Texas Hold′em Poker DS
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 25.11.2006
High Card und Royal Flush
Setzt euer Poker-Face auf, verliert nicht eure Nerven und lasst euch vor allem nicht in eure Karten blicken – THQ veröffentlicht das erste Poker-Spiel für den Nintendo DS. Ob Texas Hold´em Poker ein Kartenspiel wirklich ersetzen und vor allem auch ohne Freunde ausreichend unterhalten kann, erfahrt ihr in unserem Test.
Ganze sieben Poker-Varianten bietet das Spiel. 5 Card Stud, 7 Card Stud, 5 Card Draw und 7 Card Baseball, Tahoe Hold´em, Omaha Hold´em und Texas Hold´em heißen sie und unterscheiden sich in leichten Regelabwandlungen voneinander. Texas Hold´em ist nicht nur Namensgeber, sondern auch die Variante, die wohl am bekanntesten ist. Die möglichen Aktionen sind bei jeder Variante gleich bleibend. Es können Geldbeträge gesetzt werden, bei denen andere Mitspieler Mitgehen, Erhöhen oder Passen können, wobei letzteres das Ausscheiden aus der aktuellen Runde bedeutet.
Die Auswahl der Aktionen solltet ihr von eurem Blatt abhängig machen. Verloren habt ihr, sobald ihr kein Geld mehr zur Verfügung habt. Bei schlechten Karten kann Passen also durchaus sinnvoll sein, damit ihr dem Gewinner der Runde nicht mehr von eurem Geld überlasst, als möglich wäre. Bei guten Karten sollte aber auch Risikobereitschaft zum Ausdruck kommen, um die Chance auf einen hohen Gewinn zu haben. Alle bekannten Kombinationen sind vorhanden, so dass ihr auf Pärchen, Strassen oder sogar auf einen Royal Flush hoffen könnt, der nicht zu schlagen wäre.
Der große Bluff
Oft wird es vorkommen, dass eure Karten keinen allzu hohen Wert erreichen. Das heißt aber noch lange nicht, dass ihr schlechte Chancen auf einen Sieg habt. Es ist wichtig eure Gegner zu verwirren. Wer trotz schlechter Karten all sein Geld setzt, verunsichert seine Mitspieler so stark, dass sie meistens freiwillig aus der Runde ausscheiden. Natürlich muss aber auch damit gerechnet werden, dass der Bluff durchschaut wird und der Schuss nach hinten losgeht.
Für die gezielte Verunsicherung eurer Gegner haben die Entwickler so genannte Tells in das Spiel integriert. Vor jedem Zug könnt ihr eine Reaktion auf euer Blatt signalisieren, die von euren Mitspielern registriert wird. Bei guten Karten könnt ihr euch zum Beispiel unsicher am Kopf kratzen, um eure Gegner zum Setzen höherer Beträge zu bewegen. Mit einem Lächeln könnt ihr auch bei einem schlechten Blatt eure Mitspieler zum Aufgeben bewegen. Es beeinflusst eure Gegner sogar, wenn ihr keine Reaktion zeigt, denn wie Paul Watzlawick so schön gesagt hat: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“.
Die Auswahl der Tells erfolgt bequem mit dem Touchscreen, der insgesamt eine sehr komfortable Art der Bedienung darstellt. Alle Aktionen lassen sich schnell ausführen und eure Karten könnt ihr jeder Zeit betrachten, indem ihr sie antippt. Ihr könnt sogar eure kostbaren Chips mit dem Stylus, wie beim richtigen Pokern, in die Mitte des virtuellen Tisches schieben. Ebenfalls überzeugen kann das Speichersystem, das jeden Schritt automatisch sichert. Seid ihr am Verlieren könnt ihr nicht einfach ausschalten, sondern müsst schon bis zum bitteren Ende mitspielen. Zum Glück verliert ihr ja nur virtuelles Geld und könnt sofort wieder mit einem vernünftigen Etat in ein neues Spiel einsteigen.
Schneller Einstieg
Nicht jeder sollte mit den Regeln aller sieben Poker-Varianten vertraut sein. Doch selbst die Spieler, die zuvor keine einzige Variante beherrschten, können bei diesem Spiel Spaß haben. Ein Training erklärt schnell die grundlegenden Regeln und in der ausführlichen Anleitung des Spiels lassen sich Regeln oder auch Werte der Blätter nachschlagen. Darüber hinaus wird auf dem Bildschirm angezeigt, welchen maximalen Wert eure Blätter gerade haben, so dass ihr euch darum gar keine Gedanken machen müsst.
Mit einem Schnellspiel könnt ihr jeder Zeit in ein Spiel einsteigen und die Variante des Poker-Spiels dabei ganz frei bestimmen. Das Herzstück des Spiels ist aber der Poker-Tour, die eine Art Karriere-Modus darstellt. Hier könnt ihr einen Spieler auswählen, von Ort zu Ort reisen und euch bei verschiedenen Varianten behaupten. Dabei ist es sogar Möglich neue Orte zu erspielen. Die Schauplätze sind sehr unterschiedlich, so dass ihr euch mal in einem kleinen Nebenraum zum Pokern trefft, um bald darauf an einem Tisch in Las Vegas zu sitzen.
Die angespannte Poker-Atmosphäre wird aber leider nicht optimal vermittelt. Das liegt an der technischen Seite des Spiels, die nur als zweckmäßig zu bezeichnen ist. Die Spieler regen sich kaum und nur bei ihren vorgegebenen Tells bieten sie, nicht wirklich überzeugende, Animationen dar. Die Hintergründe sind absolut starr. Die Entwickler hätten lieber darauf verzichten sollen, Menschen im Hintergrund zu zeigen, denn diese Bewegen sich nicht, was unstimmig wirkt. Der Sound ist noch schlimmer und strapaziert die Nerven. Eine grauenhafte Musik und eine nicht gerade engelsgleiche Stimme sorgen dafür, dass der Ton beim Pokern lieber aus bleibt.
Schwerwiegende Versäumnisse
Das größte Problem des Spiels ist es, dass es schon nach sehr kurzer Zeit nichts mehr zu sehen gibt. Es fehlen richtig ausgefallene Modi oder Extras, die über neue Orte hinausgehen. Im Grunde ist ein Pokerspiel wie das nächste. Die Gegner bringen keine frischen Impulse in das Spiel und sind nach kurzer Zeit leicht durchschaubar. Was am Anfang jede Menge Spaß macht, wird von Runde zu Runde immer uninteressanter. Die Entwickler haben es leider versäumt, die Motivation des Spielers zu fördern, womit dieser schnell gelangweilt ist.
Am meisten Potenzial verschenkt das Spiel beim Mehrspieler-Modus. Es macht mit Sicherheit sehr viel Spaß mit Freunden im Kreis zu sitzen, sie mit absichtlichen Reaktionen zu verwirren und mit ihnen um den Gewinn zu wetteifern. Allerdings brauchen all diese Freunde dafür ebenfalls eine Cartridge des Spiels, was einfach unnötig ist. Mit der Unterstützung der Single-Card-Funktion hätte dieser Titel sicherlich einen zusätzlichen Kaufgrund vorweisen können.
Setzt euer Poker-Face auf, verliert nicht eure Nerven und lasst euch vor allem nicht in eure Karten blicken – THQ veröffentlicht das erste Poker-Spiel für den Nintendo DS. Ob Texas Hold´em Poker ein Kartenspiel wirklich ersetzen und vor allem auch ohne Freunde ausreichend unterhalten kann, erfahrt ihr in unserem Test.
Ganze sieben Poker-Varianten bietet das Spiel. 5 Card Stud, 7 Card Stud, 5 Card Draw und 7 Card Baseball, Tahoe Hold´em, Omaha Hold´em und Texas Hold´em heißen sie und unterscheiden sich in leichten Regelabwandlungen voneinander. Texas Hold´em ist nicht nur Namensgeber, sondern auch die Variante, die wohl am bekanntesten ist. Die möglichen Aktionen sind bei jeder Variante gleich bleibend. Es können Geldbeträge gesetzt werden, bei denen andere Mitspieler Mitgehen, Erhöhen oder Passen können, wobei letzteres das Ausscheiden aus der aktuellen Runde bedeutet.
Die Auswahl der Aktionen solltet ihr von eurem Blatt abhängig machen. Verloren habt ihr, sobald ihr kein Geld mehr zur Verfügung habt. Bei schlechten Karten kann Passen also durchaus sinnvoll sein, damit ihr dem Gewinner der Runde nicht mehr von eurem Geld überlasst, als möglich wäre. Bei guten Karten sollte aber auch Risikobereitschaft zum Ausdruck kommen, um die Chance auf einen hohen Gewinn zu haben. Alle bekannten Kombinationen sind vorhanden, so dass ihr auf Pärchen, Strassen oder sogar auf einen Royal Flush hoffen könnt, der nicht zu schlagen wäre.
Der große Bluff
Oft wird es vorkommen, dass eure Karten keinen allzu hohen Wert erreichen. Das heißt aber noch lange nicht, dass ihr schlechte Chancen auf einen Sieg habt. Es ist wichtig eure Gegner zu verwirren. Wer trotz schlechter Karten all sein Geld setzt, verunsichert seine Mitspieler so stark, dass sie meistens freiwillig aus der Runde ausscheiden. Natürlich muss aber auch damit gerechnet werden, dass der Bluff durchschaut wird und der Schuss nach hinten losgeht.
Für die gezielte Verunsicherung eurer Gegner haben die Entwickler so genannte Tells in das Spiel integriert. Vor jedem Zug könnt ihr eine Reaktion auf euer Blatt signalisieren, die von euren Mitspielern registriert wird. Bei guten Karten könnt ihr euch zum Beispiel unsicher am Kopf kratzen, um eure Gegner zum Setzen höherer Beträge zu bewegen. Mit einem Lächeln könnt ihr auch bei einem schlechten Blatt eure Mitspieler zum Aufgeben bewegen. Es beeinflusst eure Gegner sogar, wenn ihr keine Reaktion zeigt, denn wie Paul Watzlawick so schön gesagt hat: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“.
Die Auswahl der Tells erfolgt bequem mit dem Touchscreen, der insgesamt eine sehr komfortable Art der Bedienung darstellt. Alle Aktionen lassen sich schnell ausführen und eure Karten könnt ihr jeder Zeit betrachten, indem ihr sie antippt. Ihr könnt sogar eure kostbaren Chips mit dem Stylus, wie beim richtigen Pokern, in die Mitte des virtuellen Tisches schieben. Ebenfalls überzeugen kann das Speichersystem, das jeden Schritt automatisch sichert. Seid ihr am Verlieren könnt ihr nicht einfach ausschalten, sondern müsst schon bis zum bitteren Ende mitspielen. Zum Glück verliert ihr ja nur virtuelles Geld und könnt sofort wieder mit einem vernünftigen Etat in ein neues Spiel einsteigen.
Schneller Einstieg
Nicht jeder sollte mit den Regeln aller sieben Poker-Varianten vertraut sein. Doch selbst die Spieler, die zuvor keine einzige Variante beherrschten, können bei diesem Spiel Spaß haben. Ein Training erklärt schnell die grundlegenden Regeln und in der ausführlichen Anleitung des Spiels lassen sich Regeln oder auch Werte der Blätter nachschlagen. Darüber hinaus wird auf dem Bildschirm angezeigt, welchen maximalen Wert eure Blätter gerade haben, so dass ihr euch darum gar keine Gedanken machen müsst.
Mit einem Schnellspiel könnt ihr jeder Zeit in ein Spiel einsteigen und die Variante des Poker-Spiels dabei ganz frei bestimmen. Das Herzstück des Spiels ist aber der Poker-Tour, die eine Art Karriere-Modus darstellt. Hier könnt ihr einen Spieler auswählen, von Ort zu Ort reisen und euch bei verschiedenen Varianten behaupten. Dabei ist es sogar Möglich neue Orte zu erspielen. Die Schauplätze sind sehr unterschiedlich, so dass ihr euch mal in einem kleinen Nebenraum zum Pokern trefft, um bald darauf an einem Tisch in Las Vegas zu sitzen.
Die angespannte Poker-Atmosphäre wird aber leider nicht optimal vermittelt. Das liegt an der technischen Seite des Spiels, die nur als zweckmäßig zu bezeichnen ist. Die Spieler regen sich kaum und nur bei ihren vorgegebenen Tells bieten sie, nicht wirklich überzeugende, Animationen dar. Die Hintergründe sind absolut starr. Die Entwickler hätten lieber darauf verzichten sollen, Menschen im Hintergrund zu zeigen, denn diese Bewegen sich nicht, was unstimmig wirkt. Der Sound ist noch schlimmer und strapaziert die Nerven. Eine grauenhafte Musik und eine nicht gerade engelsgleiche Stimme sorgen dafür, dass der Ton beim Pokern lieber aus bleibt.
Schwerwiegende Versäumnisse
Das größte Problem des Spiels ist es, dass es schon nach sehr kurzer Zeit nichts mehr zu sehen gibt. Es fehlen richtig ausgefallene Modi oder Extras, die über neue Orte hinausgehen. Im Grunde ist ein Pokerspiel wie das nächste. Die Gegner bringen keine frischen Impulse in das Spiel und sind nach kurzer Zeit leicht durchschaubar. Was am Anfang jede Menge Spaß macht, wird von Runde zu Runde immer uninteressanter. Die Entwickler haben es leider versäumt, die Motivation des Spielers zu fördern, womit dieser schnell gelangweilt ist.
Am meisten Potenzial verschenkt das Spiel beim Mehrspieler-Modus. Es macht mit Sicherheit sehr viel Spaß mit Freunden im Kreis zu sitzen, sie mit absichtlichen Reaktionen zu verwirren und mit ihnen um den Gewinn zu wetteifern. Allerdings brauchen all diese Freunde dafür ebenfalls eine Cartridge des Spiels, was einfach unnötig ist. Mit der Unterstützung der Single-Card-Funktion hätte dieser Titel sicherlich einen zusätzlichen Kaufgrund vorweisen können.
Sascha Geldermann meint...
Texas Hold´em Poker ist eine kompakte Sammlung verschiedener Poker-Varianten, mit interessantem Bluff-System und komfortabler Steuerung. Der Einstiegt ist äußerst leicht, doch die Motivation schwindet leider schnell. Vor allem beim Mehrspieler-Modus und bei der Atmosphäre wurde viel Potenzial verschenkt. Insgesamt wird nur ein mäßiges Pokerspiel geboten, dass für Poker-Liebhaber, vor allem dank nicht vorhandener Konkurrenz, aber noch interessant ist.
Texas Hold´em Poker ist eine kompakte Sammlung verschiedener Poker-Varianten, mit interessantem Bluff-System und komfortabler Steuerung. Der Einstiegt ist äußerst leicht, doch die Motivation schwindet leider schnell. Vor allem beim Mehrspieler-Modus und bei der Atmosphäre wurde viel Potenzial verschenkt. Insgesamt wird nur ein mäßiges Pokerspiel geboten, dass für Poker-Liebhaber, vor allem dank nicht vorhandener Konkurrenz, aber noch interessant ist.

GRAFIK
Die Grafik ist nur zweckmäßig gehalten.
Die Grafik ist nur zweckmäßig gehalten.

SOUND
Die Musik nervt auf Dauer.
Die Musik nervt auf Dauer.

BEDIENUNG
Die Steuerung ermöglicht komfortables Pokern.
Die Steuerung ermöglicht komfortables Pokern.

UMFANG
Es gibt ganze sieben Poker-Varianten. Der Mehrspieler-Modus enttäuscht aber.
Es gibt ganze sieben Poker-Varianten. Der Mehrspieler-Modus enttäuscht aber.
SPIELSPASS
Solides Pokerspiel für einsame Bluffer.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Solides Pokerspiel für einsame Bluffer.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel