Worms - Odyssee im Wurmraum
Artikel verfasst von Aljoscha Reuther am 18.05.2008
Was kann man alles mit Würmern machen? Nun, man kann sie in den Kompost werfen, man kann sie in der Mitte durchtrennen und gucken welche Hälfte länger überlebt, oder man steckt sie in eine Rakete und schießt sie ins Weltall - und führt so eine der beliebtesten Spieleserien auf die Wii.
Da ist der Wurm drin
Viel braucht man zu Worms nun wirklich nichts zu sagen: mehrere Würmer versuchen sich auf zufallsgenerierten, zerstörbaren Feldern, möglichst kreativ mit Raketenwerfern, Dynamitstangen und Schweißbrennern gegenseitig umzubringen - das ganze in mehreren Teams und Rundenbasiert. Dabei fallen immer wieder neue Items und Medi-Packs vom Himmel - um das Spiel einmal in den Grundzügen zu beschreiben. Auf dem Nintendo DS haben die Würmer bereits zwei Mal recht ansehnlich den Rundenbasierten Machtkampf ausgetragen, nun bekommt auch die Wii einen eigenen Titel spendiert - natürlich von Team 17. Dass hierbei das mittlerweile jedem bekannte Worms-2D-Prinzip wieder einmal recycelt wird fällt kaum negativ auf - denn die Steuerung macht fast der guten Steuerung der PC Version Konkurrenz.

Aber was ist drin, in der "Odyssee im Wurmraum"? Nun, wie gesagt, hinter dem Titel verbirgt sich das klassische Worms-Prinzip im 2D-Look. Die Story und die "Spacige" Aufmachung tun da eigentlich weniger zur Sache und nehmen nur sozusagen eine "Oberflächliche Rolle" ein. Trotzdem hier einmal ein kleiner Überblick über die Story des Spieles: die Würmer starten in den Weltraum - doch dort gibt es Probleme, und ihre Rakete fällt auf den Planeten Cavernia - wo es dann natürlich die feindlich gesinnten Bewohner zu besiegen gilt, um das Raumschiff zu reparieren, um weiter zu reisen - eine lange Reise zurück zur Erde. Um die Außerirdischen zu besiegen, stehen den Würmern natürlich eine Menge von Waffen und Möglichkeiten zur Verfügung: Raketen, Granaten, Jetpack, Teleporter und natürlich das Schaf, in diesem Fall das "Roboschaf" dürften jedem bekannt sein, der auch nur ansatzweise Kontakt mit der Serie hatte.
Diese Waffen können natürlich nicht wahllos über den Bildschirm geballert werden. Denn neben den teilweise strikten Limitationen der Waffen (z.B. nur 2x Lenkrakete oder 1x Teleport) und der Tatsache, dass manche Waffen entweder gar nicht auf der Karte/ in der Mission findet, oder man diese erst mit viel Glück in einer Munitionskiste finden muss, gibt es noch diverse Einflüsse, die auf die Geschosse wirken: Wind, Schwerkraft, Auf- und Abprall, usw.
Die Windstärke und Richtung bekommen wir in jeder Runde mitgeteilt, indem wir auf die Hintergrundanimationen achten. Hier schieben sich animierte "Windböen" dann entweder schnell oder langsam nach links oder rechts. Eine Anzeige gibt es leider nicht. Wenn wir dann eine Granate oder Rakete abschießen, wird die Flugbahn vom Wind beeinflusst. Schießen wir beispielsweise gegen den Wind, müssen wir, um unser Ziel zu erreichen, mehr Schub geben, als eigentlich nötig wäre. Praktisch hierbei ist die "Simulation", die uns eine etwaige Flugbahn unseres Geschosses anzeigt - jedoch nur bis zum Einschlagpunkt. Wenn wir eine Granate mit Zeitzünder werfen, müssen wir eventuell noch ein paar Hüpfer von selbiger mit einplanen. Wenn wir dann die verschiedenen Faktoren der einzelnen Waffen oder Hilfsmittel effizient beherrschen, geht es im Prinzip nur noch darum, einen der verfeindeten Würmer oder Aliens entweder alle Lebenspunkte wegzuballern, oder ihn geschmeidig von der Landmasse ins Wasser zu stoßen. Um noch einen der vielen alten Worms-Fakten zu nennen: wenn ein Wurm sein Ableben "zelebriert", sprengt er sich in die Luft, und fügt den Würmern, die in seiner Nähe stehen, noch einmal Schaden zu - Nahkampf sollte also vermieden werden.
Stilechtes Granatenwerfen
Eine Frage, die bei jeder Veröffentlichung einer Spieleserie auf der Wii wie eine Gewitterwolke im Raum schwebt, ist natürlich: "wie sieht's mit der Steuerung aus?"

Nun, um es gleich zu beantworten: die Steuerung der Wii-Version ist die Zweitbeste, mit der die Würmer sich je gegenseitig gemeuchelt haben - leider reicht es doch nicht, um sich mit der PC Steuerung mit Maus und Tastatur messen zu können.
Dennoch bleibt die Steuerung recht innovativ: je nach dem welche Waffe wir benutzen, können wir mit dem kippen der Wii-FB nach vorne und hinten die Abschusskraft einstellen, und mit einem schwungvollen Wurf nach vorne (während man die B-Taste gedrückt hält) bekommen wir eine Flugbahn angezeigt, die wir dann natürlich noch nachbessern können. Lassen wir die B-Taste während des Werfens los, fliegt die Bombe dann los.
Bei anderen Steuerungsvarianten können wir direkt mit der Fernbedienung auf den Bildschirm zielen um zum Beispiel den Teleportationspunkt auszuwählen - oder den Bereich, in dem ein Flieger den Bombenteppich abwerfen soll. Leider gibt es hier und da doch ein paar Schwierigkeiten, was vor allem an der ab und an auftretenden Trägheit der Steuerungserkennung liegt. So kann es passieren, dass wir gerade dabei sind, den Flugwinkel anzupassen, und das Spiel erkennt eine leichte Bewegung des Controllers und veranlasst unseren Wurm zu werfen - meist ein verlorener Zug.
Wenn wir diese kleine Hürde meistern, erwartet uns hinter der "Space Oddity" (so der Originaltitel des Spiels) ein durchaus gelungener Worms Ableger, der zwar nichts, oder eher kaum etwas Neues bringt, dafür aber bei den alten Werten nahezu alles richtig macht. Haben wir den Solomodus erst einmal durchgespielt und die Würmer zurück auf die Erde geführt, werden die Minispiele freigeschaltet - einer der großen Spaßpunkte des Spieles. 6 Verschiedene warten nach dem freispielen auf den Solo - oder Multiplayer, die nicht, wie das Originalspiel, Rundenbasiert ablaufen, sondern in Echtzeit: auf einem Schlitten vor einem gigantischen Schneeball flüchten, mit einem Raumschiff durch enge Höhlen fliegen, oder im Stil eines Scrollshooters die Erde verteidigen.
Einstellungswut und Zufallskarten
Doch um beim Hauptspiel zu blieben: hier gibt es natürlich wieder allerhand Einstellungsmöglichkeiten für Würmer, Waffen und Karten: Stimme und Aussehen der Würmer, Landschaftsthema, sowie ein recht umfangreicher Landschaftseditor. Leider sind die Menüs recht unübersichtlich gestaltet, sodass man recht schnell die Übersicht verliert, wie und wo welche Optionen geändert werden können. Natürlich kann man das Spiel auch selbst die Karten generieren lassen.
Und diese müssen natürlich dargestellt werden, und so kommen wir einmal mehr zur Technik des Titels. Und die fällt leider sehr schwach aus. Die Grafik ist unspektakulär, lediglich die flüssigen Wurmanimationen und die netten Waffeneffekte bringen etwas "Konsolenfeeling" auf den Fernsehschirm, ansonsten ist die Grafik aber fast schon mit der von Worms Open Warfare (2) auf dem DS zu vergleichen. Sicher - die 3D Ableger der Worms-Serie konnten das 2D Spiel niemals toppen, aber etwas bessere und vor allem schickere Grafik hätte für diesen Titel wirklich drin sein müssen.

