwierigkeitsgrad deutlich erhöht.
Als nächstes auf der Technikliste steht die Grafik. Diese ist zwar nicht wirklich das, was die Wii ins Schwitzen bringen könnte, reicht aber allemal aus um ein schönes Tennisspiel auf den Bildschirm zu zaubern. Vor allem die liebevoll designten Tennisplätze sind sehr schön ausgearbeitet und stimmig, und auch die 2 Kamera Winkel (Vogelperspektive und 3rd Person Ansicht) fügen sich gut ins Spiel ein. Einzig und allein die Effekte können bemängelt werden, denn dort wurde kräftig gespart. Aber dafür läuft das Spiel absolut ruckelfrei über die heimische Flimmerkiste.

Der Sound ist eines der Glanzstücke des gesamten Spieles. Nicht nur, dass wir eine deutsche Sprecherin im Spiel haben, die uns mit allerlei Informationen zu Spielständen, Sätzen und so weiter versorgt, nein, auch die Charaktere sind komplett mit Stimmen versorgt worden – allerdings wurden diese nicht ins deutsche übersetzt – was bei der Qualität der Sprecher aber wirklich verkraftbar ist.
Die Hintergrundmusik ist stimmig, dezent und nervt nicht, ganz im Gegenteil. Zusammen mit der Stimmigen Grafik zaubert sie eine nahezu perfekt zum Spiel passende Atmosphäre. Und als kleiner Ohrenschmaus (wenn auch etwas Zweifelhaft) hat Sega für den Samba de Amigo-Platz das Lied „Samba De Janeiro“ von Bellini lizensiert. Der Einzige Kritikpunkt an der Musik ist, dass die Musikstücke innerhalb eines Spieles nicht wechseln – obwohl mehrere pro Platz vorhanden sind – und so kann die Musik bei einem langen Match doch schon irgendwann anfangen zu nerven.
Aljoscha Reuther meint...
Ganz großes Tennis kann man nur zu dem sagen, was Sega hier abliefert. Wer Wii Sports mochte, wird Sega Superstars Tennis lieben, so viel steht fest. Zwar werden Puristen und Simulationsfreunde weniger Spaß am Titel haben, dafür werden Freunde des Arcadespiels aber umso besser bedient – vor allem durch den tollen Singleplayer. Und dennoch, der fehlende Online-Multiplayer zieht das Spiel wieder deutlich herunter. Schade drum.
Ganz großes Tennis kann man nur zu dem sagen, was Sega hier abliefert. Wer Wii Sports mochte, wird Sega Superstars Tennis lieben, so viel steht fest. Zwar werden Puristen und Simulationsfreunde weniger Spaß am Titel haben, dafür werden Freunde des Arcadespiels aber umso besser bedient – vor allem durch den tollen Singleplayer. Und dennoch, der fehlende Online-Multiplayer zieht das Spiel wieder deutlich herunter. Schade drum.

GRAFIK
Es geht besser, aber auch schlechter. Aber es läuft absolut flüssig.
Es geht besser, aber auch schlechter. Aber es läuft absolut flüssig.

SOUND
Nette Hintergrundmusikstücke, sogar mit lizensierten Liedern.
Nette Hintergrundmusikstücke, sogar mit lizensierten Liedern.

BEDIENUNG
Ungefähr so wie die WiiSports Steuerung im Tennis, viel herumgefuchtel.
Ungefähr so wie die WiiSports Steuerung im Tennis, viel herumgefuchtel.

UMFANG
Viele Plätze, viele Zusatzmodi. Besonders der Zombie-Abschieß-Teil macht großen Spaß.
Viele Plätze, viele Zusatzmodi. Besonders der Zombie-Abschieß-Teil macht großen Spaß.
SPIELSPASS
Sega's Maskottchen auf dem Tennisplatz - keine schlechte Partie.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Sega's Maskottchen auf dem Tennisplatz - keine schlechte Partie.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel

Genre
Sport
Entwickler
Sumo Digital
Publisher
Sega
Releasedatum
20.03.2008
USK-Freigabe

» Weitere Infos zum Titel
Sport
Entwickler
Sumo Digital
Publisher
Sega
Releasedatum
20.03.2008
USK-Freigabe

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