Naruto: Clash of Ninja Revolution European Version
Artikel verfasst von Sascha Geldermann am 08.04.2008
Schon zahlreiche Anime-Figuren haben eine Karriere als Beat´em Up-Charakter begonnen. Dazu zählen auch die Kämpfer der erfolgreichen Naruto-Serie, die in der European Version von „Clash of the Ninja Revolution“ nun auch in der PAL-Region die virtuellen Ringe stürmen.
Steuerungsvielfalt
Über 20 Kämpfer aus der Welt von Naruto geben sich bei diesem Spiel die Ehre, um ihr Können als Ninja unter Beweis zu stellen. Neben den Hauptcharakteren wie Sakura, Sasuke und natürlich Naruto selbst, finden sich im Auswahlbildschirm auch Namen wie Kankuro, Gaara oder Rock Lee. Fans sollten auf jeden Fall ihren Liebling finden, der dann natürlich auch seine bekannten Attacken mitbringt. Während die Auswahl an Kämpfern damit durchaus zufriedenstellend ist, hätte die Anzahl an Arenen ruhig etwas höher ausfallen können. Mit gerade einmal einem halben Dutzend Schauplätzen nutzen die Entwickler der Vielfalt an Orten, die der Anime bietet, nur sehr enttäuschend aus.
Das Kampfsystem dieses Spiels ist schnell zu erlernen, bietet aber dennoch einen gewissen Tiefgang. Die zahlreichen starken und schwachen Attacken lassen sich vielfältig variieren und auch durch Kombos verbinden. Natürlich sind aber auch Würfe, sowie Ausweich- und Abwehrmanöver ausführbar. Außerdem bringt jeder Kämpfer seine bekannten Spezialattacken, Jutsus genannt, mit in das Spiel. Sobald diese aktiviert werden, bekommt Ihr allerhand zu sehen. Dann kann es nämlich schon mal vorkommen, dass Naruto eine Reihe von Abbildern seiner selbst erschafft, die dann alle zusammen auf den Gegner losgehen. Richtig interessant wird es aber erst wenn die Gesundheitsanzeige eines Kämpfers unter 40% fällt. Dann kommen diese nämlich in einen kritischen Zustand, in dem sie besonders starke Jutsus vom Stapel lassen.

Die Entwickler hatten wohl Angst, dass die Spieler mit der Steuerung nicht zurechtkommen. Daher haben sie ganze fünf Steuerungsvarianten integriert. So ist es eure Entscheidung ob Ihr nur die Wii-Remote oder dazu auch den Nunchuk benutzt. Ihr dürft aber auch gerne den Classic Controller oder das GameCube Pad anschließen und Euch gegen Bewegungen und für das Drücken von Knöpfen unterscheiden. Da alle Möglichkeiten auf ihre Art gut funktionieren werdet Ihr schnell eine Einstellung finden, mit der Ihr das Gefühl habt, volle Kontrolle über eure Kämpfer zu haben.
Allein ist alles nur halb so schön
Während Ihr die Steuerung im Trainingsmodus ausprobieren könnt, erfolgt eine ausführliche Einweisung in das Kampfsystem erst im Story-Modus, der bei diesem Spiel „Mission Mode“ heißt. Dieser Name passt auch wesentlich besser, da die Geschichte hier nur sehr dürftig in Standbildern präsentiert wird. Diese Sequenzen erzeugen kaum Spannung und nur wenig Atmosphäre, sodass Ihr in diesem Modus eigentlich nur von einem Kampf in den nächsten gestoßen werdet. Besonders lange kann das den Spielspaß und die Motivation nicht aufrechterhalten, sodass Einzelspieler schnell ins Hauptmenü zurückkehren werden, um zu sehen, was ihnen das Spiel sonst noch so bietet.
Im Hauptmenü werden die Solospieler dann schnell feststellen, dass ihnen noch Kämpfe gegen virtuelle Gegner oder gegen die Uhr zur Auswahl stehen. Das alles kann eine gewisse Zeit beschäftigen, wird aber auch viel zu schnell langweilig. Einzelspieler werden damit nur unzureichend bedient. Hier hätten Online-Funktionen wahre Wunder bewirkt. Eine weltweite Rangliste wäre schon ein Motivationsanreiz gewesen und richtige Online-Duelle hätten den Spielspaß ein ganzes Stück nach oben gezogen. Leider hat es weder das eine noch das andere in dieses Beat´em Up geschafft, das leider vollkommen offline bleibt.

Wer sich richtig lange mit diesem Spiel beschäftigen möchte, sollte eine Reihe von Freunden zur Verfügung haben, die sich gerne in den virtuellen Kampfring wagen. Bis zu vier Spieler können nämlich die Fetzen fliegen lassen. Dabei können sie sich aussuchen, ob sie alle gegeneinander antreten oder Teams bilden. Außerdem dürfen sich zwei Spieler auch verbünden, um gemeinsam gegen CPU-Charaktere in den Kampf zu ziehen. Die Auswahlmöglichkeiten sind in diesem Modus groß und der Spielspaß dementsprechend hoch.
Die Minispiele der Ninjas
Bei entsprechenden Steuerungseinstellungen dient die Wii-Remote in den Kämpfen zu Ausführen von Schlägen. Ganz anders kommt sie aber bei den Minispielen zum Einsatz, die die Entwickler als Bonus mit auf die Disc gepackt haben. Hier zielt Ihr mit der Wii-Remote auf Ziele, um sie dann mit einem Wurfstern zu treffen. Außerdem erzeugt Ihr durch ausschweifende Gestik eine Energiekugel, die Ihr dann durch weitere Bewegungen wegschleudert. Als letztes steht noch ein Spiel zur Auswahl, das die Konzentration fördert. Hier springt Naruto ins Bild, um sich kurz darauf durch ein Jutsu zu vervielfältigen. Nun tauschen er und seine Abbilder einige Male die Plätze, woraufhin es eure Aufgabe ist, auf das Original zu zeigen. Diese Minispiele sind sicherlich keine große Sache, stellen aber ein nettes Extra und eine auflockernde Abwechslung zu den Kämpfen dar.
Die technische Seite des Spiels gestaltet sich recht durchschnittlich. Der Cel-Shading-Stil passt natürlich zur Thematik, wäre aber auch auf dem GameCube absolut problemlos zu realisieren gewesen. Immerhin läuft das Spielgeschehen aber durchgehend flüssig über den Bildschirm. Der Sound kann ein bisschen mehr überzeugen. Das liegt nicht an den relativ schwachen Soundeffekten, sondern viel mehr an der englischen Sprachausgabe. Die Sprecher machen dabei einen ausgezeichneten Job, was selbst im Story-Modus doch noch ein bisschen Atmosphäre erzeugt.
Sascha Geldermann meint...
Dieses Naruto-Spiel ist ein gutes Beat´em Up mit durchdachtem Kampfsystem. Am meisten Spaß kommt dabei im Mehrspieler-Modus auf, während Einzelkämpfer aufgrund des schwachen Story-Modus und den fehlenden Online-Funktionen schnell gelangweilt sein könnten.
Dieses Naruto-Spiel ist ein gutes Beat´em Up mit durchdachtem Kampfsystem. Am meisten Spaß kommt dabei im Mehrspieler-Modus auf, während Einzelkämpfer aufgrund des schwachen Story-Modus und den fehlenden Online-Funktionen schnell gelangweilt sein könnten.

GRAFIK
Der Cel-Shading-Stil passt, die Grafik wirkt aber insgesamt veraltet.
Der Cel-Shading-Stil passt, die Grafik wirkt aber insgesamt veraltet.

SOUND
Die Sprecher machen einen guten Job, während die Soundeffekte eher schwach sind.
Die Sprecher machen einen guten Job, während die Soundeffekte eher schwach sind.

BEDIENUNG
Es gibt viele Steuerungsvarianten, die aber nicht alle gut funktionieren.
Es gibt viele Steuerungsvarianten, die aber nicht alle gut funktionieren.

UMFANG
Der Mehrspieler-Modus überzeugt - funktioniert aber leider nur offline.
Der Mehrspieler-Modus überzeugt - funktioniert aber leider nur offline.
SPIELSPASS
Naruto entfaltet sein Potenzial erst im Mehrspieler-Modus.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Naruto entfaltet sein Potenzial erst im Mehrspieler-Modus.
* kein Durchschnitt der einzelnen Kategorien
Informationen zum Spiel