Sound… nun, um ehrlich zu sein, bis auf die vielen Helium-gedopten Stimmen und ein paar Knallerbsensounds, ausgelöst durch die Waffen im Spiel, kann ich mich nicht wirklich an den Sound im Spiel erinnern - die Hintergrundmusik ist, wie bei jedem Worms, ruhig und dezent im Hintergrund - fast schon zu ruhig. Oder war es ruhig? Keine Ahnung…
Die Steuerung hat ja bereits einen eigenen Absatz bekommen, also fasse ich sie hier noch einmal kurz zusammen. Im Konsolenbereich, mit Ausnahme der DS-Version, lässt sich kein anderes Worms besser Steuern, als der Weltraumableger auf der Wii - trotz einiger kleinerer Steuerungsmacken. Dennoch kommt sie nicht an das Spielen mit Maus und Tastatur heran.
Was fehlt noch? Ach ja, der Multiplayer… Nun, hier dürften sich einige Enttäuschungen auftun, denn Team 17 hatte felsenfest einen Onlinemultiplayer für das Spiel versprochen - und den gibt es nicht, auch nicht freischaltbar oder sonst wie. So bleibt die außerirdische Waffenorgie dem heimischen Fernseher vorbehalten, was aber für bis zu vier Spieler auch zu einem abendfüllenden Spaßbringer werden kann. Dennoch hebt sich der Multiplayer nicht vom Standardspiel ab - er ersetzt nur die langweiligen und recht dummen Bots.
Aljoscha Reuther meint...
Recycling ist IN, und zwar schon seit ein paar Jahren – und Spiele bilden da keine Ausnahme. Und dennoch ist „Odyssee im Wurmraum“ ein gelungener Worms-Ableger für die Wii, auch wenn das Weltraumthema dabei eher in den Schatten gestellt wird. Für diejenigen, die „neu“ bei Worms sind, durchaus ein tolles Spiel – aber Kenner der Serie werden hier nicht befriedigt.
Recycling ist IN, und zwar schon seit ein paar Jahren – und Spiele bilden da keine Ausnahme. Und dennoch ist „Odyssee im Wurmraum“ ein gelungener Worms-Ableger für die Wii, auch wenn das Weltraumthema dabei eher in den Schatten gestellt wird. Für diejenigen, die „neu“ bei Worms sind, durchaus ein tolles Spiel – aber Kenner der Serie werden hier nicht befriedigt.

GRAFIK
Worms ist eben, wie Worms eben ist, in 2D. Trotzdem ist das nichts tolles.
Worms ist eben, wie Worms eben ist, in 2D. Trotzdem ist das nichts tolles.

SOUND
Es gibt nicht wirklich viel, außer einigen Soundsamples von Sprüchen und Explosionen
Es gibt nicht wirklich viel, außer einigen Soundsamples von Sprüchen und Explosionen

BEDIENUNG
Das Spielen mit Pointerfunktion kommt dem PC gleich und macht ordentlich Spaß
Das Spielen mit Pointerfunktion kommt dem PC gleich und macht ordentlich Spaß

UMFANG
Neues Setting, das allerdings aussen vor gelassen wird, viele Karten und Waffen, allerdings ein einfaches Recyclingprodukt
Neues Setting, das allerdings aussen vor gelassen wird, viele Karten und Waffen, allerdings ein einfaches Recyclingprodukt
SPIELSPASS
Für Einsteiger und Liebhaber
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Für Einsteiger und Liebhaber
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel