Zack & Wiki: Der Schatz von Barbaros
Artikel verfasst von Gennaro Grippo am 18.04.2008
Piraten haben es heutzutage nicht mehr einfach. Aufgrund der Globalisierung ist man selbst in der virtuellen Welt nicht vor der Konkurrenz sicher. Demnach wundert es nicht, dass Zack und Wiki auf einer gemütlichen Schiffsfahrt über die Wolken von einer rivalisierenden Piratengruppe angegriffen werden und was soll man dann in solch einer Situation machen? Natürlich, Luke öffnen und von Bord springen. Während es Wiki, ein Affe mit Propeller am Schwanz, einfach hat zu Boden zu gelangen, zappelt Zack, selbst ernannter Möchtegernpirat, wild in der Luft. Da kommt es ihm wie gerufen, dass während des Falls in einer Kiste ein Regenschirm herausragt. Zack nutzt ihn als Fallschirm, doch die Landung entspricht nicht ganz seiner Vorstellung...
I've been looking for...
Zack ist einer dieser Piraten, die nur Schätze im Kopf haben. Angesichts seiner Größe könnte man glatt annehmen, dass Zack noch ein Kind ist. Das Ganze wird noch dadurch verstärkt, dass er ständig Schokoriegel in sich hinein stopft und sich auch recht kindlich verhält. Doch der Anschein trübt, denn Zack kennt sein Handwerk in- und auswendig und hat es auf ein mächtiges Schiff abgesehen, dass einst dem Piratenmeister Barbaros gehörte. An seiner Seite ist Wiki, ein womöglich genetisch falsch gelaufenes Experiment in den Hallen von Capcom. Wiki ist objektiv gesehen ein Affe, der auf Kommando sein Schwanz in einen Propeller verwandelt und durch die Gegend fliegt. Wenn es sein muss, verwandelt er sich auch vollständig in eine Glocke und lässt andere Lebewesen in Gegenstände transformieren. Klingt komisch, ist es auch. Andererseits ist genau dieses Feature von fundamentaler Wichtigkeit in „Zack & Wiki: Der Schatz von Barbaros“. Schließlich lassen sich die zahlreichen Rätsel, auf die man in diesem Point & Click – Adventure stößt, nur mit Wikis Glocke lösen.

„Zack & Wiki: Der Schatz von Barbaros“ ist wie bereits erwähnt ein Point & Click – Adventure. Ihr steuert Zack mit der Wii-Fernbedienung durch die Levels, Wiki fliegt automatisch hinter Euch her. Nahezu alles in den Levels kann begutachtet werden indem Ihr die Wii-Remote darauf richtet und es untersucht. Zu Beginn Eures Abenteuers lernt Ihr Captain Rose kennen, die Euch freundlicherweise Euer Schiff zerstört. Dies hat zur Folge, dass Ihr auf einer kleinen Insel landet, die nach wenigen Augenblicken einen Schatz offenbart. Leider steckt Ihr richtig in der Klemme: Nicht nur, dass eine Schlucht Euch und dem Schatz trennt, das Schiffswrack droht durch den Wasserfall auf Euch zu stürzen. Wiki sagt nur, wir sollen uns beeilen – toller Affe. Ein Blick nach Vorne und Zack wird einen Baum aufmerksam, der wie geschaffen ist um als Brücke zu fungieren. Doch Euer Werkzeugkasten ist weg, woher kriegt Zack nun eine Säge? Kaum versucht Ihr den Baum umzustoßen, taucht eine Schlange auf. Ihr schüttelt die Wii-Remote und läutet damit Wikis Glocke, schon hat sich die Schlange in eine Säge verwandelt. Nach wenigen Handgriffen und Eurem vollen Einsatz mit der Wii-Fernbedienung später seid Ihr auf der anderen Seite angelangt, das Schiffswrack stürzt in die Tiefe und reißt die Mini-Insel mit sich, und vor Euch liegt der Schatz.

Neugierig, wie Zack nun einmal ist, öffnet er die Truhe voller Vorfreude und wird im nächsten Moment in eben diese gezogen. Nach wenigen Sekunden wird er wieder hinausgespukt und ein goldener, sprechender Kopf begrüßt die beiden Piraten. Es stellt sich heraus, dass es sich um den Meisterpirat Barbaros höchstpersönlich handelt, dem ein Fluch einen bösen Streich gespielt und seine Körperteile über die Welt verstreut hat. Er bittet die beiden Reisenden um Hilfe, im Gegenzug erhalten sie dann Barbaros geliebtes Schiff. Und hier nimmt der Spaß mit Zack & Wiki seinen Lauf.
Veni,vidi, Wiki
Das Spiel bietet insgesamt 24 Levels, gepaart mit einer extra Portion Spielwitz. Schon nach wenigen Minuten werdet Ihr das Duo lieben und Euch wünschen, dass das Spiel nie ein Ende nimmt. In der Tat kann man letztendlich mit rund 20 Std. Spielzeit durchaus zufrieden sein, bedenkt man zudem auch die abwechslungsreichen und motivierenden Rätsel, die auf Euch warten. Im Prinzip spielt sich jeder Level gleich: Ihr erkundet ihn, werdet auf Lebewesen stoßen, die es mit Wikis Glöckchen zu verwandeln gilt, und nutzt den dadurch gewonnenen Gegenstand für ein Rätsel. Vor allem in den Anfangslevels werdet Ihr recht zügig des Rätsels Lösung finden, da sie noch nicht allzu anspruchsvoll sind und einen gemütlichen Einstieg in die Thematik erlauben sollen. Mit der Zeit kommen selbst eingefleischte Rätselfans auf ihre Kosten. Erfreulicherweise verzichtet Capcom auf stupides Gegenstand-von-A-nach-B-bringen und umgekehrt. Selbstverständlich ist dies auch in den Levels vorhanden, doch bei weitem nicht so nervig und frustrierend wie in anderen Spielen. Da Zack kein Inventar im herkömmlichen Sinne besitzt, kann er immer nur einen Gegenstand mit sich tragen. Kommt er an eine Stelle, wo eine Interaktion gefordert ist, kommt Ihr und Eure Wii-Fernbedienung ins Spiel.

Capcoms Point & Click – Adventure steuert sich übrigens ausschließlich mit der Wii-Remote, die Nunchuk-Erweiterung könnt Ihr getrost wegpacken. Ich möchte Euch einmal an den Anfangsrätseln deutlich machen, wie vorbildlich die Steuerung umgesetzt wurde. Das Allererste ist die Regenschirm-Geschichte. Dafür haltet Ihr Eure Wii-Fernbedienung wie einen richtigen Regenschirm aufrecht und drückt den 2-Knopf um es zu öffnen. Bei der Schlangensäge richtet Ihr die Wii-Remote auf den Fernseher und sägt mit originalgetreuen Sägebewegungen den Baum nieder. Habt Ihr beispielsweise einen Schlüssel gefunden, steckt Ihr diesen einfach in das dafür vorgesehene Schloss und dreht mit dem Controller den Schlüssel um. Je weiter Ihr im Spiel voranschreitet, desto mehr bewegungssensitive Rätsel erwarten Euch. Diese sind im Ganzen wirklich gut gelungen, jedoch nicht immer präzise. Ausgerechnet dann, wenn Ihr beispielsweise unter Zeitdruck steht, werdet Ihr merken wie empfindlich die Steuerungserkennung doch ist. Doch mit etwas Übung sollte auch dies keine Hürde mehr darstellen. Schließlich wollt Ihr sämtliche Körperteile von Barbaros finden, damit Euch dieser belohnt.
Piratenalltag mit skurrilen Humor
Dreh- und Angelpunkt Eurer Missionen ist Euer Unterschlupf. Dort ist Eure Crew stationiert und wartet nur darauf, Euch mit nützlichen Informationen zu beliefern. So könnt Ihr Euch die neuesten Gerüchte antun, in Büchern blättern und Eure Gegner und ergatterte Schätze studieren oder schlichtweg mit dem Orakel plaudern. Doch dessen Service hat ihren Preis, wodurch es sich generell anbietet, in den Levels auch Münzen zu sammeln. Beim Orakel könnt Ihr so genannte Platin-Tickets kaufen, die im späteren Verlauf wirklich nicht fehlen sollten. Weshalb? Weil Ihr in „Zack & Wiki: Der Schatz von Barbaros“ sterben könnt. Um den Level nicht von Vorne zu beginnen, vielleicht auch deshalb nicht weil Ihr wenige Schritte vor Levelende wart, gibt es die Platin-Tickets, die Euch zum gegenwärtigen Ort zurückversetzen. Anfangs habt Ihr drei solcher Tickets, mit der Zeit werden diese jedoch im Orakel-Shop immer teurer, Ihr solltet also sparsam damit umgehen. Ein weiteres Gimmick stellt die Orakel-Puppe dar. Ebenfalls nervig sind Sackgassen, wo es aufgrund eines vorigen Fehlers nicht mehr möglich ist, das Rätsel zu lösen. Solltet Ihr mitten im Level nicht weiterkommen, könnt Ihr das Orakel rufen, welches Euch wie ein Engel besuchen kommt. Im Tausch erhaltet Ihr dann nützliche Informationen, die des Rätsels Lösung beherbergen.

Habt Ihr „Zack & Wiki: Der Schatz von Barbaros“ einmal durchgespielt, braucht Ihr das Spiel noch nicht ins Regal zu verstauen. Noch ist nicht alles in Zacks und Wikis Welt entdeckt. Nun gut, alles was folgt oder besser gesagt was bleibt wird letztlich nur die Sammlerherzen befriedigen. Es gibt nämlich weiterhin viele Objekte zu sammeln. Auch könnt Ihr Crewmitglieder unabhängig auf Schatzsuche schicken. Und wem das immer noch nicht reicht, darf sich die Levels noch einmal zur Gemüte führen, sicherlich finden sich in dem ein oder anderen versteckte Gimmicks. Einen Multiplayer- oder gar einen Online-Modus bietet „Zack & Wiki: Der Schatz von Barbaros“ nicht, hätte aber durchaus Spaß bereiten können.
In technischer Hinsicht kann man wenig an „Zack & Wiki: Der Schatz von Barbaros“ aussetzen. Die Optik präsentiert sich in einem hübschen Cel-Shading Gewand. Sie mag zwar nicht Jedermanns Sache sein, doch wer sich darauf einlässt wird sie schnell mögen. Soundtechnisch wird solide Kost geboten: Es wechseln sich verschiedene Melodien passend zum Szenario ab und untermalen sanft die Levels. Eine Sprachausgabe ist zwar vorhanden, doch kann man die Figuren eh nicht verstehen da es sich um eine eigenständige Sprache mit Piraten-Touch handelt. Im Großen und Ganzen nicht der Rede wert, ist zwar vorhanden aber reißt keine Bäume aus. Großes Lob verdienen die Entwickler hingegen bei der intuitiven Steuerung und dem abwechslungsreichen Rätseldesign.
Gennaro Grippo meint...
„Zack & Wiki: Der Schatz von Barbaros“ erweitert das Software-Portfolio der Nintendo Wii um ein weiteres gelungenes Point & Click-Adventure. Capcom überzeugt hier nicht nur hinsichtlich des Spielwitz' und der intuitiven Steuerung, sondern vor allem dank des durchdachten und abwechslungsreichen Rätseldesigns!
Mehr von solchen Spieleperlen, bitte!
„Zack & Wiki: Der Schatz von Barbaros“ erweitert das Software-Portfolio der Nintendo Wii um ein weiteres gelungenes Point & Click-Adventure. Capcom überzeugt hier nicht nur hinsichtlich des Spielwitz' und der intuitiven Steuerung, sondern vor allem dank des durchdachten und abwechslungsreichen Rätseldesigns!
Mehr von solchen Spieleperlen, bitte!

GRAFIK
Schöne Cel-Shading-Optik und das Leveldesign ist sehr detailverliebt, vereinzelt unscharfe Texturen
Schöne Cel-Shading-Optik und das Leveldesign ist sehr detailverliebt, vereinzelt unscharfe Texturen

SOUND
Ordentliche Palette an Melodien, die sich stimmig der Situation einfügen und eine humorvolle, eigensinnige Sprachausgabe
Ordentliche Palette an Melodien, die sich stimmig der Situation einfügen und eine humorvolle, eigensinnige Sprachausgabe

BEDIENUNG
Kinderleichte Handhabung dank Wii-Remote und Nunchuk-Kombination
Kinderleichte Handhabung dank Wii-Remote und Nunchuk-Kombination

UMFANG
Umfangreicher Story-Modus, danach bleibt das Sammelfieber erhalten. Leider kein Multiplayer
Umfangreicher Story-Modus, danach bleibt das Sammelfieber erhalten. Leider kein Multiplayer
SPIELSPASS
Klassisches Adventure der alten Schule mit abwechslungsreichen Rätseldesign und einer großen Portion (schwarzen) Humor
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Klassisches Adventure der alten Schule mit abwechslungsreichen Rätseldesign und einer großen Portion (schwarzen) Humor
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel