Final Fantasy Crystal Chronicles: Ring of Fates
Artikel verfasst von Heiko Ellinger am 20.04.2008
Ein Rückblick auf vergangene Zeiten: Die Streitereien von Squar Enix und Nintendo gehören bereits der Vergangenheit an, da kündigt der Rollenspiel-Gigant aus Japan endlich wieder einen Titel für eine Nintendo-Heimkonsole an. Als „Final Fantasy Crystal Chronicles“ dann erscheint, kann der Titel durchaus für schöne Spielstunden sorgen, von einem Meilenstein aber halten ihn doch diverse Designpatzer fern. Die Fokussierung auf den Mehrspieler-Part ist auf Grund der Zusatzkosten für die Spieler ambitioniert, aber wenig erfolgreich und so ist es nicht verwunderlich, dass sich die Entwickler beim neuen Titel aus der Reihe mit dem Untertitel „Ring of Fates“ (Ring des Schicksals) umorientierten und das Hauptaugenmerk auf den Einzelspieler lenkten.
Machtvolle Zwillinge
Die Geschichte von „Final Fantasy Crystal Chronicles: Ring of Fates“ beginnt sehr behutsam. Unweit von der großen Stadt Rebena Te Ra wachsen die Zwillinge Yuri und Chelinka bei ihrem Vater auf. Während dieser sie vor allen möglichen Gefahren schützen will und dabei von den erfahrenen Lehrmeistern Meeth und Alhanalem nach Kräften unterstützt wird, haben die beiden Kinder nur wilde Abenteuer im Kopf. Dass der ungestüme Yuri und die ängstliche Chelinka gemeinsam eine bisher unbekannte Kraft entfalten können, ahnt hier niemand. An anderer Stelle aber hat das Böse bereits seine Helfer ausgesandt, um die Kinder so schnell wie möglich zu finden.
Wie sollte es anders sein, müsst Ihr die Kinder im Abenteuer natürlich vor allem Unglück beschützen. Dazu kämpft Ihr Euch in bester Action-Rollenspiel-Manier durch zahlreiche Verliese, denn das ist Eure Hauptaufgabe. Anstatt eine offene Spielwelt zu bieten, führt Euch der Titel fast automatisch zu vorgegebenen Orten, an denen die Geschichte ihren Lauf nimmt. Über die Weltkarte könnt Ihr die einzelnen Orte anwählen, in die Stadt Rebena Te Ra kehrt Ihr auf Grund diverser Läden allerdings öfters zurück. Die anderen Ortschaften bieten Euch dunkle Verliese, Höhlen oder sonstige Möglichkeiten, viele Räume, Gegner und Gegenstände zusammen bringen zu können. Neudeutsch nennt man das Dungeon-Crawler.

Im Laufe des Abenteuers seid Ihr dabei nicht nur mit Yuri und Chelinka alleine unterwegs, sondern erweitert Eure Gruppe stetig. Ein Teammitglied gilt dabei als Gruppenführer und wird von Euch direkt gesteuert. Eure Mitstreiter werden dann von der Künstlichen Intelligenz übernommen, die allerdings selten wirklich funktioniert. So seid Ihr dann doch wieder auf Euch allein gestellt und schon zufrieden, wenn sich die KI nicht in den Weg stellt. Das nimmt dem Titel doch einiges an Spielspaß. Das System der einzelnen Dungeons nämlich motiviert vor allem diejenigen, die gerne nach Gegenständen suchen und sich gerne durch Gegnerhorden kämpfen.
Die Charaktere kommen aus unterschiedlichen Völkern und bringen so besondere Spezialfähigkeiten mit sich. Die beiden Zwillinge etwa gehören dem Volk der Clavats an, die sich vor allem im Nahkampf sehr gut verstehen. Angriffsserien und Fokusangriffe machen sie so zum idealen Kämpfer an der Front. Weitere Völker im Titel sind die Yukes, Selkies und Liltys. Auch diese haben besondere Vorteile, die Ihr geschickt einsetzen solltet.
Die Macht der Maginite
Natürlich bekämpft Ihr Eure Widersacher nicht nur mit purer Waffengewalt. Stattdessen stehen Euch auch zahlreiche Zauber zur Verfügung. Im Titel Maginite genannt, findet Ihr die helfenden Eigenschaften in Form von Kugeln oder stellt sie einfach selbst her. Habt Ihr nämlich einen Mitstreier aus dem Volk der Liltys bei Euch, kann dieser per Spezialfähigkeit neue Maginite erschaffen.
Maginite setzt Ihr auf unterschiedliche Weise ein. In speziellen Sockeln müssen sie als Kugeln eingesetzt werden, um den weiteren Wegverlauf zu öffnen. Gegen Gegner entfaltet Ihr ihre Magie. Über einen Zielkreis kann dabei das Ziel angewählt werden. Schaffen es zwei oder mehr Teammitglieder, gleichzeitig den gleichen Maginit auf einen Gegner zu wirken, verstärkt sich der Zauber und wird mächtiger als man denken würde. Über den Vita-Maginit könnt Ihr Eure Lebenspunkte wiederherstellen. Aber auch die bekannten Potions sind hierzu in der Lage.
Die Charakterentwicklung geschieht Genre-typisch über Erfahrungspunkte. Levelaufstiege erhöhen Eure Statuswerte, welches sich endlich wieder an bekannten Vertretern der Rollenspiele orientieren. Die Herzen-Lebensanzeige gehört damit der Vergangenheit an.

Kristalle spielen in der Geschichte noch immer eine große Rolle, der nervige Kristalltopf aus dem ersten Abenteuer ist aber ebenfals der Designschere zum Opfer gefallen. Wichtig sind die funkelnden Objekte allerdings etwa zum Speichern des Spielfortschritts. In Dungeons seid Ihr auf diese Speicherpunkte angewiesen, auf der Weltkarte könnt Ihr dagegen jederzeit frei speichern.
Aus den gesammelten Gegenständen lassen sich neue Ausrüstungsstücke in Rebena Te Ra herstellen. Das Ganze geht natürlich nur gegen Bezahlung, lohnt sich aber durchaus. Vor allem die Bossgegner eines Dungeons, die oftmals um ein Vielfaches größer sind als Eure Helden, hinterlassen viele Gegenstände, die Ihr sicherlich nachher gut nutzen könnt.
Der Einzelspieler-Modus des Titels ist trotz der KI eine große Steigerung im Vergleich zum GameCube-Titel. Ein wenig mehr Tiefgang in der Geschichte hätte dem Spiel sicherlich nicht geschadet und ist ein wünschenswertes Ziel für eine Fortsetzung. Der Spielumfang ist ordentlich, wenn auch nicht überragend und wird durch den Mehrspieler-Modus noch deutlich verlängert. Der Schwierigkeitsgrad ist recht einfach gewählt, hier wären stärkere Gegner natürlich auch förderlich für die Spielzeit gewesen.
Gemeinsam stark
Anstatt die Story auf mehrere Spieler auszurichten, gibt es einen speziellen Spielmodus für kampfeslustige Freunde. Hierbei benötigt jeder Spieler ein eigenes Modul und sollte sich zunächst einen Charakter erstellen. Kämpfer aus dem Abenteuer können hier nicht verwendet werden, dafür habt Ihr die Auswahl zwischen den vier bekannten Völkern.
Der König von Rebena Te Ra stellt Euch diverse Aufgaben, die es zu erledigen gilt. So müsst Ihr etwa in einem Dungeon in vorgegebener Zeit verschiedene Schalter betätigen. Dabei stellen sich Euch einige Gegner in den Weg, die Ihr mit Freunden aber durchaus besiegen solltet. Auch im Mehrspieler-Part erreicht Ihr so neue Stufen und werdet immer stärker. Abseits von den Missionen könnt Ihr Euch außerdem frei durch die Dungeons kämpfen. Wer also einfach mal leveln möchte, kann dies nach Herzenslust tun. Habt Ihr gerade keine Freunde in der Nähe, die Euch im Kampf unterstützen wollen, könnt Ihr den Missionsmodus übrigens auch alleine spielen.

Im Spiel begegnen Euch immer wieder die süßen Mogus. Ein besonderes Exemplar steht Euch im Verlaufe des Abenteuers bei und schenkt Euch als Anerkennung für Euren Fortschritt Stempel. Das kleine Wesen könnt Ihr außerdem nach Euren eigenen Vorstellungen umgestalten. Neue Farben, Frisuren und vieles mehr machen diesen Charakter so zu einem individuellen Objekt. Ganz besondere Exemplare können mit Freunden über die Nintendo Wi-Fi Connection getauscht werden.
Bei Square Enix gehört es zwar schon zum Standard, dennoch sollten wir auch hier den guten technischen Aspekt nicht außer Acht lassen. Der Titel ist grafisch wunderschön anzuschauen und bietet teilweise sogar Sprachausgabe. Dabei läuft das Spielgeschehen jederzeit flüssig über die Bildschirme des Nintendo DS und lässt Euch in die fantasievolle Welt eintauchen.
Heiko Ellinger meint...
„Final Fantasy Crystal Chronicles: Ring of Fates“ ist ein gelungenes Action-Rollenspiel, dessen Detailschwächen eine höhere Wertung leider verhindern. Die KI-Probleme stören den Spielfluss im Einzelspieler-Modus, dennoch entwickelt sich die Reihe in die richtige Richtung. Denn im Gegensatz zum ersten Abenteuer macht der Titel sowohl alleine als auch mit Freunden richtig Spaß.
„Final Fantasy Crystal Chronicles: Ring of Fates“ ist ein gelungenes Action-Rollenspiel, dessen Detailschwächen eine höhere Wertung leider verhindern. Die KI-Probleme stören den Spielfluss im Einzelspieler-Modus, dennoch entwickelt sich die Reihe in die richtige Richtung. Denn im Gegensatz zum ersten Abenteuer macht der Titel sowohl alleine als auch mit Freunden richtig Spaß.

GRAFIK
Hübsche 3D-Grafik mit netten Spezialeffekten.
Hübsche 3D-Grafik mit netten Spezialeffekten.

SOUND
Gelungene Soundkulisse.
Gelungene Soundkulisse.

BEDIENUNG
Unkomplizierte Steuerung, lediglich KI-Probleme trüben den Gesamteindruck.
Unkomplizierte Steuerung, lediglich KI-Probleme trüben den Gesamteindruck.

UMFANG
Ordentlicher Spielumfang, nicht zu vergleichen mit der Hauptreihe. Die Geschichte bietet wenig Tiefgang.
Ordentlicher Spielumfang, nicht zu vergleichen mit der Hauptreihe. Die Geschichte bietet wenig Tiefgang.
SPIELSPASS
Ordentlicher Ableger mit leichten KI-Problemen.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Ordentlicher Ableger mit leichten KI-Problemen.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel