Sega Superstars Tennis
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 10.04.2008
Nachdem schon Nintendo seine Helden auf den Tennisplatz schickte, möchte nun Sega zeigen, dass seine Figuren ebenso gut mit dem Schläger umgehen können. Also versammeln sich die Protagonisten und Antagonisten verschiedenster Sega-Spiele, um gekonnt Bälle über das Netz zu dreschen und ein neues Sportereignis auf den Nintendo DS zu bringen.
Sonic Vs. Ulala
Ganze 16 Sega-Charaktere nehmen sich Urlaub von ihren jeweiligen Serien, den sie mit entspannenden Tennismatches füllen. Allen voran betritt natürlich das Firmen-Maskottchen Sonic den Platz, gefolgt von Nights, Ulala, Beat, Amigo und sogar Dr. Eggman. Im Laufe des Spiels lassen sich dann immer mehr geheime Spieler freischalten, die auch alle ihre eigenen Stärken mitbringen. Während der blaue Igel natürlich mit seiner Geschwindigkeit auftrumpft, punkten andere Charaktere durch Kraft oder Spin. Manche Spieler sind auch wahre Alleskönner, die sehr ausgeglichene Fähigkeiten haben und damit für Anfänger besonders gut geeignet sind.
Fans wird bei diesem Spiel auf jeden Fall die volle Ladung Sega geboten. Dafür sind nicht nur die Spieler, sondern auch die Plätze verantwortlich. Mal spielen die Figuren auf grünem Rasen, mal vor einer schaurigen Geistervilla und wenig später schon auf einer Raumstation, die natürlich zu der Serie „Space Channel 5“ gehört.

Sobald Ihr Euch für einen Charakter und einen Ort entschieden habt, solltet Ihr erste Spielerfahrung sammeln. Das wäre natürlich am besten in einem Trainings-Modus möglich. Unverständlicherweise verfügt das Spiel aber gar nicht über solch einen Modus, was den Einstieg ein bisschen schwerer macht. Wer die Steuerung einfach mal ausprobiert oder in der Anleitung nachliest weiß aber schnell, dass die Figuren grundlegend mit dem Steuerkreuz über den Platz gescheucht werden, während der A- und der B-Knopf verschiedene Schläge ausführen.
Alternativ kann auch der Touchscreen genutzt werden. Bei einem Tennisspiel bietet dessen Nutzung natürlich jede Menge Potenzial, das von den Entwicklern aber leider überhaupt nicht genutzt wurde. Entscheidet Ihr Euch für diese Variante, steuert Ihr euren Spieler mit dem Stylus über den Platz, während dieser den passenden Schlag ganz alleine selbst aussucht und durchführt. Da Euch so die Wahl des Schlages komplett aus der Hand genommen wird, kommt natürlich weniger Spaß auf. Es ist vollkommen unverständlich, warum die Knöpfe bei dieser Einstellung ignoriert werden. Diese sind nämlich eigentlich gut erreichbar und würden eine Steuerung mit mehr Tiefgang problemlos erlauben.
So solltet Ihr Euch am besten für die Steuerung ohne Touchscreen entscheiden. Dann könnt Ihr den Ball gezielt über das Netz spielen, Punkte sammeln und nebenbei auch noch die Superstar-Anzeige eures Spielers füllen. Ist diese voll, kann der jeweilige Charakter seine individuelle Spezialfähigkeit ausspielen. Diese zeigt sich bei manchen Figuren in Form von besonders harten Schlägen, während bei anderen der Ball seltsame Bahnen fliegt, die allen Naturgesetzen trotzen und vom Gegner unmöglich vorhersehbar sind. Somit erhöht sich die Chance auf Punkte durch Einsatz der Spezialfähigkeiten auf jeden Fall drastisch. Sollten Euch diese häufigen Superschläge nerven, dürft Ihr deren Dauer in den Optionen auch regulieren. Ganz deaktivieren lassen sie sich aber nicht.
Auf Pokal-Jagd
Lust auf ein schnelles Spiel? Dann sollte der gleichnamige Modus genau das Richtige für Euch sein. Kaum ausgewählt werden Spieler und Platz auch schon automatisch festgelegt und Ihr befindet Euch mitten im Match wieder. Beim ersten Mal kann dabei nicht nur die geringe Dauer zwischen Modus-Auswahl und Spielbeginn verwirren, sondern auch die Größe von Spielfeld und Ball. Da nur der obere Bildschirm genutzt wird und dieser jeder Zeit das gesamte Feld zeigt, werden die Figuren nämlich überraschend klein dargestellt, während der Ball eher wie ein hyperaktiver Pixel wirkt, der über den Bildschirm huscht. Das ist anfangs wirklich gewöhnungsbedürftig, nach einer kurzen Anfangsphase sollte das aber keine Probleme mehr bereiten.
Neben dem schnellen Spiel können Einzelspieler auch gezielt Spiele austragen oder sich sogar an Turniere wagen. Dabei tretet Ihr entweder alleine oder im Doppel mit einem CPU-Kollegen gegen die virtuelle Konkurrenz an. Über fünf Runden erstrecken sich die Turniere, die nach Anspruch in „Bronze“, „Silber“ und „Gold“ unterteilt sind. Hier lassen sich durch Erfolge auch die geheimen Charaktere freischalten, sodass dieser Modus das Herzstück des Spiels darstellt.

Wer selbst beim Gold-Turnier für seine virtuellen Gegner nur noch ein Gähnen übrig hat, sollte gegen menschliche Kontrahenten antreten. Einen Online-Modus gibt es zwar nicht, dafür dürfen aber lokal bis zu vier Spieler auf den Platz. Diese Doppel kommen aber nur zu Stande, wenn jeder Mitspieler über eine eigene Cartridge verfügt. Löblicherweise wird aber auch das Einzelkarten-Spiel unterstützt, doch hierbei werden nur zwei Spieler auf den Platz gelassen. Insgesamt ist der Mehrspieler-Modus also eine runde Sache.
Potenzial verschenkt
Einzelspieler bekommen zwar Matches mit den verschiedensten Rahmenbedingungenen geboten, werden aber nach einiger Zeit auch nach Modi suchen, die etwas Abwechslung in die Sache bringen. Genau das verspricht die Minispiele-Abteilung, die acht Aufgaben im Setting von verschiedenen Sega-Serien bietet. Leider wird in sieben der acht Minispiele aber so ziemlich dasselbe gefordert, nämlich das Treffen von Zielen, nur das diese Ziele bei „Sonic“ Ringe, bei „Curien Mansion“ Zombies und bei „Virtual Squad“ Terroristen sind. Einzig und allein „Space Harrier“ hebt sich vom Rest ab. Hier muss nämlich Steinen ausgewichen werden, die vom Himmel fallen. Ein bisschen mehr Abwechslung hätte hier also gut getan, denn so gestalten sich fast alle Minispiele sehr ählich. Schade, denn so wurde auch bei diesem Modus zu viel Potenzial verschenkt.
In technischer Hinsicht präsentiert sich Sega Superstar Tennis absolut durchschnittlich. Die Grafik hat ihre Höhen und Tiefen, wobei die unsauberen Charaktermodelle sicherlich zu letzteren zählen, während einige Plätze wirklich schick aussehen. Das Geschehen läuft dabei stets flüssig und wird von netten Musikstücken untermalt. Noch mehr überzeugen können aber die englischen Sprachsamples, die die Spieler gelegentlich vom Stapel lassen, um sich über einen Punkt zu freuen oder einfach mal Frust rauszulassen. Der technische Höhepunkt ist aber auf jeden Fall schon vor dem eigentlichen Spielbeginn erreicht. Hier verspricht nämlich ein hübsches Intro eine Menge, wovon das Spiel dann aber leider nicht alles hält.
Sascha Geldermann meint...
Sega-Fans bekommen mit diesem Titel ein solides Tennisspiel geboten, bei dem sich ihre Lieblinge auf den Platz wagen. Leider wurde viel zu viel Potenzial verschenkt, was vor allem bei der enttäuschenden Touchscreen-Steuerung und den abwechslungsarmen Minispielen deutlich wird.
Sega-Fans bekommen mit diesem Titel ein solides Tennisspiel geboten, bei dem sich ihre Lieblinge auf den Platz wagen. Leider wurde viel zu viel Potenzial verschenkt, was vor allem bei der enttäuschenden Touchscreen-Steuerung und den abwechslungsarmen Minispielen deutlich wird.

GRAFIK
Die Plätze sehen sehr gut aus, die Charakter ekönnten aber sauberer sein.
Die Plätze sehen sehr gut aus, die Charakter ekönnten aber sauberer sein.

SOUND
Die englischen Sprachsamples gefallen, während die Soundeffekte sehr rudimentär sind.
Die englischen Sprachsamples gefallen, während die Soundeffekte sehr rudimentär sind.

BEDIENUNG
Die Steuerung funktioniert ganz gut, hat aber ein paar Schwächen.
Die Steuerung funktioniert ganz gut, hat aber ein paar Schwächen.

UMFANG
Vor allem der Mehrspieler-Modus ist sehr unterhaltsam. Aber warum fehlt ein Trainingsmodus?
Vor allem der Mehrspieler-Modus ist sehr unterhaltsam. Aber warum fehlt ein Trainingsmodus?
SPIELSPASS
Die Sega-Figuren sind nur durchschnittliche Tennisspieler.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Die Sega-Figuren sind nur durchschnittliche Tennisspieler.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel